Was lest ihr gerade?


  • Hallo Gina,


    wie ist denn Gaskell einzuordnen, d.h. welchen Stil pflegt sie?


    Gruß, Lauterbach


    Hallo Lauterbach,


    E. Gaskell lebte von 1810 - 1865 und ist "ein Kind ihrer Zeit": Wem also die viktorianischen Schriftsteller allgemein liegen, der sollte auch mit Mrs. Gaskell etwas anfangen können. Ihr Schreibstil selbst ist sehr flüssig und "lesbar".


    Interessant finde ich, wie vielseitig sie war: Sie konnte eine tragisch-traurige Handlung genauso überzeugend darstellen wie eine humorvolle, die schlichte tiefgläubige Landbevölkerung genauso gut wie intrigante Kleinstädter.



    Und schau mal hier:


    http://klassikerforum.de/forum…ad/2488.msg30329#msg30329


    Gruß, Gina

  • Ich habe heute den Essayband "Die Nachgeborenen" von Fritz J. Raddatz angefangen.
    Mir gefallen Raddatz' frühe Essays sehr gut, auch "Revolte und Melancholie" habe ich gerne gelesen. Leider erreichen neuere Arbeiten (z.B. "Schreiben heisst, sein Herz waschen") dieses Niveau nur noch selten.

  • Bin immer noch mit "Junge Frau von 1914" von Arnold Zweig beschäftigt: eine echte Entdeckung. Auch hier spielen die schrecklichen Ereignisse des Ersten Weltkrieges die bestimmende Rolle, aber diesmal zum großen Teil aus der Sicht der in der Heimat Zurückbleibenden, zum Teil noch im militaristisch-nationalistischen Rausch befangen, doch immer mehr desillusioniert, nicht immer durch Ereignisse an der Front und den Tod oder die Verletzung von Angehörigen, sondern auch durch eigene Traumatisierungen. Sehr lohnenswert!


    Nebenher Ferdinand Freiligrath: welch schillernde Gestalt. Hin und her schwankend zwischen Pathos bis hin zum Kitsch, dann wieder Töne echter und unmittelbar empfundener Menschlichkeit.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)


  • Bin immer noch mit "Junge Frau von 1914" von Arnold Zweig beschäftigt: eine echte Entdeckung. Auch hier spielen die schrecklichen Ereignisse des Ersten Weltkrieges die bestimmende Rolle, aber diesmal zum großen Teil aus der Sicht der in der Heimat Zurückbleibenden, zum Teil noch im militaristisch-nationalistischen Rausch befangen, doch immer mehr desillusioniert, nicht immer durch Ereignisse an der Front und den Tod oder die Verletzung von Angehörigen, sondern auch durch eigene Traumatisierungen. Sehr lohnenswert!



    Danke fürs Aufmerksam machen!


    Edit:
    Ich seh gerade , daß es auch eine ebook Ausgabe gibt:
    http://www.amazon.de/Junge-Fra…7Q/ref=reg_hu-rd_add_1_dp



    Mich wird in den nächsten Wochen "Die Schlafwandler" von Christopher Clark begleiten.
    Nebenher den 1. Band 1660 der Tagebücher von Samuel Pepys.


    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

    Einmal editiert, zuletzt von JMaria ()


  • Maria ,


    hast du eigentlich inzwischen die "Schneetage" von Jan Christophersen gelesen?



    Nein, noch nicht, finsbury.
    Ich habe ziemlich lange an Powys "Strand von Weymouth" gelesen, das mir gut gefallen hat, wenn man etwas fürs mystische übrig hat. Es gibt sehr sehr viele Anspielungen an die griech. Myth., Faust und vermutlich noch einiges mehr, das ich nicht erkannt habe. Das bremst etwas die Handlungsverläufe aus, und wenn man das Mystische Abziehen würde, kommt darunter etwas hervor, das sich wie ein englischer Dorfroman anmutet. Aber halt komplizierter und düsterer in manchen Kapiteln.


    mir liegt der Autor.


    Nebenbei lese ich auch noch seine "Autobiographie", aber das zieht sich noch etwas hin, bis ich da durch bin. Und "Die Schlafwandler" ist auch so ein "fettes" Teil !



    @Gina
    Ich habe heute den ersten Band der Goncourt-Tagebücher angefangen.



    Viel Spaß!


    Hab ich mir leider nicht gegönnt, jetzt bereu ich es etwas.


    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

    Einmal editiert, zuletzt von JMaria ()

  • Bin immer noch bei den Erzählungen von Chechov, die mir außerordentlich gefallen.
    Chechov ist ein meisterhafter Erzähler, man ist sofort von seinen Geschichten
    gefangen und langweilt sich nicht die Bohne.


    Gruß, Lauterbach

  • Nach dem die Buddenbrooks schon so lange auf meiner Leseliste gewartet haben, habe ich den Verfall der Familie nun endlich gelesen und mich dabei wunderbar unterhalten. Neben der Geschichte selbst und ihrem nordischen Flair wird mir auch die eindrückliche Beschreibung der Personen in Erinnerung bleiben. Jede Einzelheit, ob nun Falte, Bartfarbe oder das Heben der Brauen findet Erwähnung. Einige Parallelen zu "Tonio Kröger" sind mir aufgefallen. Gut, die Lektüre liegt auch noch nicht lange zurück. Sicher werde ich mich demnächst weiteren Erzählungen Thomas Manns widmen.


    Nun jedoch erst Sarah Bakewell Das Leben Montaignes in einer Frage und zwanzig Antworten.


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    Neben diesem Band würden mich auch noch andere Titel der Jubiläums Edition C.H. Beck interessieren:


    http://www.chbeck.de/trefferliste.aspx?toc=4290&page=0


    Gruß
    Eni

  • Im Moment habe ich T.C. Boyle "Riven Rock" erschüttert abgebrochen, nachdem der Protagonist nach jahrelanger Frauenabstinenz mit einem Orang Utan f.... .


    Gruß
    Meier

    "Es gibt andere Geschichten auf einem andern Blatt Papier, doch jede ist mit der ersten verwandt" * Keimzeit

  • Zitat

    Tatsächlich? Horror-Roman?


    Jaja. Ur org (wie man hier in der Wachau sagt). Wie gesagt, ich musste abbrechen.


    Gruß
    Meier

    "Es gibt andere Geschichten auf einem andern Blatt Papier, doch jede ist mit der ersten verwandt" * Keimzeit