Was lest ihr gerade?

  • Angeblich eine verblümte Darstellung lesbischer Liebe. Ich muss es wohl wieder mal rauskramen. Habe es vor über 30 Jahren mal gelesen, alles vergessen.
    Ich denke schon darüber nach, das nächste Jahr zum Jahr der phantastischen Lektüren zu erklären. Ich habe nämlich hier noch Lem und Strugatzki stehen, beide m.W. unbedingt lesenswert, und einiges von Vargas Llosa und und und ... Demnächst werde ich auch den Prachtband von Leslie Klinger erwerben, "Lovecraft - Das Werk II", die große kommentierte Ausgabe. Den ersten Band habe ich, das Buch ist so fett, dass man es nur auf dem Tisch liegend lesen kann, und einfach ein Genuss.

  • Ich habe nämlich hier noch Lem und Strugatzki stehen, beide m.W. unbedingt lesenswert

    Fand ich jetzt bei den beiden nicht unbedingt. Lem ja - und da sind aber auch seine theoretischen Schriften interessant. (Nur die "Memoiren gefunden in einer Badewanne" - oder so ähnlich - kann man vergessen. Das ist das Original (Kafka) um Längen besser.)

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Ich bin ja in Abständen immer mal wieder im Sozialkaufhaus - immer dann, wenn ich beim Zahnarzt bin, da beide zwar am weit entfernten Stadtrand, aber einigermaßen dicht nebeneinander residieren - und mache dort jedes Mal die tollsten Erwerbungen - oft ungelesene, fabrikneu aussehende Bücher, die geradezu beschämend wenig kosten. Beim letzten Besuch habe ich unter anderem diesen Schuber entdeckt:


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    Die Bücher von Lovecraft und von Blackwood habe ich schon, die anderen sind mir neu; von Strugatzki habe ich noch nie etwas gelesen, von Lem den "Unbesiegbaren" (und meine Ausgabe der Sterntagebücher habe ich an Tochter verliehen). Ich weiß also so gut wie nichts von den beiden, und "Solaris" möchte ich mir bei Gelegenheit auch noch kaufen.

    Ich habe eine große Anzahl der lila Bände aus Suhrkamps Phantastischer Bibliothek und einen Teil davon, ungefähr ein Drittel, immer noch nicht gelesen, darunter auch zwei Sammlungen aus Lateinamerika. Wie gesagt, ich denke daran, mich mal systematisch dahinter zu machen. Sobald ich die diesjährige Klassikerliste abgedient habe.

  • Gestern noch auf dem SUB gelandet:

    Flaubert: Bouvard und Pécuchet. Der Werkkomplex. Wallstein Verlag. Was mich erwartet, wusste ich. Wann ich beginne, weiß ich noch nicht.

    Frohes Neues !

    So, auf in den Spaß.

    Nachdem ich die Edl-Übersetzung der "Education" beendet hab.

    Bouvard und Pécuchet definitiv erst einmal gelesen, da war ich vielleicht so Mitte 20.

    40 Jahr später, hoffentlich etwas weniger unweise, wird es wirklich Zeit.

    Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe; ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zu Erhaltung meines Geistes und meines Leibes bei. (G. C. Lichtenberg)

  • So, auf in den Spaß.

    Nachdem ich die Edl-Übersetzung der "Education" beendet hab.

    Bouvard und Pécuchet definitiv erst einmal gelesen, da war ich vielleicht so Mitte 20.

    40 Jahr später, hoffentlich etwas weniger unweise, wird es wirklich Zeit.


    Huch, Bouvard und Pécuchet ist ganz an mir vorübergegangen! Fehlt mir noch!

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Ich mag Bouvard und Pécuchet sehr gern. Bestimmte Kapitel - etwa wie sie sich kennen lernen, wie sie beschließen, sich gemeinsam einen Hof zu kaufen, und wie sie dort ankommen und sich einrichten, habe ich wieder und wieder gelesen. Obwohl sie immer wieder auf furchtbare Weise scheitern - besonders ihre Experimente in Landwirtschaft und Gartenbau scheitern grandios -, zeigen sie eine bemerkenswerte Frustrationstoleranz; Flaubert hätte wahrscheinlich gesagt: eine bemerkenswerte Dummheit ...

  • Nächstes Revisiting-Experiment: wie liest sich Jean Paul noch einmal, nach ziemlich genau 25 Jahren? Zwischenergebnis nach etwa einer halben Unsichtbaren Loge: überraschend schnell und, wie sagt man noch gleich: verstehend. Ich entsinne mich noch recht gut an den ersten Durchgang, bei dem es galt, mir jede Seite zu erkämpfen. Das geht heute wesentlich flotter, und es erschließen sich damit auch mehr Zusammenhänge und ein klarerer Rhythmus - gerade so, wie eine Partitur im Ganzen gelesen wird, anstatt jeder Note einzeln nachzusteigen und darüber gar nicht mehr die Musik zu begreifen.


    Das Experiment wird sicher fortgesetzt werden, nach und nach, nicht en suite, das wäre zu viel verlangt.

  • in immer größeren Abständen gucke ich hier rein umd lese dann immer hintereinander, eas Ihr in der Zwischenzeit geschrieben habt. Großartig! Literatur! Mit mir kommt es vielleicht dahin, dass ich außer Fontane nichts mehr ĺesen kann. @Newman hatte mich, als ich vom Stechlin schwärmte, dazu verführt nochmal Vor dem Sturm zu lesen. Danke dafür! Danach griff ich nochmal zu Oderland aus den Wanderungen, um mehr über die "materielle" Grundlage zu erfahren. Wie i.mer lohnend. Danach weiter in den Wanderunngen. U.a. Ruppin.ÜBERRSCHUNG: Im dortigen Museum ist der "Odinswagen", den der (slawischstämmige) Justizrat Turgany seinem germanophilen Freund, dem Pfarrer und Hobbyaltertumsforcher Seìdentopf schenkt. Die schönste Abschweifung in dem an Abschweifungen rei hen Roman. Übrigens könnt Ihr das bronzezeitliche Prachtecemplar sehen, wenn Ihr Odinswagen und Fontane eingebt.

    Ich meĺde mich wieder. Mit dem Handy ist eas etwas unbequem. Warte im Krankenhauy auf meine Frau. Magenspiegelung. Stichworte: Ulysses, Meerfahrt mit Don Quichote, Proustcomic.

    Euer Fan Volker

    if all you have is a hammer, all you see looks like a nail.

  • Huch, Bouvard und Pécuchet ist ganz an mir vorübergegangen! Fehlt mir noch!

    Fertig. Und bin sehr zufrieden. Inclusive Kommentare und ganz brauchbares Nachwort, das ich mir länger gewünscht hätte. Aber HH Henschen verstarb ja, ohne das Gesamtwerk richtig abschließen zu können. So steht es hintendrin. Ich werde mich jetzt ins Sottisier stürzen. Wird schwierig, das zu lesen, ohne den Buchrücken zu beschädigen. Der Band ist bei 1084 Seiten 7 cm dick.

    Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe; ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zu Erhaltung meines Geistes und meines Leibes bei. (G. C. Lichtenberg)

  • Getreu meinem Vorsatz, mir die Bibliotheksleichen meiner Phantastik-Sammlung nacheinander vorzunehmen, habe ich nach "Golem100" von Alfred Bester nun eine Gespenstergeschichten-Sammlung von H.R.Wakefield gelesen. Es ist schon recht lustig, dass der Suhrkamp Verlag diese in seiner lila abgetönten Phantastik-Sammlung hat erscheinen lassen und sich im Nachwort für die angeblich mäßige Qualität entschuldigt ... Der Kritiker der Phantastik-Couch spricht in der Rezension hier von "angenehm altmodischen, nostalgischem Grusel". Ich hatte das Buch als Einschlaflektüre neben dem Bett liegen und muss sagen, das war nicht die beste Wahl, ich habe mich mehrmals sehr heftig gegruselt.

    Der nächste Kandidat in meiner Suhrkamp-Phantastika-Liste ist nun eine Geschichtensammlung von Edith Wharton.

  • Ich hab ja ganz vergessen, was zu meiner dritten Lektüre von "Die Frau in Weiß" zu schreiben. Viel gibt's da auch nicht: Hat mir wieder einmal gefallen, aber jetzt reicht's, noch einmal werd ich das nicht lesen. Dazu ging mir das Personal mitunter dann doch etwas zu sehr auf die Nerven … Was ich nicht verstehe, ist die Heirat zwischen Walter & Laura: Zu dem Zeitpunkt gilt sie ja noch als aus dem Irrenhaus entflohene Anne Cathrick, hat also keine gültigen Papiere: Konnte man sich denn im 19. Jhrd. einfach so trauen lassen, ohne Identitätsnachweise? Anscheinend ja. Hm.


    Dann hab ich eine Lesepause eingelegt. Und hab jetzt gestern Abend einfach mal Proust angefangen – die 10bändige Inselausgabe steht jetzt seit gut 30 Jahren ungelesen im Regal. Ich bin erst auf S. 60 oder so, bin aber doch ziemlich angetan. Mal sehen, wie lange ich das durchhalte ;-).

  • durchhalten, Giesbert, es lohnt sich! Wenn Du Probleme hast, erst den ersten, Combray, dann im letzten unsystematissch stochern. Dann hast Du die Beglaubigung, warum

    es sich lohnt, das dazwischen zu lesen.

    Viel Freude wünscht Dir

    Volker

    if all you have is a hammer, all you see looks like a nail.

  • Och, Probleme hab ich keine, ist halt auch nur ein dickes Buch, dem man geduldig zu Leibe rücken muss ;-). Combray hab ich jetzt hinter mir, kurze Pause, dann geht's mit Einer Liebe von Swann weiter. Problematisch ist weniger der schiere Umfang von rund 5000 Seiten, auch nicht der enorm ausladende Satzbau (auch wenn ich da manchmal zweimal lesen muss, weil ich mittendrin den Faden verloren habe), eher schon, dass mich als Leser die exzessive Erinnerungsarbeit des Erzählers ins eigene Erinnern und damit vom Text abbringt. Ich habe bislang aber immer wieder zurückgefunden … Bei meinem aktuellen Lesetempo werde ich wohl noch ein paar Monate mit dem Roman beschäftigt sein. Also falls ich durchhalte, versteht sich.

  • Mir haben die ersten und letzten Bände gut gefallen. Echt genervt haben mich die Bände "Die Gefangene" und "Die Entflohene", weil da der Ich-Erzähler meiner Erinnerung nach hunderte von Seiten im Selbstmitleid schwimmt.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Schön, finsbury, dass Du das mit der Gefangenen und der Entflohenen selbst nochmal gebracht hast. Ich hatte vorgehabt, einen kleinen Nachtrag zu schreiben und auf diese Ausführung von Dir, die Du früher schonmal gemacht hast, hinzuweisen. Diese Bände habe ich, als ich die Recherche nochmal gelesen habe, aus genau dem Grund übersprungen.

    Dass Du bei den langen Sätzen in die eigene Erinnerung abgedriftet bist, giesbert , ist js m.E. eine der wunderbaren Wirkungen dieses Werks. Es ist m.E. eben nicht so, dass es einfach nur ein etwas dickeres Buch ist als andere, das man ansonsten genauso liest, sondern die langen Sätze, ihr Inhalt und der Umfang des Ganzen bringen einen dazu, in dem Werk für die Dauer der Lektüre zu leben🐣.

    if all you have is a hammer, all you see looks like a nail.

  • Mein Projekt, die Phantastik-Sammlung mit Geduld aus dem SuB zu befreien, hat wieder einen kleinen Fortschritt. Gelesen habe ich (nach Wakefield) einen Band Gespenstergeschichten von Edith Wharton.

    Es ist kurios, Wharton schreibt zwar weit "literarischer" und stilistisch in jeder Hinsicht erfreulicher als Wakefield, aber in Sachen Gruseln ist ihr Wakefield überlegen. Natürlich gelingen Wharton ein paar Kabinettstückchen und sie kann Stimmungen und Schauplätze ausgezeichnet beschreiben, aber es ist jedenfalls ein Buch, das ich gut im Bett vor dem Einschlafen lesen konnte - bei Wakefield entfiel danach erstmal das Einschlafen ... =O


    Edit, der Link klappt nicht, es ist "Gespenstergeschichten" aus der Phantastischen Bibliothek Suhrkamp.


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  • Edit, der Link klappt nicht, es ist "Gespenstergeschichten" aus der Phantastischen Bibliothek Suhrkamp.

    Nur ISBN eitragen, keinen Link. Die Suhrkamp-Ausgabe bei Amazon ist antiquarisch und kann nicht verlinkt werden. Habe deshalb dir Insel-Ausgabe genommem.

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus