Was lest ihr gerade?


  • Bei mir funktioniert es. Keine Ahnung was da los ist.

    So sieht JMarias Link aus - das ist keine ISBN... ;):


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    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Protest:

    Ich habe isbn eingetragen, kann nichts dagegen tun, dass es umwandelt in jpeg. Hab alles versucht.


    :rolleyes:

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Ich amüsiere mich gerade bei "Vorsätzlich Herumlungern" von Muriel Spark. Bester britischer Humor.

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    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)

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    Ringelnatz habe ich bisher ein wenig vernachlässigt, leider und mir zur Schande. Wunderschöne Verse, dazu seine Erzählungen und autobiographische Schriften. Schöne handliche Ausgabe, meine Empfehlung. Denn "Haptik" muss (bei mir) irgendwie auch immer sein.


    Grüße,


    Peter

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    Ich werde mit diesem Buch ebenso wenig warm wie mit der Art des "Themenumgangs" des Herrn Safranski, auch seine Schiller-Biographie hat mich nicht überzeugt, bleibt dann noch Ricarda Huch und ihr Buch: Blütezeit der Romantik. Hat das schon jemand gelesen?


    Ich wollte mir noch Safranskis Biographie über E. T. A. Hoffmann gönnen, aber das lasse ich wohl besser bleiben.


    Grüße,


    Peter

  • Huchs Romantik-Buch habe ich vor Jahrzehnten mal gelesen. Ich habe es als problematisch in Erinnerung, kann aber nicht mehr sagen, was mich genau störte.

    Danke, dann kann ich mir diesen Bücherkauf wohl sparen, was die Romantik betrifft, so gibt dieses Buch hier einen ganz guten Überblick und Einstieg.

    Eine alte Ausgabe vom Aufbau-Verlag, aber trotzdem (m)eine Empfehlung:


    E. T. A. Hoffmann. Leben und Werk in Briefen, Selbstzeugnissen und Zeitdokumenten


    Von Günzel gibt es auch noch: Ludwig Tieck, König der Romantik. Aber an Tieck kam ich noch nie so wirklich "heran".


    Grüße,

    Peter

  • @ Vult: Was gerade an Safranski so problematisch ist, wüsste ich gern ... mein Nachbar hat mir nämlich von Safranskis Goethe-Biographie vorgeschwärmt, wie toll er die fände. Ich hatte seitdem immer im Hinterkopf, mir das Buch mal zu besorgen, wenn ich dazu komme ...


    Was stimmt mit der Schiller-Biographie nicht?

  • @ Vult: Was gerade an Safranski so problematisch ist, wüsste ich gern ... mein Nachbar hat mir nämlich von Safranskis Goethe-Biographie vorgeschwärmt, wie toll er die fände. Ich hatte seitdem immer im Hinterkopf, mir das Buch mal zu besorgen, wenn ich dazu komme ...


    Was stimmt mit der Schiller-Biographie nicht?


    Ich habe das Romantik-Buch von Safranski mit großem Spaß und viel Gewinn gelesen. Seine Herangehensweise ist etwas ungewöhnlich, aber es gelingt ihm auf diese Weise, Kernthemen und -akteure der Romantik sehr lebendig und vor allem mit einem Blick auf's Große und Ganze vorzustellen. Ich kann das Buch daher durchaus weiterempfehlen.


    Die Schiller-Biographie habe ich noch nicht gelesen, habe sie allerdings bereits im Regal stehen. An Safranski gefällt mir generell der lebendige Stil und auch seine Fähigkeit, (literarhistorische) Erscheinungen nicht nur auf den Punkt zu bringen, sondern in ihrer Relevanz für heutige Leserinnen und Leser zu erläutern. Daher mag ich ihn auch sehr gerne als Gesprächspartner im Literaturclub. Er ist gleichermaßen klug wie unterhaltsam.

  • @ Vult: Was gerade an Safranski so problematisch ist, wüsste ich gern ... mein Nachbar hat mir nämlich von Safranskis Goethe-Biographie vorgeschwärmt, wie toll er die fände. Ich hatte seitdem immer im Hinterkopf, mir das Buch mal zu besorgen, wenn ich dazu komme ...


    Was stimmt mit der Schiller-Biographie nicht?

    Wie immer ist es wohl eine Frage des Geschmacks und der persönlichen Weltanschauung, Meinung und manchmal auch literarischen Befindlichkeit.

    Ich mag, zum Beispiel, keinen Spinat, nun weiß ich nicht, wie du zu diesem grünen Notstands-Brei stehst und damit wären wir auch schon bei dem Thema des literarischen Geschmacks, also am Beginn unendlicher Geschichten.


    Manch einer mag diese ewigen philosophischen Ausflüge (in diesem Buch) als ein notwendiges Muss bezeichnen, andere wiederum mögen Gefallen finden an den romantischen Verknüpfungen mit den 68er Zeitläuften, andere wiederum mögen die Geistes und zeitgeschichtlichen Auslassungen begrüßen, oder auch bewundern, und ganz andere wieder die Romantik als "subjektivistische" Mitursache irgendwelcher politischer Katastrophen sehen, oder als enthemmten Tiefsinn, oder als geistig literarische Emeuten gegen tradierte Ordnungen, auch gegen des deutschen Michels "Spießerhorn" . Außerdem kann man trefflich darüber streiten, ob Hölderlin und Kleist zu den Romantikern zu zählen sind, oder auch nicht. Und außerdem werde ich an kein Ende kommen, wenn ich weiter schreibe und so überlasse ich dir dann, nach dem du das Buch gelesen hast, mich für meine Ansicht heftigst zu bemeckern, ob meines literarischen Banausentums.


    Trotz und alledem, ich werde das hier immer lieben:


    Schläft ein Lied in allen Dingen die da träumen fort und fort,
    und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort.


    Nichts für ungut und Grüße vom Vult.


    Panta rhei

  • Das liebe ich auch! Sehr sogar!


    Und, vo Safranski habe ich noch nie was gelesen. Wollte halt nur wissen, ob es sich lohnt und wenn ja, warum nicht :/

    Vielleicht leihe ich das Buch erstmal vom Nachbarn, ehe ich dafür Geld und Regalplatz opfere. Danke für die Antwort!

  • Ich habe das Romantik-Buch von Safranski mit großem Spaß und viel Gewinn gelesen. Seine Herangehensweise ist etwas ungewöhnlich, aber es gelingt ihm auf diese Weise, Kernthemen und -akteure der Romantik sehr lebendig und vor allem mit einem Blick auf's Große und Ganze vorzustellen. Ich kann das Buch daher durchaus weiterempfehlen.


    Die Schiller-Biographie habe ich noch nicht gelesen, habe sie allerdings bereits im Regal stehen. An Safranski gefällt mir generell der lebendige Stil und auch seine Fähigkeit, (literarhistorische) Erscheinungen nicht nur auf den Punkt zu bringen, sondern in ihrer Relevanz für heutige Leserinnen und Leser zu erläutern. Daher mag ich ihn auch sehr gerne als Gesprächspartner im Literaturclub. Er ist gleichermaßen klug wie unterhaltsam.

    Hier fehlt das" enthusiastisch applaudierende" smiley! Newman bringt meine eigene Einschätzung Safranskis so ziemlich genau auf den Punkt! Die Schiller-Biographie habe ich gelesen, als ich mit Schiller näher befasst war. Sie war sehr hilfreich und ist gleichermaßen "klug wie unterhaltsam".

  • Angesichts der ungeheuren Menge an Vorläuferliteratur will ich gern das Bestreben Rüdiger Safranskis anerkennen, bei der Darstellung des Lebensweges Schillers und Goethes angesichts des doch begrenzten Raumes durchgängig bestimmten Leitlinien zu folgen und dabei zeitbedingten Fehldeutungen zu begegnen, zum Beispiel dem unhistorischen Denunzieren Goethes als "Reaktionär" durch D. Wilson. (Nicholas Boyle musste wohl doch erst einmal angesichts der Fülle an Material und Verzweigungen mit seiner Goethe-Biographie bei 1803 innehalten, mit dieser Dichte konnte er auch er nicht weiterkommen). Also Safranski mit dem Mut zur Verknappung und auch entsprechender Routine.


    Er lässt der Freundschaft der beiden Weimarer Gerechtigkeit widerfahren und deutet nichts unhistorisch hinein, wie seinerzeit Hans Mayer und all jene, die in der Freundschaft nur einen Mythos sahen, an dem Goethe früh zu arbeiten begonnen habe. Selbst wenn die Einkommensverhältnisse der beiden schroff auseinander klafften - in Sachen Literatur waren - auch mit Safranski - beide Gebende und Nehmende, Goethe nicht der schwer reiche Behäbige und Schiller nur durchweg der arme Schlucker, bei dem auch angesichts der angeschlagenen Gesundheit Neid aufkommen musste.


    Bei Safranski ist Goethe ein großer Liebender. Der Kenner der Goetheschen Lyrik Wilhelm Solms ruft dieser Tage eben in diesem Sinne dazu auf, bei der Analyse der Liebeslyrik weiterzuarbeiten, die nicht von Goethes Lebensumständen getrennt werden könne. Er sah das Quälende, Irrationale, Dräuende in seinem Innern und suchte sich durch Schreiben zu befreien - das gezeigt zu haben, gefällt mir alles bei Safranski. Das sind nicht diese psychologisierenden, psychoanalytischen Deutungen des vergangenen Jahrhunderts. Revolutionäres, Beunruhigendes bei Goethe verbirgt sich hinter der scheinbaren Behaglichkeit (wir hatten hier dazu Leserunden), und der "revolutionäre" Schiller konnte auch ein betulicher Philister mit weltfremdem Frauenbild sein.

    Bei dem "Romantik"-Buch Rüdiger Safranskis fiel mir auf, dass er ausschließlich die deutsche Romantik und deren Folgen bis ins 20. Jahrhundert vor Augen hat, und sie nicht als gesamteuropäische Erscheinung wertet. Wo bleiben all die Chateaubriand, Sand, Manzoni, Mickiewicz, Petöfi, Puschkin?


    @sandgruber Safranski der "Schwätzer"? -- wohl nein, eher nicht, nein gar nicht, finde ich, auch wenn ich nicht alle seiner Biographien gelesen habe.

    Es kommt wohl eher auf den inneren Zustand des jetzigen Lesers Safranskis und seine Erwartungen an. Findet er die Ruhe dazu, gar vor einem Kamin mit lodernder Flamme?


    Wenn früher den Schriftstellern auch die Aufgabe auferlegt wurde, dem Zeitgeist eine Stimme zu verleihen, so dürfte dies nach 2015 wohl ziemlich schwierig geworden sein.


    In der DDR wussten wir, dass Schriftsteller etwas im literarischen Gewand vermitteln können, wofür es keine Bühne einer öffentlichen gewalt- und zensurfreien Auseinandersetzung geben konnte. In der Schule lernten wir das Wort des Karl Marx in dessen Brief an Ferdinand Lassalle (1859) von mancher zeitgenössischer Literatur als "bloßer Sprachröhre des Zeitgeistes" kennen, da war ja auch etwas dran,

    wenn man damals und später eher nach den politischen Gesinnungen fragte, als nach der ästhetischen Umsetzung. Und heute, wie geht das weiter?


    Man wird es kaum verübeln, wenn ein Schriftsteller zugeben würde, erst einmal angesichts heutiger Realitäten ziemlich ratlos zu sein. Ein "Philosophisches Quartett" mit Safranski und Sloterdijk mag man sich dieser Tage gar nicht mehr vorstellen. Die Wirklichkeit schlägt heutzutage manche Fiktion um Längen. Typen im realen Leben gibt es, die hätte man keinem Schriftsteller abgenommen ...

    Schiller, Goethe, Hoffmann und die Romantiker angesichts der jetzigen Ereignisse neu lesen zu wollen, wer hat da den inneren Abstand dazu?

    (Abschweifung: an mir "Klassikfreund" der Zeit um 1800 geht das Heute auch nicht spurlos vorbei; hätte nie gedacht, dass ich mich 2018 sogar einmal an Monika Maron machen würde, von der wir damals wussten, dass sie die Tochter des DDR-Innenministers war und sich mit Grausen vom System abwandte, aber jetzt interessiert mich das schon sehr, wie sie das literarisch gemacht hat. Monika Maron sucht ebenfalls ihre Ängste durch Schreiben zu bannen, noch vor Jahren hätte mich das gar nicht weiter interessiert, wenn mir auch Krähen schon seit Jahrzehnten immer sympathische Vögel waren ... ))


    Aber nun wirklich wieder zurück zu Safranski, wer diesen zugegeben etwas wirren Zeilen nicht folgen will, rollt schnell weiter nach unten.

  • Karamzin, wie schön, hier nach längerer Zeit wieder einmal etwas von Dir zu lesen. Vernachlässige uns nicht so sträflich. :thumbup::thumbup::)


    Ich lese gerade mit großer Freude das Buch von Annie Ernaux, Die Jahre. Ich muss zugeben, ich war etwas skeptisch, da um das Buch so ein Hype gemacht wurde. In einem schwachen Moment habe ich aber bei meinem Buchhändler danach gegriffen, mit 250 Seiten ist der Text auch nicht übermäßig lang.


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    Ich muss zugeben: mir gefällt das Buch ausnehmend gut. Knapp zusammengefasst geht es um die Autobiographie einer Frau, die in Frankreich 1940 geboren wird. Jedoch erzählt sie ihr eigenes Leben nicht nur mit einer großen Distanz, sondern auch mit einem analytisch-ethnographischen Blick gleichermaßen von außen. Damit entsteht weniger das intime Porträt einer einzelnen Frau, sondern ein Generationenbild, das die persönliche Entwicklung im Kontext der sozialen und politischen Veränderungen zeigt, die sie durchlebt. Das finde ich sehr anregend zu lesen. Obwohl es ein französisches Leben ist und nicht alle Erfahrungen sich eins zu eins auf Deutschland übertragen lassen, gibt es doch sehr viele Parallelen.


  • Ich erwähnte ja schon weiter oben, dass ich mir auf einem Bücherflohmarkt ein Buch von Martha Grimes gekauft habe, dem ein Ausschnitt aus einem Gedicht von Wallace Stevens (die beiden letzten Strophen) vorangestellt war.
    Dazu muss ich euch jetzt was fragen und hoffe, dass sich hier jemand im Englischen besser auskennt als ich.


    Ich kannte von dem Gedicht anfangs nur das, was in dem Buch zitiert wird, also jene beiden letzten Strophen. Ich dachte sogar erst mal, das sei das ganze Gedicht.

    Die Heldin in Mrs. Grimes' Buch, eine einfache Kellnerin, liest sehr viel und vertieft sich in dieses Gedicht in fast besessener Weise. Es interessiert sie dabei nicht, etwas über Key West zu erfahren, wer Ramon Fernandez ist oder etwas über Wallace Stevens. Sie will das Gedicht aus sich selbst heraus verstehen, weil sie meint, dass es ihr etwas Besonderes und Wichtiges zu sagen habe. Nun kann es ja kein Zufall sein, dass Mrs. Grimes gerade dieses Gedicht gewählt hat und aus diesem die beiden letzten Strophen. Ich habe über die die dem Roman vorangestellte Übersetzung (gibt es hier - bitte zu Seite 7 scrollen) gehirnt und am Ende gedacht, jene "schöne Sucht nach Ordnung" müsse der Grund sein, warum Dichter überhaupt dichten, und das sei das Thema der beiden Strophen. Der Drang, die Welt mit Worten zu erfassen, "in geistigeren Grenzen, kühneren Lauten" ordnet das Chaos, reduziert die Banalität der Wirklichkeit und gibt ihr Zauber.

    Diese Deutung passt zu dem Grimes-Buch und der lesenden Heldin.


    Ich wollte mir also einen Gedichtband von Wallace Stevens bestellen, forschte nach "der besten Übersetzung" und stieß auf diesen Artikel, in dem übrigens auch das Originalgedicht nachzulesen ist:

    LitMag Weltlyrik - Wallace Stevens

    Die Übersetzung von Rainer G. Schmidt hat einen völlig anderen Tonfall als die bei Mrs. Grimes zitierte (und als die, die ich mir gekauft habe, von Karin Graf). "Ordnungswut" und "in gespenstischeren Abgrenzungen, schrilleren Lauten" schafft eine ironische Distanz, die in den anderen Übersetzungen nicht anklingt, und ich frage mich, ob ich auf die oben genannte Interpretation gekommen wäre, hätte ich nur Rainer Schmidts Übersetzung gekannt.


    Falls hier irgendjemand Lust hat, darüber nachzudenken - ich würde sehr gern eine andere Meinung hören. Vor allem, weil ich wie gesagt zwar Englisch lesen kann, aber nicht die Kenntnis habe, solche feineren Bedeutungsebenen zu erfassen.


    Grüße von Zefira

  • Zefira : ui, da hast du ja ein spannendes Thema aufgetan. Ich habe mir mal das Gedicht auf dem Link, den du gepostet hast, durchgelesen; auf englisch und auf deutsch. Und auch das Fragment, das in dem Martha-Grimes-Buch drin ist.


    Ich finde es ein sehr komplexes Gedicht, bei jedem Lesen wird es anders und man entdeckt immer wieder Neues. Anfangs hat es mich wenig angesprochen, aber mit der Zeit wird es immer faszinierender. Was es genau aussagt, kann ich nicht so genau erfassen. Und da beginnt ja auch das Problem, das ein Übersetzer hat: die eigene Interpretation spielt auch immer in die Übersetzung mit hinein. 10 Übersetzer = 10 Interpretationen = 10 verschiedene Versionen des Gedichts.


    Dann kommt noch hinzu, was Martha Grimes sich wohl gedacht hat beim Lesen des Gedichts (im englischen Original). Weshalb hat sie wohl diese Zeilen ausgewählt? Und wer hat die Übersetzung für die deutsche Version des Romans ausgewählt: der Übersetzer des Buches? oder war diese Version gemeinfrei und wurde deshalb genommen?


    Mir wirkt die Übersetzung, die nicht im Grimes-Roman steht, als ob sie eher den Ton des Originals trifft. Im Englischen steht "rage of order", was schon sehr stark ist; ich würde sagen, dass "Sucht nach Ordnung" eher schwächer ist. "Rage" ist ja fast schon Raserei. Aber da sind wir wieder bei der individuellen Wahrnehmung... Auch "ghostly" und "keen" sind in dieser Version besser getroffen. "Ghostly" ist eher gespensterhaft, nicht geistig; und "keen" eher scharf, schneidend, weniger kühn. Aber auch da kann man diskutieren...

  • Ich finde das ebenfalls sehr schwierig. Thopas hat recht: 'rage' ist ein sehr starkes Wort. Im Deutschen passt dazu schon die 'Wut' im Sinne eines wahnhaften, irrationalen Strebens (weniger im Sinne von Zorn). Der deutsche Begriff 'Ordnungswut' gäbe das eigentlich wieder, jedoch ist er gerade als Kompositum heute fast eher verniedlichend. Zudem steckt im englischen 'order' (zumal im Verb to order) nicht nur die Ordnung, sondern auch die Zähmung. Im Gedicht steckt also nicht nur das Bemühen, die Stimme des Meeres zu 'ordnen', sondern auch das Meer zu zähmen (Stichwort Sturmstillung).


    Aber wie soll man all das in einer Übersetzung unterbringen?