Drogen und Rausch

  • Hallo,


    mich würde einmal interessieren, welche "Klassiker" ihr kennt, die sich mit dem Themenkreis Drogen/ Rausch auseinandersetzen.



    Z.B.:


    - Ernst Jünger: Annäherungen. Drogen und Rausch (kennt jemand dieses Buch und kann ein paar Worte dazu sagen? Wird leider nicht mehr verlegt)
    - Baudelaire: Die künstlichen Paradiese
    - Pitigrilli: Kokain (ist aber nicht wirklich Hochliteratur)


    Vielleicht weiss ja jemand weitere Bücher.



    Gruss,


    rezk

    "Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg, was wir Weg nennen ist zögern" (F. Kafka)

  • Thomas de Quincey, "Confessions of an English Opium Eater".
    Ich hab in dieses seltsame Werk vor zig Jahren mal reingeschaut.
    Aber durchgelesen hab ich es nicht.


    Von Walter Benjamin gibts übrigens was über seine Haschisch-Expermimente.
    Wurde mal als Suhrkamp-TB verlegt.

    Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe; ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zu Erhaltung meines Geistes und meines Leibes bei. (G. C. Lichtenberg)

  • Hallo rezk,


    neben dem schon von xenophanes erwähnten Burroughs mit seinem "Naked lunch" und seinen anderen Werken, die ziemlich harte Kost sind, fällt mir noch Dickens letzter Roman ein, der leider nur fragmentarisch auf uns gekommen ist: "Das Geheimnis des Edwin Drood", in dem auch Londoner Opiumhöllen eine wichtige Rolle spielen. Von Max Brod gibt es einen eher unbekannten Roman "Annerl. Roman des Kokains", in dem eine junge Frau sich dem Rausch ausliefert, aber am Ende doch auf den rechten Weg (Mutterschaft :zwinker:) kommt.
    Alkoholismus spielt natürlich eine große Rolle in der Literatur: Das bekannte "Unter dem Vulkan" von Malcolm Lowry oder etwa auch das meiste von Bukowski und natürlich auch "Unterwegs" von Kerouac mit allen möglichen Drogen (wie xenophanes schrieb: Beat Generation).
    Wenn man nachdenkt, kommt man bestimmt noch auf tausend andere Werke: Literatur und Drogen haben sowohl bei den Autoren (z.B. E.Th.A. Hoffmann) als auch als Thema eine enge Beziehung.
    Da fällt mir gerade noch die französische Lyrik ein: Rimbaud und Verlaine haben auch viel in dieser Richtung geschrieben.


    HG
    finsbury

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Nicht sehr empfehlenswert, aber trotzdem einer Erwähnung würdig ist "Opiumraucher" von Jules Boissière aus dem Jahr 1895. Es geht um die Kriegs- und Drogenerlebnisse französischer Kolonialsoldaten in Indochina. Boissière war dort ebenfalls stationiert - Drogenmissbrauch inklusive. Seine Beschreibungen und Opiumphantasien gelten als ziemlich authentisch.


    Es grüßt


    Sir Thomas

  • Hallo,


    danke für die vielen Antworten!


    Habe mir die genannten Bücher vorgemerkt und werde sie mir mal anschauen.


    Gruss,


    Rezk

    "Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg, was wir Weg nennen ist zögern" (F. Kafka)

  • Ich gebe zu, das ist nicht unbedingt mein Lieblingsthema, aber ich lese immer wieder gerne Nietzsches Aussagen über den Rausch, besonders über den Schaffensrausch in seiner "Götzen-Dämmerung".


    Was mich auch daran erinnert sind die

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    Die Elexiere des Teufels von E.T.A. Hoffmann und

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    Der Meister des jüngsten Tages von Leo Perutz


    Grüße, FA

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10

  • Der schweizer Schriftsteller Friedrich Glauser fällt mir ein. "Kif" und "Morphium. Eine Beichte" seien hier exemplarisch genannt. Bei Glauser, der selbst morphiumsüchtig war, taucht das Thema Sucht immer wieder auf. Kann seine Romane (Wachtmeister Studer, Gourrama) und die Erzählungen ausdrücklich empfehlen, nicht nur wegen des angesprochenen Themas.


    Liebe Grüße, lena

  • Moin, Moin!


    Erinnert sei auch an den expressionistischen Roman <a href="http://www.amazon.de/Himmelpfortgasse-Roman-Max-Pulver/dp/3518402765/">Himmelpfortgasse</a> (1927) des Schweizers Max Pulver. Was für ein Name im Zusammenhang mit dem Buch über Kokainabhängigkeit. Hier <a href="http://www.linsmayer.ch/P/PulverMax.html">weitere Informationen</a>.

  • Philip K. Dick: Der dunkle Schirm. Mehr als sonst nur scheinbar Science Fiction. Dick lässt normal seiner Fantasie freien Lauf und webt sie mittels Science Fiction-Elementen in die Geschichte ein, hier sind diese Elemente kaum vorhanden. Letztendlich geht es um Dicks Drogenprobleme und -erfahrungen sowie die Drogenszene der ~70er.


    Jörg Fauser: Rohstoff. Fauser ist erst Junkie, dann 68er, zwischendurch Hausbesetzer und irgendwann Alki. Auch sehr autobiographisch und lesenswert.
    http://www.taz.de/index.php?id…eite&dig=2005/06/10/a0316


  • - Ernst Jünger: Annäherungen. Drogen und Rausch (kennt jemand dieses Buch und kann ein paar Worte dazu sagen? Wird leider nicht mehr verlegt)


    Im Rahmen der Gesamtausgabe bei Klett Kotta gibt es einen Band "Annäherungen", der auch den besagten Essay enthält (40 €). Antiquarisch gibt es das Buch zwar oft, aber leider nicht ganz billig: bei booklooker so um die 20 €. Irgendwie ist Jünger immer relativ teuer...


    Zum Buch bzw. dem bestimmten Essay kann ich leider nichts beitragen, da sich meine Jünger-Erfahrung auf einige seiner Romane und Erzählungen beschränkt.


    Gruß
    MD

  • "Der Vuklan" von Klaus Mann.

    Genug. Will sagen: zuviel und zu wenig. Entschuldigen Sie das Zuviel und nehmen Sie vorlieb mit dem zu wenig! <br /><br />Thomas Mann

  • :zwinker: Mein erster Beitrag hier; und dann zu so einem Thema... Was soll'n die Nachbarn sagen?
    Walter Benjamin - "Über Haschisch"
    Gibt es in einer schicken, recht frischen Ausgabe von Suhrkamp.
    Grüße!

  • Bernward Vesper: Die Reise.


    Hier ist der Titel schon Programm, zum einen geht es zwar tatsächlich um eine Reise, aber zum anderen um "den Trip".


    Rat Krespel

  • Hallo zusammen,
    jetzt habe ich diesen Faden zweimal durchgelesen und kann es kaum glauben, daß der Name noch nicht gefallen ist:
    Gottfried Benn hat einen sehr aufschlußreichen Essay zum Thema Literaten und Drogen geschrieben: "Provoziertes Leben".


    Gruß,
    RqR