Beiträge von thopas

    Warum der Roman nun den "Gattopardo" im Titel trägt, und nicht mehr den "Leopard" ist klar und einsichtig. Aber trotzdem stimme ich Sir Thomas zu, daß ein italienisch-deutscher Mischtitel etwas seltsam anmutet...


    Ich habe mir den Roman jetzt auch gekauft, leider war nurmehr die neue Übersetzung im Buchladen, so konnte ich keine Vergleiche anstellen.


    Viele Grüße
    thopas

    Hallo Jaqui,


    danke für deine Meinung zu diesem Buch. Ich habe mir letztes Jahr die New York Trilogie von Paul Auster gekauft, deren erster Teil ja Die Stadt aus Glas ist. Und ich habe das Buch nach ca. 50 Seiten wieder abgebrochen, weil ich gar nicht verstanden habe, was die Geschichte sollte. Ich dachte, es wäre evtl. nicht der richtige Moment für mich, dieses Buch zu lesen. Aber wenn ich jetzt lese, was du geschrieben hast, überlege ich, ob ich dem Buch überhaupt noch eine Chance geben soll... Dabei wurde mir von einigen Leuten Paul Auster wärmstens empfohlen :rollen:


    Viele Grüße
    thopas

    Hallo zusammen,


    ich habe vor kurzem durch Zufall folgendes Buch entdeckt: The Master (auf deutsch Porträt des Meisters in mittleren Jahren) von Colm Tóibín. Der Roman handelt von Henry James' Leben im Zeitraum von ca. 1895 - 99; er beginnt mit der eher mißglückten Uraufführung seines Theaterstückes Guy Domville im Januar 1895 und schildert hauptsächlich James' Gedanken und Gefühle, seine Wahrnehmung der Welt. Bisher gefällt mir das Buch sehr gut, es vermittelt eine wundervolle Stimmung, wie sie auch James' Romane vermitteln.


    Als Vergleich dazu werde ich dann auch noch Author, Author (auf deutsch Autor, Autor) von David Lodge lesen, das die Phase im Leben von Henry James beschreibt, bevor das Stück Guy Domville aufgeführt wurde und James' Zweifel schildert, ob das Stück ein Erfolg werden wird. Lodge hat dieses Buch interessanterweise im selben Jahr veröffentlicht, wie Tóibín seinen Roman über Henry James (2004). Ob sich beide Autoren rein zufällig mit demselben bzw. einem sehr ähnlichen Thema befaßt haben?


    Viele Grüße
    thopas


    Da ihr partout nicht zum Raten aufgelegt seid: "Mein" erster Satz steht in Peter Ackroyds Roman "Chatterton".


    Die Leserin


    Da hätte ich lange raten können, und wäre nicht darauf gekommen. Dabei fand ich das Buch ganz gut, genauso wie Hawksmoor. Ich habe mir übrigens Dan Leno and the Limehouse Golem von Ackroyd schon zugelegt. Bin schon sehr gespannt, wie es mir gefallen wird; wobei man ja mit Ackroyd nicht viel falsch machen kann :smile:


    Viele Grüße
    thopas


    Übrigens betrachte ich Quarto - wenn's denn tatsächlich Quarto sein soll - allerhöchstens als XL, nicht als XXL ... :winken:


    XXL wäre dann wohl Folio :zwinker:


    Für mich sind diese "Schinken" übrigens nichts, da sie einfach zu schwer/unhandlich sind. Und da ich Bücher gerne auch unterwegs mitnehme, sind normale Taschenbücher einfach am praktischsten.


    Viele Grüße
    thopas


    Ich habe die neue Übersetzung vor ein paar Jahren gelesen. Hat mir sehr gefallen (kann aber zu wenig Italienisch, um etwas über die Qualität aussagen zu können). Immerhin, wenn ich mich richtig erinnere, enthält die neue Übersetzung auch einen oder zwei Teile des Romans, die bisher der Zensur zum Opfer gefallen waren.


    Gruss


    Uhu


    Danke für die Information. Ich kann auch nicht so gut Italienisch, als daß ich da Fehler bemerken würde.
    Ich werde mir wohl die neue Übersetzung zulegen, dann können wir auch vergleichen, wo die Unterschiede sind.


    Ich würde mich auch freuen, wenn die Leserunde zustande kommt.


    :winken:
    thopas

    Hallo Sir Thomas,


    da würde ich evtl. mitlesen, wenn eine Leserunde zustande kommt. Allerdings lese ich eher langsam und würde dann wahrscheinlich etwas "hinterherhinken" :breitgrins:.


    Es gibt ja inzwischen eine Neuübersetzung aus dem Piper-Verlag mit dem Titel Der Gattopardo. Hier habe ich eine Kritik dazu gefunden. Ich werde nächste Woche mal in einer Buchhandlung schauen, ob ich die zwei Übersetzungen vergleichen kann. Es sind wohl einige Textstellen hinzugekommen.


    Viele Grüße
    thopas


    Es war ein sehr vergnügliches Leseerlebnis! Ich liebe solche rasanten Komödien, wo sich alle paar Seiten die Situation grundlegend ändert und man sich immer fragt, was kommt wohl noch alles? Nur schade, daß die unbekannte Leiche dann zum Schluß nicht mehr auftaucht. Das hätte vielleicht einen noch etwas runderen Schluß gegeben. Aber es war auch so sehr gut...


    :winken:
    thopas

    Hallo finsbury,


    ich habe bisher nur noch Gaudy Night gelesen, was mir auch sehr gut gefallen hat. Ich werde definitiv noch mehr von Sayers lesen.


    Ich habe heute übrigens mit The Wrong Box angefangen. Beginnt schon sehr amüsant und vielversprechend!


    Viele Grüße
    thopas

    Hallo Madeleine, hallo zusammen,


    ich habe nichts dagegen, Dramen zu lesen, trotzdem mache ich das eher selten. Woran das liegt? Bei Romanen/Erzählungen fällt es mir leichter, im Text zu bleiben. Bei Theaterstücken stören mich etwas die Bühnenanweisungen, die holen mich immer wieder aus dem Text heraus. V.a. wenn es recht ausführliche sind, wie bei Shaw oder Ibsen. Da ist mir dann ein Stück von Shakespeare lieber, wo die Anweisungen sich meist auf "enter xy" und "exit xy" beschränken. Außerdem fällt es mir schwer, mir so eine genaue Ortsbeschreibung vorzustellen. Ich kann mir sowieso nicht merken, ob die Tür links oder rechts ist und wo der Tisch steht. Da ist es dann bestimmt sinnvoller, man sieht eine Aufführung.


    Die Sprache bei Dramen stört mich eher weniger. Ich habe allerdings in England mal eine Aufführung von Schillers Don Carlos auf englisch gesehen. Da war die Handlung für mich leichter verständlich, als es beim Lesen des Stückes war. Dazu muß ich aber sagen, daß ich noch keine deutschsprachige Aufführung des Stückes gesehen habe. Möglicherweise ist es ja auf der Bühne (in einer guten Inszenierung, mit guten Schauspielern) dann genauso gut verständlich.


    Lyrik lese ich nur sehr selten, Versepen und Verserzählungen mag ich aber ganz gerne. Doch die sind leider etwas anstrengender zu lesen als Prosaerzählungen. Deswegen kommen sie bei meiner Lektüreauswahl meist zu kurz.


    Viele Grüße
    thopas

    Ich bin gerade auf den letzten Seiten von Dorothy Sayers' The nine tailors (Der Glockenschlag). Mein Mann meinte, das Buch wäre eher langweilig bzw. wenig ereignisreich, aber das kann ich nicht bestätigen. Ich fand es sehr unterhaltsam und spannend. So unterschiedlich können die Meinungen zu einem Buch sein....


    :winken:
    thopas


    natürlich ist E.M. Forster ein literarisches Schwergewicht. "Howard`s End" ist ein Meisterwerk.


    Hallo Leserin,


    ich habe damit nicht E.M. Forster generell gemeint. Howards End und A Passage to India (was ich noch nicht gelesen habe) werden ja zumeist als seine besten (und auch tiefgründigsten) Werke gehandelt. A Room with a view wirkt da etwas leichtfüßiger und dadurch auch seichter, wie eine romantische Komödie. Solche Werke werden in der Literatur ja oft als weniger bedeutend eingeschätzt; deshalb meine Bemerkung. Es liest sich so leicht und unbeschwert, obwohl doch eigentlich mehr dahintersteckt. Deshalb ist es mein Lieblingsbuch von Forster.


    :winken:
    thopas


    Ich halte die literaturwissenschaftliche Ansätze aus dieser Ecke (Strukturalismus und Semiotik) für sehr ergiebig, da sie sich auf Deskription konzentrieren und vergleichsweise wenig spekulativ sind.


    Mit Strukturalismus durfte ich mich an der Uni schon beschäftigen. Die Semiotik wurde natürlich auch angerissen, aber eingehender habe ich sie dann nicht kennengelernt. Ich scheue auch immer ein bißchen vor diesen Theorien zurück, weil man sich ja doch etwas anstrengen muß, um durchzublicken; das geht leider nicht nebenbei. Und leider habe ich auch nicht mehr soviel Zeit, wie damals an der Uni, um mich konzentriert mit diesen Themen auseinanderzusetzen :zwinker:. Trotzdem werde ich mal schauen, wie weit ich komme...


    Ich bin ja heute davon überzeugt, dass Eco sein Buch (wie die Engländer sagen) "tongue in cheek" verfasst hat - d.h. als eigentliche Intellektuellenverarsche.


    Das könnte durchaus stimmen.


    Um die Semiotik habe ich bisher immer einen Bogen gemacht. Vielleicht sollte ich mich mal mit Eco als Semiotiker beschäftigen. Gibt es da empfehlenswerte "Einsteigerlektüre"? Möglicherweise bröselt Der Name der Rose dann auch noch irgendwann bei mir :zwinker: (ob das allerdings wünschenswert ist?)


    Warum muss jemand sich "outen" weil er diesen Roman gelesen hat, auch wenn es mit :smile: verbunden ist ?


    Irgendwie sind die Stimmen gegen Eco hier deutlicher rausgekommen, wahrscheinlich, weil sie nachdrücklicher vertreten wurden. Bei nochmaligem Durchlesen des Threads habe ich jetzt gemerkt, daß es durchaus Leute gibt, denen Der Name der Rose gefallen hat.




    Zum letzten Satz allerdings muss ich gestehen, dass ich genau das Gegenteil erfahren habe: Der Name der Rose ist ein Buch, das bei einer Zweitlektüre jämmerlich in sich zusammenfällt. Professorenliteratur: Eco weiss ganz genau, wie ein Roman konstruiert sein muss, und er folgt der Bastelanleitung getreulich. Mit dem Resultat, dass man bei einer Zweitlektüre sieht, wie schlecht die Scharniere verkleidet sind, wo der Konstrukteur den Zirkel eingesteckt hat etc. etc.


    Das kann ich jetzt nicht bestätigen. Ich lese Bücher eigentlich meist, ohne sie zu zerpflücken und literaturwissenschaftlich zu analysieren (Literaturwissenschaft war übrigens nur mein Nebenfach; mir liegt dieses Analysieren nicht so besonders :zwinker:). Ich habe also auch bei der Zweitlektüre keine Zirkelstiche etc. bemerkt. Diese liegt aber auch schon ca. 10 Jahre zurück. Bin gespannt, ob eine dritte Lektüre immer noch dasselbe Ergebnis erzielt.

    Ich muß mich hier dann auch mal als Der Name der Rose-Fan outen :smile:. Ich habe das Buch zweimal gelesen (das erste Mal als ich noch auf der Schule war) und ich habe es hauptsächlich als spannenden Mittelalter-Krimi gelesen. Auch bei der zweiten Lektüre hat es wieder Spaß gemacht (ich habe von den philosophischen und kirchengeschichtlichen Passagen wohl aber auch nicht viel mehr verstanden).


    Von Eco habe ich sonst nur das Foucaultsche Pendel (in einer englischen Übersetzung) gelesen, habe es aber nicht verstanden. Das hat mich auch dazu veranlaßt, nichts anderes mehr von ihm zu versuchen und das wird wohl so bleiben. Seine anderen Bücher reizen mich einfach nicht und wenn sie sowieso schwer verständlich/lesbar sind (aus welchen Gründen auch immer), dann reizen sie mich erst recht nicht.


    Irgendwann werde ich Der Name der Rose wohl noch ein drittes Mal lesen, einfach der Nostalgie wegen :zwinker:.


    :winken:
    thopas

    Ein richtiges Lieblingsbuch habe ich, glaube ich, gar nicht. Das ändert sich von Zeit zu Zeit immer mal wieder. Trotzdem fällt mir da ein Buch ein, das ich immer wieder gerne lese (ist eher kein literarisches "Schwergewicht", wie die von euch genannten :zwinker:) und das beginnt so:


    "The Signora had no business to do it," said Miss Bartlett, "no business at all. She promised us south rooms with a view, close together, instead of which here are north rooms, here are north rooms, looking into a courtyard, and a long way apart. Oh, Lucy!"
    (E.M. Forster, A room with a view)

    Hallo,


    so, ich habe den Michael Kohlhaas nun auch gelesen. Zur Kant-Krise kann ich leider nicht viel sagen, denn was man so über Kleists Leben in diversen Lexika und Literaturgeschichten findet ist nicht besonders ausführlich. Es wird zwar die Kant-Krise erwähnt, aber mehr auch schon wieder nicht. Manchmal wird noch auf den Brief verwiesen, den sandhofer zitiert hat.


    Das Thema der Erzählung (Novelle?) fand ich sehr interessant, da ja fast jeder mal irgendwann in eine ähnliche Situation kommt. Ich habe mich da auch schon öfter gefragt, wie extrem man gegen offensichtliches Unrecht vorgehen soll. Daß es bei Kohlhaas dermaßen umschlägt, liegt wohl auch am Tod seiner Frau; aber irgendwie kann ich ihn verstehen, daß ihn diese aufgeblasenen Adligen, die sich ständig von ihren Verwandten (welche in allen wichtigen Ämtern sitzen) decken lassen und das Unrecht vertuschen, ziemlich reizen. Das da mal einer "ausflippt" und dann über Leichen geht ist zu erwarten. Ich finde die psychologische Komponente an dieser Geschichte fast am spannendsten.


    Interessant ist auch, daß es dann wieder Passagen gibt, wo die Beamten verstehen, daß Kohlhaas Unrecht getan wurde, und ihm auch helfen wollen; dann aber trotzdem wieder bürokratisch was schiefgeht, oder zu viel Zeit vergeht und dann wieder einer querschlägt bzw. der Junker wieder zu jammern anfängt, und schon vergessen sie wieder, was eigentlich zu tun wäre. Auch daß niemand die Anzeige an den Kaiser zurücknehmen will, um Kohlhaas zu retten...



    Für mich sehr interessant sind auch die ganzen Zufälle, die im Kohlhaas eine entscheidende Rolle spielen. Und noch gar nicht erwähnt wurde der Zettel der Zigeunerin.


    Diese Zigeunerin hat mich eher irritiert. Ich wußte nicht genau, warum sie hier auftaucht. Nur um Kohlhaas eine Möglichkeit zu geben, sich am Kurfürsten zu rächen? War der Kurfürst derjenige, der sich an den Kaiser gewandt hat bzw. ihn dann nicht gerettet hat? Manchmal bin ich mit den Personen etwas durcheinander gekommen :redface:, es sieht so aus, als müßte ich die Geschichte gelegentlich nochmal lesen, um die Zusammenhänge genau mitzubekommen.


    Auf jeden Fall war es eine sehr interessante Lektüre, die viel zum Nachdenken anregt.


    Viele Grüße
    thopas