Beiträge von Leibgeber

    Jules Verne, Die Kinder des Kapitän Grant. Und danach, so ich durchhalte, 20.000 Meilen unter dem Meer und Die geheimnisvolle Insel.

    Erstmals in den 70ern, und da in den verstümmelten Ausgaben von Bärmeier & Nikel / Fischer TB. Was ich natürlich nicht wusste.

    Dies

    https://www.mobileread.com/forums/showthread.php?t=38055

    ist wohl die Hartlebensche. Und muss genügen. Französisch lerne ich eher nicht mehr ....

    --

    Längerwährende Lektüre übrigens: Albert Paris Gütersloh: Sonne und Mond.

    Gruß, Leibgeber

    Max Dauthendey, Raubmenschen. Dass Wahrscheinlichkeiten etwas auf der Strecke bleiben, halte ich für okay, denn es ist ja ein Abenteuerroman :-)

    farbenprächtig-unheimlich, durch eigene Reiseerfahrungen angeregt, einige Protagonistinnen gekonnt verlierend, überwiegend in Mexiko spielend.

    Lag mir weitaus mehr als die eher naturalistisch gefärbte Josa Gerth.

    Gruß, Leibgeber

    Elias Canetti: Die Blendung.

    Möchte ich, als zwar Nicht-Bibliotheksbesitzer (denn ich habe nur viele und immer mehr werdende Bücher) und Nicht-Sinologe (aber ein paar Semester hab ich da nebenbei mal abgesessen), aber Büchernarr seit über fünf Jahrzehnten, endlich mal gelesen haben. Verheiratet war ich ja auch mal :evil: also,

    letztes Jahr September im Grillparzer-Haus Wien ein Exemplar der Erstausgabe ausgestellt gesehen.

    Im Monat darauf ein Exemplar Büchergilde Gutenberg preiswert erworben ...

    und jetzt dabei.

    Eduard von Keyserling, Werke

    https://www.mobileread.com/forums/showthread.php?t=259166


    Nachdem ich an sich nur "Wellen" hatte lesen wollen, ging es dann doch von vorne los, zur Zeit bis "Abendliche Häuser", und jeden der Romane fand ich gut. Es geht vom Naturalismus zum Impressionismus, sagt jedenfalls die Wikipedia, aber was impressionistische Literatur sein könnte, weiß ich nicht. An "Beate und Mareile", "Dumala", "Wellen" beeindruckt mich die Schilderung der absterbenden Adelsgesellschaft so.


    Charakterisierungs- und Sprachkunst pur.

    Wird ganz gelesen, außer vielleicht die Theaterstücke.


    Schönen Sonntag! Leibgeber

    Arthur Schnitzler, Novellen und Erzählungen.
    Und ich bezweifele mal wieder, dass ich ohne die E-books darauf gekommen wäre; das ist wirklich wie früher Stöbern im Antiquariat.


    Passend dazu hab ich (in letzter Zeit auch mal wieder zunehmend "Klassik-"Hörer) mir Mahlers Sinfonien mit Eliahu Inbal und dem Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt zugelegt. Nach kundigmachen hier.


    Wiener Fin de Siècle und scharfer jüdischer Witz im Doppel also :zwinker:


    Schönes Wochenende
    Leibgeber

    Gerade beendet: Heinrich Laube, Das junge Europa.


    Hinterlässt das Gefühl, einen im Ganzen nicht so geglückten Roman gelesen zu haben, den ich aber als Zeitbild interessant finde, mit dann doch vielen geglückten Passagen, und einer Figur, Hippolyt, die sich zu einem ganz nett byronesken Bösewicht entwickelt. Täte er es nur konsequenter ... die "gute" Hauptfigur, Valerius, dagegen, fand ich, wie oft "die Guten", nicht so interessant.


    Als Zeitbild interessant, das gilt für mich so, wie, ebenfalls dieses Jahr Friedrich Spielhagen "Problematische Naturen", und, vor vielen Jahren, Karl Gutzkows "Ritter vom Geiste".


    Vielleicht hat Laube die Schwäche dieser Art Romane in diesem ganz gut beschrieben (3. Teil, 12. Brief):


    "Die alte Lady ist eine hohe, vornehme Frau, höflich wie ein Buch, nicht mehr sprechend, als die strengste Zensur einem Buche erlaubt hätte – sie kam allein, wie wir erwartet hatten; wir waren sehr artig und bescheiden und sprachen über Walter Scott und dessen Romane. Es ist reizend, wieviel unbefangen romantisches Interesse in diesen Engländern lebt: jede erfundene Person einer Geschichte, jedes Wort, das diese spricht, jede Wendung, welche die Sache nimmt, alles findet hier den freundlichsten Boden, findet und weckt den Reiz einer Geschichte. Wie arm seid Ihr dagegen! Wo nicht ein Lehrgedanke das Faktum, die Schilderung, die Begebenheit unterstützt oder gar rechtfertigt, da meint Ihr Unnützes zu treiben; das Törichte nennt Ihr Romanhaftes, darum besitzt Ihr auch den reinen Roman nicht, Ihn seid verdorben für reine, bloße Bilder, die nichts sein wollen und sein sollen als Bilder."


    Ja, so ist es. Sehr viel Gespräche, aber eben solche, die Politisches, Philosophisches, Zeitgeschichte diskutieren. Und das reine Erzählen tritt in den Hintergrund.


    Am stärksten fand ich den Roman im 1. Teil, wo man durcheinanderliebt und -entliebt, die Herren wie die Damen, und die freie Liebe (eher die Herren) propagiert, ein fast rokokomäßiges Getändel, klar, dass es so schön nicht bleiben kann.


    Und im 2. Teil dann, wo es um den Novemberaufstand in Polen geht, aber da wird es eben nicht stringent genug durchgehalten, einfach von den Kriegsgreueln zu erzählen.


    Und die Romanfiguren sind eher Typen, Ideentransporteure, als Personen.


    Soweit ich es mitgekriegt habe, wird in diesem Roman kein Autor so oft erwähnt wie Walter Scott. Der ja eine immense Wirkung hatte - aber wohl auch oft etwas akademisch schrieb.


    Endlich einmal Laube (und Spielhagen) zu lesen, dazu hat mich Rolf Vollmann motiviert. Im Jahr 1833, meine Ausgabe Seite 196-200.


    Gruß
    Leibgeber

    "Wenn man den Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki mal so richtig ärgern wollte, musste man ihn auf seine Privatadresse in Frankfurt ansprechen. Er wohnte in der Gustav-Freytag-Straße Nr. 6. Auf die Frage: „War denn im Thomas-Mann-Weg nichts mehr frei?“, reagierte er zuverlässig mit einem Wutausbruch."


    Quelle.


    :zwinker:

    Danke für den Tip, Leibgeber! Das ist mir im Moment auch zu teuer, obwohl ich glücklicherweise wieder Papierbücher lesen kann. Allerdings, die Vorgängerversion dieser Übersetzung gibt es auch in Billig, ich denke die werde ich mir holen wenn die aktuelle Leserunde vorbei ist und ich mich wieder den Metamorphosen zuwende.


    Ja, mein Gedächtnis und die Bücherstapel. Der Thread hatte mich an was erinnert. Ging daheim auf die Suche, und fand im Reclamregal dies. Vor ca. 6-7 Jahren gekauft. Das gibt es preiswerter, antiquarisch. Ich blättere gerade darin und sag dir: das liest sich richtig flüssig gut.


    Ich lese gerade von Ovid, "Metamorphosen", tue mich aber sehr schwer damit. In der Versübersetzung von Voss verstehe ich bei einigen Geschichten vor lauter Versgeklingel kaum, worum es geht, obwohl ich durchaus einen gewissen Background in römischer/griechischer Mythologie habe. Ich habe auch immer mehr den Eindruck, dass er bei delikaten Passagen absichtlich schwammig formuliert oder mir unverständliche Euphemismen verwendet. Deshalb lese ich parallel eine englischsprachige Prosaübersetzung, die zwar verständlicher ist, aber eine andere Kapitelaufteilung hat als Voss und einen Kommentar dabei, der wohl mehr über das England des 19. Jahrhunderts sagt als über Ovid :rollen:. Das Original ist keine Option, obwohl ich in der Schule Latein hätte lernen sollen.
    Die mich ebenfalls interessierenden Briefe aus Pontus habe in überhaupt nur als gemeinfreie englische Übersetzung gefunden.


    Kennt jemand eine gute deutsche (oder auch englische) Übersetzung der Metamorphosen, darf auch als Papierbuch sein und was kosten?


    Ich hab es nicht gelesen, hatte es aber in einer Buchhandlung in der Hand und reingeschaut.
    Wäre fast schwach geworden, und werde es gerade jetzt wieder ;-)
    Standardwerk in neuem Gewand – Ovids „Metamorphosen“ in der Reclam Bibliothek neu aufgelegt.

    Benito Pérez Galdós, Amigo Manso.


    Nachdem anfangs der Erzähler sich "Ich existiere nicht" als Figur im Roman eines Freundes eingeführt hat, geht es hinein in eine zunehmend giftige Familiensatire. Aus dem Anfang weiß ich noch nichts zu machen, also, ob diese Fiktion der Fiktion eine Pointe hat, bleibt abzuwarten.


    Madrid um 1880.
    Erzähler, Mitte 30, studiert, passiv, sammelt einen zunehmenden Menschenkreis um sich, ohne das zu wollen.
    Eins erblüht aus dem anderen, zuerst ein junger Mann, der (auszu)bilden ist, dann ist eine bettelarme, ständig schnorrende Nicht-Verwandte da, dann kommt der Bruder des Erzählers samt eine-schrecklich-nette-Familie aus Kuba dazu.


    Das ganze voll treffender Beobachtungen und Personenbeschreibungen.


    Zitat


    Die Zeit, die nichts als eine Uhr ist, handelt willkürlich; die Logik, die frei von Willkür ist, ist der Schlüssel zur Weisheit und der Uhrmacher der Zeit.


    (Seite 69.)


    Ja, Máximo Manso hält viel von Logik, Literatur, Philosophie.
    Scheint aber, dass er aus seiner geordneten Welt heraus muss. Weil der Rest der Welt ihn nicht drin bleiben lässt.


    Bisher, 120 (von 510) Seiten (Manesse-Kleinformat), hab ich mich sehr gut amüsiert.


    Leider ist von Pérez Galdós' umfangreichem Werk sehr wenig übersetzt.
    Und ich stelle fest, dass ich über das Spanien jener Zeit nichts weiß.
    Dem ist abzuhelfen - mit noch mal eben Spanisch lernen sieht es anders aus ... also: die digital auf spanisch vorliegenden Texte durch den Google Translator jagen :breitgrins:


    Gruß, Leibgeber


    Nachtrag: ich sehe gerade, dass sandhofer mal "Fortunata und Jacinta" erwähnt. Steht auch in meinem Regal, und "Miau".
    "Der Roman einer Nonne" gibt's hier.