Was lest ihr gerade?

  • Hallo,


    Ich fand das Schloss eigentlich sehr gut geschrieben, die ganzen Hinweise habe ich sicher nicht verstanden, aber mir hat die Atmosphäre sehr gut gefallen.


    Krieg und Frieden habe ich mal angefangen, aber dann wieder weggelegt. Ich bin mit den ganzen Namen komplett durcheinander geraten.


    Zurzeit lese ich Erebos, ein Jugendbuch indem es über ein gefährliches Computerspiel geht, dass die Jugendlichen sogar dazu bringt Morde zu begehen nur um ein Level weiter zu kommen. Hörte sich in der Beschreibung super an, aber die Charaktere sind dermaßen flach und nichtssagend und der Plot ist so einfach gestrickt dass man nicht mal mitdenken muss. Von der Faszination dass das Buch laut einigen sich überschlagenden Rezensionen ausübt spüre ich derzeit (nach 100 Seiten) noch gar nichts.


    Daher habe ich beschlossen nebenher was anderes, anspruchsvolleres zu lesen und habe zu Mrs. Dalloway gegriffen.


    Katrin

  • Moin, Moin!


    Wunderbare Beobachtungen, wunderbare Beschreibung einer menschlichen Innenwelt - ein bißchen erinnert es mich an die wunderbare Brigitte Kronauer.


    Die einzige Erwähnung der Kronauer in diesem Forum. Dank Perlentaucher stieß ich auf den belobten Band mit Prosaminiaturen <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/29094.html">Die Kleider der Frauen</a>, der auf meine Leseliste wandert. Irgendwelche Einwände?


  • Dank Perlentaucher stieß ich auf den belobten Band mit Prosaminiaturen <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/29094.html">Die Kleider der Frauen</a>, der auf meine Leseliste wandert. Irgendwelche Einwände?


    Lieber D.,


    natürlich! Schon aus Prinzip, will ich doch wissen, was passiert! :smile: Hier ist er also: EINWAND!!! Und nun? Was machst Du? :breitgrins:


    :winken:
    Poppea


  • Moin, Moin!



    Die einzige Erwähnung der Kronauer in diesem Forum. Dank Perlentaucher stieß ich auf den belobten Band mit Prosaminiaturen <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/29094.html">Die Kleider der Frauen</a>, der auf meine Leseliste wandert. Irgendwelche Einwände?



    scheint ein schöner Tipp zu sein. Danke Dostoevskij.
    Ich lese gerne Kurzprosa. Die letzten die ich las waren von Lydia Davis (Fast keine Erinnerung), die sehr gekonnt auch Kürzestprosa auf die Beine bringt.


    Grüße von
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Moin, Moin!


    Ich lese gerne Kurzprosa. Die letzten die ich las waren von Lydia Davis (Fast keine Erinnerung), die sehr gekonnt auch Kürzestprosa auf die Beine bringt.


    Bezüglich der Prosahappen hatte ich ja kürzlich Lichtenberg (nicht DER!) <a href="http://www.buecherlei.de/bman/lz/read02.htm#tiger">erwähnt</a>. Einen Eindruck <a href="http://www.buecherlei.de/misc/Vater.txt">gewinnt man hier</a>.

  • Hallo Lost, eine präzisere Stellungnahme interessiert mich nun - welche Probleme sind es, die du mit der japanischen Literatur hast?



    Ich lese soeben die Tagebücher 1946-1949 von Max Frisch,
    und Die Lebens-Ansichten des Katers Murr von E. T. A. Hoffmann,


    beides mit großer Freude.


  • Hallo Lost, eine präzisere Stellungnahme interessiert mich nun - welche Probleme sind es, die du mit der japanischen Literatur hast?


    Bei dem was ich gelesen habe, das sind hauptsächlich Erzählungen, sind es die die extreme Strenge der Form und der Drang zur vollständigen Poetik, die mich etwas hilflos machen. Es sind quasi Versuche asketisch zu erzählen. Das mag ein paar Mal ansprechend sein, bestimmt anspruchsvioll, damit verliert meiner Auffassung nach der Inhalt aber zu viel Raum. Askese ist ja kein verwerflicher Anspruch, reicht aber zwischen Frühstück und Mittagessen vollkommen aus :zwinker:


    Kennst du den Film "Kagemusha?" In diesem Film gibt es auch diese Elemente, hier sind die Bilder auch die Filmmusik für mich reizvoll gewesen, aber zum lesen wäre es mir zu formelhaft.


    Sagen wir es beispielhaft und nicht gerade schmeichelhaft für mich. "Die glorreichen Sieben" habe ich lieber gesehen als "Die sieben Samurais".

  • Hallo,


    mir geht es ähnlich wie Lost mit der japanischen Literatur. Das letzte was ich in dieser Richtung
    gelesen habe war "Der Tod des Teemeisters" von Yasushi Inoue und das hat eine große innere
    Leere bei mir hinterlassen wie selten ein Buch. Dabei ist das nicht schlecht geschrieben.


    Gruß, Lauterbach

  • mir geht es ähnlich wie Lost mit der japanischen Literatur. Das letzte was ich in dieser Richtung
    gelesen habe war "Der Tod des Teemeisters" von Yasushi Inoue und das hat eine große innere
    Leere bei mir hinterlassen wie selten ein Buch. Dabei ist das nicht schlecht geschrieben.


    Eine Kultur, in der Schriftzeichen gemalt werden, kann natürlich auch eine eigene Beziehung zur Erzählung entwickeln. So vieles ist zermoniell, was klassisch japanisch ist, das färbt wohl auch auf die Literatur ab, soweit sie sich der klassik verpflichtet fühlt.


    Was lesen denn die Japaner heutzutage am meisten?


  • Was lesen denn die Japaner heutzutage am meisten?


    Hallo Lost,


    ich würde sagen, auf jeden Fall Haruki Murakami.
    Daneben kenne ich noch einen Roman von Hiromi Kawakami (Herr Nakano und die Frauen), die zu den populärsten japanischen Autoren gehört und eine sehr sinnliche Prosa schreibt. Dann noch Banana Yoshimoto . Sie lese ich ab und zu auch sehr gerne (Kitchen, Federkleid .... ), sie hat so eine spezielle Art magische Momente in ihre Geschichten zu bringen.


    Ich mag die Melancholie, die aus japanischen Romanen strahlen, sehr gerne.


    Von Yasushi Inoue las ich kürzlich "Liebe". Drei Erzählungen. Wunderschöne Geschichten über Ehe, Liebe, Tod.



    Grüße von
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo Dostoevskij,


    ich antworte hier auf deine Anfrage im Faust-Thread:



    BTW, hätte ich dann gern von dir ein Statement bezüglich Bolanos "2666". Bevor man solch ein Mammutwerk als künftige Lektüre in Betracht zieht, sollte man sich einige Meinungen einholen. 100- bis 200-Seiter lese ich stattdessen öfter mal spontan, besonders wenn sie mir durch die Bibliothek (wie momentan wieder) zur Verfügung gestellt werden...


    mach ich. Ich bin im letzten Drittel, konkreter im 4. Buch "Der Teil von den Verbrechen", 1997, d.h. ich habe 4 Jahre protokollierte Morde an Frauen hinter mir. Nur so viel, es ist ein Buch das einen nicht loslässt. Der Wahnsinn der sich durch die Geschichte zieht ist so real, wie es global tatsächlich zugeht.


    Welche Eindrücke hast du gesammelt, bei deinem Reinlesen? 100 bis 200 Seiten sind doch schon eine gute Menge.


    Grüße von
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

    Einmal editiert, zuletzt von JMaria ()

  • Moin, Moin!


    Welche Eindrücke hast du gesammelt, bei deinem Reinlesen? 100 bis 200 Seiten sind doch schon eine gute Menge.


    Mißverständnis. Ich meine schmale Bücher per se, wenn deren Umfang so zwischen 100 und 200 pendelt, zumal bei heute gängigem größerem Druckbild: Sie lese ich gerne mal ohne die vielberühmten Vorrecherchen und Bedenken. Ich leihe sie aus und, zack, hat man sie auch schon gelesen. Und erstaunlicherweise sind überwiegend Perlen darunter.