Beiträge von Zefira

    "Lincoln im Bardo" von George Saunders. Lincolns Sohn Willie ist kürzlich verstorben und befindet sich im "Bardo", einer Art Zwischenreich zwischen Diesseits und Jenseits, zusammen mit anderen Seelen auf dem Friedhof. Saunders montiert die Stimmen der Verstorbenen zu einem vielstimmigen Chor. Ein außergewöhnliches Buch!

    Mit dem Einfügen klappts irgendwie nicht, es heißt immer "falsche ISBN" ...


    Ich merke mal wieder, wie wenig ich behalten kann. Aber eigentlich ja gut so.

    Sehr gut sogar, da b raucht man eigentlich nur noch ein einziges Buch. Sobald man hinten angelangt ist, hat man den Anfang vergessen. :P

    Ich habe mal über das Regal geschaut, man will ja (oder soll jedenfalls) sozusagen ein gemeinsames Thema für die geplanten Lektüren (er)finden, und ich stelle fest, ich habe etliche Nordlichter im Schrank, die gelesen werden wollen.
    Ich werde auf jeden Fall aber wieder zwei Listen machen. Noch immer bin ich mit meiner Phantastik-Challenge beschäftigt, mit Lernet-Holenia ist sogar was hinzugekommen.

    Ich hatte eine ziemlich ehrgeizige Leseliste, beim "Abarbeiten" sind mir dann vom Sommer ab ein Dutzend Leserunden in die Quere gekommen. Ins nächste Jahr mitnehmen werde ich den Huck Finn und "Die Welt von gestern". Wann ich dazu kommen werde, die Hundposttage zu lesen, weiß ich noch nicht, das setze ich lieber gar nicht erst wieder drauf.
    Im nächsten Jahr werde ich zunächst wieder Thomas Mann lesen, ansonsten muss ich mal schauen. Ich habe eine enorme Anzahl Bücher gelesen, es sind jetzt schon über 150, und trotzdem schiebe ich einen großen Stapel vor mir her, darunter auch mindestens drei Bücher von Margaret Atwood, die mir ins Haus geschneit sind und die ich unbedingt bald lesen will.

    Das kann doch nur komisch gemeint sein.

    Erinnert an den Kartengruß: morgens kann ich nicht essen, weil ich an dich denke, mittags kann ich nicht essen, weil ... abends kann ich nicht ... und nachts kann ich nicht schlafen, weil ich Hunger habe.

    Nach "Zauberberg" jetzt "Doktor Faustus" abgeschlossen.

    Ich kann nicht behaupten, vom musikalischen Anteil sehr viel verstanden zu haben.
    Fand den Roman sehr spannend, und werde ein bisschen "über" lesen.

    Damit bin ich gleich nächstes Jahr in einer Leserunde. Vielleicht werde ich mich vorausschauend mal etwas mit Zwölftonmusik befassen.

    Goethes schlechteste Gedichte, ist da auch dieses berühmte mit dem "Flutsch-Lamm" drin, das er angeblich in leicht angesäuseltem Zustand erdichtet hat?

    Ich habe vor einigen Monaten Jakob Wassermanns Gänsemännchen noch einmal gelesen. Da geht es um einen verkannten Komponisten, dessen Sinfonien niemand hören will. Als erstes schreibt er eine Sinfonie mit einer Vertonung der Harzreise und als Letztes eine mit einer Vertonung dieses "Sturmlieds". Dafür wird er ausgebuht.

    So, ich habe nochmal ein wenig rumgelesen, u.a. in Lackners "Flucht der Dichter und Denker", z.T. bei Googlebooks einsehbar. Auch dort ist die Rede von einem 700 m hohen Rumpissa-Kogel. Der "Col de Rumpissa" (Pass) wird in Online-Wanderführern mit 682 m Höhe angegeben, das dürfte also ungefähr die Wanderstrecke gewesen sein, obwohl es mich immer noch wundert, dass die Gruppe von Cerbére aus so weit landeinwärts gelaufen ist.

    Über den Col de Rumpissa gibt es Wanderwege; wenn ich das nächste Mal in der Gegend bin, werde ich mich dort umsehen. Sollte es keinen Gedenkstein geben, werde ich einen hinterlassen. Es muss ja kein großer sein.

    Es ist erschütternd, wie Deutschland damals von fast allen Intellektuellen und Künstlern förmlich ausgeleert wurde.

    Die Biographie über Alma Mahler-Werfel von Hilmes ist übrigens keine angenehme Lektüre, wenngleich natürlich sehr interessant. Aber diese Frau war ein Sargnagel. =O

    Vielen Dank für die Antwort. Ich habe mir das angesehen, bin aber leidlich erschüttert darüber, wie weit dieser col de Rumpissa von der Küste entfernt ist ... Ich kann mir nur schwer vorstellen, warum jemand, dem es nicht ums Wandern zu tun ist, sondern möglichst schnell rüberzukommen, diese Route einschlagen sollte.


    Dass die beiden Ehepaare getrennt liefen, steht auch in meiner Biographie über Alma Mahler-Werfel so; sie hofften, dann weniger aufzufallen.

    Ich ziehe diesen Ordner wieder hoch wegen einer Frage zu Franz Werfels Lebenslauf. Ich bin leider nicht im Besitz einer Biographie, lese aber gerade die über seine merkwürdige Frau Alma.

    Da ich wusste, dass Franz Werfel zwei Wochen lang in Lourdes auf sein Ausreisevisum nach den USA gewartet und während dieser Zeit Interesse für Bernadette gefasst hat, habe ich automatisch angenommen, dass er auch dort über die Grenze nach Spanien ging. Das ist aber nicht richtig. Sondern die Werfels reisten von da aus nach Katalonien und gingen zu Fuß von Cerbére nach Portbou über die Grenze, zusammen mit Heinrich Mann und dessen Frau Nelly. Für den 70jährigen Heinrich Mann und den dicken Franz Werfel war der Übergang eine Strapaze - Alma Mahler-Werfel, obwohl auch alles andere als schlank und fit, schaffte es vergleichsweise leicht. Sonst steht leider nichts Näheres in dem Buch, außer dass sie über einen Berg geklettert seien.

    Ich war schon oft in der Gegend, sie zählt zu meinen Lieblingsreisezielen (ich liebe das Katharerland). Wenn ich genau wüsste, wo die Gruppe die Grenze überschritten hat, würde ich mich nächstes Mal gern an Ort und Stelle umsehen. Weiß vielleicht jemand Bescheid?

    Bei mir ist "Doktor Faustus" eingetroffen. Auch eine antiquarische Ausgabe vom Aufbau Verlag 1961. In dem Buch lag ein Zeitungsausriss mit einem langen Artikel über Thomas Mann. Da habe ich mich doch sehr heftig am Kopf gekratzt.

    Da lese ich, Thomas Mann "ermisst die großen Vorgänge, die in der Sowjetunion ein völlig neues Weltbild gestalten" und es folgen zwei zitierte Äußerungen, die er getan haben soll: "Die Welt, die nach uns kommt, ist schwerlich ohne kommunistische Züge vorzustellen, das heißt, ohne die Grundidee des gemeinsamen Besitz- und Genussrechtes an den Gütern der Erde, ohne fortschreitende Einebnung der Klassenunterschiede, ohne das Recht auf Arbeit und die Pflicht zur Arbeit für alle."
    Und weiter unten: "Der Antibolschewismus ist die Grundtorheit unseres Jahrhunderts."


    So wie Colm Toibin ihn darstellt, kann ich mir nur schwerlich vorstellen, dass er das so gesagt hat. Zumindest den zweiten Satz nicht. Ich hatte den Eindruck, dass Thomas Mann sich angesichts des geteilten Deutschlands vor gar keinen politischen Karren spannen lassen wollte - und u.a. auch die USA wieder verlassen hat, weil man von ihm als amerikanischem Neubürger klare Ansagen über oder vielmehr gegen die "Ostzone" erwartete.


    (Laut Toibin hatte Thomas Mann übrigens auch so seine Befürchtungen, was sein neues amerikanisches Lesepublikum betraf: Er konnte sich nicht vorstellen, dass die amerikanischen Leser und Leserinnen den "Doktor Faustus" richtig würdigen konnten, obwohl sich das Buch anscheinend in den USA verkaufte wie Schnittbrot.)

    Das erinnert mich an die Serie der Schweden Sjöwall/Wahlöö um das Team mit Kommissar Martin Beck, die erste "Schwedenkrimi"-Serie. Nachdem Martin Beck von seiner Frau geschieden war, hatte er eine Freundin, deren Namen ich vergessen habe, aber es gehörte zu ihren besten Eigenschaften, dass sie zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit stand: "Ich mach uns was zu essen, ja? Was Überbackenes." Egal was sie zubereitete, es war immer überbacken.

    Und ich bin jetzt beim "Zauberer" von Colm Tóibín - Romanbiographie über Thomas Mann.

    Liest sich bisher bemerkenswert locker; Tóibín scheint den Erzählton in "Buddenbrooks" nachzuahmen. Allerdings nehmen Thomas Manns sexuelle Nöte für meinen Geschmack etwas zu viel Raum ein.

    Goethe verarbeitete in seiner ersten Fassung Motive der Geschichte des Kreuzritters von Gleichen (ja, das ist der von den "Drei Gleichen" entlang der A 4), der ungeachtet einer treulich harrenden Ehefrau noch eine Zweitfrau aus dem Morgenlande mitbrachte. Für die skandalöse Bigamie erhielt er wegen seiner Verdienste um den rechten Glauben jedoch höchsten päpstlichen Dispens, und so lebte man munter in einer ménage a trois weiter - das waren Zeiten!



    Jetzt bin ich neugierig geworden und habe das mal gegoogelt. Ich kann mich nämlich erinnern, in meiner Jugend mal eine Kurzerzählung gelesen zu haben - es war in irgendeiner Zeitschrift - mit dem Titel "Das große Bett von Bad Pyrmont". Da ging es um eine frustrierte Ehefrau, ich habe die genauen Zusammenhänge vergessen, weiß aber noch, dass sie in Bad Pyrmont ein Dreierbett besichtigte, das ein Kreuzritter für sich selbst, seine Ehefrau und seine Geliebte hatte anfertigen lassen - letztere konnte er auf keinen Fall im Stich lassen, weil sie ihr Leben für ihn eingesetzt hatte.
    Ich hielt das immer für eine nette Erfindung, aber das Bett gibt es tatsächlich, hier ist ein Bild davon. Es befindet sich zur Zeit anscheinend in einer der "Drei Gleichen"-Burgen. Was für ein Monstermöbel!
    Erinnerung an den zweitbeweibten Graf von Gleichen

    Der Herr heißt nicht zufällig Raskolnikow?

    Nein, nein, den Raskolnikow kenne ich doch. Die Aufzeichnungen aus dem Untergrund sind ein ganz kleines Büchlein.
    Übrigens wurde es ab Kapitel VII dann richtig interessant, vielleicht komme ich auch einfach besser klar, jedenfalls hat es mich jetzt gepackt. Der erste Teil ist gelesen und mit dem zweiten Teil "Anlässlich nassen Schnees" soll nun eine konkrete Erinnerung kommen.

    Ich kenne von Dostojewski bisher den Raskolnikow, die Karamasows (die neuere Übersetzung von Swetlana Geier "subt" hier allerdings immer noch) und einige kürzere Sachen. Ich möchte mich da schon lange wieder mal hineinvertiefen, aber dieses Jahr wird das nichts mehr, ich werde mir nächstes Jahr ein oder zwei Werke auf die Liste setzen.

    Ja, das ist die, die ich habe. Ich mag die Gestaltung dieser Serie sehr. Am meisten gefreut habe ich mich über die beiden Bände mit Erzählungen von Robert Aickman. Aickman ist im deutschen Sprachraum viel zu wenig bekannt, selbst unter eingefleischten Phantastik-Lesern. Ich finde ihn faszinierend.