Beiträge von Friedrich-Arthur

    Viel kann ich dazu nicht sagen, außer, dass mir "Die Aula" eigentlich als Schulbuch gefiel. Ich hatte auch mal vor, einige der Schulbücher erneut zu lesen, um zu sehen, wie sie heute auf mich wirken. Das habe ich aber nur bei Anna Seghers, Johann Wolfgang Goethe, Ephraim Lessing, Friedrich Schiller, Theodor Fontane und Bertold Brecht geschafft.

    Au man, ich las gerade meinen Beitrag von 2014. Ich wusste dann aber noch nicht, dass es noch schlimmer kommen sollte. 2014 wahr wohl nicht nur nahe an Burnout, sondern erster kleiner Hirnschlag. Mit einem zweiten und Krebs Anfang 2017. Aber im Krankenhaus begann das Lesen und hat sich stabilisiert, je nach verfügbarer Zeit und Muße... Viel Geistiges hat sich eingeschlichen, wie Schamanismus, Mystik, Mythologie, energetisches Heilen, Bücher über Gehirn und Lernen, Gesundheit... Sehr eigenwillig, als ob es einen ganzen Rutsch hin zu geistig-spirituell-seelischem Lesestoff gab. Seitdem bin ich ein noch Suchender geworden (etwas war ich dies schon immer). Aber ich erlebe das Lesen zur Zeit als eine Art Meditieren und Mich-Finden. Der Nachtschrank liegt gestapelt voll und am Liebsten würde ich in mehreren Büchern gleichzeitig lesen. Die Moral von der Geschichte: es gibt auch beim Lesen Höhen und Tiefen, Auf und Ab, Suchen und Finden, wie bei allem im Leben. Wichtig ist nur, die Liebe zu Büchern nie ganz abreißen zu lassen. Also auch mal Lesemuffelperioden zulassen und sich dabei entspannen. Einfach treiben lassen. Das Gesetz der Anziehung wirken lassen und nur keine negativen Emotionen und Gefühle, wie dem der Schuld, aufkommen lassen.

    Ich denke zur Zeit viel über den Geist und die Seele nach und da viel mir ein, dass ich noch ein Büchlein des Mystikers https://de.wikipedia.org/wiki/Angelus_Silesius auf dem SUB oder besser im Buchregal stehen hatte. Seit einigen Tagen bin ich in die Zweizeiler vertieft. Ich lese zur Zeit sowieso viele (für mich) merkwürdige Dinge, werde förmlich von ihnen angezogen. Naja, ich werde wohl irgendwie in meinem Alter noch richtig spirituell... :lesen::belehr:


    Ein Ding ist aber sicher: so viel, wie dieses Jahr habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Es ist wie ein gedankliches Reinigen... :baden:

    Mahler kann ich zur Zeit nicht mehr hören, da kommen mir bei manchen Stellen die Tränen. Ich bin seinen Werken zur Zeit nicht gewachsen.


    Ich habe mich etwas mehr auf Brahms verlagert, den ich auch immer schon gerne hörte, aber früher eher selten. Da spricht mich eine Harmonie und Schönheit an, ich kann sie aber aus mangelnder Musikkenntnis nicht recht beschreiben.

    Also werde ich sie meinem Vater abluchsen. Das Plattdeutsche ähnelt ja sehr dem Niederländischen (zumindest, welches die Flamen sprechen), dass ich auch lese und spreche, da sollte es schon klappen. Außerdem sind die Bücher allesamt in gotischer Schrift, die ich sehr mag und sehr gerne lese. Es wird sicher ein Lesegenuss werden... :smile:

    Jetzt habe ich Hölderlins Gedichte gelesen und lese Hyperion.


    Als ich eben meinen ersten Beitrag in diesem Ordner gerade noch einmal gelesen habe, konnte ich kaum der Ironie des Lebens glauben. Hölderlin als Hirnforscher und ich beginne seinen Hyperion und seine Gedichte in der neurologischen Abteilung nach einem Hirnschlag zu lesen. Manchmal wundere ich mich nur noch über das Leben. Als ob man Dinge irgendwo, wenn auch nicht sehr deutlich, vorausahnt und es wirklich diesen universellen Zusammenhang der Dinge gibt.


    Jedenfalls bin ich von Hölderlin begeistert.

    Mein Vater hat noch zwei niederdeutsche Ausgaben, beide jeweils nicht ganz vollständig, zusammen aber wohl. Er hat sie mir angeboten, ich werde sie wohl übernehmen. Schade, dass ich von ihm nicht das pommersche Niederdeutsch gelernt habe... Schade auch, dass ich von meinem Großvater nicht das holsteinische Niederdeutsch gelernt habe... Zwei verpasste Möglichkeiten in meinem Leben.

    Ich hatte eine Quasi-Leseblockade zwischen 2013 und 2015, als ich beruflich fast ausbrannte. Nichts ging mehr rein in den Kopf, alles nur noch sprung- und flatterhaft. Dann der Wechsel und langsam finde ich wieder die Ruhe und Begeisterung für das Lesen. Ich war hier auch kam noch präsent, weil eben auch das Schreiben über Bücher nicht mehr ging. Das Sprunghafte, dass ihr beschrieben habt, geht mir aber auch so. Ich vermute, dass wird ein bleibender Schaden sein. Der Buchstapel auf dem Nachttisch ist hoch und die Aktentasche dick, um dieses Sprunghafte füttern zu können.

    Die Edda, Heinrich Heines Gedichte, Paul Hartmanns "Nordische Mythologie", Arthur Schopenhauers Anweisungen zum Glücklichsein, Rüdiger Safranskis Romantikbuch, Peter Sloterdijks "Der Zauberbaum", Hans Ulrich Obrists "Ways of curating" und noch einen Since Fiction-Klassiker. Also, ich lese eigentlich recht regelmäßig, aber zu viel durcheinander. Eigentlich wollte ich mich noch wieder etwas in Schopenhauers Werk vertiefen, aber...


    Bei Safranskis Romantikbuch fürchte ich, dass viele Klassiker auf die Wunschliste kommen, es läuft einem ja förmlich das Wasser im Munde zusammen und der Wunsch, sich eine Klassiker-Bibliothek aufzubauen...

    Habe es zur Seite gelegt, ein Buch, dass mich irgendwann überfordert hat bei den beruflichen und privaten Ermüdungen. Aber die deutsche Geschichte nahm in den vierziger Jahren immer düstere Züge an und Johnson ging diesen Ereignissen erbarmungslos nach. Es ist ein geniales Buch, dass aber erfordert beim Lesen "am Ball zu bleiben". Mittlerweile wird ja auch die DDR immer mehr zur Geschichte...

    Bin immer noch nicht durch, aber ich habe ja noch einige Jahre vor mir (hoffentlich).


    Also stilistisch sind seine Gedichte toll, nur gibt es da viel Liebesschmerz, der zu verarbeiten war.

    Ich habe bei den 'Jahrestagen noch einige 100 Seiten vor mir. Das Buch überfordert mich zur Zeit (zeitmäßig gesehen), aber es ist stilistisch und erzähltechnisch ein Meisterwerk, das steht für mich fest.


    Empfehlen kann ich dir noch 'Mutmassungen über Jakob', dass ich, aus der DDR herstammend, wirklich sehr schön fand. Es ist schon einige Zeit her, dass ich es las, kann mich aber noch an den Sog des Buches erinnern und wie gern ich es las. Das Buch weist in die Jahrestage, einige Figuren wurden da vorgeformt und ausgearbeitet.


    Bei den Jahrestagen bin ich besonders erstaunt, wie Johnson seinen zweigleisigen Erzählkosmos Meklenburg-New York mit all den Personen und zeitlichen Rückblicken gemeistert hat. Atmosphärisch waren die Passagen sehr dicht, teilweise beklemmend für mich, und es gab vieles, dass mir so nicht bekannt war (da stand sehr gute Recherchearbeit hinter, anders war das so nicht hinzubekommen).

    Fernsehen ist bei mir fast tot. Es gibt zu wenig zur Zeit, was mich fernseh-technisch bewegt und berührt, obwohl genug Trauriges und Beschämendes abläuft.


    Aber jetzt lese ich Rüdiger Safranskis "Zeit" und erfreue mich daran auf den Zugfahrten von und zur Arbeit. Ich habe das Buch fast ausgelesen. Da ich nicht ganz so klug bin, meine Qualitätserwartungen zum Glück nicht ganz so hoch ist, kann ich von dem Buch doch noch Nachdenklich-machendes für mich herausfiltern. Besser jedenfalls als Zeitung und hält länger vor.


    Und: ich lese wieder nach erneuter Lese-blockade in 2015, naja fast Blockade. Hat wohl mit der Beschleunigung des Lebens auf der Arbeit, in der Schule der Kinder und im Privatleben zu tun... worüber Safranski auch schrieb...


    Bitte das Buch nicht lesen und meinen Beitrag nicht als Buchtipp missverstehen, ich wollte mich nur noch mal melden, sonst denkt ihr noch ich sei dem geliebten Klassikerforum untreu geworden.


    Grüße und alles Gute für 2016,


    FA

    Ich lese zur Zeit jeden Abend Heines Gedichte:


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    Ich hatte mir diese Ausgabe zum Jubiläum für meinen SUB angeschafft, den ich jetzt langsam zu einem SGB mache (Stapel Gelesener Bücher). Scheinbar ist dieses Vorgehen den Eichhörnchen im Herbst gleich, doch somit habe ich die bereits vergriffene Ausgabe gesichert.


    Also Heines Gedichte gefallen mir doch sehr, seine Dichtungen sind sprachgewandt und humorvoll.


    Nach der Heinelektüre nimmt mich des Schlafes Traum mit ins Unterbewusste, jedoch befreit vom hämmernden Denken und Denkenmüssen. Poesie hat etwas Beruhigendes und Abschaltendes...