Was lest ihr gerade?

  • Ich lese gerade mit Begeisterung "Arztgeschichten" von Michail Bulgakow.


    Gruß, Lauterbach

    Ich habe in der Werkausgabe (Band 5) einen Band, in dem die "Aufzeichnungen eines jungen Arztes" enthalten sind und einige andere Erzählungen, u.a. "Die ungewöhnlichen Abenteuer eines Arztes" und "Morphium". Sind das diese Geschichten? Sie haben mir seinerzeit großen Spaß gemacht!

  • Ich habe gerade angefangen "Mr. Polly steigt aus" von H.G. Wells zu lesen. Eigentlich ordnet man Wells ja oft der "Science-Ficton-Ecke" zu. Der Roman Mr. Polly steigt aus, ist aber etwas ganz anderes und zeigt, dass Wells recht vielseitig in seinem Gesamtwerk war. Der Roman hat auf jeden Fall Witz und eine ganz speziellen Humor.



  • Ich habe in der Werkausgabe (Band 5) einen Band, in dem die "Aufzeichnungen eines jungen Arztes" enthalten sind und einige andere Erzählungen, u.a. "Die ungewöhnlichen Abenteuer eines Arztes" und "Morphium". Sind das diese Geschichten? Sie haben mir seinerzeit großen Spaß gemacht!

    Ja das sind die Erzählungen. Mein Band ist ein Einzelband von der Sammlung Luchterhand.


    Gruß, Lauterbach

  • Hallo Lauterbach,


    wie weit bist du mit dem "Stechlin" und wie gefällt er dir? Das war nach der Lektüre eines meiner absoluten Lieblingsbücher, allerdings bin ich bisher nie zu einer Zweitlektüre gekommen.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Hallo Finsbury,


    ich bin auf Seite 140 und er gefällt mir sehr gut. Aber ich habe manchmal das Problem, das ich bei den Dialogen nicht alles verstehe, was wohl an der geschraubten Adligensprache liegt.

    Ich bin in den letzten beiden Tagen nicht weiter gekommen, da ich ein paar englische Kurzgeschichten auf Englisch dazwischen geschoben habe, mehr um mein Englisch zu verbessern, aber auch um ein paar andere Erzähler kennenzulernen.


    Gruß, Lauterbach

  • Ich lese gerade mal wieder Gottfried Keller, die Legenden.

    Keller ist ein begnadeter Erzähler, der unvergessliche Figuren schafft. Der Ritter Zendelwald, der sich alles, was er unternehmen will, so eingehend ausmalt, dass er es am Ende gar nicht mehr unternimmt, ist ein erstaunlich moderner Charakter. Vor allem habe ich aber über seine Mutter gelacht, die eigenhändig das Schlossdach ausbessert und dabei fast einen einreitenden Besucher mit Ziegelsteinen "totschmeißt".

    Und dann das Turnier - der Kämpfer, der seine Nasenhaare zu Zöpfchen geflochten hat! "Game of Thrones" ist armselig dagegen. =O:D:D

  • „So ist es mir gelungen, in ein und demselben Kapitel nacheinander einen Regen von Scheiße und eine Prozession von Päderasten zu bringen. Ich schwitze Blut, ich pisse kochendes Öl, ich scheiße Katapulte und ich rülpse die Kugeln aus den Schleudern. So sieht es mit mir aus.“

    (Gustave Flaubert an die Brüder Goncourt, während seiner Arbeit an und mit Salambo.)


    Ich habe dieses Buch in einer Neuübersetzung noch einmal gelesen, ach was, ich habe es wieder verschlungen und war fasziniert, wie schon vor vielen Jahren einmal.

  • Gerade in den letzten Zügen von Bruno Schulz "Zimtläden" - seit langem hat mich ein Buch sprachlich nicht mehr so fasziniert und meine Vorstellungskraft herausgefordert, teilweise sehr überladen und grotesk, dann aber auch wieder wunderbar fabulierend. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass ich es lese, allein damit ich es auch nur ansatzweise auf mehreren Ebenen verstehe.


    Stechlin hatte ich auch mal angefangen. Und ohne Grund nicht mehr weitergelesen, den gefallen haben mir die ersten Seiten (wesentlich besser als Effie Briest).

  • Gerade in den letzten Zügen von Bruno Schulz "Zimtläden" - seit langem hat mich ein Buch sprachlich nicht mehr so fasziniert und meine Vorstellungskraft herausgefordert, teilweise sehr überladen und grotesk, dann aber auch wieder wunderbar fabulierend. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass ich es lese, allein damit ich es auch nur ansatzweise auf mehreren Ebenen verstehe.


    Stechlin hatte ich auch mal angefangen. Und ohne Grund nicht mehr weitergelesen, den gefallen haben mir die ersten Seiten (wesentlich besser als Effie Briest).

    Oh ja, Bruno Schulz aus Drohobycz.


    Ich komme gerade von einer Reise durch Polen und Galizien zurück, da passt das gut dazu. Ich habe diesmal einen Abstecher nach Czernowitz gemacht, um mir diesen Wunderort der alten kakanischen Völkermischwelt anzusehen. Denkmäler für Rose Ausländer und Paul Celan habe ich gefunden und die Spuren von Juden, Deutschen, Ukrainern und Rumänen. Die Stadt atmet immer noch auch auf dem literarischen Lungenflügel, und das alte Bonmot, dort gebe es mehr Buchhandlungen als Bäckereien, stimmt auch noch...

  • Ich lese gerade das Hotel Savoy von Joseph Roth. Vor längerer Zeit war ich von "Flucht ohne Ende" doch eher enttäuscht, ich habe es recht blass und farblos in Erinnerung. Das Hotel Savoy liest sich aber sehr gut an und macht eine vielversprechenden Eindruck.

  • Ich lese gerade das Hotel Savoy von Joseph Roth. Vor längerer Zeit war ich von "Flucht ohne Ende" doch eher enttäuscht, ich habe es recht blass und farblos in Erinnerung. Das Hotel Savoy liest sich aber sehr gut an und macht eine vielversprechenden Eindruck.

    "Flucht ohne Ende" wollte der Autor wohl auch gar nicht mehr veröffentlicht sehen, er hat es nicht in spätere Ausgaben übernommen, weil er es selbst für schwach hielt. Insofern deckt sich Dein Eindruck mit dem des Autors. :-)

  • "Frauen und Töchter" von Elizabeth Gaskell

    Ein ziemlicher Schinken, der vor den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts spielt, nicht so ironisch und dialogisch perfekt wie die Austen und ohne das spannende Setting und die Emotionen der Brontes (wobei Letzteres Gaskells Roman nicht unbedingt zum Nachteil gereicht), aber immer wieder mit kleinen hübschen Beobachtungen zu Sitte und Borniertheit der kleinstädtischen Bevölkerung, egal um welchen Stand es sich handelt, aber doch insbesondere doch mit deutlicher Distanz gegenüber der angemaßten Arroganz des Adels.

    Durchaus lesenswert, aber auch sehr umfangreich.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)