Beiträge von Jacky

    Hallöchen,
    ist zwar schon langer her, dass ich die Erzählung gelesen habe...


    In diesem Werk spielt sicherlich das RECHT und die politischen Umstände eine große Rolle. So stand wohl Kleist dem sächsischen König Friedrich August I. negativ gegenüber, während er den Großen Kurfürsten offensichtlich positiv gegenüber stand. So entwarf er in Prinz Friedrich von Homburg die Gestalt des Großen Kurfürsten als Ideal eines Landherrn.


    Für mich sehr interessant sind auch die ganzen Zufälle, die im Kohlhaas eine entscheidende Rolle spielen. Und noch gar nicht erwähnt wurde der Zettel der Zigeunerin. Sehr spannend. Die Geschichte mit der Zigeunerin wird als Rückblende erzählt, während ansonsten der Verlauf chronologisch erzählt wird. Mit dem Zettel bekommt Kohlhaas nochmal ein Machtmittel in die Hand und kann persönlich Rache nehmen. Sehr nett.


    LG
    Jacky

    Hallo,
    ist ja auch immer eine Sache des Geschmacks. Beim ersten lesen fand ich Effi damals auch langweilig. Aber inzwischen...
    Man muß auf die Feinheiten achten, wie z.B. die Geschichte mit dem Chinesen oder wie das Theaterstück heißt und und und


    Ich glaube schon, dass das auch am Realismus liegt. Ist alles sehr langatmig.
    Tolstoi, Flaubert, Thackeray. Ich hatte mit Allen so meine Anfangsschwierigkeiten :zwinker:


    viele Grüße

    Ja etwas genauer wäre schon schön gewesen!!!
    Kennst du das Werk? Wenn nicht kann ich dir nur empfehlen es zu lesen- sehr nett und kurzweilig. Außerdem gibt es dort verschiedene Frauen´bilder :breitgrins:
    Jacky

    Hallo Céleste,
    ja es passiert in Effi nicht allzu viel. das ist halt der stil der realisten- detailgenaue beschreibungen. meine erste leseerfahrung war auch, daß ich das werk relativ langweilig fand. aber man kann das buch eben nicht lesen, wenn man mit seine gedanken woanders ist. man muß auf die feinheit der sprache achten, die ganzen anspielungen auf das ende und und und


    nix gegen meine kleine effi


    viele grüße

    fein, dass man mal einen king ordner hier findet- auch wenn er nun wirklich nicht zu den klassikern gehört. ich liebe meinen king. king war immer meine "schundlektüre" während meines studiums. man braucht ja zwischendurch mal was anderes.....als klassiker.


    die turmreihe habe ich inzwischen auch gelesen. ist wirklich was ganz anderes. allerdings hatte ich mit schwarz so meine differenzen. ich fand das buch damals soooo grottenschlecht, dass ich drei gar nicht lesen wollte. nun, so circa 10 Jahre später hab ich alle bände durch. was soll ich sagen, über das ende kann man streiten :zwinker:


    @ den fänger im roggen
    mit der ausnahme von christine hast du wirklich nicht die dollsten werke von ihm gelesen. aber auch das ist alles ansichtssache.


    lg
    jacky

    Tja, ist ja immer Geschmackssache,
    aber Die Räuber sind immer empfehlenswert. Wenn ich mich nicht irre sogar das erste Drama von Schiller.


    Kabale und Liebe liest sich schnell weg


    anspruchsvoller sind
    Don Carlos und Maria Stuart


    lesenswert sind diese Werke alle :zwinker:

    Hallo Ihr Lieben,
    sorry bin momentan arg eingespannt. Werde mich demnächst noch weiter äußern. Wollte nur mal schnell ein Lebenszeichen von mir geben. :winken:


    Zur Schuldfrage wollte ich noch einen Diskussionshinweis geben. Ich glaube es geht Kafka unter anderem um das Schuldgefühl ansich. Also um keine wirklich identifizierbare Schuld. Es wirkt ja so, als ob das Gesetz nur für K. da ist, obwohl auch viele andere Menschen "angeklagt" sind.


    Es gibt z.B. Interpretationsansätze, die den "Prozeß" religiös deuten. Kafka hat sich wohl stark mit einem jüdischen Feiertag dem Jom-Kipur (oder so ähnlich) auseinander gesetzt. Wenn ich mich recht entsinne, geht es darum, daß man an diesem Tag seine ganzen Sünden bekennt. Kafka hatte davor wohl Angst. Aus dieser Angst sei dann die Idee zum Roman entstanden. Ja ausnahmsweise kein Vater- Sohn Konflikt!


    Liebe Grüße Jacky

    Hallo Fuu,
    willkommen im Club :klatschen:
    Ich freue mich immer, wenn jemand Kleist lesen will. Wenn Du das "Phantastische""romantische" im Kohlhaas magst, dann lies doch bei den ERzählungen das Bettelweib ("Geistergeschichte"), oder die Verlobung. Bei den Dramen würde sich das Käthchen anbieten.
    Liebe Grüße Jacky

    Hallo Leanna,
    als Einstieg finde ich "Emilia Galotti" von Lessing immer wieder gut.
    Einfach und nett zu lesen ist auch "Kabale und Liebe" von Schiller
    In der Schule hatte ich damals "Nora" gelesen, kann Dir aber leider nicht mehr sagen, ob das so toll ist.


    Liebe Grüße Jacky

    Hallo zusammen,


    ja ich bin auch noch da :redface: .

    Zitat

    Mit der Telekom habe ich auch Erfahrungen gemacht, die in eine ähnliche Richtung gehen und auch im sonstigen Behörden- und Beamtendschungel in Deutschland kann man sich sicherlich verlaufen.


    Jaja, ich auch. Meiner Meinung nach ist der Behördendschungel sehr treffend beschrieben, aber darum geht es meiner Meinung nach gar nicht vorrangig. Ks Reaktionen und Handlungen sind doch sehr viel interessanter. Ich glaube, daß ich schon mal geschrieben habe, daß man den Eindruck hat k wisse mehr als wir. Wie überheblich er über Mitarbeiter spricht und über alle urteilt.


    Im Kapitel "im leeren Sitzungssaal, Der Student, Die Kanzleien"



    z. B.:"Ich glaube nicht, daß Sie mir helfen könnten", sagte er," um mir wirklich zu helfen, müßte man Beziehungen zu hohen Beamten haben. Sie aber kennen gewiß nur die niedrigen Angetellten"


    Davon abgesehen, daß K in diesem Kapitel als sehr frauenfeindlich dargestellt wird, tut K so, als wisse er über das "Verfahren" irgendwie bescheid.


    Ist Euch eigentlich aufgefallen, daß es einen direkten Bezug zur Parabel" Vor dem Gesetz" gibt?
    Im Kapitel "erste Verhandlung" wird die Tür genau nach K geschlossen mit den Worten:
    " Nach Ihnen muß ich schließen, es darf niemand mehr hinein."


    Zitat

    Wieso zB wird am schluß noch immer nach der "Schuld von K." gefragt, nicht aber nach der von Kohlhaas?


    Tja, weil die Schuld von Kohlhaas klar ist. Es sagt ja niemand, daß Kohlhaas unschuldig ist. Er ist schuld und steht ja auch für seine Schuld vor Gericht und wird hingerichtet und basta. Bei K sieht die Sache doch ganz anders aus, oder nicht? Ob K eine Schuld trägt und wenn welche ist nicht eindeutig. Diese Unklarheit bietet einen großen Diskussionsrahmen.


    Viele Grüße Jacky

    Hallöchen,


    also Hubert, Du willst mich wohl wieder auf den Arm nehmen :teufel:
    ich meinte natürlich diese Art, wie er sie küsst.

    Zitat

    Bittet die doch mitten in der Nacht, einen fremden Mann zu sich aufs Zimmer und hört sich haarsträubende Geschichten an.


    Ja was bleibt ihr denn anderes übrig? Wenn mir jemand sagt, daß er extra wegen mir wartet, um mir was wichtiges zu sagen, dann hör ich zu, oder etwa nicht! Das heißt noch lange nicht :knuddel::bussi: Eigentliche empfinde ich die Dame auch als relativ distanziert.


    Davon abgesehen ist dieses ganze Verhältnis schon sehr merkwürdig. K. betont immer, daß er die Dame nicht kennt. Aber schon bevor sie persönlich in Erscheinung tritt, zeigt K. ein wie auch immer geartetes Interesse an ihr. Ich hab auch schon überlegt was da läuft.


    Ob Frau Bürstner was mit der Schuldfrage zu tun hat??????
    Er hat ihr ja nicht wirklich etwas getan.



    Gruß Jacky

    Guten Abend!
    Ich komme momentan leider kaum zum lesen, sorry. Obwohl ich eigentlich dachte, daß ich den Roman ganz gut kenne. Aber man liest doch immer wieder anders...


    Meint Ihr, daß Kafka das Alter vielleicht wegen Kohlhaas gewählt hat??? Oder ist das zu weit her geholt? Ich finde es schon interessant, daß beide dreissig sind. Über die Schuldfrage müssen wir dann noch später sprechen.


    Die Reaktionen von K. sind schon eigenartig, man hat teilweise den Eindruck, daß es um ein "inneres Wissen" bzw. unbewußtes Wissen geht. Irgendwie wissen alle was, aber eigentlich dann doch wieder nichts.


    K.s Verhalten gegenüber Frl. Bürstner (2.Kapitel) ist doch unglaublich. Da weiß man ja gar nicht, was man davon halten soll. Ich meine z.B. die Szene, wo K. sie plötzlich küsst. :entsetzt:


    LG Jacky

    Hallo Hubert,
    ich habe leider bisher keine der Kafka Verfilmungen gesehen, da hinke ich immer hinterher. Aber es gibt die Filme schon auf DVD, aber ich befürchte bisher nur auf englisch. Falls Dich die engl. Fassung interessiert, dann schau mal bei ebay.
    LG
    Jacky

    Hallo allerseits,


    Hubert Du hast geschrieben

    Zitat

    Josef K. reagiert oft nicht vernünftig, nicht wie ein Erwachsener, vielleicht erkennt er ja auch deshalb seine Schuld nicht, so wie Kinder oft nicht einsehen (wollen/können), dass sie etwas falsch gemacht haben?


    Erkennst Du eine Schuld bei Josef? Ist Dir übrigens aufgefallen, daß auch eine Anspielung auf den Sündenfall vorhanden ist, im ersten Kapitel??(der Apfel!!! :zwinker: )Ist K. deshalb schuldig???


    In Eure Novellen Diskussion will ich mich nicht allzusehr einmischen, aber... :breitgrins:
    Ich glaub für eine Novelle ist es zu lang, jaja ich weiß der Kohlhaas ist auch nicht grad kurz. Wie von Berch schon erwähnt, glaube ich, daß eine Novelle eine Realitätsanspruch hat. Es muß nicht genau eine wahre Begebenheit sein, aber zumindedst möglich. Meiner Meinung nach ist der Prozeß dafür zu "unrealistisch". Oder nicht?!


    Liebe Grüße Jacky

    Hallo zusammen,


    Zitat

    Mich würde noch intressieren ob in Euren Ausgaben die Fragmente "b.'s Freundin","Staatsanwalt","Zu Elsa","Kampf mit dem Direktor-Stellvertreter","Das haus","Fahrt zur Mutter" angehängt sind an die normalen Kapitel.


    Ich habe eine Ausgabe vom Fischer Verlag, die sich an Kritische Ausgabe hält. Diese unfertigen Kapitel sind als Anhang dabei.


    Wenn wir alle fertig gelesen haben, wäre es vielleicht interessant mal über die Position des Dom-Kapitels zu sprechen (also ob es an eine andere Stelle gehört).


    Sorry, ich bin leider noch nicht so weit.
    liebe Grüße Jacky

    Hallöchen,
    ich habe leider noch nicht angefangen, hoffe aber, daß sich das schnell ändert. Hab leider momentan kaum Zeit.


    Zitat

    Was mir auffiel war, daß ich an jedem Kapitelende dachte: "So, und nun?" Gerade die letzten Kapitel wirkten auf mich sehr unvollendet. Ich hätte eine logische Fortsetzung des Bisherigen, eine direkte Anknüpfung im folgenden Kapitel erwartet, stattdessen wirkten die einzelnen Kapitel auf mich nahezu unverbunden, der Lesefluß wurde durch den letzten Satz eines Kapitels jäh unterbrochen. Besonders auffällig war dies zwischen dem Kapitel 'Im Dom' und dem Kapitel 'Ende'.


    Hallo Berch, ich glaube Dein Problem ist nicht vom Autor gewollt. Wenn ich mich nicht irre, wurde der Roman von Kafka nicht beendet. Max Brodt hat auch die Kapitel zusammengestellt, es gibt einen Forscher (Name entfallen- wird nachgereicht), der die Kapitelanordnung in Zweifel stellt. deshalb sind die Kapitel nicht aufeinander aufbauend und wahrscheinlich auch nicht "Formvollendet".


    Liebe Grüße Jacky