Beiträge von klassikfreund

    Vorhanden sind Gstrein, Helfer, Kracht, Loschütz, Sanyal. Nur letzteres bisher signiert. Helfer und Loschütz haben jedoch demnächst hier Lesungen.

    Hoppe, Strubel, Salzmann, Strunk könnte ich mir noch als Ergänzungskäufe vorstellen.

    Alle Bände sind im Preis erhöht worden. Joseph und seine Brüder Teilband II mit Kommentar wird jetzt für 248 Euro angeboten, zuvor 96 Euro. Mein Buchhändler ist ebenso überrascht. Habe jetzt noch drei Bände gekauft, beim Rest werde ich dann verzichten, plane da ohnehin keine Wiederlektüre der anderen Romane. Aber ich finde das sehr bedauerlich, dass der Zugang zu einem solchen Kommentar dann quasi nur noch über Bibliotheken möglich ist.

    Hallo,


    bei der GKFA findet wohl gerade derzeit eine massive Preiserhöhung statt. Während man den Doktor Faustus mit dem Kommentarband bei etlichen Internethändlern noch für 84 Euro findet, ist er auf dre Verlagsseite schon mit 199 Euro gelistet. Die gerade erschienenen Späten Erzählungen waren im Prospekt noch mit 112 Euro angekündigt, sind jetzt jedoch mit 155 Euro herausgebracht. Habe mal meinen Buchhändler darauf angesetzt, ob hier für alle Bände eine derartige Preiserhöhung droht.


    Schöne Grüße, Thomas

    Hallo

    mir ist der Name einer renommierten Literaturzeitschrift entfallen. Erscheint vierteljährlich nur mit Autorenbeiträgen. die horen und Akzente sind es nicht. Umschlag ist einfarbig mit eingelegten farbigen Streifen, jede Ausgabe in anderer Farbe. Lange Tradition.

    Zum 150. Geburtstag von Proust im Juli 2021 gibt es einige Neuerscheinungen über und von Marcel Proust.


    https://www.tagesspiegel.de/ku…riftsteller/26763566.html


    Am interessantesten erscheinen mir die neu entdeckten Erzählungen, die am 21. Juni 2021 bei Suhrkamp unter dem Titel "Der geheimnisvolle Briefschreiber" erscheinen (28 Euro).


    Auch das von Bernd-Jürgen Fischer bereits bei Reclam veröffentlichte Album scheint mir lesenswert und mit viel Bildmaterial ausgestattet.

    Es war wohl zu erwarten, dass es bei der heutigen Lesung in Frankfurt/Main keine weitere Einlassung der Autorin zur Trennung des Fischer-Verlages geben würde. Am Rande gab es zumindest einen ermutigenden Zuruf an Maron, der man ihre Enttäuschung über die Trennung dann anmerkte. Sie hat da ein Stück Heimat verloren, so mein Eindruck. Dabei will ich es belassen.

    Es ging ausschließlich um ihr Buch und da ich dieses nicht vollständig kenne - insbesondere das Ende fehlt mir, auch bei den Lesestellen wurden bewusst zentrale Stellen ausgelassen - kann eine literarische Würdigung nicht ernsthaft durch mich folgen. Ich lese den Encke-Artikel nun erneut und finde vieles von Encke im heutigen Gespräch wieder. Maron denkt über Männer nach, die sich Babys vor den Bauch binden und damit von weitem so aussehen wie Schwangere und die mit ihren Frauen zur Schwangerschaftsgymnastik gehen, was so Maron (sinngemäß) vollkommen widersinning sei. Männer, die dadurch in eine Männlichkeitskrise geraten. Der Moderator widerspricht heftig, er kenne diese in die Krise gestürzten Männer nicht aus seinem Umfeld und schon gar nicht von sich selber und hält das Thema eher für ein Randphänomen. Maron lächelt dies weg. Es geht im Gespräch um Fußballer, die heute alle gleich aussehen und keine echten Typen wie in den 70er mehr seien. Auch hier gibt der Moderator zu bedenken, dass dies evtl. gar nicht an den Männern liege, sondern die Einheitsbrei-Antworten in die Journalistenmikrofone durch die Vereinsschulungen erzeugt würden. Diesen Thesen muss man nicht zustimmen, Encke schlussfolgert aus all dem (sie führt die Beispiele aus dem Text an, das heutige Gespräch kennt sie ja nicht), dass es ein schlechtes Buch sei, was man mE aus den durchaus witzigen Stellen nicht so ohne weiteres ableiten kann. Ich sehe das Buch nicht als politische Agenda Marons, sie greift ein Thema auf, welches sie persönlich bewegt. Ob sie jedoch die Heldenwelten von heutigen Männern und Frauen, die sie ausdrücklich einbezieht, damit getroffen hat, bleibt am Ende für meine Bekannte und mich zweifelhaft. Und so denke ich, Enckes Artikel weiter vorne als Tiefpunkt der deutschen Literaturkritik zu bezeichnen, geht ebenfalls zu weit. "Auge um Auge, Zahn um Zahn" mag hier jedoch durchaus in der Würdigung erlaubt sein ,-)

    Wir tun uns schwer damit. Man muss dazu nur ins Nachbarforum schauen. Dürfte Maron selber dort noch schreiben? Und dennoch verstehe ich solch einen Banner durchaus, denn die Durchseuchung von rechter Gesinnung ist in Foren, die das unmoderiert lassen, kaum auszuhalten.

    Ich verstehe aber auch, dass man diesen Diskurs vielleicht doch zu schnell abgebrochen hat. Ein schwieriges Thema, wenn man nicht die Details und persönlichen Empfindlichkeiten kennt.

    Vielleicht gibt es ein paar Antworten am Sonntag von Maron. Moderator ist Martin Maria Schwarz, der für seine hervorragenden, reflektierten Fragen bei mir ganz hoch im Kurs steht. Es gibt keinen besseren Moderator, der er es meist schafft, eine Verbindung zum Autor aufzubauen und sich nicht nur gerne selber reden hört (wie so manche xxx-Redakteurin). Ist der letzte Tag vor dem Lockdown der Kultur.

    Zitat Maron (NZZ vom 30.06.2017):

    Oder nehmen wir die AfD. Ich sehe in ihr die logische Folge eines Parlaments ohne Opposition und einer sturen, als alternativlos propagierten Politik, deren Konsequenzen unabsehbar sind. Von Beginn an wurde diese Partei bekämpft, als sei sie der Gottseibeiuns, auch als es die aus heutiger Sicht «gute AfD», die professorale Lucke-AfD, war. Warum ist es links, wenn einer Partei, die demokratisch legitimiert in dreizehn Landtagen und demnächst wahrscheinlich im Bundestag sitzt, Tagungsräume verweigert werden, wenn die Arbeitsplätze ihrer Mitglieder gefährdet sind, ihre Wohnhäuser angegriffen, ihre Autos abgefackelt und sie selbst zusammengeschlagen werden? Und warum bin ich rechts, wenn ich das undemokratisch, dumm und brutal finde?

    Zitat Ende.


    Ja, das ist undemokratisch, dumm und brutal. Warum schreibt sie nicht:

    Oder nehmen wir die AfD. Ich sehe geltungssüchtige Politiker, die sobald sie erst mal im Parlament sitzen, jegliche Scham verlieren, und gar den Schießbefehl an Grenzen fordern. Es gibt ja ganze Bücher über die Dummheit in dieser Partei. Und daher ist es gut, dass diese Partei bekämpft wird. Wenn das die einzige Alternative sein soll, die Bürger noch auf die Reihe bekommen, dann mag es mit dem Demokratieverständnis der Bevölkerung nicht weit her sein.


    Schöne Grüße,

    Thomas

    Anbei ein Artikel von Monika Maron, der vor etwa einem Jahr in der NZZ erschienen ist:


    https://www.nzz.ch/feuilleton/…r-zu-vergleich-ld.1519713


    Mich verstört der Artikel doch etwas, da er so gar kein Wort zu rechten Phänomenen enthält, die so gar nicht hinnehmbar sind. Man mag die ungeordnete Zuwanderung im Jahr 2015 kritisieren, könnte aber im selben Atemzug auch mal was zu brennenden Flüchtlingsheimen sagen. Und zur Menschlichkeit dieses Merkel-Akts eben auch kein Wort.


    Das Interview, welches ich oben erwähnte, ist von Mitte 2017 und inzwischen hinter einer Bezahlschranke (oder es gibt ein weiteres, welches ich jetzt nicht finde):

    https://www.nzz.ch/feuilleton/…r-ld.1303513?reduced=true


    Schwarz-grün wird dort als größtes Übel bezeichnet. Merkel mit Göring-Eckardt als größter anzunehmender Wahlunfall! Einige Monate nach dem Artikel ist die AfD mit über 12 Prozent erstmals in den Bundestag eingezogen und das war durchaus absehbar, aber Maron verliert im Vorfeld kein Wort dazu. Marons Haltung findet man durchaus in der CDU und es war sicherlich der Anlass einiger CDU-Mitglieder, die konservative Werteunion zu gründen, die in vielen Positionen der AfD nahesteht.


    Nun, drei Jahre später könnte Maron mal was zu den überwiegend peinlichen Reden der AfD im deutschen Bundestag sagen und dass diese Partei eben auch keine Lösung ist. Ich finde nichts. Dann diese Veröffentlichung. Und die westdeutsche Empfindlichkeit der Intellektuellen vor rechten Strömungen dürfte ihr doch bekannt sein. Aber wo sonst soll diese Empfindlichkeit beheimatet sein? Maron und wohl auch Tellkamp werden es zukünftig schwer haben. Jetzt wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt.

    Weder der Fischer Verlag noch sonst wer hat behauptet, sie sei rechtsextrem oder gar ein Nazi. Das schwingt zugegebenermaßen mit. Aber Maron kommuniziert auf gleiche Weise. Hat sie diese Moderations-Mätzchen, die der Tagesspiegel berichtet, einfach so hingenommen? Wir wissen es nicht. Ich befürchte es jedoch.


    Davon abgesehen: Es ist nicht viel passiert, ein Verlag trennt sich von einer Autorin. Ist das nicht sein gutes Recht? Ich kann auch nicht als Arbeitnehmer einfach bei jemandem anderen tätig werden, ohne das abzustimmen. Es würde für Verstimmungen sorgen, ganz unabhängig davon, welcher Verlag gewählt worden ist. Wenn man sich als Verlag marketingtechnisch um die Autorin bemüht, dann will man auch alle Früchte ernten. Aber offenbar war Maron mit dem Marketing für ihr letztes Buch ohnehin nicht zufrieden (stand in irgendeinem Artikel). Da gibt es also schon länger Gräben, die man nicht ausgeräumt hat.


    Ich halte es daher für _nicht_ notwendig, sich mit einer einzigen geschriebenen Zeile auseinanderzusetzen. Wenn man sich gegenseitig nicht mehr vertraut - wobei wir nicht feststellen können, womit das nun anfing, dann trennt man sich lieber. Fischer hat das Gespräch angeboten, welches angeblich ausgeschlagen wurde.

    Da bin ich ganz anderer Meinung. Mit welchem Recht werden von Monika Maron Distanzierungen gefordert? An dieser Stelle kann ich ihre Bockigkeit verstehen. Nur weil bei manchen Gesinnungswächtern der Geigerzähler verrückt spielt, muss sie sich noch nicht distanzieren oder erkären.

    Ehrlich gesagt, finde ich diese Haltung merkwürdig. Frau Maron ist ein Markenzeichen. Das weiß sie auch. Dirk Nowitzky lässt sich nicht einfach von Coca Cola für deren Zwecke zitieren. Und daher kann es Frau Maron nicht recht sein, wenn sie von _dieser_ AfD im Bundestag als intellektuelles Aushängeschild in einer Rede verwendet wird. Da fühlt man sich nicht mal geehrt, sondern ich wäre beschämt und würde daher sofort für Klarstellung sorgen. Das ist zugegebenermaßen nervig für die Autorin, aber leider notwendig. Wenn das dann ausbleibt und es zudem zweideutige Aussagen in einem NZZ-Interview fallen, dann fragt der Verlag bei einer Veröffentlichung außerhalb des Hausverlags nun mal kritisch nach. Das finde ich einen ganz normalen Vorgang. Wenn die Antworten dann nicht zufriedenstellend ausfallen, dann trennt man sich. Frau Maron spürt doch, wie empfindlich Fischer ist. Offenbar wollte sie das dann auch nicht aus dem Weg räumen. Gut, vielleicht ließ man ihr dazu auch keine Gelegenheit. Am nächsten Sonntag ist sie zur Lesung in Frankfurt. Ich werde hingehen, wenn es denn stattfindet.