Beiträge von Friedrich-Arthur

    Ich habe so verschiedene Dinge in 2019 an-, weiter- und ausgelesen. Die meiste Zeit las ich wohl in "Im Lichte der Wahrheit" von Abd-Ru-Shin und bin fast durch mit der Erstlektüre, bin jedenfalls über Seite 1000. Das einzige Buch, das ich seit dem Sommer fast jeden Abend aufschlug. Sonst bin ich ja sehr undiszipliniert beim Lesen, springe zwischen vielen Büchern hin und her, je nach Lust und Laune und Zeit.

    Ich habe letzten Freitag eine antiquarische Ausgabe von Gustav Meyrinks "Walpurgisnacht" gekauft und lese das Buch gerade. Da mich Mystik, Mythologie, Spiritualität, Magie, Tiefenpsychologie, Bewusstseins-Neurologie, Schamanismus, Geschichte, phantastischer Literatur à la E.T.A Hoffmann und Leo Perutz, Symbolismus, symbolistisches Malen und ähnliches sehr stark interessieren, finde ich das Buch eigentlich sehr gut. Sicher in dieser Prager Kriegsausgabe von 1917. Es "scheinen" auch okkulte und antroposophische Kenntnisse eingeflossen zu sein. Das ist ja alles gar nicht so leicht herauszulesen, aber von allem ist etwas unterschwellig anwesend. Als Maler-Dilettant im Symbolistischen finde ich die Atmosphärenbeschreibungen recht gut, ich fühle die Einladung an die Leinwand zu treten, Pinsel und Palette zu ergreifen und los zu legen. Ich habe die Empfindung, Meyrink war von den bildenden Künsten beeinflusst und hat auch in Bildern gedacht. Bilder in Worte zu bringen scheint mir ein schweres Unterfangen, so, wie Musik in Worte zu bringen (größter Spagat in der Kunst), oder Grenzdimensionserfahrungen. Ich habe die Empfindung, dass Meyrink es schwer hatte, sein ganzes Empfinden, Sehen und Wissen in Literatur umzusetzen, aber dies ist nur ein sogenannter "Ersteindruck" meinerseits. Ich bin natürlich nicht so der Literaturkenner und vielleicht lese ich über literarische "Schnitzer" auch mal leichter hinweg, wenn mich der Stoff begeistert, so wie es bei "Walpurgisnacht" mein erster Eindruck ist. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, noch Werke von Meyrink zu lesen.

    Hallo Leute,


    gesundes neues Jahr 2020 und alles Gute, beste Gesundheit, eingehende, erhebende, erleuchtende und begeisternde Leseerfahrungen wünsche ich euch für das neue und sicher herausfordernde Jahr.


    Ich habe in einem Antiquariat bei einem Heimatbesuch eine Ausgabe von "Walpurgisnacht" von Gustav Meyrink, gedruckt 1917 in Prag in gotischer Schrift, gekauft und mich während der letzten Rauhnächte gleich eingelesen. Dem Druck sieht man die Not des Weltkrieges an, den Mangel an gutem Papier und an Zeit für genaue Setzung der Letter, es richt antiquarisch, ist also ein esoterisch-geschichtlich-sinnlicher Lesegenuss. Dazu kaufte ich eine Ausgabe "DIR" von Heinrich Vogeler (Insel-Bücherei 1072) und bekam vom Antiquar noch "Das Leben Buddhas" nach einem chinesischen Holzschnitt-Fragment (Insel-Bücherei 870) und "Meisterwerke der Amarnakunst" (Insel-Bücherei 990) geschenkt; ich denke zum anfixen, so wie er mich vor seinem Insel-Bücherei-Regal staunend stöbernd sah; eine durchaus nicht zu unterschätzende Gefahr für mich, den die Insel-Bücherei ist ja ein wahrer sinnlicher Genuss. Wir haben auch noch etwas "gefachsimpelt", dann habe ich dieses Generationen-alte aus der Zeit gefallene Gemäuer verlassen, trat mit meinen neuen Schätzen in die verlassene trüb-regnerische Straße dem türkischen Kaffee entgegen, den ich mir in der alten Ferienwohnung neben der alten verlassenen Hofsynagoge des Ortes aufgoss.


    Alles wirkte zeitlos, wie aus der Zeit gefallen.


    Es scheint auch, dass sich in trauriger Zeit immer wieder auch Momente der Kraft und des Lichts und der Synchronizität einschieben und so das Leben tragbar und lehrreich und schön machen.


    Also alles Gute für 2020 und viel Spaß beim Stöbern in den Buch-Antiquaren und Buch-Läden,


    FA

    Viel kann ich dazu nicht sagen, außer, dass mir "Die Aula" eigentlich als Schulbuch gefiel. Ich hatte auch mal vor, einige der Schulbücher erneut zu lesen, um zu sehen, wie sie heute auf mich wirken. Das habe ich aber nur bei Anna Seghers, Johann Wolfgang Goethe, Ephraim Lessing, Friedrich Schiller, Theodor Fontane und Bertold Brecht geschafft.

    Au man, ich las gerade meinen Beitrag von 2014. Ich wusste dann aber noch nicht, dass es noch schlimmer kommen sollte. 2014 wahr wohl nicht nur nahe an Burnout, sondern erster kleiner Hirnschlag. Mit einem zweiten und Krebs Anfang 2017. Aber im Krankenhaus begann das Lesen und hat sich stabilisiert, je nach verfügbarer Zeit und Muße... Viel Geistiges hat sich eingeschlichen, wie Schamanismus, Mystik, Mythologie, energetisches Heilen, Bücher über Gehirn und Lernen, Gesundheit... Sehr eigenwillig, als ob es einen ganzen Rutsch hin zu geistig-spirituell-seelischem Lesestoff gab. Seitdem bin ich ein noch Suchender geworden (etwas war ich dies schon immer). Aber ich erlebe das Lesen zur Zeit als eine Art Meditieren und Mich-Finden. Der Nachtschrank liegt gestapelt voll und am Liebsten würde ich in mehreren Büchern gleichzeitig lesen. Die Moral von der Geschichte: es gibt auch beim Lesen Höhen und Tiefen, Auf und Ab, Suchen und Finden, wie bei allem im Leben. Wichtig ist nur, die Liebe zu Büchern nie ganz abreißen zu lassen. Also auch mal Lesemuffelperioden zulassen und sich dabei entspannen. Einfach treiben lassen. Das Gesetz der Anziehung wirken lassen und nur keine negativen Emotionen und Gefühle, wie dem der Schuld, aufkommen lassen.

    Ich denke zur Zeit viel über den Geist und die Seele nach und da viel mir ein, dass ich noch ein Büchlein des Mystikers https://de.wikipedia.org/wiki/Angelus_Silesius auf dem SUB oder besser im Buchregal stehen hatte. Seit einigen Tagen bin ich in die Zweizeiler vertieft. Ich lese zur Zeit sowieso viele (für mich) merkwürdige Dinge, werde förmlich von ihnen angezogen. Naja, ich werde wohl irgendwie in meinem Alter noch richtig spirituell... :lesen::belehr:


    Ein Ding ist aber sicher: so viel, wie dieses Jahr habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Es ist wie ein gedankliches Reinigen... :baden:

    Mahler kann ich zur Zeit nicht mehr hören, da kommen mir bei manchen Stellen die Tränen. Ich bin seinen Werken zur Zeit nicht gewachsen.


    Ich habe mich etwas mehr auf Brahms verlagert, den ich auch immer schon gerne hörte, aber früher eher selten. Da spricht mich eine Harmonie und Schönheit an, ich kann sie aber aus mangelnder Musikkenntnis nicht recht beschreiben.

    Also werde ich sie meinem Vater abluchsen. Das Plattdeutsche ähnelt ja sehr dem Niederländischen (zumindest, welches die Flamen sprechen), dass ich auch lese und spreche, da sollte es schon klappen. Außerdem sind die Bücher allesamt in gotischer Schrift, die ich sehr mag und sehr gerne lese. Es wird sicher ein Lesegenuss werden... :smile:

    Jetzt habe ich Hölderlins Gedichte gelesen und lese Hyperion.


    Als ich eben meinen ersten Beitrag in diesem Ordner gerade noch einmal gelesen habe, konnte ich kaum der Ironie des Lebens glauben. Hölderlin als Hirnforscher und ich beginne seinen Hyperion und seine Gedichte in der neurologischen Abteilung nach einem Hirnschlag zu lesen. Manchmal wundere ich mich nur noch über das Leben. Als ob man Dinge irgendwo, wenn auch nicht sehr deutlich, vorausahnt und es wirklich diesen universellen Zusammenhang der Dinge gibt.


    Jedenfalls bin ich von Hölderlin begeistert.

    Mein Vater hat noch zwei niederdeutsche Ausgaben, beide jeweils nicht ganz vollständig, zusammen aber wohl. Er hat sie mir angeboten, ich werde sie wohl übernehmen. Schade, dass ich von ihm nicht das pommersche Niederdeutsch gelernt habe... Schade auch, dass ich von meinem Großvater nicht das holsteinische Niederdeutsch gelernt habe... Zwei verpasste Möglichkeiten in meinem Leben.

    Ich hatte eine Quasi-Leseblockade zwischen 2013 und 2015, als ich beruflich fast ausbrannte. Nichts ging mehr rein in den Kopf, alles nur noch sprung- und flatterhaft. Dann der Wechsel und langsam finde ich wieder die Ruhe und Begeisterung für das Lesen. Ich war hier auch kam noch präsent, weil eben auch das Schreiben über Bücher nicht mehr ging. Das Sprunghafte, dass ihr beschrieben habt, geht mir aber auch so. Ich vermute, dass wird ein bleibender Schaden sein. Der Buchstapel auf dem Nachttisch ist hoch und die Aktentasche dick, um dieses Sprunghafte füttern zu können.

    Die Edda, Heinrich Heines Gedichte, Paul Hartmanns "Nordische Mythologie", Arthur Schopenhauers Anweisungen zum Glücklichsein, Rüdiger Safranskis Romantikbuch, Peter Sloterdijks "Der Zauberbaum", Hans Ulrich Obrists "Ways of curating" und noch einen Since Fiction-Klassiker. Also, ich lese eigentlich recht regelmäßig, aber zu viel durcheinander. Eigentlich wollte ich mich noch wieder etwas in Schopenhauers Werk vertiefen, aber...


    Bei Safranskis Romantikbuch fürchte ich, dass viele Klassiker auf die Wunschliste kommen, es läuft einem ja förmlich das Wasser im Munde zusammen und der Wunsch, sich eine Klassiker-Bibliothek aufzubauen...

    Habe es zur Seite gelegt, ein Buch, dass mich irgendwann überfordert hat bei den beruflichen und privaten Ermüdungen. Aber die deutsche Geschichte nahm in den vierziger Jahren immer düstere Züge an und Johnson ging diesen Ereignissen erbarmungslos nach. Es ist ein geniales Buch, dass aber erfordert beim Lesen "am Ball zu bleiben". Mittlerweile wird ja auch die DDR immer mehr zur Geschichte...