Eure Neuzugänge - Was habt ihr zuletzt gekauft?

  • Wenn ich mich selber zitieren darf:


    Vorbild dieses dystopischen Romans in Tagebuchform war When the Sleeper Awakes, H. G. Wells’ dystopischer Roman von 1899. Wir wurde selber dann zum Vorbild der berühmten Dystopie 1984 von George Orwell und – in geringerem Masse – von Ray Bradburys Fahrenheit 451. Aldous Huxley behauptet, Wir erst gelesen zu haben, nachdem er Brave New World schon geschrieben hatte; er müsste demnach direkt von H. G. Wells beeinflusst sein.


    https://blog.litteratur.ch/WordPress/?p=9202

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Ich habe in einem Offenen Bücherschrank eine nagelneue Hardcover-Ausgabe des Romans "Afrikanische Tragödie" von Doris Lessing gefunden.

    Ich habe das Buch bereits seit Jahren als TB, aber derart oft zur Hand genommen, dass es total zerfleddert ist und ich es mir ohnehin bninnen kurzem hätte neu kaufen müssen. Die Afrikanische Tragödie zählt zu den Büchern, aus denen ich immer und immer wieder hier und da ein Kapitel lese, nicht weil es so schön wäre - das ist es definitiv nicht, es ist ein gräuslich pessimistisches Buch -, sondern wegen seiner bewegenden und anschaulichen Schilderung des Landlebens auf einer abgelegenen, ärmlichen Farm in Zimbabwe, damals noch Rhodesien.

    Das Buch liegt mal in der Küche, mal im Bad, immer gut für fünf Minuten Lesezeit, die sofort in eine andere Welt versetzt.

    Kurios ist dabei, dass Doris Lessings psychotische und nicht besonders sympathische Heldin genau diese Eigenart ebenfalls hat - Bücher zu lesen, die sie längst auswendig kennt; vermutlich als "kleine Flucht".
    Neu eingezogen ist auch Margaret Atwoods "Räuberbraut". Die schaffe ich aber in diesem Jahr nicht mehr.

  • Ich bin derzeit voll auf der SF Welle und habe mir zwei neue Bücher von Andreas Brandhorst gekauft


    Das Arkonadia-Rätsel (Der Nachfolger von Omni, den ich zu Weihnachten von meiner Schwester bekomme)

    Die Tiefe der Zeit


    Ich finde, dass Brandhorst einer der besten Autoren im Bereich SF ist. Ich verschlinge so ziemlich alles von ihm.

  • Das klingt interessant, ich sehe in der Onleihe meines Vertrauens etliche Bücher von ihm und habe mir ein paar auf den Merkzettel gelegt.

    Am meisten beeindruckt hat mich die Kantaki Reihe von ihm:

    Diamant

    Der Metamorph

    Der Zeitkrieg


    Es gibt dann eine zweite Trilogie die alle mit Feuer beginnen.

  • Am meisten beeindruckt hat mich die Kantaki Reihe von ihm:

    Diamant

    Der Metamorph

    Der Zeitkrieg

    Ja, da war er in Hochform. Seine neuen Sachen lese ich nicht mehr. Da ist mir zu viel Iain Banks drin. (Den lese ich auch nicht mehr, nachdem ich ein Buch von ihm mal abgebrochen habe.) Brandhorst hat den ja (mit) übersetzt.

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • giesbert : Lohnt sich das? Ich fand Schmidts Joyce-Analyse, jedenfalls was ich davon las (die Radio-Features), recht banal und alles andere als schlüssig.

    Damit bist du nicht allein ;-). Es geht auch nicht um Joyce, sondern um den Einfluss, den Joyce auf Schmidt gehabt hat und den man wohl auf die Schnelle als "produktives Missverständnis" bezeichnen kann.

  • Ich war mal eine begeisterte Leserin von Truman Capotes "Kaltblütig", überhaupt hatte ich mal ein ganzes Regal voll True Crime-Bücher. "Kaltblütig" war die Krönung des Regals. Alle anderen außer diesem habe ich längst verschenkt.

    Eben erst habe ich gelesen, dass Capote noch ein anderes Buch über einen realen Mordfall geschrieben hat mit dem Titel "Handgeschnitzte Särge". Noch nie davon gehört, aber der Titel verspricht einiges. Hab es bestellt.

  • Ich habe aus einem Offenen Regal "Der Sommer ohne Männer" von Siri Hustvedt mitgenommen. Kennt das vielleicht jemand? Der Titel und die Aufmachung des Buches verweisen auf eine Sparte, die ich normalerweise nie lese - ich habe nur wegen des Namens Hustvedt zugegriffen. Habe noch nie etwas von ihr gelesen, aber viel Lob gehört.

  • Zefira

    Ich hab vor Jahren "Was ich liebte" von Siri Hustvedt gelesen. Viel ist mir davon nicht mehr präsent, habe es aber innerlich für mich als gutes Buch abgespeichert, ich meine mich an eine gute Beobachtungsgabe und viel "Innenschau" zu erinnern. "Die gleissende Welt" von ihr hab ich noch hier, zusammen mit dem gleichnamigen Buch von Margaret Cavendish, auf das in ihrem Buch Bezug genommen wird - mal sehen ob ich es dieses Jahr zu diesem Leseprojekt schaffe.

    "Lesen stärkt die Seele" (Voltaire)

  • Hallo Leute,


    gesundes neues Jahr 2020 und alles Gute, beste Gesundheit, eingehende, erhebende, erleuchtende und begeisternde Leseerfahrungen wünsche ich euch für das neue und sicher herausfordernde Jahr.


    Ich habe in einem Antiquariat bei einem Heimatbesuch eine Ausgabe von "Walpurgisnacht" von Gustav Meyrink, gedruckt 1917 in Prag in gotischer Schrift, gekauft und mich während der letzten Rauhnächte gleich eingelesen. Dem Druck sieht man die Not des Weltkrieges an, den Mangel an gutem Papier und an Zeit für genaue Setzung der Letter, es richt antiquarisch, ist also ein esoterisch-geschichtlich-sinnlicher Lesegenuss. Dazu kaufte ich eine Ausgabe "DIR" von Heinrich Vogeler (Insel-Bücherei 1072) und bekam vom Antiquar noch "Das Leben Buddhas" nach einem chinesischen Holzschnitt-Fragment (Insel-Bücherei 870) und "Meisterwerke der Amarnakunst" (Insel-Bücherei 990) geschenkt; ich denke zum anfixen, so wie er mich vor seinem Insel-Bücherei-Regal staunend stöbernd sah; eine durchaus nicht zu unterschätzende Gefahr für mich, den die Insel-Bücherei ist ja ein wahrer sinnlicher Genuss. Wir haben auch noch etwas "gefachsimpelt", dann habe ich dieses Generationen-alte aus der Zeit gefallene Gemäuer verlassen, trat mit meinen neuen Schätzen in die verlassene trüb-regnerische Straße dem türkischen Kaffee entgegen, den ich mir in der alten Ferienwohnung neben der alten verlassenen Hofsynagoge des Ortes aufgoss.


    Alles wirkte zeitlos, wie aus der Zeit gefallen.


    Es scheint auch, dass sich in trauriger Zeit immer wieder auch Momente der Kraft und des Lichts und der Synchronizität einschieben und so das Leben tragbar und lehrreich und schön machen.


    Also alles Gute für 2020 und viel Spaß beim Stöbern in den Buch-Antiquaren und Buch-Läden,


    FA

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10

  • Nachdem mir Menschen im Hotel von Vicky Baum ganz gut gefallen hat beim Lesen, habe ich beim letzten Besuch in einen Antiquariat mal geschaut, ob es noch mehr von dieser Autorin zu entdecken gibt. 2 weitere Werke waren direkt verfügbar und fanden den Weg in meine Bibliothek:


    - Vor Rehen wird gewarnt

    - Rendezvous in Paris

  • Kennt jemand "Tagebuch eines alten Känguruhs" von Miguel Delibes?

    Habe ich, wie so vieles, aus einem Offenen Regal gezogen und wegen des ulkigen Titels und der schönen Aufmachung mitgenommen."Mit sechzig noch so jung, unausgelastet trotz Ehefrau und Geliebter: Auch die fette Abfindung kann Lorenzo die Arbeit nicht ersetzten - er wird Känguruh" heißt es auf dem Buchdeckel.

    Jetzt sehe ich, dass Lorenzo, das "alte Künguruh", offenbar eine ganze Buchreihe von Delibes bestreitet. Siehe die hier zitierte Rezension.

    Interessant auch, dass das hübsche, aber sehr schmale Büchlein mal 29,80 DM gekostet hat ...