Beiträge von thopas

    JHNewman : Ach so. Ich bin normalerweise auch empfindlich, was Übersetzungen aus dem Englischen betrifft. Hier war es aber okay für mich. Er hat wohl übersetzt und einen Lektor dafür gehabt (siehe Danksagung).

    Wieso ist Blom denn übersetzt worden? Er ist doch Deutscher und arbeitet in Wien.

    Er hat aber auch in Oxford studiert. Aus dem Wikipedia-Artikel geht hervor, dass er auch auf Englisch schreibt. In meiner Ausgabe von „Der taumelnde Kontinent“ ist die englische Ausgabe von 2008, die deutsche Übersetzung von 2009. Ob er aber alles zuerst auf Englisch schreibt, weiß ich nicht...

    Wie verhält sich den Blom zu Illies? Das würde mich interessieren, denn Bloms Buch über die Beschleunigung fand ich recht unterhaltsam und nicht schlecht (wenn auch miserabel übersetzt), wobei ich Generation Golf von Herrn Illies seinerzeit sehr entbehrlich fand...

    Blom zu Illies ist in etwa wie mehrteilige Fernsehserie mit Themenschwerpunkten zu Fotoalbum mit buntgewürfelten Schnappschüssen. Beides ganz nett, aber Blom geht schon viel tiefer und ist ausführlicher.


    Zumindest ist das mein momentaner Eindruck. Von Illies habe ich bisher noch nichts gelesen. Welches Buch von Blom meinst du denn? Ich dachte, er übersetzt seine Bücher selbst vom Englischen ins Deutsche...

    Florian Illies "1913". Nachdem ihr alle so geschwärmt habt von dem Buch. Passt auch gut zum kürzlich abgeschlossenen Blom, da tauchen einige Personen wieder auf.

    Im Rahmen des Wettbewerbs 2019 habe ich "Breakfast at Tiffany's" gelesen. Meine Erinnerungen an den Film (obwohl ich ihn mehrmals gesehen habe) sind eher schwammig, was aber ganz gut war für die Lektüre des Buches. Denn der Film basiert nur lose auf diesem Kurzroman von Capote.


    Der namenlose Erzähler lebte früher einmal (während des Kriegs) im selben Haus wie Holly Golightly. Ein gemeinsamer Bekannter hat nun von ihr gehört, weshalb der Erzähler sich an die damalige Zeit mit ihr erinnert.


    Die noch relativ junge Society-Dame feiert gerne laute Parties, lebt eigentlich von nichts bzw. lässt sich von Männern aushalten. In ihrer Umgebung sind die meisten fasziniert von ihr. Eines Tages taucht ihr Ehemann auf, wodurch Hollys Vorgeschichte dem Erzähler bekannt wird wird. Als 14-jährige Waise hat sie den wesentlich älteren Landtierarzt Dr. Golightly geheiratet, damit sie und ihr Bruder versorgt waren. Relativ bald lief sie aber weg, zuerst nach Hollywood, danach dann nach New York. Sie war der Meinung, dass eine Heirat in diesem Alter eigentlich nur illegal gewesen sein kann. Nun schlägt sie sich in New York durch und möchte einen reichen Brasilianer heiraten.


    Die Holly Golightly im Buch wirkt auf jeden Fall anders als die Figur, die man aus dem Film kennt. Sie ist blondiert und extrem kurzsichtig, weshalb sie nur mit Sonnenbrille unterwegs ist, auch zuhause. Interssant fand ich deshalb die Information, dass Capote wohl Marily Monroe für die Filmrolle als Wunschkandidatin hatte. Diese lehnte aber auf Anraten ihres Agenten ab, da die Rolle eines "leichten Mädchens" ihrem Image schaden könnte. Audrey Hepburn sagte zu, was aber Capote nicht besonders gepasst hat.


    Der Film ist als Komödie mit Happy End ausgestattet worden, wohingegen das Buch sehr offen endet. Holly, die (unwissentlich?) einem Gangsterboss zugearbeitet hat, wird von der Polizei verfolgt und flieht nach Brasilien, wo sich dann ihre Spur verliert. Der Erzähler bekommt noch eine Postkarte aus Südamerika, dann hört er erst Jahre später, sie wäre wohl in Afrika gesehen worden. Nur für ihre Katze findet er ein echtes Zuhause.


    Capote schreibt sehr leicht und locker, das Buch ist gespickt mit umgangssprachlichen Formulierungen, die mir nicht immer was gesagt haben (amerikanisches Englisch aus den 40ern lese ich kaum). Holly selbst ist eine Figur, die für mich ein Rätsel geblieben ist, vermutlich weil sie auch für den Erzähler ein Rätsel ist. Der Schluss hat mich dann doch berührt, aber eher wegen der Katze :). Aus dem Buch wird übrigens nicht klar, warum es "Breakfast at Tiffany's" heißt. Sie geht dort einfach gerne hin, wenn es ihr schlecht geht. Die Szene aus dem Film, wo sie morgens vor dem Schaufenster frühstückt, gibt es im Buch nicht.

    „Es geht uns gut“ habe ich dieses Jahr gelesen. Ich fand es ganz ok, nicht wahnsinnstoll, aber so, dass ich es relativ schnell gelesen hatte. Sobald es die „Drachenwand“ als Taschenbuch gibt, werde ich es mir zulegen.

    Bei den Ketten gibt es solche und solche Filialen, finde ich. Zumindest bisher hatten die beiden großen Hugendubel-Filialen noch eine gute Auswahl, v.a. auch im Sachbuchbereich. Da konnte man lange stöbern und vergleichen, wenn man was gesucht hat. Bei Sachbüchern finde ich es schwierig, im Internet zu kaufen; da würde ich schon gerne vorher im Buch blättern.


    Englischsprachige Bücher muss ich sowieso meist im Internet kaufen. Früher gab es sogar mal eine Hugendubel-Filiale, die nur englischsprachige Bücher geführt hat. Das waren noch Zeiten... So ein Waterstones in München wäre da schon was ;).

    Irgendwann muss ich nochmal hingehen und es mir dann in Ruhe anschauen. Vielleicht finde ich mich dann besser zurecht. Kann gut sein, dass das zukunftsweisend ist, die geringe Auswahl an Büchern ist aber trotzdem ärgerlich.

    Hugendubel eröffnet die „Filiale der Zukunft“ in München am Stachus:


    https://presse.hugendubel.com/…kunft-am-munchner-stachus


    Mittlerweile komme ich selten in die Münchner Innenstadt. Heute wollte ich mal gemütlich nach Büchern stöbern und bin zur Filiale am Stachus gefahren. Die ehemals riesige Filiale am Marienplatz wurde ja erheblich verkleinert und bietet inzwischen viel Krimskrams und nicht so viele Bücher, weshalb die Filiale am Stachus die letzte „echte“, gut sortierte Buchhandlung mit viel Auswahl war.


    Ich wusste nichts vom Umbau und war entsprechend entsetzt, als ich reingekommen bin. Es ist schwer, sich zurechtzufinden. Ich bin wohl einer der wenigen Menschen, der tatsächlich in Kategorien wie Sachbuch oder Belletristik denkt. Und wenn man dann was gefunden hat, gibt es wenig Auswahl und alles ist total wirr präsentiert. Wenn ich da an die alte Filiale denke, könnte ich heulen. Zerstört und ersetzt durch irgendeinen doofen Event-Gedöns-Mist. Der viele Platz, der mit Büchern gefüllt sein könnte... Stattdessen Co-Working-Space und Eventküche, grrrr...


    Wie findet ihr sowas?

    Verplempert hab ich extrem viel Zeit. Jobsuche. Zwei Monate bei einem sinnlosen Kurs vom Arbeitsamt gesessen der mir nur Energie geraubt hat.

    Dann neuer Job. Umstellung. Komplett erledigt am Abend und keine Lust zu lesen. Dafür unendlich viele Serien geschaut.

    Das hatte ich vor einigen Jahren auch. Man hätte eigentlich Zeit, aber ist so genervt, dass man nicht lesen kann.


    Inzwischen geht es wieder, aber ich habe eine Arbeit, bei der es zeitweise sehr anstrengend sein kann. Dann kann ich nur Blödsinn lesen oder Spiele auf dem Tablet machen :P.

    Dieses Jahr habe ich viele Zweitlektüren gelesen, und auch einiges von Agatha Christie. Bei den neu gelesenen Büchern waren kaum Klassiker dabei; auch nichts Überragendes. Das beste Buch kam jetzt gerade (fast) zum Schluss: "Die Kapuzinergruft" von Joseph Roth.


    Zefira : mit Margaret Atwood konnte ich nie soviel anfangen, "The Blind Assassin" habe ich vor Ewigkeiten mal gelesen. "Hag-Seed" würde mich evtl. mal interessieren. "Arthur and George" hat mir gut gefallen, ich mag Julian Barnes generell ganz gerne.

    Zefira   Firiath : An die Verfilmung kann ich mich kaum erinnern, auch an keine Kontroverse. Das hätte ich damals wohl aber nicht mitbekommen, ich war noch in der Grundschule. Zur Bavaria-Film-Stadt: ja, man konnte auf Fuchur reiten! Das war toll. Das Boot habe ich dann auch später gelesen und gesehen.


    Die "Drei Männer im Schnee" habe ich letztes Jahr im Winter gelesen, es hat mir gut gefallen. "A long way down" habe ich vor vielen Jahren mal geschenkt bekommen und habe es nie fertig gelesen. Ich bin auf deine Eindrücke gespannt; dann kann ich überlegen, ob ich es nochmal probiere...