Beiträge von Elinor

    Gerade in den letzten Zügen von Bruno Schulz "Zimtläden" - seit langem hat mich ein Buch sprachlich nicht mehr so fasziniert und meine Vorstellungskraft herausgefordert, teilweise sehr überladen und grotesk, dann aber auch wieder wunderbar fabulierend. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass ich es lese, allein damit ich es auch nur ansatzweise auf mehreren Ebenen verstehe.


    Stechlin hatte ich auch mal angefangen. Und ohne Grund nicht mehr weitergelesen, den gefallen haben mir die ersten Seiten (wesentlich besser als Effie Briest).

    Meine aktuelle Lektüre (wobei das nicht ganz das richtige Wort ist, da ich es als ungekürztes Hörbuch höre) hat mich mal wieder hierher gebracht. Bin aber sehr angetan:


    Heimito von Doderer: Die Strudlhofstiege


    Meine eigentliche Lektüre rückt dabei ein wenig in den Hintergrund.


    Karel Polácek: Die Bezirksstadt


    Fritsches "Winters Garten" habe ich vor zwei, drei Wochen schon angefangen. Weiter als bis zum zweiten Kapitel bin ich bisher nicht gekommen. Die Beschreibungen sind teilweise sehr anmutig, teilweise aber auch sehr blumig und etwas konstruiert. Eine Handlung ist eher nicht vorhanden. Vielmehr sind es Momentaufnahmen. Ich habe dafür gerade keinen Kopf, glaube ich, bin zu unruhig.


    Die anderen drei liegen auf meinem Bibliotheks-SUB. "Risiko" verweilt da schon eine Weile. Aber hier stört mich gerade noch die Anzahl der Seiten. Eigentlich liebe ich dicke Bücher, aber auch hier: Momentan nicht die Ruhe, mich darauf einzulassen. Ja, keine gute Lesezeit momentan.


    "Aberland" interessiert mich tatsächlich. "Bodentiefe Fenster" habe ich zufällig in der Bib gesehen und mitgenommen. Zumindest reinlesen will ich. Ob das so mein Thema ist, ich weiß nicht...

    So, ich krame hier mal einen ziemlich alten Thread wieder aus. Wusste ich doch, dass ich hier in diesem Forum was zu Surrealismus finde. Wenn auch noch nicht allzu viel.


    Ich war gestern (eigentlich schon zum zweiten Mal) im Magritte-Museum in Brüssel und habe mal wieder festgestellt, dass mich seine Bilder jedes mal von neuem gleich faszinieren wie verwirren. Es ist schön, dass du hier gleich ein paar Buchtipps gibst, Friedrich-Arthur. Da ich in den letzten Monaten schon einige (belletristische) Bücher mit surrealistischen Elementen (bzw. mit magischem Realismus) gelesen habe (und ich auch Filme mit solchen Einflüsse liebe), möchte ich mich etwas umfassender mit dem Thema beschäftigen.
    Ich habe mir bei der Ausstellung keinen Audioguide ausgeliehen und die Informationen bezüglich Magritte waren nur sehr dürftig vorhanden. Was einerseits etwas schade war, andererseits war ich da ganz auf meine eigene Interpretation angewiesen. Empfehlenswert ist die Ausstellung in jedem Falle. Es gibt auch einige Bilder von seiner impressionistischen Phase dort sowie historische Dokumente wie Briefe und Photographien (wobei ich mich diesmal hauptsächlich auf die Bilder konzentriert habe).

    Oh ja, ich mag Glenn Glouds Goldberg Variationen. Ein Album, was auch einen Stammplatz auf meinem Mobiltelefon hat um jederzeit in den Genuss zu kommen.


    Ansonsten mache ich mich (was klassische Musik betrifft) gerade mit Brahms etwas vertrauter - mit klassischer Musik kenne ich mich eigentlich bisher nämlich nicht besonders gut aus. Da habe ich noch Nahholbedarf.

    Vielen Dank für den Tipp, Maria. Allerdings bin ich kein großer Freund von Hörbüchern. Mir bleibt das gehörte nur schlecht im Gedächtnis und ich muss mich 100% auf den gesprochenen Text konzentrieren, da bevorzuge ich dann doch das schriftliche Medium. Meine Bibliothek hätte das Buch aus als Hörbuch zum Download (ich nehme mal an, aber auch gekürzt, was ich erst recht nicht mag); darüberhinaus auch einige seiner Bücher. An Verfügbarkeit mangelt es also nicht. Nur an der Zeit und dem Umstand, dass mich andere Texte dann doch mehr reizen. Daher muss der Feuchtwanger eben noch ein bisschen warten.

    Haenel sagt mir bisher nichts. Ich werde mich mal nach ihm erkundigen. Das Thema des Zerfalls der Gesellschaft(en) scheinen die Franzosen allerdings drauf zu haben. Oder begegnen mir diese Bücher einfach gerade nur vermehrt? Ich habe Jérôme Ferraris "Predigt auf den Untergang Roms" neben Kafka noch dazwischengeschoben. Er erzählt darin eine erweiterte Familiengeschichte zweier jungen Korsen, die, desillusioniert von ihrem Leibnitz- bzw. Augustinus-Studium in Paris, eine Bar auf Korsika eröffnen, aber erkennen müssen, dass sie auch hier kein Paradies erschaffen können.



    Nach Beendigung dessen als Zweitbuch Klaus Modick "Sunset" angefangen, das die Freundschaft Feuchtwanger und Brecht zum Thema hat. Liest sich sehr flüssig, schade allerdings, dass ich bisher kein Buch Lions gelesen habe und nur wenig Brecht bisher :redface:


    Diesen Aspekt (die Darstellung der Passivitität und des Opportunismus) fand ich bei Houellebecq durchaus realistisch, sogar die Passivität angesichts dramatischer Veränderungen. War mir nicht plausibel erschien, war lediglich das Faktum, dass Frauen ihre Posten an den Universitäten räumen mussten, bloß weil ein Muslim Präsident wurde. Aber das ist eine Detailfrage der Handlung.


    Ja, es gab eine gewisse Widersprüchlichkeit, fande ich. Auch mir schien die Passivität einerseits plausibel, allerdings beschreibt er zur Zeit der Präsidentschaftswahl ja durchaus eine aufgeheizte Stimmung. Anschläge auf den Straßen, Überfälle, Boykottierung der Wahlen...Danach regt sich kaum noch Widerstand. Weder bei den Frauen noch bei den Rechten noch sonst wo. Vielleicht hat das auch mit dem Blickwinkel zu tun. Es wird eben aus der Sicht von Francois beschrieben. Und die zeitlichen Sprünge nach der Wahl sind auch größer. Wie JHN erwähnt, setzt das nicht die ganze Handlung des Buches in Frage, aber ein kleiner Bruch in der Handlung ist es schon. Auch ich habe mich mit einem Freund darüber unterhalten, der dies auch gleich als erstes kritisierte (ich bin noch auf seine abschließende Meinung gespannt; als sehr laizistisch eingestellter Franzose sieht er das ganze vielleicht doch nochmal anders als ich).



    Und um noch was zum eigentlichen Thread beizutragen:


    Ich bin jetzt bei Kafka angelangt und lese seinen (unvollendeten) Roman "Amerika" (bzw. "Der Verschollene).


    Hallo Elinor,


    wie ging es Dir mit Houellebecq? Ich fand das ganz interessant zu lesen, aber letztlich inhaltlich und auch als Satire nicht wirklich überzeugend.


    Ich wollte dir bezüglich der Satire erst widersprechen und beim nochmals lesen deines Beitrags gemerkt, dass du es NICHT überzeugend als Satire fandest. Dem kann ich nur zustimmen. Ich fand die Lektüre und die Darstellung eines möglichen islamischen Frankreichs (oder Europas) interessant, hatte mir aber aufgrund der Berichterstattung fast etwas mehr erhofft. Insgesamt hat sich das Buch gelohnt zu lesen, aber inhaltlich und stilistisch fand ich es teilweise etwas durchwachsen. Manches erklärt er sehr detailliert, dann wird wieder mehr skizziert...(politisch) kontrovers wird es eigentlich erst auf den letzten 50 Seiten. Dennoch fand ich die Ruhe/Gelassenheit/Gleichgültigkeit der Bürger im Ganzen als nicht ganz nachvollziehbar. Die (individuelle) Haltung François schon eher. Die Möglichkeit bzw. Wahrscheinlichkeit so einer Realität ist nochmals eine ganz andere Diskussion.
    Es gab vor einigen Wochen ein ZEIT-Interview mit Houellebecq. In diesem nahm er selbst Stellung zu seinem Roman und der politischen Zukunft; es war zwar jetzt nicht wirklich aufschlussreich für den Roman, aber dennoch interessant zu sehen, wie sehr (oder wenig) die Meinung des Autors hinter seinen Figuren steht.



    Zu Weidermann: Ich habe gesehen, dass meine Onleihe das (ungekürzte) Hörbuch besitzt. Ich werde zumindest mal reinhören demnächst.


    Und im Auto höre ich von Volker Weidermann 'Ostende 1936 - Sommer der Freundschaft' (das bisher weitaus sachbuchiger daherkommt als ich erwartet hatte).


    Oh, mit dem Hörbuch habe ich auch schon geliebtäugelt. Ist es denn ein Negativpunkt, dieses sachbuchartige?
    Gerade höre ich "1913" von Florian Illies, das gefällt mir bisher ausgesprochen gut.


    "Unterwerfung" habe ich auch ausgelesen. Weiter geht es mit "Mrs. Dalloway" von Virginia Woolf.

    Ich habe gerade Joris-Karl Huysmans "Gegen den Strich" beendet und wollte gleich mit meinem nächsten, schon bereit gelegten Buch weitermachen: Boris Vian "Die Gischt der Tage" - angeregt durch vorangegangene Murakami-Lektüre. Nach zwei Kapiteln muss ich allerdings sagen, dass ich nach Huysmans überbordenden Beschreibungen erst mal etwas weniger surrealistisches und vorstellungskraftraubendes brauche.

    Ich kann euch bezüglich der Thematik um Effi Briest nur zustimmen. Es war bei mir ebenfalls Schullektüre und mir fiel der Zugang zu diesem Buch zumindest anfangs sehr schwer. Zwar trug der (zum Glück) gute Deutschunterricht bzw. Lehrer dazu bei, das es mit der Zeit, d.h im Laufe der Besprechungen etwas klarer wurde, aber so ganz konnte ich mich da nicht hineinversetzen. Jahrelang habe ich deswegen Fontane gemieden, da ich ihn für sperrig hielt. Letztes Jahr habe ich mich dann an den Stechlin gewagt und ich war überrascht, wie leicht mir die Lektüre fiel im Vergleich zu Effi fiel.

    Ich bin mal wieder parallel unterwegs.


    Zum einem in einem Buch von einem meiner Lieblingsschriftsteller:

    Hanns-Josef Ortheil - Die Berlinreise


    und zum anderen in meinem zweiten Buch von Patrick Modiano, dem ich (nach dem Nobelpreisgewinn) nochmal eine Chance geben möchte (sein erstes von mir gelesene Buch konnte mich nicht ganz überzeugen):


    Patrick Modiano - Der Horizont


    Ich habe erst letzten Monat ein Buch von ihm gelesen (Das Café der verlorenen Jugend). Es stimmt, es war kurz, aber darüber war ich auch irgendwie froh. So ganz konnte ich mich auf die Erzählung nicht einlassen, irgendwie blieb bei mir alles distanziert und ein wenig farblos. Ich werde ihm aber wohl auch noch eine zweite Chance geben.

    Oh, schön, dass sich hier aktuell noch einige mehr mit Shakespeare beschäftigen. Naja, bietet sich ob des Datums ja auch an. Ich habe mir vorgenommen in den folgenden Wochen mir auch noch einige Werke zu Gemüte zu führen, sofern meine Zeit das zulässt. Grund dafür ist aber eine Reihe von Theateraufführungen, die ich besuchen möchte. Wenn möglich würde ich die entsprechenden Stücke gerne vorher lesen.


    Beim ersten Stück (Richard III.) habe ich es nicht mehr geschafft. Nächste Woche steht Hamlet an, später dann Othello, der Sommernachtstraum und Was ihr wollt.


    Bisher habe ich Shakespeare nur ausschließlich im Original gelesen. Dieses Mal werde ich aber wohl zu der Übersetzung greifen. Es liest sich für mich einfach flüssiger.


    Achja, Anonymous steht hier auch noch ungesehen herum. Das wäre auch mal eine Gelegenheit :smile: Genauso wie Bill Brysons Shakespeare-Buch.

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    Ich bin ziemlich parallel unterwegs und mehr oder weniger zufällig hauptsächlich im Orient und Asien - abwechselnd mal das eine mal das andere Buch (je nach Leseort und Konzentrationsfähigkeit):


    Abdalrachman Munif: Salzstädte


    Ulrich Kienzle: Abschied von 1001 Nacht


    Margret Johannsen: Der Nahost-Konflikt


    H. V: Bowen: The Business of Empire. The East India Company and Imperial Britain


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