Ein Klassikerforumswettbewerb für 2019

  • Ich werde meiner Liste noch "drei Reisende" hinzufügen.

    Als da sind: Moby Dick, Lord Jim und die Brüder Karamasow. Letztere werde ich als Reiselektüre ins Wohnmobil stellen, dann ist das Buch selbst ein Reisender.

    So macht man das :)

  • In meiner Resteliste habe ich „Die Kapuzinergruft“ durch den „Oblomow“ ersetzt. Ich habe gerade mit Joseph Roth begonnen und es gefällt mir sehr gut, das Buch werde ich dieses Jahr noch fertig lesen. Der „Oblomow“ dauert länger, ist also der bessere Kandidat für die Resteliste.

  • "Eine Meerfahrt", Firiath , werde ich nicht gleich zu Beginn des Jahres lesen. Ich melde mich aber früh genug und würde mich freuen, wenn du mittust. Es scheint dies eine sehr ungewöhnliche Eichendorff-Erzählung zu sein.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Seumes Spaziergang nach Syrakus“ gehört zu meinen Lieblingsbüchern. Ich hatte auch mal eine Leseprojekt „In Seumes Tonister“. Sehr interessant, was Seume unterwegs alles las.Leider bin ich immer noch nicht dazugekommen mal Sueton und Theokrit zu lesen.


    Zitat...

    Mein ganzer Tornister wurde ausgepackt, meine weiße und schwarze Wäsche durchwühlt, mein Homer beguckt, mein Theokrit herumgeworfen und mein Virgil beschaut, ob nicht vielleicht etwas französischer Konterband darin stecke...


    8)

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Heute hatte ich Lust, mit "Paris" von Emile Zola zu beginnen, und habe dem nachgegeben, obwohl noch nicht 2019 ist.

    Zunächst mal muss ich meine Liste berichtigen; "Paris" ist nicht (wie ich irrtümlich schrieb) der zweite Teil von Zolas Städtetrilogie, sondern der dritte. Die Hauptperson ist ein Priester namens Pierre Froment. Im ersten Teil reist er nach "Lourdes" (so der Titel), im zweiten Teil nach "Rom" und nun wird seine Tätigkeit in Paris beschrieben. "Lourdes" kenne ich, habe es anlässlich eines Besuchs in Lourdes vor ein paar Jahren schon gelesen. "Rom" kenne ich nicht, aber man kann "Paris" auch so lesen, denke ich.

    Der Aufwand an Personal ist enorm. Ich muss eine Liste führen. Aber Zola tut dem Leser den Gefallen und beschreibt jede Person glech bei Einführung recht genau mitsamt Aussehen, Charakter, Tätigkeit, Vergangenheit. Wenn man sich die entsprechende Seitenzahl aufschreibt, kann man notfalls zurückblättern.
    Ich mag Zola ganz gern, obwohl er bei jeder Gelegenheit moralisiert und mit Adjektiven um sich wirft. Er hat nichtsdestotrotz ein Gespür für treffende Formulierungen und viel Humor. Bis jetzt ist "Paris" unterhaltsam zu lesen und, wie man so sagt, "das Kopfkino kommt gut in Gang".

  • Hallo, liebe Mitforianer,


    dieses Jahr bin ich ja an meiner Liste grandios gescheitert, dennoch könnte ich mir vorstellen mit neuen, unbelasteten und deutlich weniger Büchern in den Wettbewerb 2019 zu starten. Hättet ihr denn auch Lust?


    Ich hätte da mal eine vielleicht nicht wirklich intelligente Frage?


    Was ist das eigentlich, dieser Klassikerforumswettbewerb?


    Ich bin den Thread rauf und runter, aber so richtig schlau geworden bin ich immer noch nicht.


    Grüße,


    Peter

  • Ein Wettbewerb ist üblichen Sinn ist es insoweit nicht, als man keinen Preis fürs Viellesen kriegt. :D

    Es wird auch niemand geteert und gefedert, der nicht schafft, was er sich vorgenommen hat.

    Einfach am Anfang des Jahres eine Liste aufstellen und posten, was man an klassischer Lektüre über das Jahr zu Lesen plant. Schön

    sieht es aus, wenn die Bücher einen gemeinsamen Nenner haben wie "Endzeitromane", "Romane aus dem Zeitraum 500 bis 200 vor Christus" oder "Bücher über gescheiterte Künstler" oder "Literatur aus der Neuen Welt" oder was auch immer.

    Der Fortschritt beim Abarbeiten der Liste wird dann hier nett dokumentiert und idealerweise jedes gelesene Buch kurz im Forum vorgestellt.


    Wenn ich was Falsches geschrieben haben sollte, möge bitte einer der alten Hasen hier korrigieren. Ich war bei der Erfindung des Ganzen auch nicht dabei.

  • @ Zefira, lieben Dank für die Antwort.


    Also dann versuche ich es einfach einmal:


    Ganz oben auf der Leseliste stehen dann bei mir: Gontscharows Oblomow und Isaak Babels Taubenschlag (Hanser).


    "Wer noch keine Babel-Ausgabe besitzt, tut gut daran, seine zweitbeste Hose für diese Edition in Zahlung zu geben."

    (Manfred Papst, Neue Zürcher Zeitung, 11.01.15)


    Ich habe schon verschiedene Babel-Ausgaben, aber diese muss es dann auch unbedingt noch sein.


    Dann folgt Proust - Auf Suche nach der verlorenen Zeit, aber da zweifle ich noch, ob der enormen Seitenzahl, (ist das wirklich ein muss-man-gelesen-haben Buch, oder eher ein bildungsbürgerlicher Schuldkomplex?)

    Von Hugos Elenden schrieb ich schon und vielleicht wäre E. T. A. Hoffmann endlich einmal an der Reihe, hier noch eine, für mich, wichtige Frage angehängt: Johnsons Jahrestage habe ich noch nicht gelesen, hier auch wieder wegen des Buches enormen Umfang, sollte man also, sollte man also lieber nicht?

    Außerdem brauche ich wohl eine neue Ausgabe des Mannes ohne Eigenschaften, meine jetzige Ausgabe löst sich langsam auf, ist arg zerlesen und die Seiten machen sich selbstständig.

    (Eine alte Taschenbuchausgabe von Rowohlt.)

  • Dann folgt Proust - Auf Suche nach der verlorenen Zeit, aber da zweifle ich noch, ob der enormen Seitenzahl, (ist das wirklich ein muss-man-gelesen-haben Buch, oder eher ein bildungsbürgerlicher Schuldkomplex?

    Ich bin als bekennender Proust-Fan vielleicht nicht der richtige, um hier zu antworten, aber: Ja, ich finde, diesen Roman muss man gelesen haben.


    Außerdem brauche ich wohl eine neue Ausgabe des Mannes ohne Eigenschaften, meine jetzige Ausgabe löst sich langsam auf, ist arg zerlesen und die Seiten machen sich selbstständig.

    Da würde ich die neue, nicht übel gelungene und recht preiswerte kritische Ausgabe bei Jung und Jung empfehlen:


    http://jungundjung.at/content.php?id=2&b_id=248

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Vult Wir haben einen eigenen Thread für die Listen: Der Klassikerforumswettbewerb 2019 - Die Listen

    Da sind alle schön übersichtlich untereinander.

    Gut, dann nenne ich meine Leseliste - eine Zeitreise durch Russland in fünf Büchern.


    Gontscharow, Oblomow


    Gogol, Sämtliche Erzählungen


    Isaak Babel, Mein Taubenschlag


    Jewgeni Jewtuschenko, Beerenreiche Gegenden


    Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit


    Proust ist zwar kein Russe, aber in den postfaktischen Zeitläuften von Multikulti lassen wir das mal gelten.

  • Da würde ich die neue, nicht übel gelungene und recht preiswerte kritische Ausgabe bei Jung und Jung empfehlen:


    http://jungundjung.at/content.php?id=2&b_id=248

    Danke für den Hinweis, das ist schon verlockend, allerdings bleibt da nur die Wahl zwischen Schuldturm und den Besitz dieser wohl doch recht gelungenen Ausgabe.


    Und so ein richtig zerlesener und zerfledderter, etwas fleckig und speckig aussehender Mann ohne Eigenschaften, der hat so seine gewisse Vita hinter sich und soll sein Gnadenbrot bekommen.

    Denn das Buch sieht nun mittlerweile aus, als ob es wirklich gelesen wurde, und das ist bei diesem Buch nun wohl keine Selbstverständlichkeit.

    (Aber im Februar habe ich Geburtstag und sehe so gewisse Chancen, für diese Ausgabe.)