Was lest ihr gerade?

  • Während des letzten, leider wieder nur zweiwöchigen Wien-Aufenthaltes.

    Arthur Schnitzler:

    Traumnovelle

    Flucht in die Finsternis

    Spiel im Morgengrauen

    Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe; ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zu Erhaltung meines Geistes und meines Leibes bei. (G. C. Lichtenberg)

  • Max Dauthendey: Josa Gerth. Ein seltsamer, irgendwie impressionistischer Entwicklungsroman, vollgepackt mit Farben ... und

    Stefan Zweig: Die Welt von gestern.

    Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe; ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zu Erhaltung meines Geistes und meines Leibes bei. (G. C. Lichtenberg)

  • Elias Canetti: Die Blendung.

    Möchte ich, als zwar Nicht-Bibliotheksbesitzer (denn ich habe nur viele und immer mehr werdende Bücher) und Nicht-Sinologe (aber ein paar Semester hab ich da nebenbei mal abgesessen), aber Büchernarr seit über fünf Jahrzehnten, endlich mal gelesen haben. Verheiratet war ich ja auch mal :evil: also,

    letztes Jahr September im Grillparzer-Haus Wien ein Exemplar der Erstausgabe ausgestellt gesehen.

    Im Monat darauf ein Exemplar Büchergilde Gutenberg preiswert erworben ...

    und jetzt dabei.

    Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe; ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zu Erhaltung meines Geistes und meines Leibes bei. (G. C. Lichtenberg)

  • "Haus aus Sand und Nebel" von Andre Dubus III.

    Es geht um ein Haus in der Nähe von San Francisco, eine ziemlich armselige Butze wahrscheinlich, aber es ist für die alternierenden Erzähler des Romans enorm wichtig. Die Besitzerin ist eine junge Frau, die das Haus geerbt hat und ansonsten in jeder Beziehung gestrandet ist. Da sie Steuerrechnungen nicht bezahlt hat, wird das Haus versteigert. (Dass die Steuerrechnungen, wie sich herausstellt, gegenstandslos waren, ändert daran nichts.)

    Der Käufer des Hauses ist ein geflüchteter Iraner, der unter dem Schah ein hohes Tier war, klotzig verdiente und jetzt als Müllsammler und Tankstellenverkäufer arbeitet, um seine Familie durchzubringen. Das günstig erworbene Haus soll der Grundstein seines neuen Vermögens mit Grundstücksspekulation sein. Er gibt es auf keinen Fall zurück.

    Der Roman führt für beide Erzähler auf direktem Weg in den Abgrund; das weiß ich, weil ich den großartigen Film mit Ben Kingsley gesehen habe, aber ich wüsste es auch so. Eine eigenartige Untergangsstimmung beherrscht jedes Kapitel. Gut zu lesen.

  • Abgeschlossen: ›Herr Sonneborn geht nach Brüssel ‹ (empfehlenswert), angefangen: Julian Barnes, ›Der Lärm der Zeit‹, über Schostakowitsch in der Stalin-Ära. Da muss ich noch ein wenig Hintergrund nachlesen, bevor ich verstehe, worum es geht. Ich hab zu Schostakowitsch zwar ein paar Eckdaten im Kopf, aber das reicht wohl nicht.

  • Ich habe "Die Bertinis" von Ralph Giordano angefangen, weil mir morgen wieder eine Op mit nachfolgender langer Liegezeit bevorsteht. Das Buch ist schön dick und liest sich süffig. Es ist allerdings nicht immer einfach zu folgen, Giordano hat einen eigenwilligen Stil.

  • Alles Gute für die OP, Zefira!


    Ich hatte mal ein relativ freies Wochenende (kommt selten vor in letzter Zeit) und habe in bisschen Binge-Lesen gemacht...


    Zunächst die Re-Lektüre von Nawrats Roman 'Der traurige Gast', weil sich morgen unser Lesekreis dazu trifft. Dazu habe ich im Maron-Strang noch etwas geschrieben.

    Dann die sehr schöne Novelle 'Eine blassblaue Frauenschrift' von Franz Werfel.

    Danach die sehr ergreifende Erzählung 'Das Brandopfer' von Albrecht Goes. Das Buch habe ich vor vielen Jahren zum ersten Mal um den Karfreitag herum gelesen (so meine Erinnerung) und seither verbinde ich es mit dieser Zeit vor Ostern.

    Danach habe ich noch mit Jurek Beckers 'Jakob der Lügner' begonnen. Tatsächlich erstmalig...

  • Abgeschlossen: ›Herr Sonneborn geht nach Brüssel ‹ (empfehlenswert), angefangen: Julian Barnes, ›Der Lärm der Zeit‹, über Schostakowitsch in der Stalin-Ära. Da muss ich noch ein wenig Hintergrund nachlesen, bevor ich verstehe, worum es geht. Ich hab zu Schostakowitsch zwar ein paar Eckdaten im Kopf, aber das reicht wohl nicht.


    Das Buch von Barnes habe ich auch gelesen. In England (wohl auch in den USA) ist Schostakowitsch deutlich präsenter und populärer als bei uns. Es wäre mal interessant, über die Gründe nachzudenken... Eine noch weitaus literarisch anspruchsvollere Bearbeitung des Schostakowitsch-Themas findest Du übrigens in William T. Vollmanns Roman 'Europe Central'. Ein sehr empfehlenswertes Buch!

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  • Meine aktuelle Lektüre (wobei das nicht ganz das richtige Wort ist, da ich es als ungekürztes Hörbuch höre) hat mich mal wieder hierher gebracht. Bin aber sehr angetan:


    Heimito von Doderer: Die Strudlhofstiege


    Meine eigentliche Lektüre rückt dabei ein wenig in den Hintergrund.


    Karel Polácek: Die Bezirksstadt

  • Meine aktuelle Lektüre (wobei das nicht ganz das richtige Wort ist, da ich es als ungekürztes Hörbuch höre) hat mich mal wieder hierher gebracht. Bin aber sehr angetan:


    Heimito von Doderer: Die Strudlhofstiege

    Eines meiner Lieblingsbücher. Willkommen zurück!

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Herbert Kapfer: 1919. Fiktion


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    In diesem Buch ist keine einzige Zeile von Kapfer selbst, es ist eine Collage aus zeitgenössischen Romanen und (Auto)Biographien.


    Das finde ich sehr spannend und es belegt einmal mehr, dass gute Fiktion, resp. gute Literatur, die Befindlichkeiten der Zeit so gut einfängt, dass sie ebensogut eine historische Quelle sein könnte. Was wüssten wir ohne die Romane Fontanes über das innenleben der preußischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert?


    Kapfer stellt beschreibende Texte neben romanhafte Episoden, hohe Literatur gegen Kolportage. Und obwohl die Texte natürlich nicht dafür konzipiert sind, entsteht tatsächlich so etwas wie ein "Roman".

  • Meine Leserei ist völlig auseinandergefranst. Das Desaster mit meinen mehrfachen Fuß-Ops verhindert jede intensive Konzentration. Ich könnte, da derzeit an den Rollstuhl gebunden, die tollsten guten Bücher lesen, aber statt dessen liege ich auf dem Sofa, jammere über den dicken Fuß und verschlinge einen blutigen Krimi nach dem anderen. Auch mit dem Giordano bin ich vorerst nicht zurande gekommen.

    Nachträglich Danke für die guten Wünsche, JHNewman. Ein halbwegs normaler Alltag ist bei mir frühestens in vier bis sechs Wochen in Sicht.

  • Es ist aber auch schwierig, wenn man Schmerzen hat und Angst vor einer ungewissen Heilung. Da ist es doch ganz natürlich, dass man dann Ablenkung braucht. Mir geht es in Zeiten beruflichen Stresses nicht anders: Wenn ich dann nicht gerade einen einfach zu lesenden Klassiker wie Dickens, Gogol usw. vor der Nase habe, greife ich auch zu meiner Krimihalde.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

    Einmal editiert, zuletzt von finsbury ()

  • Geht mir wie finsbury. Wenn ich beruflich oder persönlich mehr als das übliche Maß Streß habe, lese ich kaum anspruchsvolle Literatur. Zumal ich oft finde, daß „anspruchsvoll“ oft auch „ernst“, wenn nicht gar „bedrückend“ bedeutet. Dann brauche ich etwas Heiteres und kann mit „Depriliteratur“ nicht viel anfangen.

    Die Herausforderung für mich besteht dann darin, etwas Heiteres zu finden, das nicht ins Seichte oder Alberne abrutscht.


    Ich wünsche Dir, Zefira, eine schnelle Genesung, laß den Kopf nicht hängen :trost: