Beiträge von klassikfreund

    Ich sammle Signaturen, signierte Bücher etc. Meine Bilanz für 2019 sieht wie folgt aus:


    Bilanz 2019 – Gesamtjahr (in Klammern im Vergleich zu 2018)

    Besuchte Lesungen: 93

    Signierte Bücher (nur 2019): 201

    Signaturen im Fotoalbum (nur 2019): 93

    Signaturen im Ohlbaum-Bildband: 128 (+12)

    Signaturen im Mangoldt-Bildband: 100 (+6)

    Signaturen im Koelbl-Bildband: 15 (+1)

    Signaturen Barbara Klemm-Bildband: 6 (+3)

    Signaturen im Tobias Wenzel Bildband: 10 (+7)

    Signaturen im Abireden-Band: 12 (+2)

    Signaturen im "Erstes-Buch"-Band: 33 (+9)

    Signaturen in Gomringer #poesie-Anthologie: 4 (+2)

    Signaturen im Gedicht-Band „Grand Tour“: 7

    Signaturen im Reclam Buch der Deutschen Gedichte: 8

    Signaturen im Band „Bibliothek der ungeschriebenen Bücher“: 2

    Signaturen im Volker-Braun-Geburtstagsband: 1

    Signaturen in „Gespräche zur Gegenwartsliteratur“: 3

    Signaturen im Bild- und Essayband „Frauen“: 3

    Signaturen im Gero von Boehm Interviewband: 3

    Signaturen im Norwegen-Sammelband: 6

    Signaturen in Leseproben Deutscher Buchpreis 2019: 13

    Heute geht es in den Zeitungen noch mal hoch her, weil der Nobelpreis an Handke verliehen wurde.

    Der Perlentaucher fasst die Blätter in seiner heutigen Kulturrundschau gut zusammen:

    https://www.perlentaucher.de/efeu/2019-12-11.html


    Interessant aber auch die Meldung, dass die Übersetzerin Esther Kinsky mit den Büchern von Olga Tokarczuk gebrochen hat, insbesondere die Jakobsbücher seien ein Sammelsurium, in denen man keine Struktur erkennen könne.

    Folgendes Buch wird gesucht (angeblich ist es eine klassische Schullektüre):

    Ein Mann beschließt sein Leben vollständig nach Plan ablaufen zu lassen: Beruf, Heirat. Kinder, Tod. etc. Als sein Tod nicht nach Plan eintritt wird er von seinen Angehörigen getötet, welche das Erbe (wie vom Vater/Mann erlernt) bereits verplant haben und somit wieder dafür sorgen, dass der Plan eingehalten wird.


    Kann jemand helfen?

    Claus Peymann war gestern in Heidelberg und verteidigt den Nobelpreis für Handke. Er hält das ganze für eine Pressekampagne von Springer. Zur Literatur Handkes, die er v.a. bei den Theaterstücken für genial hält, äußert sich leider niemand. Stattdessen werden alte Geschichten rausgeholt, dabei war er selber mit Handke in Serbien, um 50.000 Euro für den Wiederaufbau zu spenden. Dabei hat Handke auch an einer mehrstündigen Messe teilgenommen und so verstehe er nicht, wie man ihm nun solche Unterstellungen machen könne, wenn auch nicht alles richtig gewesen sein mag. (alles aus dem Gedächtnis, nach fünf Tagen Buchmesse mit etwas getrübtem Geist). Aus Protest über Peymanns Aussagen haben zumindest drei Leute den vollbesetzten Saal (> 200 Besucher) vorzeitig verlassen.


    Am Tag zuvor gab es schon ein Interview mit ihm:

    https://www.rnz.de/kultur-tipp…fregend-_arid,473564.html


    Hier auch ein Artikel aus Österreich:

    https://www.derstandard.de/sto…-debatte-sehr-aufgeblasen


    Im Nachgang hatte ich noch eine Diskussion mit einer Zuhörerin, die den Film über und mit Handke kannte. Es wird darin deutlich, dass Handke sich als Serbe fühle und er seinerzeit nicht anders handeln könne. Zudem fühlt er sich nur seinem Werk verpflichtet und daher sind ihm alle journalistischen Fragen zuwider.

    Heute geht es mit Doris Dörrie weiter. Ihr Schreibratgeber interessiert mich aber nicht, habe aber noch einen Kunstband mit einem Text von ihr zum Signieren. Dann noch Bossong, Ruge, Gstrein, Jan Peter Bremer und ein paar Norweger.

    Am Abend war ich bei Delius, dessen neuestes Buch über Handelsbilanzdefizite und die Merkelsche Politik nachdenkt. Nee, als Roman ist das nix. Danach feierte der Schöffling Verlag 25jähriges Bestehen. 9 Autoren anwesend, darunter GuntrammVesper und Mirko Bonne. Margit Schreiner fehlte mir noch im Bildband.

    Fosse - ebenfalls Nobelpreiskandidat - ist mit seinem deutschen Übersetzer vor Ort. Wie übersetzt man zu viele gesetzte Komma des Norwegischen ins Deutsche, da das Deutsche ohnehin viel mehr Komma erfordert. Fosse signierte nur sehr unwillig, völlig unverständlich, da er nur einen einzigen Termin auf der Messe hat. Auch das unverständlich. Warum lesen diese Autoren nicht abends im Schauspielhaus? Stattdessen Dirk Nowitzki.

    Gestern war Olga Tokarczuk auf der Messe, was aber kaum jemand wusste, da nicht im online-Programm hinterlegt. Und Bücher gibt es auch keine zu kaufen. Aber eben ein ausführliches Interview auf dem Blauen Sofa. Mein Highlight die Norweger Fosse und Knausgard.

    Eben bei Tokarczuk gewesen, sehr interessantes Buch und tolle Frau. 800 Personen waren da, bei weitem nicht ausverkauft (es passen 2000 in die Liederhalle). Bis zur Preisverkündung waren jedoch nur 40 Karten verkauft. Lesestellen stilistisch vielfältig vom Brief bis zur Ich-Perspektiven-Betrachtung der eigenen Zeugung durch die Vergewaltigung der Mutter. T gilt trotz dieser krassen Szenen als Feministin, die jetzt von der konservativen Politik vereinnahmt wird. T muss damit noch umgehen. 8 Jahre hat sie am Buch geschrieben.