Beiträge von klassikfreund

    Ich bin gerade geschockt. Der sich am rarsten machende Schriftsteller Frankreichs hat vor wenigen Tagen eine Lesung in Münster gegeben. Michel Houellebecq, natürlich nur wenige Tage zuvor angekündigt. Was hätte ich darum gegeben, ihn noch mal live zu sehen - ein Autor, der gesagt hat, er würde nie wieder öffentlich auftreten. Signaturen von ihm werden teuer gehandelt. Und dann liest er an der Uni Münster ein paar Gedichte von Baudelaire. Die Zeitungen wussten Bescheid, denn sonst könnten sie nicht nachträglich berichten. Ich habe den falschen Job ...


    Und wenn jetzt HIER jemand sagt, ich war da, dann beiße ich in die Tischplatte.

    Ich glaube, es interessieren sich schon sehr viele dafür, ich habe schon sehr interessante Gespräche mit meinem Sitznachbarn auf Lesungen geführt. Aber sind diese Leute bereit, in Foren zu schreiben? Eher nicht, ist mein Eindruck, die lesen die FAZ und ihr Buch und fühlen sich dann besser unterhalten als durch ein Forum. Das mag am Alter liegen, an der Sozialisation, was weiß ich ... Kann ich angesichts mancher Streitereien im Forum (wobei ich das für Litschock nicht verfolgt habe), durchaus nachvollziehen. In so manchem Forum sammelt sich schon viel braunes Gesocks (z.B Fotografieforum). Das kann man für Litschock wohl sicher ausschließen, aber auch bei Litschock scheint Suse ja an so manchem Thema zu verzweifeln, so interpretiere ich ihre Schlussworte.

    Und schön, dass klassikfreund noch hier dabei ist (Du wurdest von einigen sehr vermisst). Mal rüberwink' pchallo

    Hallo Sagota,


    ja, hier bin ich noch. Und ich habe immer mal wieder überlegt, mich im großen Forum wieder anzumelden. Die Leute dort waren und sind sehr nett, aber dann blätterte ich durch die Rezensionsthreads und ich finde dort kaum gleichgesinnte Leser. Das ist hier im Klassikerforum auch nicht so anders, deswegen schreibe ich auch hier relativ wenig. Mein Interesse hat sich in den letzten Jahren deutlich verschoben, so besuche ich vor allem Lesungen von "Feuilleton"-Autoren, also Autoren, die einen bedeutenden Literaturpreis gewinnen könnten oder denen ich das zumindest wünsche. Für dieses Hobby habe ich Gleichgesinnte im realen Leben gefunden, zwei aus Frankfurt, einer aus Köln. Leider ist ein Frankfurter Freund überraschend verstorben. Mit dem (längeren) Lesen habe ich so einige Probleme aufgrund einer Augenproblematik und so bin ich mehr und mehr zum Sammler signierter Bücher geworden.

    Und ich finde drüben (aber auch hier) zum Beispiel niemanden, der sich für Lesungsbesuche bei Claudio Magris (hatte nur einen Termin in Deutschland - und ich habe ihn verpasst ;-( ) oder Tomas Venclova (da war ich extra in München) interessiert und sich darüber austauschen will. Ich habe gesehen, dass es im großen Forum eine neue Userin gibt, wo das passen könnte, aber zugleich habe ich ja auch die vorläufige Schließung mitbekommen.


    Hier könnten doch einige von drüben über"wintern" - äh übersommern. Und es gibt nach wie vor Lesungen, die sehr schwer zu entdecken sind, wenn man nicht dauernd Verlagsseiten durchwühlt: Jonathan Franzen kommt im September nach Deutschland, bisher ist nur ein einziger Termin in Lübeck angekündigt. Es gibt noch wenige Restkarten. Ich habe das nur durch Zufall entdeckt. Wenn jetzt auf dieses Posting ein paar Leute draufspringen, dann würde ich wieder mehr posten und mich gar wieder im großen Forum anmelden, wenn es denn dort weitergeht.


    Schöne Grüße,

    Thomas

    Sein Tod deutete sich schon länger an. Zweimal wurde eine Veranstaltung zu seinem letzten Buch kurzfristig abgesagt. Nun bleibt es unsigniert. Mindestens einmal habe ich ihn jedoch live getroffen, zuletzt im Frankfurter Ratskeller während einer Buchmesse.

    Freitag Nachmittag auf der Buchmesse gewesen. Einlass ab 14 Uhr für Privatbesucher. Lange Schlangen am Eingang, was v.a. darin lag, dass einige Besucher minutenlang ihren Impfpass suchten und sich daran keiner vorbeidrängeln durfte. Ich war in 10 Sekunden durch den Eingang als ich denn endlich an der Reihe war. Der Eingang war vom Torhaus (S-Bahn-Station) weiter ins Innere in die Halle 4 verlegt. In den Gängen dann gähnende Leere. Die Gänge mindestens doppelt so breit, was man sich in normalen Jahren durchaus wünschen würde. Die Stände der Verlage oft spartanisch klein. Hanser Verlag zusammen mit dem Aufbau-Verlag auf sehr wenigen Quadratmetern. Das blaue Sofa mit einer Sperrzone von drei Meter, so dass man sehr weit weg von den Gästen saß. Kein Bücherverkauf und auch kein Signieren an dieser Stelle vorgesehen. Ich habe aber gesehen, dass Bülent Ceylan dann doch die lange Schlange seiner Fans mit einer Signatur hinterher abgearbeitet hat. Die internationalen Gäste fehlen quasi komplett. Ein tristes Bild und wenn sich das im nächsten Jahr nicht wieder zur Normalform entwickelt, dann hat die Buchmesse keine Zukunft. Finanziell muss es für die Messegesellschaft schon jetzt schlecht aussehen. Es gibt aber wohl staatliche Zuschüsse.


    Am Abend bei der Preisverleihung für Pilar Quintana in einer schönen Villa gewesen. Diese gehört nach jahrelangem Leerstand nun der kfW-Bank. Sehr schön hergerichtet und ein angemessener Rahmen. Ihr Roman "Hündin" ist im Aufbau-Verlag erschienen.


    Am Samstag war ich noch bei einer Kinderbuchlesung mit Philip Waechter. Er hat aber auch Projekte mit Schriftstellern wie Gerd Loschütz oder Clemens J. Setz realisiert. Genau diese Werke wolle ich signiert haben, das Kinderbuch habe ich dennoch mitgenommen. Ist einfach schön gemacht. Von Frankfurt ging es dann direkt nach Köln zu Olga Tokarczuk weiter. Sie stellte im Rahmen einer Sonderedition der lit.cologne ihren neuen Essay-Band vor. Alles perfekt organisiert ... bis es dann zum Signieren kam. Zunächst Verwirrung, wo signiert wird (auf der Bühne oder im Foyer), dann verteilte eine Verlagsmitarbeiterin sogar Notizzettel für eine gewünschte Namenswidmung, obwohl im Saal gebeten wurde, darauf zu verzichten. Vor mir stand ein Sammler mit fünf Büchern. Das hat den Ordner wohl nervös gemacht und er gab lauthals die Parole aus "jeder nur ein Buch". Nun, ich habe das einfach überhört und der Autorin meine drei Bücher unter die Nase gehalten. Hat keine 30 Sekunden gedauert. Auch das Insistieren des Ordners, der nun auf Englisch wechselte "only one book" half da nicht. Ich weiß nicht, wie es weitergegangen ist. Da stand zum Beispiel eine Frau, die hatte das neue Buch gleich dreimal gekauft, vermutlich als Geschenk. Natürlich will man das dann signiert haben. Oder hinter mir saß eine polnisch lesende Zuschauerin, die hatte bestimmt sieben oder acht Bücher dabei. Und auch ich reise nicht 250 km an, nehme also viel Zeit und Geld in die Hand, um am Ende mit einer Signatur nach Hause zu gehen. Ich frage mich, wie man auf solche Ideen kommen kann. Selbst direkt nach der Nobelpreisvergabe hat die Autorin in der Stuttgarter Liederhalle zumindest drei Bücher signiert. Aber vermutlich war die Halle mal wieder nicht lange genug gemietet und man machte sich um die Zusatzkosten Sorgen, habe das bei der lit.cologne schon einmal so erlebt. Beschwerdebrief an die Leitung folgt.


    Heute dann keine Buchmesse, aber Marie NDiaye in Heidelberg. Eine hochkarätige Autorin zum Abschluss dieser schönen Woche. Aber nächste Woche geht es mit gleich drei Lesungen weiter. Noch lassen die Corona-Inzidenzen es ja zu.

    Ja, es geht gleich mit Tag 3 weiter. Aber zunächst mal Tag 2 von gestern. Georg Klein im Ratskeller, trotz Sturm aus dem hohen Norden angereist, hatte wohl Glück, aus Richtung Köln waren allen Fernzüge gestrichen. Literarisch schwierig und recht anspruchsvoll. Schwach besucht und selbst mit den wenigen Plätzen nicht ausgebucht. Am Abend dann im Römer acht Autoren mit je 15 Minuten. Ausverkauft, was angesichts der wenigen Plätze nicht verwundert. Preis des Tickets übrigens 1,20 Euro (lediglich Reservierungsgebühr für den Ticketanbieter). Signiert wird dort nicht, man kann aber schon mal einen Autor abfangen, wenn man günstig sitzt. Sven Regener erntet großen Applaus. Ihn werde ich nochmal im November bei einem eigenen Abend besuchen. Mir hat Franz Hohler gut gefallen. Werde sein neues Buch "Der Enkeltrick" lesen. Dann noch Ferdinand Schmalz, Jenny Erpenbeck, Julia Franck, John von Düffel, Edgar Selge, Sasha M Salzmann. Das ein oder andere Buch kannte ich schon aus einer zuvor besuchten Lesung der letzten Wochen.


    Heute gehe ich einen halben Tag aufs Messegelände (kostet 19 Euro) bevor dann am Abend ein Highlight dieser Messe folgt. Auf dem Gelände: Ich möchte mir das Buch von Ferdinand Schley "Die Verteidigung" signieren lassen, ein lesenswertes Buch über Schuld und Vergebung. Am Abend dann: Pilar Quintana erhält den LiBeraturpreis und ist aus Kolumbien angereist. Für den morgigen Tag sind übrigens alle 25.000 Tickets für Privatbesucher bereits verkauft. Ich hatte aber ohnehin nicht vor aufs Messegelände zu gehen.

    Es ist wieder Buchmesse. Und Tag 1 war ganz schön. Auf dem Messegelände war ich jedoch nicht. Bei einem Eintrittspreis von 50 Euro mit nur wenigen Autoren lohnt das einfach nicht. Bei Open Books habe ich drei Veranstaltungen besucht. Wolf Biermann in der Katharinenkirche. Sein neues Buch „Mensch Gott“ passt natürlich zum Ort. Und so trug er Gedichte vor, er las nicht nur, der Raum erbebte, er klagte und jammerte, dass Gott wohl kurz zusammengezuckt ist. aBeim Signieren erklärtecer, dass er auf seinem Computer ein Gedicht gefunden habe, was ins Buch sollte. So gab er jedem Gast ein Exemplar mit, schon passend zurecht geschnitten und zum selbst einkleben.

    Im Ratskeller Natascha Wodin, die mir gar nicht sonderlich gut gefallen hat. Mir war das sprachlich oft zu platt, ihr Ton in den vorherigen Büchern gefiel mir besser. Aber vielleicht lag es am Rahmen, es gab ein paar Tonprobleme und Wodin war dadurch sehr irritiert.

    Dann noch Heinz Rudolf Kunze mit seinem „Werdegang“. Sehr unterhaltsam, zugleich ein Gesellschaftsgemälde meiner Jugendzeit. Am Ende hat er dann noch signiert, nachdem fast alle die Katharinenkirche schon verlassen hatten.

    Heute geht es mit Georg Klein und mehreren Schriftstellern im Römer weiter.

    Jede Menge Neuerscheinungen gekauft. Um sie später signieren zu lassen. Darunter auch Jonathan Franzen : Crossroads. Ich will gerade bezahlen, da sagt die Buchhändlerin in meinem Stamm-Buchladen zu mir: "Herr xxx, kommen Sie mal." Wir gehen hinüber zu einem Schreibtisch. Dort liegt noch ein Franzen. "Nehmen Sie den hier, der ist signiert." Ich kann es kaum glauben. "Hat uns der Vertreter überlassen." Nun gehört er also mir. Ein signierter Franzen, der in diesem Jahr nicht nach Europa kommt und nur digital für eine Lesung zugeschaltet wird. Ein Hoch auf meinen Buchhändler.

    Vorhanden sind Gstrein, Helfer, Kracht, Loschütz, Sanyal. Nur letzteres bisher signiert. Helfer und Loschütz haben jedoch demnächst hier Lesungen.

    Hoppe, Strubel, Salzmann, Strunk könnte ich mir noch als Ergänzungskäufe vorstellen.

    Alle Bände sind im Preis erhöht worden. Joseph und seine Brüder Teilband II mit Kommentar wird jetzt für 248 Euro angeboten, zuvor 96 Euro. Mein Buchhändler ist ebenso überrascht. Habe jetzt noch drei Bände gekauft, beim Rest werde ich dann verzichten, plane da ohnehin keine Wiederlektüre der anderen Romane. Aber ich finde das sehr bedauerlich, dass der Zugang zu einem solchen Kommentar dann quasi nur noch über Bibliotheken möglich ist.

    Hallo,


    bei der GKFA findet wohl gerade derzeit eine massive Preiserhöhung statt. Während man den Doktor Faustus mit dem Kommentarband bei etlichen Internethändlern noch für 84 Euro findet, ist er auf dre Verlagsseite schon mit 199 Euro gelistet. Die gerade erschienenen Späten Erzählungen waren im Prospekt noch mit 112 Euro angekündigt, sind jetzt jedoch mit 155 Euro herausgebracht. Habe mal meinen Buchhändler darauf angesetzt, ob hier für alle Bände eine derartige Preiserhöhung droht.


    Schöne Grüße, Thomas