ZDF sucht Deutschlands schönste Seiten

  • ZDF sucht Deutschlands schönste Seiten


    Rankings sind problematisch, machen Spaß und erhitzen die Gemüter. Nach "Unseren Besten" nimmt das ZDF jetzt die Literatur ins Visier: Unter der Regie von Elke Heidenreich werden die 50 deutschen Lieblingsschmöker ermittelt. Ein spannendes Projekt: Abstimmen darf jeder, erlaubt ist - bis auf Hetzliteratur - alles, was gefällt.


    Wer der beste Deutsche aller Zeiten ist, steht bereits fest: Adenauer. Und wer wichtiger ist - Gottschalk oder Goethe - weiß nach der ZDF-Sendung Unsere Besten" auch jeder: TV-Entertainer Thomas Gottschalk, dem Dichter um immerhin fünf Prozentpunkte überlegen. Weil die Ranking-Sendung so beliebt war, wird demnächst auch die Literatur in die Abstimm-Arena gebeten.


    Wie ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut heute in Köln mitteilte, beginnt die Suche nach den Lieblingsseiten der Deutschen am kommenden Dienstag mit einer Sondersendung aus der Reihe "Lesen!", moderiert von Elke Heidenreich. Welche Titel dann schließlich zu den beliebtesten Büchern Deutschlands gekürt werden, entscheidet sich bei einer großen Show, durch die Johannes B. Kerner am 1. Oktober führen wird.


    Dass sich die Texte gegen eine allzu simple Ranglistenverwertung sträuben könnten, weiß Bellut natürlich. Der ZDF-Chef räumt ein, eine Top-oder-Flop-Liste für die Literatur könne problematisch werden. Dennoch erhofft man sich eine "aufregende Suche nach den ganz persönlichen Favoriten" - abseits von Bestsellerlisten und Literaturkanons.


    Das Ranking soll also mehr ein Forum sein, so hofft man in Mainz und wünscht sich durch die Sendungen und eine Stimmabgabe, die zwischen 6. Juli und 6. August per Internet (http://www.dasgrosselesen.zdf.de) bzw. per Postkarte erfolgen kann, eine "Diskussion über Leseerlebnisse". Mit der Aktion will sich das ZDF außerdem deutlicher als Kultursender profilieren.


    Die Literaturhitliste wird Heidenreich zusammen mit dem Noch-Chefredakteur und Mitherausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit", Michael Naumann vorschlagen: 50 Bücher sind für die Liste vorgesehen. Auf der Internetseite des ZDF findet sich ab 6. Juli außerdem eine Vorschlagsliste von 200 Titeln, die jedoch für die Abstimmung keineswegs verbindlich ist.


    Leseratten können ihren Lieblingsschmöker also aus allen Stillagen und Gattungen auswählen - egal ob Klamauk oder schwere Kost. Einziges Kriterium: Die Bücher müsen in deutscher Sprache oder in deutscher Übersetzung erschienen sein. Texte, die zu Gewalt und Fremdenhass aufrufen, auf dem Index jugendgefährdender Schriften stehen sowie Sachbücher, die ausschließlich Ratgeberfunktion haben, müssen allerdings draußen bleiben.


    Weil selbst die ehrenvolle Literatur nicht ohne PR auskommt, wird während der Wahlphase auch die Werbetrommel gerührt: Spots mit Prominenten wie Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki, Fußballtrainer Ottmar Hitzfeld, Komiker Helge Schneider, Modeschöpfer Wolfgang Joop oder Sängerin Sabrina Setlur sollen das Interesse an der Aktion fördern. Die Trailer-artigen Beiträge würden auch während der Sendungen zur Tour de France eingespielt, kündigte Bellut an. Man geht die Sache also sportlich an - und mit großer medialer Entschiedenheit.


    http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,306527,00.html

  • Hallo zusammen


    und hier kann man sein Buch voten:


    http://lesen.vote.zdf.de/


    macht von euch jemand mit? und mit welchem Buch, wenn ich fragen darf :zwinker:


    und hier die 200 Vorschläge des ZDF:


    Allende, Isabel – Das Geisterhaus
    Amundsen, Roald – Die Eroberung des Südpols
    Andersen, Hans Christian – Sämtliche Märchen
    Aust, Stefan – Der Baader Meinhof Komplex
    Austen, Jane – Stolz und Vorurteil
    Auster, Paul – Die New York-Trilogie
    Bachmann, Ingeborg – Malina
    Balzac, Honoré de – Verlorene Illusionen
    Baudelaire, Charles – Die Blumen des Bösen
    Beauvoir, Simone de – Das andere Geschlecht
    Becker, Jurek – Jakob der Lügner
    Berndorf, Jacques – Eifel-Liebe
    Bernhard, Thomas – Frost
    Bismarck, Otto von – Gedanken und Erinnerungen
    Blixen, Tania – Jenseits von Afrika
    Bloch, Ernst – Das Prinzip Hoffnung
    Boccaccio, Giovanni – Das Dekameron
    Böll, Heinrich – Die verlorene Ehre der Katharina Blum
    Bonsels, Waldemar – Die Biene Maja und ihre Abenteuer
    Borchert, Wolfgang – Draußen vor der Tür
    Boyle, Tom Coraghessan – World's End
    Bradley, Marion Zimmer – Die Nebel von Avalon
    Brecht, Bertolt – Die Dreigroschenoper
    Brockhaus. Die Enzyklopädie
    Brontë, Emily – Die Sturmhöhe
    Brückner, Christine – Jauche und Levkojen
    Buchheim, Lothar-Günther – Das Boot
    Büchner, Georg – Lenz
    Bukowski, Charles – Der Mann mit der Ledertasche
    Bulgakow, Michail – Der Meister und Margarita
    Bülow, Vicco von alias Loriot – Das Frühstücksei.
    Busch, Wilhelm – Max und Moritz
    Camus, Albert – Der Fremde
    Canetti, Elias – Die Blendung
    Carroll, Lewis – Alice im Wunderland
    Celan, Paul – Mohn und Gedächtnis
    Ceram, C. W. – Götter, Gräber und Gelehrte
    Cervantes Saavedra, Miguel de – Don Quijote
    Choderlos de Laclos, Pierre François – Gefährliche Liebschaften
    Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
    Christie, Agatha – Mord im Orient-Express
    Coelho, Paulo – Der Alchimist
    Commissario Brunettis erster Fall
    Conrad, Joseph – Das Herz der Finsternis
    Dante, Alighieri – Die göttliche Komödie
    Das Nibelungenlied
    Defoe, Daniel – Robinson Crusoe
    Der Duden. Die deutsche Rechtschreibung
    Dickens, Charles – Oliver Twist
    Die Bibel
    Die Suche nach der Urkraft des Universums
    Döblin, Alfred – Berlin Alexanderplatz
    Dönhoff, Marion Gräfin – Kindheit in Ostpreußen
    Dostojewski, Fjodor M. – Schuld und Sühne
    Doyle, Arthur Conan – Sherlock Holmes’ Abenteuer
    Droste-Hülshoff, Annette von – Die Judenbuche
    Dumas, Alexandre d. Ä. – Der Graf von Monte Christo
    Duras, Marguerite – Der Liebhaber
    Dürrenmatt, Friedrich – Der Richter und sein Henker
    Eco, Umberto – Der Name der Rose
    Eichendorff, Joseph von – Aus dem Leben eines Taugenichts
    Ende, Michael – Die unendliche Geschichte
    Fallada, Hans – Kleiner Mann – was nun?
    Fest, Joachim – Hitler. Eine Biografie
    Feuchtwanger, Lion – Exil
    Fielding, Helen – Bridget Jones. Schokolade zum Frühstück
    Flaubert, Gustave – Madame Bovary
    Follett, Ken – Die Säulen der Erde
    Fontane, Theodor – Effi Briest
    Forsyth, Frederick – Der Schakal
    Frank, Anne – Anne Frank Tagebuch
    Franzen, Jonathan – Die Korrekturen
    Fredriksson, Marianne – Hannas Töchter
    Freud, Sigmund – Die Traumdeutung
    Frisch, Max – Homo Faber
    Gaarder, Jostein – Sofies Welt
    Garcia Márquez, Gabriel – Hundert Jahre Einsamkeit
    Gesammelte dramatische Geschichten
    Giordano, Ralph – Die Bertinis
    Goethe, Johann Wolfgang von – Faust. Der Tragödie erster Teil
    Gordon, Noah – Der Medicus
    Gottfried von Straßburg – Tristan
    Grass, Günter – Die Blechtrommel
    Greene, Graham – Der dritte Mann
    Grimm, Jacob und Wilhelm – Kinder- und Hausmärchen
    Grisham, John – Die Firma
    Groult, Benoîte – Salz auf unserer Haut
    Haffner, Sebastian – Anmerkungen zu Hitler
    Handke, Peter – Der kurze Brief zum langen Abschied
    Harrer, Heinrich – Sieben Jahre in Tibet
    Harris, Thomas – Das Schweigen der Lämmer
    Hasÿek, Jaroslav – Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk
    Hauff, Wilhelm – Märchenalmanach auf das Jahr 1828 (Das Wirtshaus im Spessart)
    Hawking, Stephen – Eine kurze Geschichte der Zeit –
    Hein, Christoph – Willenbrock
    Heine, Heinrich – Deutschland. Ein Wintermärchen
    Hemingway, Ernest – Der alte Mann und das Meer
    Hesse, Hermann – Der Steppenwolf
    Heyerdahl, Thor – Kon-Tiki
    Highsmith, Patricia – Der talentierte Mr. Ripley
    Hoffmann, E. T. A. – Die Elixiere des Teufels
    Hoffmann, Heinrich – Der Struwwelpeter
    Homer – Odyssee
    Hornby, Nick – High Fidelity
    Hugo, Victor – Der Glöckner von Notre-Dame
    Hustvedt, Siri – Was ich liebte
    Illies, Florian – Generation Golf
    Irving, John – Garp und wie er die Welt sah
    Jandl, Ernst – Laut und Luise
    Janosch – Oh, wie schön ist Panama
    Johnson, Uwe – Jahrestage
    Kafka, Franz – Die Verwandlung
    Kaminer, Wladimir – Russendisko
    Kant, Hermann – Die Aula
    Kästner, Erich – Emil und die Detektive
    Kempowski, Walter – Tadellöser & Wolff
    Kertész, Imre – Roman eines Schicksallosen
    King, Stephen – Carrie
    Kipling, Rudyard – Die Dschungelbücher
    Kishon, Ephraim – Drehn Sie sich um, Frau Lot!
    Kleist, Heinrich von – Die Marquise von O.
    Klemperer, Victor – Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten.
    Knef, Hildegard – Der geschenkte Gaul
    Knigge, Adolph Freiherr von – Über den Umgang mit Menschen
    Kogon, Eugen – Der SS-Staat
    Konsalik, Heinz G. – Der Arzt von Stalingrad
    Kundera, Milan – Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
    Kürthy, Ildiko von – Mondscheintarif
    le Carré, John – Der Spion, der aus der Kälte kam
    Lenz, Siegfried – Deutschstunde
    Leon, Donna – Venezianisches Finale.
    Leonhard, Wolfgang – Die Revolution entlässt ihre Kinder
    Lind, Hera – Das Superweib
    Lindgren, Astrid – Pippi Langstrumpf
    Link, Charlotte – Sturmzeit
    London, Jack – Der Ruf der Wildnis
    Mankell, Henning – Mörder ohne Gesicht
    Mann, Heinrich – Professor Unrat
    Mann, Thomas – Buddenbrooks
    Márai, Sándor – Die Glut
    Mark Twain – Die Abenteuer des Huckleberry Finn
    Marx, Karl/Engels, Friedrich – Manifest der kommunistischen Patrei
    Maupassant, Guy de – Bel-Ami
    May, Karl – Winnetou, Band 1–3
    McCullers, Carson – Das Herz ist ein einsamer Jäger
    Melville, Herman – Moby Dick
    Mitchell, Margaret – Vom Winde verweht
    Mitscherlich, Alexander und Margarete – Die Unfähigkeit zu trauern
    Moers, Walter – Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär
    Mulisch, Harry – Die Entdeckung des Himmels
    Musil, Robert – Der Mann ohne Eigenschaften
    Nabokov, Vladimir – Lolita
    Nadolny, Sten – Die Entdeckung der Langsamkeit
    Noll, Ingrid – Die Apothekerin
    Orwell, George – 1984
    Pasternak, Boris – Doktor Schiwago
    Pilcher, Rosamunde – Die Muschelsucher
    Poe, Edgar Allan – Der Untergang des Hauses Usher
    Proust, Marcel – Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
    Reich-Ranicki, Marcel – Mein Leben
    Remarque, Erich Maria – Im Westen nichts Neues
    Rilke, Rainer Maria – Duineser Elegien
    Ringelnatz, Joachim – Kuttel Daddeldu
    Rowling, Joanne K. – Harry Potter, Band 1–5
    Sagan, Françoise – Bonjour tristesse
    Saint-Exupéry, Antoine de – Der kleine Prinz
    Salinger, Jerome David – Der Fänger im Roggen
    Schiller, Friedrich von – Wilhelm Tell
    Schlink, Bernhard – Der Vorleser
    Schnitzler, Arthur – Leutnant Gustl
    Scholl-Latour, Peter – Der Tod im Reisfeld
    Schwab, Gustav – Die schönsten Sagen des klassischen Altertums
    Schwarzer, Alice – Der „kleine Unterschied“ und seine großen Folgen
    Segal, Erich – Love Story
    Seghers, Anna – Das siebte Kreuz
    Shakespeare, William – Romeo und Julia
    Shalev, Zeruya – Liebesleben
    Simenon, Georges – Maigret und die alte Dame
    Simmel, Johannes Mario – Es muss nicht immer Kaviar sein
    Solschenizyn, Alexander – Der Archipel GULAG
    Spyri, Johanna – Heidi
    Stevenson, Robert Louis – Die Schatzinsel
    Stoker, Bram – Dracula
    Storm, Theodor – Der Schimmelreiter
    Strittmatter, Erwin – Der Laden
    Süskind, Patrick – Das Parfum
    Suter, Martin – Die dunkle Seite des Mondes
    Tagebücher 1933–1945
    Tausendundeine Nacht
    Tolkien, John R(onald) R(euel) – Der Herr der Ringe
    Tolstoi, Lew N. – Krieg und Frieden
    Tucholsky, Kurt – Schloss Gripsholm
    Updike, John – Rabbit in Ruhe
    Verne, Jules – 20.000 Meilen unter dem Meer
    Wallace, Edgar – Der Hexer
    Walser, Martin – Ein fliehendes Pferd
    Walther von der Vogelweide – Gedichte
    Widmer, Urs – Der Geliebte der Mutter
    Winter, Leon de – Hoffmans Hunger
    Wolf, Christa – Der geteilte Himmel
    Wolfe, Tom – Fegefeuer der Eitelkeiten
    Zuckmayer, Carl – Als wär’s ein Stück von mir
    Zweig, Stefan – Schachnovelle
    Zweig, Stefanie – Nirgendwo in Afrika


    LG Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo Maria,


    Wählen werde (sofern ich denn daran denke) natürlich den "Steppenwolf", der schon seit geraumer Zeit die erste Stelle bei meiner persönlichen Literatur Top10 einnimmt.


    Gelesen von dieser Liste habe ich bisher:


    Andersen, Hans Christian – Sämtliche Märchen
    Böll, Heinrich – Die verlorene Ehre der Katharina Blum
    Büchner, Georg – Lenz
    Busch, Wilhelm – Max und Moritz
    Camus, Albert – Der Fremde
    Defoe, Daniel – Robinson Crusoe
    Die Bibel
    Dostojewski, Fjodor M. – Schuld und Sühne
    Droste-Hülshoff, Annette von – Die Judenbuche
    Ende, Michael – Die unendliche Geschichte
    Gaarder, Jostein – Sofies Welt
    Goethe, Johann Wolfgang von – Faust. Der Tragödie erster Teil
    Grimm, Jacob und Wilhelm – Kinder- und Hausmärchen
    Heine, Heinrich – Deutschland. Ein Wintermärchen
    Hemingway, Ernest – Der alte Mann und das Meer
    Hesse, Hermann – Der Steppenwolf
    Hoffmann, E. T. A. – Die Elixiere des Teufels
    Hoffmann, Heinrich – Der Struwwelpeter
    Janosch – Oh, wie schön ist Panama
    Kafka, Franz – Die Verwandlung
    Kästner, Erich – Emil und die Detektive
    Mankell, Henning – Mörder ohne Gesicht
    Mann, Heinrich – Professor Unrat
    Nabokov, Vladimir – Lolita
    Rowling, Joanne K. – Harry Potter, Band 1–4
    Saint-Exupéry, Antoine de – Der kleine Prinz
    Schiller, Friedrich von – Wilhelm Tell
    Schlink, Bernhard – Der Vorleser
    Schnitzler, Arthur – Leutnant Gustl
    Storm, Theodor – Der Schimmelreiter
    Tausendundeine Nacht


    Wieso ausgerechnet "Die Elixiere des Teufels" Einzug in diese Liste gefunden habe, ist für mich schwer vermittelbar. Hoffmann hat (gottlob) deutlich besseres geschrieben...


    Grüße

  • Hallo zusammen,


    die Eröffnungssendung des ZDF zu dieser Aktion mit Elke Heidenreich wird morgen vormittag, also Sonntag, den 11. Juli 2004 auf 3sat wiederholt. Muß man sich das m.M.n. aber nicht unbedingt antun, vor allem wen man bedenkt, dass diese Aktion selbst von Elke Heidenreich, die dabei viel Geld verdient, als idiotisch bezeichnet wurde.


    Gruß von Hubert

  • Hallo !


    Ich habe die Extra-Sendung "Lesen!" gesehen, weil es mich einfach mal interessiert hat, welche Bücher denn so vorgestellt werden. Natürlich gab es auch wieder einige Klischees z.B. wurde Moby Dick als Jugendbuch angepriesen (Viel Spaß an alle 16-jährigen :breitgrins: ), okay, Frau Heidenreich gab zu, dass sie es nicht ganz gelesen hat und "Das steinerne Herz" von Wilhelm Hauff :rollen: ...


    Wenn Frau Heidenreich diese ganze Aktion als idiotisch ansieht, verstehe ich aber nicht, warum sie dann dabei mitmacht (Geldgier oder Knebelvertrag?).


    Naja, ich finde das ganze ziemlich überflüssig. Ein Liebligsbuch habe ich nicht, schon allein deshalb, weil ich gar nicht weiß, welches Buch hinter der nächsten Ecke lauert. Insofern fand ich Frau Heidenreichs Ansatz "Das Buch, das uns am längsten durchs Leben begleitet hat" doch deutlich besser.


    Gruß von Steffi

  • Zitat von "Steffi"


    Ich habe die Extra-Sendung "Lesen!" gesehen, weil es mich einfach mal interessiert hat, welche Bücher denn so vorgestellt werden. Natürlich gab es auch wieder einige Klischees z.B. wurde Moby Dick als Jugendbuch angepriesen (Viel Spaß an alle 16-jährigen :breitgrins: ), okay, Frau Heidenreich gab zu, dass sie es nicht ganz gelesen hat und "Das steinerne Herz" von Wilhelm Hauff :rollen: ...


    Hallo zusammen!
    Hallo Steffi,


    ich hab’ die Sendung am Sonntag auch gesehen und es war erstaunlich, wie viel Unsinn „Fachleute“ in einer Stunde verbreiten können. Z.B. bezeichnete der ehemalige Verleger und Kulturstaatsminister Michael Naumann, Elkes Gast, den Moby Dick nicht nur, wie von Steffi erwähnt, als Jugendbuch, er hat mit seiner Aussage, in dem Buch kämpfen zwei Böse (Wal und Ahab) gegeneinander, gezeigt, dass er den Roman noch nicht mal ansatzweise verstanden hat.


    Auch die Einteilung der vorgestellten Bücher in Themen war total daneben. John le Carrés „Der Spion der aus der Kälte kam“, als Krimi zu bezeichnen, na ja - und als ein Jungschauspieler „100 Jahre Einsamkeit“ als Klassiker bezeichnete, hat sich Frau Heidenreich zwar gewundert, dass man einen lebenden Autor als Klassiker bezeichnet, aber anstatt, als Literaturwissenschaftlerin muss sie es ja wissen, zu sagen, ein gutes Buch, aber noch kein Klassiker, sagt sie, „na schön“. Aber den Vogel schoss MRR ab: Sein liebster Liebesroman: „Effi Briest“ Da könnte man schon mal diskutieren, wieso das ein Liebesroman sein soll, aber wenn MRR dann sagt, Effi wurde wegen einem einzigen Fehltritt von 10 bis 12 Minuten von ihrem Mann verstoßen, dann frage ich mich schon, hat der das Buch nicht gelesen oder nicht verstanden. Nicht nur wegen der 10 bis 12 Minuten, die im Buch nicht vorkommen, das kennt der halt wahrscheinlich so, aber dass es nicht um einen einmaligen Fehltritt geht, sondern um eine anhaltende Affäre, das sollte er schon wissen.


    Erstaunlich gut dagegen die Kommentare von einigen „Nichtfachleuten“. Was Gysi über den „Faust“ sagte, oder Götz Alsman über Arno Schmidts „Das steinerne Herz“, da merkte man, die kennen und lieben die genannten Bücher. Auch was Wolfgang Jopp über Andersens Märchen sagte, hat mir gut gefallen und auch Sabrina Setlur hat mich überzeugt, dass sie „Das Parfüm“ nicht nur gelesen sondern auch verstanden hat.



    Wenn Frau Heidenreich diese ganze Aktion als idiotisch ansieht, verstehe ich aber nicht, warum sie dann dabei mitmacht (Geldgier oder Knebelvertrag?).


    Dazu Frau Heidenreich im Zeitungsinterview: „ .....idiotisch. Allerdings ist mir alles recht, was Leute zum Lesen bringt, und außerdem interessiert mich wirklich mal was die Menschen gerne lesen und deshalb mache ich mit.“
    Na ja, ich will mal nicht so streng sein, ich hab’ für Geld auch schon Sachen gemacht, die ich idiotisch fand. Allerdings ist es schon bezeichnend, wenn Frau Heidenreich die Aktion in der Zeitung als idiotisch bezeichnet und im Fernsehen als „eine gute Sache“.



    Naja, ich finde das ganze ziemlich überflüssig. Ein Liebligsbuch habe ich nicht, schon allein deshalb, weil ich gar nicht weiß, welches Buch hinter der nächsten Ecke lauert. Insofern fand ich Frau Heidenreichs Ansatz "Das Buch, das uns am längsten durchs Leben begleitet hat" doch deutlich besser.


    Mein Lieblingsbuch ist immer das Buch, das ich gerade lese, ich fände es sonst auch unfair dem Buch gegenüber, es zu lesen, obwohl mir eigentlich ein anderes Buch lieber ist. Das Buch, das mich am längsten durchs Leben begleitet hat? Da ist die Antwort klar: Mein Postsparbuch, das haben meine Eltern bei meiner Geburt für mich angelegt und ich hab’s immer noch.



    Gruß von Hubert

  • Hallo,


    schwer vermißt habe ich in der Vorschlagsliste des ZDF ja die Erinnerungen von Herrn Adenauer, ist er doch der beste, tollste, größte, bedeutendste und unvergleichlichste aller Deutschen, wie ich bei der letzten Wahl gelernt habe ( zur Erinnerung: gegen Konrad hatten Bach, Einstein und Goethe keine Chance). Und jetzt diese debile Bücherliste! Ich kann die Verantwortlichen so richtig vor mir sehen, wie sie überlegen, daß auch der Pöbel angesprochen werden muß, und dann setzen sie schnell noch einen Konsalik auf die Liste und lachen sich literaturzynisch kaputt. Den Schmidt überlassen sie dem Alsmann und den Joyce dem Reisemagazin mit dem Schwerpunkt Dublin. Faust und den Tell, da kennen die Dummköpfe da draußen wenigstens die Titel, und für den Osten dann noch das Manifest aufgelistet. Schnell noch ein paar Krimis (Berndorf!) und für die Fans vom Küblböck gibts den Harry Potter. Herr Knopp reicht noch den Kogon, den Fest und den Haffner rüber, für den Kershaw reichts dann doch nicht. Am 1. Oktober gibt Herr Kerner dann den Sieger bekannt: Tolkiens Herrn der Ringe. Bedauerlich, daß der Mann ohne Eigenschaften die Entwürdigung der Aufnahme in diese Liste erleben muß!


    Mecki

  • Hallo Hubert !


    Zitat

    Mein Postsparbuch, das haben meine Eltern bei meiner Geburt für mich angelegt und ich hab’s immer noch.


    :bang::bang:


    Gruß von Steffi

  • Hallo zusammen


    Mittlerweile wurde das Ergebnis vorab veröffentlicht:


    Das große Lesen - Liste der "50 besten Bücher" veröffentlicht


    Das Branchenmagazin "buchreport.express" hat die Liste der "50 besten Bücher" bereits veröffentlicht. Ursprünglich sollte diese erst am 1. Oktober in einer 120-Minutengala im ZDF bekannt gegeben werden.



    Weder Donna Leon, noch Henning Mankell, John Grisham oder Stephen King stehen auf der Liste der Lieblingsbücher. Heinrich Böll fehlt ebenso wie Friedrich Dürrenmatt, Friedrich Schiller oder Heinrich Mann. Dafür stehen mit Frank Schätzing ("Der Schwarm"), Dan Brown ("Illuminati") und Carlos Ruiz Zafon ("Der Schatten des Windes") aktuelle Bestsellerautoren auf der Liste. Als Überraschung ist die Platzierung von Marlen Haushofer ("Die Wand" (1960)) zu sehen. Der Diogenes Verlag ist auf der Liste sechsmal vertreten, Suhrkamp hat fünf Platzierungen geschafft, S.Fischer vier. Hermann Hesse, John Irving und Thomas Mann sind je dreimal vertreten.


    Die Liste der "50 Besten der ZDF-Aktion"


    Die Bibel
    Douglas Adams Per Anhalter durch die Galaxis
    Isabel Allende Das Geisterhaus
    Jane Austen Stolz und Vorurteil
    Dan Brown Illuminati
    Paulo Coelho Der Alchimist
    Donna W. Cross Die Päpstin
    Umberto Eco Der Name der Rose
    Michael Ende Die unendliche Geschichte
    Michael Ende Momo
    Ken Follett Die Säulen der Erde
    Theodor Fontane Effi Briest
    Max Frisch Homo faber
    Cornelia Funke Das Tintenherz
    Jostein Gaarder Sofies Welt
    Diana Gabaldon Feuer und Stein
    Johann Wolfgang von Goethe Faust
    Noah Gordon Der Medicus
    Günter Grass Die Blechtrommel
    Ulla Hahn Das verborgene Wort
    Marlen Haushofer Die Wand
    Hermann Hesse Narziß und Goldmund
    Hermann Hesse Siddhartha
    Hermann Hesse Steppenwolf
    John Irving Das Hotel New Hampshire
    John Irving Gottes Werk und Teufels Beitrag
    John Irving Owen Meany
    Milan Kundera Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
    Harper Lee Wer die Nachtigall stört...
    Siegfried Lenz Deutschstunde
    Thomas Mann Buddenbrooks
    Thomas MannDer Zauberberg
    Thomas Mann Joseph und seine Brüder
    Sandor Marai Die Glut
    Gabriel Garcia Marquez Hundert Jahre Einsamkeit
    Frank McCourt Die Asche meiner Mutter
    Margaret Mitchell Vom Winde verweht
    Harry Mulisch Die Entdeckung des Himmels
    Sten Nadolny Die Entdeckung der Langsamkeit
    George Orwell 1984
    Erich Marie Remarque Im Westen nichts Neues
    Joanne K. Rowling Harry Potter und der Stein der Weisen
    Joanne K. Rowling Harry Potter und der Orden des Phönix
    Antoine de Saint-Exupery Der kleine Prinz
    Jerome D. Salinger Der Fänger im Roggen
    Frank Schätzing Der Schwarm
    Bernhard Schlink Der Vorleser
    Patrick Süskind Das Parfum
    J.R.R. Tolkien Der Herr der Ringe
    Carlos Ruiz Zafon Der Schatten des Windes
    Marion Zimmer-Bradley Die Nebel von Avalon




    © Graphik ZDF



    Viele Grüße
    ikarus

    "Der Umgang mit Büchern bringt die Leute um den Verstand" (Erasmus von Rotterdam)

  • Hallo Mitleser,


    daß die Bibel an Nr. 1 steht, wundert mich nicht. Wenigstens den Namen kennt wahrscheinlich jeder. Ansonsten wird ja bekannterweise nirgends so gelogen wie bei kulturellen "Offenbarungen" (mit am meisten im Internet, das passende Smiley fehlt hier - Anwesende natürlich ausgenommen)! Jeder liest nur Hochstehendes von höchst seriösen Autoren, nein, Dichter sind das ja. Dabei müßten bei der Umfrage doch die Millionen Groschenhefte u.ä. ganz oben stehen, die wöchentlich so konsumiert werden. Obwohl - da bin ich mir auch nicht mehr ganz sicher, ob selbst die noch gelesen werden im Zeitalter der 1001 - TV - Kanälen.
    Was mich betrifft, so lese ich momentan tatsächlich mehr Forenbeiträge, die, wie das Beispiel hier (aber längst nicht nur hier), wieder mal zeigt, meist in jeglicher Hinsicht sehr unterhaltsam sind und oft auch höhere Bildung vermitteln. :zwinker:


    An Büchern? Schwierig. Von der genannten Auswahl: Steppenwolf, alles von Tucholsky, die Josephromane, Der Name der Rose, Sofies Welt. Nicht in der Liste enthalten: Das Glasperlenspiel (Hesse), Wahlverwandtschaften (Goethe), Dr. Faustus (Th. Mann), Der Untertan (H. Mann). Oh je, ich höre auf.....


    Sonntägliche Grüße, :smile:
    Gitta


    @ Steffi u. Mecki: Schließe mich Eueren Einschätzungen u. Meinungen an.

  • Hallo zusammen!


    Zitat von "Gitta"

    daß die Bibel an Nr. 1 steht, wundert mich nicht.


    Da die übrigen Titel alphabetisch nach Autor-Nachname geordnet sind, nehme ich an, dass das daher kommt, dass die Bibel ohne Angabe eines Autors fungiert und deshalb beim Sortieren auf Position 1 rutschte. :zwinker:


    Grüsse


    Sandhofer

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus


  • Hallo Sandhofer,


    das ist nur eine Schutzbehauptung von Dir! :breitgrins:
    Im Ernst: Auf die alphabetische Anordnung habe ich gar nicht geachtet, so sicher war ich mir in puncto Bibel. Da sieht man's mal wieder!
    Danke für die Aufklärung!


    Gruß,
    Gitta

  • Hallo Ikarus


    einige meiner Lieblinge sind auch darunter *freu*
    Danke für den Zwischenbericht.


    Liebe Grüße
    Maria

    Die Bibel
    Jane Austen Stolz und Vorurteil
    Umberto Eco Der Name der Rose
    Theodor Fontane Effi Briest
    Diana Gabaldon Feuer und Stein
    Hermann Hesse Siddhartha
    Hermann Hesse Steppenwolf
    Thomas Mann Buddenbrooks
    Thomas MannDer Zauberberg
    Thomas Mann Joseph und seine Brüder
    Antoine de Saint-Exupery Der kleine Prinz
    Bernhard Schlink Der Vorleser

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo zusammen, da ist ehrlich gesagt nicht ein Buch drunter, was mir gefallen könnte, mal von den deutschsprachigen Klassikern abgesehen. Aber die Sendung soll ja unterhalten, nicht zum Lesen anstiften...

  • Zitat von "Holger"

    Hallo zusammen, da ist ehrlich gesagt nicht ein Buch drunter, was mir gefallen könnte, mal von den deutschsprachigen Klassikern abgesehen. Aber die Sendung soll ja unterhalten, nicht zum Lesen anstiften...


    Hallo Holger
    warum nicht unterhalten und auch zum Lesen anstiften?
    ich ging davon aus.
    Grüße von
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Hallo JMaria,


    ja, sicher ist das deren hehres Ziel. Aber mal ehrlich: wer wird wirklich in die Bücher schauen, angenommen Goethes Faust gewinnt? Doch wohl kaum jemand. Gewinnt hingegen Harry Potter hat es eh schon nahezu jeder gelesen.


    Na ja, die Kommentare zu den Büchern sind vielleicht noch interessant und Frau Heidenreich eh allemal ein Grund einzuschalten.


    LG Holger.

  • Hallo zusammen,


    habt ihr es auch gesehen? War es nicht schön? Hat er seinen Text zum "Zauberberg" nicht brav aufgesagt, der Schröder Gerd? War er nicht niedlich, der Stoiber Eddie, unser kleiner Prinz, wie er sich über dieses Heftchen ausgelassen hat? Wer war eigentlich diese gelockte Trulla neben der Alice, die ja anscheinend - man mag es kaum glauben - noch weniger Ahnung von Büchern hatte als Johannes Bibliophil Kerner, der uns gleich mehrmals mit dem Hinweis versorgte, daß Bücher etwas mit Emotionen zu tun haben könnten. Es soll ja schon vorgekommen sein, daß Bücher auch den Verstand angesprochen haben, aber in diesem Fantasy-Mittelalter-Hobbit-Troll-Elfen-Ritter-Sumpf sind sie nun wirklich untergegangen. Ja, der Weg ist das Ziel (Zitat von Trulla?), und das Medium ist ohne Zweifel die Message. Wird die Alice auch mitmachen, wenn es demnächst um die größten, besten und deutschesten Sportler aller Zeiten geht? Wird sie Liesel Westermann loben, wird die Meyfarth ihre liebste Emma sein? Welche Drogen hat der dicke Mann rechts auf dem Sofa genommen? Scheint ja ein Extremsedativum gewesen zu sein. Wie weihevoll er die Auszüge aus den Top 3 vorgetragen hat! Follett - Bibel - Tolkien! Wahrlich ein Dreiklang, der Deutschland 2004 trefflich kennzeichnet! Jeanette Biedermann (der Name ist Programm), unsere verehrte Chanteuse, muß zur FAZ, unbedingt! Hat sie die Austen gelesen? Gehört sie zu den 97%? 2 Stunden ZDF! Mein Gott, sorry, daß DU nur Platz 2 gemacht hast!


    Mecki