Was lest ihr gerade?

  • Ich kenne nichts von Arno Schmidt. Aber nach dem, was so im Forum steht, hat er z.T. auch merkwürdige Ansichten vertreten. Natürlich kann man auch einiges gegen den "Nachsommer" sagen und man muss vor allem Spaß daran haben, wenig Handlung und viel Atmosphäre zu erlesen, wenn man dieses Werk liest. Ich werde ihn auf jeden Fall noch einmal lesen.

    Ich habe mittlerweile die sehr unterhaltsame britische Wiederentdeckung

    Barbara Pym: Vortrefflliche Frauen in kürzester Zeit gelesen. Ein großer Spaß für Freunde der englischen Literatur und der Ironie, wie sie nur diese beherrschen. Im Nachbarforum habe ich dazu ein paar Zeilen geschrieben.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Danke, Finsbury!

    Ich habe vor vielen Jahren einmal einen Roman von Barbara Pym gelesen und bin ihr seither vor allem in Nebenbemerbekungen begegnet, weil sie gewissermaßen auch als Chronistin des von Dir auch angesprochenen anglokatholischen Soziotops gilt. Das würde mich an diesem Roman noch einmal besonders interessieren, weshalb ich mich über den Hinweis von Dir freue und das Buch auf meine Leseliste setze...

  • Ich habe gestern auf einer längeren Autofahrt die drei Teile des Hörspiels 'Verstand und Gefühl' nach Jane Austen gehört (Giesbert hatte dankenswerterweise darauf hingewiesen). Eigentlich ganz ordentlich gemacht, jedoch hat mich die Ähnlichkeit der beiden Stimmen von Marianne und Elinor sehr beim Hören verwirrt. Da hat jemand einfach schlecht gecastet.


    Die Folgen gibt es noch auf der Seite des Hessischen Rundfunks:

    https://www.hr2.de/podcasts/ho…l/podcast-channel248.html


    Hinweis auch an Zefira: Dort gibt es derzeit auch die zweiteilige Hörspielbearbeitung von Wassermanns "Fall Maurizius"

  • JHNewman: Danke, da werde ich mal reinhören. Der Plot ist sehr kompliziert und ich bin gespannt, wie das im Hörspiel gelöst wurde.

    Ich kann mich an eine mehrteilige Verfilmung erinnern, in der die Prämisse des Romans - ein mehrere Jahre zurückliegender Mord - mit Hilfe eines Puppenhauses nachgestellt wurde, um das Verständnis zu erleichtern.

  • Ich hab die ›Strudlhofstiege‹ kurz beiseite gelegt, um Christian Moser amüsantes ›Karl May. Die ganze Wahrheit‹ zu lesen: Karl Mays Leben, erzählt von Old Shatterhand. Hübsch illustriert, lustig und obendrein auch noch historisch völlig - oder sagenwirmal, da es mit Historie & Wahreit immer so eine Sache ist: so weit ich das beurteilen kann korrekt. Wer sich über Mays Leben informieren möchte, aber vor den diversen äh »seriösen« Biographien zurückschreckt, der kann das hier tun:


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  • "Alles, was wir geben mussten" von Kazuo Ishiguro. Zu Beginn fand ich es etwas fad, aber nach 100 Seiten hat es mich gepackt.


    Gruß, Lauterbach

    Der Film dazu ist auch sehr schön. Gar nicht reißerisch, mit stillen, bedrückenden Bildern, dennoch spannend.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Der Film dazu ist auch sehr schön. Gar nicht reißerisch, mit stillen, bedrückenden Bildern, dennoch spannend.

    Das glaube ich gerne. mir hat das Buch letztlich sehr gut gefallen, obwohl es sehr traurig endet. Gestern habe ich mit Stoner von John Williams angefangen, das lag schon einige Jahre hier.

    Gruß, Lauterbach

  • Helmut Zander, Geschichte der Seelenwanderung in Europa

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    und

    Romain Rolland, Johann Christof.

    Das hab ich gestern angefangen, weil ich letztes Jahr Stefan Zweig gelesen hatte, Die Welt von gestern. Gefiel mir (seit 2018 dem wunderbaren Wien verfallen) viel besser, als ich erwartet hatte. Und da geht es ja auch um die Freundschaft zu Rolland. Also doch mal ran an diesen Langroman, der mir jahrzehntelang immer wieder (in Antiquariaten und Sekundärliteratur) zwischengekommen war.

    Weit bin ich noch nicht. Finde die Schilderung des Baybdaseins am Anfang wunderbar.

    So muss ich mich auch gefühlt haben, hinausgestoßen in diese Welt ...

    Schönen Lesesonntag wünscht

    Berthold

    Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe; ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zu Erhaltung meines Geistes und meines Leibes bei. (G. C. Lichtenberg)

  • Alexander Granach "Da geht ein Mensch", autobiographischer Roman.


    Gruß, Lauterbach

    Oh, das Buch hat eine der schönsten Eingangssequenzen aller Zeiten! Diese erste Seite über Galizien ist ein Traum. Leider hat es für mich diese Qualität nicht durchgehalten. Die späteren Erlebnisse des Schauspielers Granach haben mich weniger gefesselt.

  • Oh, das Buch hat eine der schönsten Eingangssequenzen aller Zeiten! Diese erste Seite über Galizien ist ein Traum. Leider hat es für mich diese Qualität nicht durchgehalten. Die späteren Erlebnisse des Schauspielers Granach haben mich weniger gefesselt.

    Ja, die Eingangssequenz ist sehr schön. Ich bin gerade da, wo er nach Stanislau geht. Das Buch ist bisher kein Überflieger, sehr einfache Sprache, aber ich habe mich noch nicht gelangweilt.


    Gruß, Lauterbach

  • Ich habe mir "Drei" von Dror Mishani aus der Onleihe geholt, weil es in einem anderen Forum sehr gelobt wurde.
    Von Mishani kenne ich bisher nur Krimis (ebenfalls drei an der Zahl), dir mir gut gefallen haben. "Drei" ist - bisher jedenfalls - eine spannungsgeladene Beziehungsgeschichte um eine geschiedene Frau, ihren wiederverheirateten Ehemaligen und einen undurchschaubaren Liebhaber. Vielleicht heißt das Buch deshalb "Drei", ich habe allerdings erst ein Drittel gelesen.

  • Nachdem ich zu Jahresanfang "Vortreffliche Frauen" von Barbara Pym gelesen habe und sehr angenehm überrascht war über diese unaufgeregte und ironische Seelenzerlegung des britischen Mittelstandes in der Mitte des letzten Jahrhunderts, lese ich jetzt den antiquarisch erworbenen Roman "Tee und blauer Samt" (im Original "Crampton Hodnet") der gleichen Autorin und fühle mich ebenso gut unterhalten und bin mit einem Schlag Menschen kofrontiert, bei dem ein hohes Maß von Borniertheit mit dem Menschlichen Allzumenschlichen zusammenkommt.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Bin fertig und weiß jetzt, warum das Buch "Drei" heißt. Sehr empfehlenswertes kleines Buch mit mindestens zwei sehr überraschenden Wendungen.
    Jetzt aber zurück zu Oblomow aufs Sofa. 8)

    "Drei" hatte ich kürzlich im Buchladen schon mal in der Hand. Dank deiner Empfehlung hier werd ich es mir wohl demnächst kaufen oder .. ich schau auch mal in der Onleihe oder Bücherei ob sie es haben. Gute Idee.


    Zum Threadthema: Ich les gerade hauptsächlich den 2. Band "Der Abschiedsstein" der OstenArd Saga von Tad Williams und nebenher noch Kurzgeschichtenbände. Unter anderen "Zwist unter Zauberern" von Kurt Kusenberg. Da ich eigentlich nicht so der Kurzgeschichtenleser bin dauern solche Bände bei mir aber immer recht lang, weil ich da immer nur ab und zu ein, zwei Geschichten dazwischenschiebe. Wobei ich - wie auch in diesem Buch - die Kurzgeschichten oder Erzählulngen, die Ideen, manchmal auch nur Ideensprenkel, oft wirklich sehr gut, manchmal grandios finde - aber ich versinke halt lieber in etwas längeren Geschichten und bleib gern länger bei den Charakteren.

    "Lesen stärkt die Seele" (Voltaire)

  • Gerade für unseren Lesekreis nach der Erstlektüre von 2009 noch einmal gelesen:


    Olga Tokarczuk, Unrast.


    Auch bei der Zweitlektüre hat mir dieses Buch ungeheuer gut gefallen. Zusammenfassen kann man es nicht, da es viele Erzählstränge enthält. Obwohl die Autorin auf 450 Seiten viele Themen streift, viele Beobachtungen schildert und auch einige längere Erzählungen einfügt, kann ich sagen: ich habe mich keine Seite lang gelangweilt. Und die vielen Querbezüge auf andere Klassiker (Moby Dick, die Odysse etc.) machen das Buch auch zu einer schönen Entdeckungsreise.