Beiträge von b.a.t.

    Proust hat mich wieder beeindruckt. Ich habe ja begonnen zweisprachig zu lesen. Zunächst frz., dann dt. aber ich hab es nicht ganz durchgezogen. Da frz. relativ gut funktioniert hat, hab ich großteils das Original gelesen (ist auch kürzer als die dt. Version). Was ich aber stückchenweise von der Bernd Fischer Übersetzung gelesen habe, hat mir eigentlich sehr gut gefallen. Ich finde, er hat den Ton Prousts ganz gut getroffen und ihn auch ins 21. Jh gebracht.


    Das Begleitbuch "Marcel Proust und die Gemälde aus der verlorenen Zeit" war eine wahre Bereicherung. Prousts literarische Pinselstriche wurden darin illustriert.


    Ich möchte aber mit Teil 3 etwas warten, brauche wieder anderen Input und beginne daher heute mit


    Mario Vargas Llosa - Lituma en los Andes (Tod in den Anden)

    finsbury ich hab das mit dem Fußball nur ironisch gemeint. Habe das Klischee aufgenommen und hingeworfen, so wies Nestroy auch oft macht.


    Mir ist schon klar, dass es auch kulturell einiges zu bieten gibt bei euch. Ich hatte mal bei einem Ferienjob zu Unizeiten bei euch zu tun und einige Städte kennengelernt.


    Und ich bin fußballgeprägt. Habe in meiner Kindheit viel Zeit bei meinem Großvater verbracht und wurde von klein auf mit dem Fußball, Tennis und Ski-Fieber angesteckt. Zumindest was Fußball betrifft, seid ihr sowohl Berlin als auch Wien weit überlegen (was bei Wien aber auch keine Kunst ist) :))

    Ihr habt ein paar wirklich interessante Museen. Kunst und Kunstgeschichte sind neben der Literatur und Reisen wichtige Lebensinhalte für mich. Ins Theater geh ich eigentlich nur noch selten. Noch seltener ins Kino.

    finsbury ich habe auch schon lange nicht gelesen oder gesehen


    Im Burgtheater vor vier oder fünf Jahren gab es das letzte Mal in einer Hartmann Inszenierung vom Lumpazivagabundus, ich habe es aber da nicht gesehen, sondern irgendwann Ende der 90er im Theater in der Josefstadt mit Karl Markovics (Die Fälscher)


    Ich habe es eigtl. schon als sehr satirisch in Erinnerung, vielleicht sollte ich mal wieder reinlesen.


    Ruhrpott-Theater bekomm ich so gut wie gar nicht mit :)) Dachte dort wäre Theater hauptsächlich in den Stadien :))

    finsbury erinntert mich an die Schulzeit, Nestroy und Raimund standen da hoch im Kurs bei uns. Wir haben einige Stücke gelesen und auch im Theater in Wien gesehen.


    Der Witz und die Satire werden dir sicher gefallen, die beiden haben sich oft in Traumwelten geflüchtet um Kritik am Establishment und der aristokratischen Gesellschaft zu üben, weil unter Metternichs Zensur war nicht mehr möglich.


    Es gibt auch eine Fortsetzung vom Lumpazivagabundus - "Die Familien Zwirn, Knieriem und Leim"

    Löwenherz war das intensivste der drei Bücher, weil die Autorin das ja erlebt hat, in der Bagage war sie doch sehr auf die Erzählungen in der Familie angewiesen und vieles hat sie auch nach eigener Aussage geschrieben, wie sie sich vorstellen konnte, dass es so passiert sei.


    Ich habe die Einblicke in die Familie in allen drei Bändern sehr genossen.

    Du hast gewonnen, 40 Jahre ist wirklich viel länger her als bei mir, ich war damals 7 und kannte höchstens die Zeichentrickserie von DQ, die damals im ORF lief.

    Vor ein paar Jahren hab ich mir die Windmühlen von Consuegra südlich von Madrid angesehen, hab aber leider vergessen zu kämpfen :))


    Ich hab mich nie an die spanische Version getraut, weil ich glaube, dass mir das alte Spanisch zu schwierig ist. Und ob es eine zweisprachige Ausgabe gibt, weiß ich nicht.


    Spannend wäre vielleicht auch die Tieck Version, wie ein Dichter den anderen übersetzt. Ich stelle an mir selber fest, ich durchlaufe gerade meine komparatistische Phase :D


    Es gibt so viele interessante Projekte, ... vielleicht mal in der Pension :))

    Para una tumba sin nombre: Das begegnete mir in einer Erzählungssammlung als "Grab einer Namenlosen".

    Ich habe es auf spanisch gelesen, müsste schauen, ob ich es auf deutsch in einem Erzählband evt. habe, aber der Name Grab einer Namenlosen erinnert mich an Imre Kertesz.


    Der Titel passt für mich auch nicht so gut, es geht ja nicht darum, dass eine Unbekannte beerdigt wurde, sondern, dass sie einen anderen Namen bekommen sollte für zumindest einen Protagonisten. Der suhrkamp Titel lautet Für ein Grab ohne Namen. Passender wäre eigtl. Ein Grabstein ohne Namen.


    Ich mag Onetti, Santa María und trotz seiner schwierigen Geschichte mag ich Argentinien als Land. Diese Freundschaft hat schon sehr früh begonnen. Literarisch hab ich meinen Faible auch weiter ausgebreitet auf ganz Lateinamerika )


    Santa Maria ist das argentinische Pendant zu Yoknapatawpha County von Faulkner. Ich habe noch gar nicht so viele Geschichten von Onetti gelesen, dies war die zweite oder dritte.


    Interessant finde ich den Ziegenbock der Rita begleitete. Auf spanisch el cabron, und dass kann auch Dreckskerl oder A****l*** oder Zuhälter bedeuten. Sie hat also den Zwang sich an einen cabron gebunden zu fühlen.

    Nach Onettis - Grab ohne Namen widme ich mich nun dem 2. Teil meines Proust Projekts.


    Ich lese die Originalversion parallel zur neuen dt. Übersetzung von Klaus Fischer und bin schon gespannt.

    Das wird mich eventuell längere Zeit in Anspruch nehmen.


    Marcel Proust - À la recherche du temps perdu


    À l'ombre de jeunes filles en fleur                                     Im Schatten junger Mädchenblüte

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    Faserland war nicht so interessant, ich kehre wieder zu meinen Freunden nach Argentinien zurück für kurze Zeit zumindest.


    Juan Carlos Onetti: Para una tumba sin nombre - Für ein Grab ohne Namen


    auch nur ein dünnes Büchlein

    Der Lariossik war wohl das einzig positive Überbleibsel vom Talberg-Clan.

    Dass einem manchmal das Leben dazwischenkommt ist ja klar und auch schön. Ostern war für mich eher Entspannung, drei Tage frei und viel Zeit zu lesen. Daher habe ich den Roman auch relativ schnell fertig gelesen.


    Das mit der Buffo Figur finde ich gut, ist der richtige Audruck dafür.

    Mittlerweile habe ich das Buch fertig gelesen. Beide Schlussvarianten. Wobei ich sagen muss, dass die Urfassung um ein paar Passagen verlängert ist, kleinere Nebenszenen gibt es noch.


    Die Petljuras werden endgültig vertrieben, die Bolschewiken "befreien" die STADT. Die Urfassung ist unredigiert und eventuell vom Verlag verkürzt worden, aber ich kann die Aussparungen auch verstehen. Sie tragen nichts zum Verständnis des Romans bei.


    Ich habe noch etwas im Netz recherchiert und eine sehr interessante Arbeit dazu gefunden. Da geht es darum, dass 2015 in Russland das Jahr der Literatur war, und bewusst alte Literaten herangezogen wurden, um das Ukraine-Bild in der Bevölkerung zu verunglimpfen. Die Propaganda wurde damals bewusst angeworfen.


    Das Pdf ist hier kostenlos herunterladbar:


    Michail Bulgakovs ukrainisches Lehrstück - Oleksandr Zabirko


    Kapitel 16 war interessant, weil aus der Sicht des Mobs auf der Straße geschrieben wird. Einer streut ein Gerücht und schon geht es wie ein Lauffeuer durch die Menge. Die Massen stürmen auf die Plätze und wollen den Helden Petljura sehen, behaupten wo er sei, was er mache, wissen aber eigentlich gar nicht von wem sie eigentlich reden. Dummes, blindes Gefolge gab es leider schon immer in der Geschichte. Leute jubeln jemandem zu, ohne zu wissen was die Intention der Person bzw. Gruppierung überhaupt ist.


    Amüsant fand ich, dass das erleuchtete Kreuz am Hügel von den Bolschewiken abgeschossen wurde und danach wie ein Schwert aussah, wie passend. Das Kreuz wurde durch das Schwert besiegt. Die Kirche auf Jahrzehnte ruhig gestellt.


    Ich habe das Buch gerne gelesen, die Familiengeschichte der Turbins und ihrer Freunde verfolgt. Was mir allerdings etwas gefehlt hat war, was sich in der STADT außerhalb des Turbinschen Radius abgespielt hat. Ich hätte gerne etwas über die aus Moskau und St. Petersburg geflohenen Eliten erfahren. Das waren ja wie die Turbins auch Monarchisten.

    Auf jeden Fall bin ich über weitere Werke von Bulgakow gespannt, für einen Debütroman eines Quereinsteigers fand ich ihn sehr gelungen.

    Mit der Erzählweise komme ich bis jetzt ganz gut klar. An das Hin-und Herspringen der Perspektive hab ich mich ganz gut gewöhnt. Ich lese das Buch auch gerne, bis jetzt hatte ich noch keine Stelle, bei der mich das Buch genervt hat.


    Es stimmt schon, dass die Personen nicht so sehr beschrieben werden, es wird nichts psychologisiert. Die Personen werden hauptsächlich durch Handlungen beschrieben, es gibt keine Einblicke in die Gefühlswelten der Akteur:innen. Das könnte man auch als emotionale Ausgelaugtheit sehen. Drei Jahre Weltkrieg und dann noch Umstürze und Revolution mit folgendem Bürgerkrieg. Die Emotionen sind ausgegangen.


    Ich habe noch ca. 100 Seiten vor mir bis zum Ende und dann nochmal ca 60 Seiten alternativen Schluss.