Beiträge von DerFuchs

    Corona scheint uns leider noch länger zu beschäftigen. Durch die Schließung von nicht versorgungsrelevanten Geschäften mussten leider auch Buchhandlungen und Antiquariate schließen. Halten die Geschäfte ein längere Schließung durch oder werden wir viele tolle Läden verlieren?

    Vielen Dank für die ersten Antworten. Dann setze ich die Liste mal fort. Von Carl Amery fällt mir der Roman "Der Untergang der Stadt Passau" ein. Etwas eigenwillig ist die bayrische Sprache in der Teile des Romans verfasst sind. Nach einer Seuche scheinen nur noch winzige Gruppen der Menschheit zu existieren. Die Stadt Passau hat noch Elektrizität, verfällt aber immer mehr. Es werden Ressourcen benötigt, der Versuch sich diese anzueignen misslingt aber gründlich und am Ende wird Passau von den verbleiben Mächten erobert.

    Aktuell grassiert ja überall das Coronavirus. Hamsterkäufe werden gemacht, das Toilettenpapier, Desinfektionsmittel und Nudeln werden in den Geschäften knapp. Es soll vereinzelt in Supermärkten schon zu Handgemengen um die letzte Packung Toilettenpapier gekommen sein. Die Politik ergreift im Kampf gegen das Virus teils drastische Maßnahmen, Aktienkurse fallen, die Verunsicherung in Bevölkerung und Wirtschaft ist groß. Hätte man dieses Szenario vielleicht vor ein Jahr vorausgesagt, hätte der ein oder andere es nicht für realistisch sondern für die Fantasie eines Autors gehalten. Wo wir auch schon beim Thema wären. Bestimmt hat doch der ein oder andere Autor sich literarisch in irgendeinen Form damit auseinandergesetzt. Welche Werke (egal ob Klassik oder Gegenwartsliteratur) kennt ihr, die in irgendeiner Art und Weise irgendwie in den Kontext Epidemien/Krankheit/außergewöhnliche Ereignisse/Katastrophen und daraus resultierende Entwicklungen für die Gesellschaft passen?

    Ich finde "den Augenzeugen" von Alain Robbe-Grille noch empfehlenswert. Auf einer Insel ereignet sich ein Unfall oder ein Mord, bei dem ein Mädchen stirbt. Ein mysteriöser Handelsvertreter für Armbanduhren ist zufällig auf der Insel während dieses Vorfalls. Die Anwohner gehen von ein Unfall aus, der Handelsreisende hat aber plötzlich Erinnerungslücken an den Vortag und versucht krampfhaft sich ein Alibi zurechtzulegen. Das ganze ist etwas undurchsichtig und wird auch nicht aufgelöst, ob es ein Unfall oder ein Verbrechen war. Gab es ein Verbrechen oder hat sich das vermeintliche Verbrechen nur im Kopf des Vertreters abgespielt? Eine ungewöhnliche aber hochspannende Konstellation.

    "Die Saat" von Fran Ray fand ich ganz gut gemacht. Es beginnt mit einen spektakulären Mord und nach und nach verschwinden potentielle Kontaktperson bei den Nachforschungen. Die Nahrungsmittelindustrie scheint Ihre Finger im Spiel zu haben, zum Ende wird das Ganze aber mit einer überraschende Wende aufgelöst.

    Die Liebesgeschichte zieht sich hin. Mir wird's allmählich zuviel. Bin jetzt in II, 10 und gerade verfällt Oblomov nach einer durchwachten Nacht der Ernüchterung, mal sehen, was es damit auf sich hat.
    Scott und Godwin sind vielen hier im Forum ein Begriff, aber wen meinst du mit Calebs, DerFuchs? Mir ist eine solche Person bisher nicht in dem Roman begegnet, nur Sachar, der zwar einerseits ein ergebener Diener seines Herrn, andererseits aber auch dessen Quälgeist, Spiegelbild und Fluch darstellt.

    Das ist ist keine Person aus den Roman. Es geht um Sachar, über den gesagt wird, dass er so gar nicht den Typ "Calebs" also der Dienerfigur aus den Romanen von Scott und Godwin entspricht.

    Ich bin gerade über eine interessante Randbemerkung gestoßen. In meiner Ausgabe weißt der Übersetzer an einer Stelle darauf hin, dass Calebs den Typ ergebener Diener in den Romanen Walter Scotts und William Godwins beschreibt. Sind die beiden Autoren zufällig jemand aus dem Forum bekannt?

    Wie der Zustand der Wohnung und die fehlende Entscheidungsfähigkeit beschrieben wird ist schon sehr unterhaltsam. Interessant ist auch wie sich der Führungstil auf den Diener auswirkt. Irgendwie erinnert der Haushalt Oblamov an ein Unternehmen mit unfähige Führungskraft, das die Zeichen und Signale des Marktes verschläft. Das erste Kapitel macht Lust auf mehr.

    Nachdem mir Menschen im Hotel von Vicky Baum ganz gut gefallen hat beim Lesen, habe ich beim letzten Besuch in einen Antiquariat mal geschaut, ob es noch mehr von dieser Autorin zu entdecken gibt. 2 weitere Werke waren direkt verfügbar und fanden den Weg in meine Bibliothek:


    - Vor Rehen wird gewarnt

    - Rendezvous in Paris

    Wenn du deine Arbeiten nicht selbst schreiben kannst, hast du an der Uni nichts verloren und hast ein späteren Abschluss auch nicht verdient. Du solltest dann lieber das Studium abbrechen und dich nach irgendeinen Berufsweg umschauen, der deinen Horizont nicht übersteigt. Eine Arbeit muss immer dein geistiges Eigentum sein. Wenn du keine Arbeit schreiben kannst und nicht das Potential hast ein Studium zu bestehen, breche es lieber ab. Sollte es "nur" Unsicherheit sein, weil du gerade erst anfängst mit dem Studium z.B.,dann wäre ein Ghostwriter ebenfalls der falsche Weg. Auf der Uni wird nur mit Wasser gekocht, man kann durch eine Hausarbeit nur durchfallen, wenn man erst 1-2 Tage vor Abgabe mit der Recherche anfängt und zu wenig Zeit einplant. Gehe einfach regelmäßig in die Vorlesungen, Seminare und Tutorien und besuche ggf. Schreibtrainings an der Uni und du hast alles an Handwerkzeug, was du brauchst. Vor Abgabe schaust du am besten ab und zu bei deinen Prof. vorbei um mit ihm zu besprechen, wie du vorgehst und holst dir dort in den Sprechstunden noch einige Tipps zum Feinschliff ab, dann dürftest du jede Hausarbeit problemlos bestehen.

    Hier dann nochmal meine Liste im richtigen Thread. 10 Werke aus 10 Ländern:


    Nathaniel Hawthorne - Der scharlachrote Buchstabe (USA)

    Ulla-Lena Lundberg - Eis (Finnland)

    Charlotte Bronte - Villete (England)

    Georg Herman - Kubinke (Deutschland)

    Honore de Balzac - Tante Lisbeth (Frankreich)

    Federigo Tozzi - Das Gehöft (Italien)

    Maria Nurowska - Briefe der Liebe (Polen)

    Laszlo Nemeth - Wie der Stein fällt (Ungarn)

    Danilo Kis - Familienzyklus (Serbien)

    Konstantin Waginow - Bambocciade (Russland)