Was lest ihr gerade?

  • Ach soo .. . Aber du hast schon Recht. So ab dem Teil, wo sich der Bräutigam Plettenberg einmischt, wird es ein bisschen spießig, weil dessen Bräutigamsgefühle nicht verletzt werden sollen. Die Figur ist sowieso etwas widersprüchlich, und vielleicht ist es symptomatisch, dass der Briefroman mit Plettenbergs Beitrag abbricht.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Ich habe gestern mit Marion Poschmann "Die Kieferninseln" begonnen. Ein Mann träumt das seine Frau ihn betrügt, als Konsequenz reist er nach Japan und lernt einen jungen Japaner kennen, der sich umbringen will.


    Gruß, Lauterbach

  • Ich habe gestern mit Marion Poschmann "Die Kieferninseln" begonnen. Ein Mann träumt das seine Frau ihn betrügt, als Konsequenz reist er nach Japan und lernt einen jungen Japaner kennen, der sich umbringen will.

    Ist das Buch nun so absurd, wie Deine Zusammenfassung klingt?

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Ich habe am WE ein Buch der Shakespeare-Hogarth-Serie gelesen, "Macbeth" von Jo Nesbø. Titel selbsterklärend. Es ist mein zweites Buch aus der Serie, "Hexensaat" von Margaret Atwood (nach Shakespeares "Sturm") war das erste.

    "Macbeth" fand ich sehr, sehr gut. Die Umsetzung ist absolut überzeugend, und das Buch ist ausgezeichnet geschrieben, nicht so unpersönlich runtergehaspelt wie Krimis oft sind. Ich werde nicht alle Bücher der Serie lesen, aber evtl. noch die Othello- und die Lear-Adaptation. Die Hamlet-Adaptation von Gillian Flynn ist anscheinend gecancelt, leider.

    Ich habe "Macbeth" übrigens doppelt - ein Antiquariatskauf, Alzheimer lässt grüßen. Es ist aber ein unbenutztes, schönes, dickes Hardcover ohne Stempel oder dergleichen, wäre auch als Geschenk geeignet. Möchte es jemand haben? Ich würde es verschenken oder vertauschen.


    Kaufen* bei

    Amazon

    * Werbe/Affiliate-Links

  • Ist das Buch nun so absurd, wie Deine Zusammenfassung klingt?

    Schon, aber es ist ein sehr gutes Buch, aber absurd ist die Grundkonstellation schon. Es wird sogar noch absurder, der Japaner sucht immer neue, nach einer Anleitung, Orte auf um sich umzubringen, und immer wieder verhindert der Protagonist, das das gelingt. Es wird zu einer Reise durch Teile Japans. Marion Poschmann schreibt aber so, das das gar nicht absurd auf den Leser wirkt. ( Anmerkung: Es scheinen sich in Japan sehr viele junge Leute umzubringen, wenn man nach dem Buch geht)


    Gruß, Lauterbach

  • Ich hatte übrigens letztes Jahr ein aktuelles Buch aus Japan, in dem ein junges Paar heiratete, um den beiderseitigen Eltern zu entkommen. Es gibt offenbar dafür besondere Kontaktbörsen. Man heiratet und bezieht eine gemeinsame Wohnung mit zwei Schlafzimmern, ohne gemeinsame Kasse oder überhaupt irgendeine Gemeinsamkeit. Scheint dort ganz normal zu sein.

  • Ich hatte übrigens letztes Jahr ein aktuelles Buch aus Japan, in dem ein junges Paar heiratete, um den beiderseitigen Eltern zu entkommen. Es gibt offenbar dafür besondere Kontaktbörsen. Man heiratet und bezieht eine gemeinsame Wohnung mit zwei Schlafzimmern, ohne gemeinsame Kasse oder überhaupt irgendeine Gemeinsamkeit. Scheint dort ganz normal zu sein.

    Besteht nicht die Option, sich allein eine Wohnung zu suchen. Scheinbar nicht.


    Gruß, Lauterbach

  • Besteht nicht die Option, sich allein eine Wohnung zu suchen. Scheinbar nicht.


    Gruß, Lauterbach

    Die Wohnung war nicht das Hauptproblem (obwohl eine preiswerte Singlewohnung in Japan anscheinend auch nicht immer leicht zu finden ist), sondern es ging um die Nerverei der Eltern. Ich hatte das Buch aus der Onleihe, deshalb weiß ich den genauen Wortlaut nicht mehr, aber der Kontaktwunsch ging ungefähr so: "Junger Mann sucht alleinstehende junge Frau zum Heiraten, um der ständigen Kontrolle durch seine Eltern zu entkommen. Eheliches Zusammenleben im engeren Sinn nicht erwünscht" oder so ähnlich. Ich habe es tatsächlich so in Erinnerung, dass es in Japan im urbanen Bereich entsprechende Kontaktbörsen gibt, aber ich weiß natürlich nicht, ob es vielleicht bloß eine satirische Überspitzung war. Das Buch hieß "Das Seidenraupenzimmer".


    Kaufen* bei

    Amazon

    * Werbe/Affiliate-Links

  • Klar war das Ehearrangement nicht das Hauptthema der Buches. Ich hatte ein bisschen Probleme damit, dass der Name des von den Hauptfiguren benannten Herkunftsplaneten (sie glaubten ja beide, Außerirdische zu sein) für mich so entsetzlich infantil klang, so ähnlich wie PIppilotta Rollgardina. Vermutlich empfinden japanische Muttersprachler das anders. Aber das Buch hat einen sehr starken, fremdartigen, rabenfinsteren Reiz.
    Der "Ehemann", der mit der oben beschriebenen Kontaktanzeige eine "Scheinehefrau" suchte, ist übrigens derjenige, der in der Kritik als Hikikomori bezeichnet wird. Auch diese Verhaltensweise scheint eine japanische Spezialität zu sein. Ich habe schon öfter darüber gelesen.

  • Noch nicht ganz angefangen, aber morgen oder übermorgen: Hesperus von Jean Paul. Auch das wird der zweite komplette Durchgang sein, mit etwa 15 Jahren Abstand. Ich bin also vorgewarnt und werde, spätestens nach der letzten Vorrede, eine Personentafel erstellen.

  • Ich habe Die Bagage von Monika Helfer nun auch gelesen. Aufgrund der positiven Stimmen war ich sehr gespannt auf den Roman. Und ich wurde nicht enttäuscht.

    Ich fand den Stil sehr gelungen, auch die kurzen Einwürfe vom Leben der Ich-Erzählerin und wie sie das alles später sieht was passiert ist. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht zum Lesen. Das Leben im Dorf wird sehr gut beschrieben und ich kann mir durchaus vorstellen, dass es während dem Ersten Weltkrieg tatsächlich so zugegangen ist.


    Faszinierend fand ich den Zusammenhalt der Familie. Vor allem die Kinder. Einige der Kinder sind im Alter meines ältesten Sohnes (9) und übernehmen voll viel Verantwortung. Da hat sich das Leben in den letzten hundert Jahren wirklich sehr sehr viel verändert.


    Nun freue ich mich auf den nächsten Band: Vati

  • Mit Vati machst du nichts falsch. Bei mir wartet noch Löwenherz, der dritte Band.


    Gruß, Lauterbach

  • Löwenherz war das intensivste der drei Bücher, weil die Autorin das ja erlebt hat, in der Bagage war sie doch sehr auf die Erzählungen in der Familie angewiesen und vieles hat sie auch nach eigener Aussage geschrieben, wie sie sich vorstellen konnte, dass es so passiert sei.


    Ich habe die Einblicke in die Familie in allen drei Bändern sehr genossen.

  • Ein altes Taschenbuch meines Vaters von 1959 beinhaltet drei Theaterstücke des österreichischen Volksdichters Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862). Zumindest das TItelstück, "Der böse Geist Lumpazivagabundus", der sich noch an die Tradition der Wiener Zauberstücke anschließt, aber schnell sehr irdisch und satirisch wird, werde ich lesen, vielleicht auch noch die beiden anderen Stücke. Das biografische Vorwort war schon mal sehr interessant. Es gibt einen EInblick in die nachmozartische Wiener Theaterwelt und zeigt den umtriebigen Nestroy als Komödiendichter, vor allem aber auch genialen Schauspieler und erfolgreichen Geschäftsmann.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • finsbury erinntert mich an die Schulzeit, Nestroy und Raimund standen da hoch im Kurs bei uns. Wir haben einige Stücke gelesen und auch im Theater in Wien gesehen.


    Der Witz und die Satire werden dir sicher gefallen, die beiden haben sich oft in Traumwelten geflüchtet um Kritik am Establishment und der aristokratischen Gesellschaft zu üben, weil unter Metternichs Zensur war nicht mehr möglich.


    Es gibt auch eine Fortsetzung vom Lumpazivagabundus - "Die Familien Zwirn, Knieriem und Leim"