Beiträge von JHNewman

    Anke Stelling gewinnt den Preis.

    Mir ist es völlig unverständlich, warum die Jury sich für Anke Stelling entschieden hat.

    Ich habe am Donnerstagvormittag auf der Messe eine Vorstellungsrunde besucht, bei der alle Nominierten der Kategorie Belletristik vorgestellt wurden und auch jeweils ein kurzes Stück aus ihrem Buch lasen.


    Rein literarisch gesehen halte ich ihr Buch für das am wenigsten überzeugende der fünf. Gleichwohl waren alle der vorgestellten Autoren sympathisch und haben auch im Gespräch Erhellendes über ihre Bücher sagen können. Besonders gut kam beim Publikum Jaroslaw Rudis an, dessen kurze Lesung regelrecht zu einem Happening geriet. Er verstand es auch besonders gut, die Sachsen in sein Thema einzubeziehen, da ja in der Schlacht von Königgrätz, die gewissermaßen eine Urkatastrophe nicht nur der österreichischen Geschichte, sondern auch seines Buches ist, die Sachsen gemeinsam mit Österreich gegen die Preußen verloren...

    Ich merke bei mir so einen gewissen inneren Widerstand. Das hat damit zu tun, dass sich jemand, der äußerlich und im Habitus so sehr auf 'Schriftsteller' macht, schon sehr anstrengen muss, um mit seinen Texten dann auch einzulösen, was er im Habitus darstellt oder darstellen will. Man könnte auch sagen: Punktabzug in der B-Note. :)


    Mir fällt das dann im Vergleich zu anderen Autoren auf, die viel ungekünstelter und zugänglicher daherkommen, bei denen man überhaupt keine Allüren spürt und die man auf der Straße ansprechen könnte, ohne das Gefühl zu haben, ihnen zu nahe zu treten. Deren Texte wirken auf mich dann auch authentischer und vor allem geerdeter (so wie gerade in Leipzig etwa Nawrat und Stanisic). Und im Ganzen auch überzeugender, weil ich in ihnen eine andere Form der Erfahrung wahrnehme, während bei Kaiser-Mühlecker für mich zuviel Verfeinerung drinsteckt. Aber es hat sicher beides seine Berechtigung und unterschiedliche Leser sprechen ja auch auf unterschiedliche Arten von Texten an.

    In Darmstadt war es mit 20 Zuhörern recht übersichtlich. Ein Sammler ( oder Händler?), der alle Romane gebunden dabei hatte.

    Mehr waren es in Leipzig auch nicht. Der Ort war allerdings sehr schön: eine alte, zur Kneipe umgebaute Apotheke in der Eisenbahnstraße.


    Der Autor - nun ja, er gibt selbst zu, Lesungen nicht zu mögen und sie während der ersten Jahre als Schriftsteller auch nicht gemacht zu haben. Eine hohe, sehr ton- und kernlose Stimme. Wirkt sehr ätherisch. Schaut nicht wirklich ins Publikum, sondern eher in eine unbestimmte Ferne, wenn er spricht. Mir fällt es schwer, das mit seiner ländlichen Herkunft und auch mit dem Thema seines Romans zusammenzubrigen. Da sind die Leute eher nicht so. Stilistisch spricht es mich eher weniger an, vor allem mag ich diese Reihung kurzer Sätze nicht so. Es sind allerdings schöne Landschaftsbeschreibungen im Text. Insgesamt hätte ich auch nicht so sehr den Bezug zu Stifter und Hamsun gesehen, sondern eher zu Peter Handke (vor allem wegen des übersensiblen Habitus...)

    Danke, Thomas, für den Bericht!


    Ich habe schon einen Roman von RKM gelesen (Fremde Seele, dunkler Wald), kann aber nicht sagen, dass er mich nachhaltig beeindruckt hätte.


    In Leipzig gibt es morgen abend eine Lesung von ihm, die ich gerne besuchen möchte. Danach dann mehr. :-)

    Jaroslaw Rudis habe ich heute beendet (einer langen Bahnreise sei Dank!).


    Mir hat das Buch Spaß gemacht. Großen Spaß sogar. Obwohl ich mir gut vorstellen kann, dass viele Leser es nicht mögen werden.


    Erzählt wird ein ziemlich skurriler Road-Movie. Der 99-jährige Wenzel Winterberg, eigentlich schon auf dem Weg ins Jenseits, und sein tschechischer Pfleger Jan Kraus begeben sich auf eine Reise durch die ehemaligen Kronländer der k.u.k.-Monarchie. Dabei hilft ihnen ein Baedeker-Reiseführer von 1913 - also die letzte Ausgabe vor dem Weltkrieg, der das Habsburgerreich dann in seine Bestandteile atomisierte. Ihre Reise unternehmen sie mit der Bahn, was das Buch neben einer Geschichte des Habsburgerreiches auch noch zu einer Geschichte des österreichischen Eisenbahnwesens werden lässt. Und beizu werden dann auch noch die persönlichen und familiären Traumata der beiden Hauptfiguren aufgearbeitet, die selbstredend auch die Traumata der österreichischen Geschichte sind...


    Für Menschen, die sich den Themen Geschichte und Eisenbahnwesen nicht abschrecken lassen, eine sehr vergnügliche, wenn auch mitunter doch etwas repetitive Lektüre...


    Damit steht jetzt aber meine Liste für den Preis der Leipziger Buchmesse fest:


    Mein Favorit ist ganz klar Matthias Nawrat.
    Danach Jaroslaw Rudis.

    Platz 3: Anke Stelling

    Platz 4: Kenah Cusanit


    Das Buch von Feridun Zaimoglu habe ich nicht gelesen und werde das wahrscheinlcih auch nicht tun. Der Autor ist furchtbar nett, aber seinen Erzählstil mag ich nicht wirklich. Daher läuft er für mich 'außer Konkurrenz'.

    Ja, ich auch!


    Das Buch "Die einzige Geschichte" habe ich letzte Woche gelesen. Die Geschichte geht schon unter die Haut, und das vor allem, weil sie aus großer Distanz im Rückblick erzählt wird. Der Erzähler, Paul, beginnt als Teenager eine Affäre mit einer sehr viel älteren verheirateten Frau. Er fühlt sich dabei verwegen und rebellisch, genießt die Beziehung bricht damit aus seiner spießigen und kleinbürgerlichen Herkunft aus. Was ihm überhaupt nicht klar ist: seine Geliebte hat viel tiefer reichende Probleme und ganz andere Bedürfnisse als ihm bewusst ist. Und so entwickelt sich die Beziehung in eine Richtung, die keiner von beiden erwartet hat. Paul ist viel zu unreif, um mit der Lage richtig umzugehen. Als Leser folgt man dem mit großem Mitgefühl, aber man kann nicht eingreifen. Als Paul der Ernst der Lage klar wird, ist alles zu spät und Susan nicht mehr zu retten. Der abgeklärte Blick aus der großen zeitlichen Distanz ist zwar einerseits sehr angemessen, er erlaubt dem Erzähler Einsichten und Reflexionen über das Geschehen, die dem jungen Paul unmöglich waren. Zugleich führt es aber auch dazu, dass vor allem der dritte Teil des Buches sich etwas zieht. Aber insgesamt: ein sehr lesenswertes Buch!

    Hier kriegt man schnell Minderwertigkeitskomplexe ;) was ich da so lese, wieviele Bücher ihr habt...

    Ach, dafür gibt es keinen Grund.

    Ich hatte früher auch sehr den Sammlertrieb und wollte unbedingt jedes Buch, das ich gelesen habe, auch besitzen. Aber das habe ich mir wieder abgewöhnt und bei Umzügen in den letzten Jahren auch viel entsorgt, verschenkt usw. Ich habe gerne Bücher um mich, aber ich muss nicht mehr alles haben. Bei jedem Buch, das ich jetzt lese, entscheide ich gleich anschließend, ob ich es behalten will oder wieder weitergebe, verkaufe etc. Und das tut mir und vor allem dem Platz in meinem Haus wirklich gut.

    Das hat mich ein wenig gewundert, aber es freut mich.


    Ebenfalls steht Olga Tokarczuk drauf, die im letzten Jahr ja den Preis für 'Unrast' gewonnen hat. Das Buch erscheint in diesem Jahr in einer Neuausgabe beim Kampa-Verlag.


    Jetzt ist der Roman erschienen, der auf Deutsch unter dem Titel 'Der Gesang der Fledermäuse' herauskam.

    Ich habe 17 Bücherregale und derzeit auch keinen Platz für weitere...

    Einen Überblick habe ich nur durch gelegentliches Räumen und mein Gedächtnis. Reicht aber meistens.

    Ich dokumentiere das nicht, zumal ich auch immer mal Bücher entsorge, verschenke, verkaufe oder in öffentliche Bücherschränke stelle. Ich versuche mich dazu zu erziehen, nicht alles, was ich lese, auch bei mir daheim zu horten.

    Eine Liste führe ich nur über gelesene Bücher, ohne weitere Kommentare dazu. In der Liste markiere ich nur Bücher, die ich für herausragend halte.

    Leseeindrücke halte ich selten fest - außer ich schreibe Beiträge hier im Forum oder notiere mir etwas für eine Diskussion in einem Lesekreis.

    Puh, heute habe ich Buch drei von der Liste beendet:


    Kenah Cusanit, Babel


    Von diesem Buch hatte ich mir recht viel versprochen, es stand WIMRE auf der Bestenliste des SWR, wurde gut besprochen und Klaus Kowalke von der Buchhandlung Lessing und Kompanie in Chemnitz hält es für den Favoriten für den Preis der Leipziger Buchmesse.


    Mir hat es leider ganz und gar nicht gefallen. Ich hatte beim Erzählstil der Autorin allergrößte Mühe, überhaupt in das Buch reinzukommen, bin beim Lesen auch immer wieder abgeschweift. Das Thema hat mich schon interessiert (es geht um die Ausgrabung des antiken Babylons durch Richard Koldewey), aber die Autorin hat es nur sehr punktuell geschafft, so flüssig zu erzählen, dass ich dem Erzählfluss folgen konnte. Ansonsten alles sehr fragmentiert, sehr sprunghaft und frei assoziierend, möglicherweise auch dem Gedankenfluss des an einer Blinddarmentzüngung erkrankten Helden geschuldet... Ich weiß nicht.


    Ich kann noch nicht mal sagen, dass das schlecht ist. Es ist wohl eher gut. Für mich aber einfach zu abgefahren und zu speziell. Ich mochte das nicht lesen und fand es wegen des fehlenden Flusses dann auch wirklich langweilig.


    Mein Favorit bleibt somit Matthias Nawrat.


    Nun beginne ich mit Jaroslaw Rudis.

    Nächste Woche bin ich von Mittwoch bis Samstag in Leipzig auf der Buchmesse.


    Ich freue mich u.a. auf:


    Matthias Nawrat

    Doris Knecht

    Julia Rothenburg

    Jaroslaw Rudis

    Hartmut Rosa

    Kenah Cusanit

    Frank Bösch

    Heinz Bude

    Jochen Schmidt

    Reinhard Kaiser-Mühlecker

    Wlodzimierz Borodziej

    Sasa Stanisic

    Feridun Zaimoglu

    ...

    Zwei Russen, die ich im letzten Jahr noch für mich entdeckt habe:


    Georgij Iwanow (sein meisterliches kleines Werk 'Zerfall des Atoms' gibt es neu bei Matthes &Seitz)
    Andrej Platonow


    (Sawinkow und Krzyzanowski hatte ich ja oben im Strang schon erwähnt)

    Ich habe nun den zweiten Roman von der Liste gelesen: Anke Stelling, Schäfchen im Trockenen


    Der Roman wird erzählt von Resi, die das Buch als Bericht bzw. Brief an ihre Tochter Bea verfasst.


    Resi gehört zu einer Gruppe von Exilschwaben in Berlin. Vier von ihnen kommen aus dem gleichen Ort, haben in den 80er-Jahren Abitur an der gleichen Schule gemacht, gehen später nach Berlin, wo sie sich nicht aus den Augen verlieren, sondern zunächst in WGs zusammenwohnen und anschließend ein gemeinsames Bauprojekt 'K23' realisieren. Während die anderen beruflich etabliert und erfolgreich sind, gehören Resi und ihr Partner Sven eher zum intellektuellen und kreativen Prekariat. Resi ist Schriftstellerin. Sie haben nicht das Geld, um sich an dem Bauprojekt zu beteiligen, können aber aufgrund der engen Verbindung zur Gruppe zur Miete in einer der Wohnungen der Projektmitglieder wohnen.


    Bis Resi in einer längeren Reportage und dann in einem Roman aus ihrem Leben, dem Leben des Freundeskreises und des sozialen Milieus erzählt, in dem sie lebt. Das nehmen ihr die Freunde so übel, dass sie aus der gemeinsamen Gruppe ausgestoßen wird. Ihr Mietverhältnis wird gekündigt und Resi und ihre Familie stehen nun vor dem Umzug - aus dem hippen Prenzlauer Berg in einen der Randbezirke. Anderswo können sie sich die horrenden Mieten nicht leisten.


    Erzählt wird also die Geschichte eines sozialen Abstiegs, wobei Resi erkennt, dass sie schon immer in der Gruppe der Schwaben eher am Rand gestanden hat. Während die anderen aus bürgerlichen Elternhäusern kamen, waren ihre Eltern einfache Leute. Bei ihnen wurde keine Hausmusik gemacht, es wurde zu Weihnachten nicht vierstimmig um den Flügel gesungen und in der Garage standen keine großen Autos, man fuhr nicht zum Skiurlaub. Während der Gymnasial- und Studienzeit spielte das keine Rolle, alle Freunde waren sich einig darin, bestimmte Statussymbole zu verachten oder wenigstens als unwichtig abzutun. Sie hatten ähnliche politische Ansichten, wollten die Welt verändern und 'anders' leben. Daher auch der Gedanke, später im Leben zusammenzubleiben und ein gemeinschaftliches Wohnprojekt zu verwirklichen. Doch während die anderen im Zuge der Saturierung und Famliengründung sich immer stärker zum bürgerlichen Mainstream entwickeln, verlieren Resi und Sven den Anschluss. Dabei merkt Resi immer mehr, wie viele kleine subtile Unterschiede zwischen ihr und den anderen bestehen. Zugleich erlebt sie im familiären Alltag, wie sehr sich das Leben mit vier Kindern in der Realität von dem unterscheidet, was sie sich darunter vorgestellt hat.


    Die Hauptthemenfelder des Romans sind also die Bruchlinien zwischen Wunsch und Wirklichkeit, Alltagserleben und Idealvorstellung, das Scheitern an eigenen Erwartungen an sich selbst - und die feinen Trennlinien, die gesellschaftliche Schichten voneinander unterscheiden.


    Soweit, so gut.

    In der Umsetzung hat es mich nicht wirklich überzeugt. Ich habe 100 Seiten gelesen, den Rest dann nur noch quer.
    Es gibt witzige Passagen, es gibt auch gute Analysen und Beobachtungen. Aber insgesamt hat sich der Roman für mich zu wenig bewegt. Zu viele Dialoge zwischen Kindern und Eltern, kleine Alltagsszenen, dann wieder soziologische Betrachtungen, Rückgriffe in die Geschichte und Biographien der Freundesgruppe. All das drehte sich irgendwann im Kreis und hat mich dann genervt.


    Immerhin gibt es am Schluss den Lichtblick, dass Resi mit ihrem Roman so erfolgreich wird, dass sie sich auf ihre eigene Art 'etabliert' und aus dem Schatten der Freundesgruppe heraustritt.


    Aber insgesamt für mich kein Roman, der den Preis der Leipziger Buchmesse verdient hätte.

    Hallo Thomas,


    gestern abend hatten wir unsere Diskussion im Lesekreis zu 'Die Katze und der General'. Morwen konnte seine Meinung also direkt vor Ort vertreten und seine Eindrücke zum Buch loswerden, was er auch vehement getan hat. :-) Ich kann ihm eigentlich in seinen Kritikpunkten zustimmen (ich habe allerdings nicht im anderen Forum gelesen). Das Buch hat Schwächen. Darüber waren sich auch die meisten Anwesenden (ca. 17 Personen) einig. Es gibt Klischees. Es gibt schwache Formulierungen, es gibt auch ein stilistische Unbeholfenheiten und ein paar regelrechte Grammatikfehler, die dem Korrektorat durchgerutscht sind. Alles richtig.


    Trotzdem waren fast alle von dem Buch sehr beeindruckt und angetan. Eine Leserin beschrieb es so: "Es ist ein großes Gemälde, bei dem nicht jeder Pinselstrich sitzt, aber das Gesamtbild stimmt." - Das trifft es für mich sehr gut. Und neben ein paar entgleisten Bildern gibt es auch sehr treffende Metaphern und Vergleiche.


    Ein entscheidender Faktor ist auch, ob man mit dem sehr orientalischen, überbordenden Erzählstil der Autorin klarkommt. Wenn Du sie live erlebt hast, wirst Du gemerkt haben: Die Frau kann sich schlecht kurzfassen. Wenn sie ein Thema anspricht, kommt sie in Fahrt und ist kaum zu bremsen. So ist es auch in ihrem Buch - sie erzählt viel, für manche manchmal zu viel. Jede Nebenfigur wird noch mit einer längeren Biographie ausgestattet, jedes Detail erklärt. Auch ist Diskretion nicht unbedingt ihre Stärke. Jedes Motiv wird nicht nur hingestellt, sondern auch erklärt und ausgeleuchtet, sodass man es auch unbedingt versteht. Eben großer Pinsel statt feiner Feder. Zugleich ging es uns aber fast allen so, dass wir merkten: Egal mit welchem Motiv und Thema sie ein Kapitel beginnt, sie erzählt uns immer etwas Interessantes, schafft eine Atmosphäre, leuchtet einen Aspekt der Handlung aus, sodass man ihr einfach gern folgt. Ich fand das Buch trotz der 750 Seiten überhaupt nicht langeweilig, sondern spannend bis zur letzten Seite. Es ist klug konstruiert. Figuren und Motive werden miteinander verschränkt und auch Stränge immer mehr zusammengeführt, bis man zu einem furiosen Schluss gelangt, der zugleich wieder ein neuer Anfang ist.

    Nache einer engagierten und tiefgründigen Diskussion waren wir uns darin ziemlich einig, dass die Autorin ihre großen Themen Krieg und die Zerstörung, die er im Leben von Menschen anrichtet, die politische Geschichte der Sowjetunion nach deren Zerfall, die große Frage nach Schuld und Sühne durchaus auf hohem Niveau und mit Sensibilität und komplex und klug verarbeitet. Mir persönlich gefiel dabei besonders gut, dass die Erzählstränge über einen langen Zeitraum verfolgt werden. Man erfährt, wie die Menschen vor dem Krieg lebten und dachten, wie der Krieg sie veränderte, und lernt aber dann die Situation zwanzig Jahre danach kennen.


    Ganz und gar nicht konnten wir einige Urteile aus der Literaturkritik nachvollziehen, die Autorin sei an ihrem Thema 'krachend gescheitert'. Dass man diese Buch so beurteilte, löste bei einigen der Teilnehmerinnen wirklich Kopfschütteln aus.


    Mir persönlich ging es sogar so, dass ich diesen neuen Roman besser fand als 'Das achte Leben' (während die meisten Kritiker und auch eine TN unserer Runde es anders herum bewerteten). Das hängt aber wohl damit zusammen, dass die surrealen Elemente bei Brilka nicht nicht so mein Ding waren und die historisch-politische Komponente in diesem neuen Roman eine größere Rolle spielte. Es war einfach insgesamt realistischer.