Mai 2004: Heinrich von Kleist - Prinz Friedrich von Homburg

  • Hallo zusammen,


    der Prinz Friedrich von Homburg ist, wie die meisten anderen Personen des Dramas und die Schlacht von Fehrbellin, historisch belegt. Trotzdem will Kleist mit seinem Stück sicher mehr als nur eine Episode aus der preußischen Geschichte darstellen. Z.B. verweist das Stück auch auf die aktuelle politische Situation zur Entstehungszeit des „Prinzen“. So kann in dem, im Stück geschilderten Einfall der Schweden in Brandenburg auch eine Spiegelung des Einfalls der Franzosen unter Napoleon in Preußen gesehen werden. Andere sehen das Stück als autobiographisches Zeugnis des Dichters selbst. So inszenierte Peter Stein 1972 den „Prinzen“ an der Berliner Schaubühne als „Traum des armen Heinrich von Kleist vom glücklichen Prinzen von Homburg“. Es gibt also sicher viel zu entdecken in diesem kurzen Stück, aber
    statt vieler Worte, lieber noch ein paar Links:


    Heinrich von Kleist Biographie von Inga Schneckenburger:
    http://www.onlinekunst.de/oktoberzwei/18_10_Kleist.htm


    Biographie von Kleist und Inhaltsangabe zum „Käthchen“, zum „Krug“ und zum „Prinzen“:
    http://www.klassiker-der-weltliteratur.de/kleist.htm


    Kleist, kurz und bündig:
    http://www.derweg.org/personen…ur/heinrichvonkleist.html


    Den Text des Stückes gibt’s hier (Falls noch jemand spontan mitlesen will)
    http://www.friedrichvonhomburg.de/

    Alle Kleist Werke gibt’s aber auch im Projekt Gutenberg!:
    http://gutenberg.spiegel.de/autoren/kleist.htm

    Wer sich intensiver mit Kleist beschäftigen will, für den sind ja vielleicht die Seiten des Kleist-Archivs etwas:
    http://www.kleist.org/index.htm


    oder die der Kleistgesellschaft:
    http://www.uni-koeln.de/kleist/


    Carsten Bodinus inszenierte Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" am Theater Heilbronn
    http://www.kleist.org/homburg/presse_hst1.htm


    Als „Prinz Friedrich von Homburg“ mal vor zwei Jahren im Fernsehen lief:
    http://www.kleist.org/fernsehen/tv20020831.htm


    Ein Porträt des historischen „Prinzen von Homburg“ gibt’s hier:
    http://www.preussen-chronik.de/vollbild.jsp?key=Bild_828


    und einen Bericht der historischen Schlacht hier:
    http://www.preussen-chronik.de/episoden/001630.jsp

  • Hallo Zusammen!
    Ich denke, dass die Liebe eine große Rolle in dem Stück spielt- zumindest für Friedrich von Homburg. Der Traum am Anfang zeigt, dass er offensichtlich Natalie liebt. Diese scheint für ihn aber unerreichbar. Als er dann bemerkt, dass er IHREN Handschuh im Traum erhielt- ist er völlig durch den Wind. Dadurch hört er den Befehlen nicht zu! Er ist unaufmerksam, verwirrt, verträumt usw.


    Sein Traum vom Sieg, steht auch erst einmal in deutlicher Diskrepanz zur Realität. Irgendwie hat Friedrich dem Kurfürsten schon zwei Siege versaut. Der nun errungende Sieg führt zu keiner Ehrung, wie der Prinz erwartet. Das Schlafwandeln ist auch nicht einmalig ("bin ich wieder umgewandelt" (I,4).


    Soweit erstmal
    Grüße von Jacky


    PS: von wegen feiertägliche Grüße

  • Hallo !


    Danke, Hubert, für den Hinweis auf Egmont. Ich kenne das Stück leider nicht, gibt es auch bezüglich der Handlung Parallelen zu Kleist ? Die Anknüpfung ist ja wirklich verblüffend. Besonders gut trifft doch der Satz


    Zitat

    ungehindert fließt der Kreis innerer Harmonien, und eingehüllt in gefälligen Wahnsinn, versinken wir und hören auf zu sein.

    auch auf Homburg zu. Ich glaube, Homburg gefällt der absolutistische Anspruch des Kurfürsten nicht. Er möchte auch als Individuum seinem eigenen Herz folgen können und nicht nur irgendwelche Befehle befolgen müssen. Dabei sieht er sich als Sieger, d.h. ihm geht es nicht um die Sache an sich sondern um persönlichen Ruhm.


    Interessant auch die Beziehung zu Natalie. Homburg als Ziehsohn des Kurfürsten (er nennt die Kurfürstin ja einmal Mutter) verliebt sich in Natalie. Aber ist das wirklich Liebe ? Aufgrund der Scharade des Kurfürsten bekommt er den Handschuh und wäre es möglich, dass er sich (Lorbeerkranz ?) an die Stelle des Kurfürsten wünscht ? Eigentümlich reagiert er ja auch auf die Todesnachricht des Kurfürsten, es scheint ihm nicht sonderlich nahe zu gehen. Und dann in der Todesfurchtszene ... nun ja, wahre Liebe klingt für mich anders - oder ist Kleist dabei nur eiskalt realistisch ?


    Mit Wahnsinn hat sich Kleist ja auch beschäftigt. Ich habe dazu etliches in meinem Kommentar gefunden und werde es heraussuchen.


    Gruß von Steffi

  • Hallo zusammen !


    Kleist hatte vermutlich in Dresden Christian Reils "Rhapsodien zur Anwendung der psychischen Kurmethode auf Geisteszerrüttungen" kennengelernt. Es gibt wohl Parallelen zum Prinz von Homburg; lt. Reils Praktiken führt der Weg vom Somnambulismus:

    durch ein rauhes Anfahren, durch Drohungen oder durch den blossen Anblick einer schauderhaften Scene zum Gehorsam,


    den Patienten in eine unterirdische Gruft zu führen, die alles Schreckende enthält, was je das Reich des Höllengottes sah,


    ihn mitten in einem Anfall chimärischer Ausschweifungen einen Brief schreiben zu lassen,


    durch Zeichen und Symbole und besonders Sprache und Schrift in ihm Ehrfurcht, Liebe, Zutrauen hervorzurufen und


    das Wohlverhalten des Kranken durch Dinge, die ihm angenehm sind, zu belohnen


    Diese Struktur könnte Kleist wohl übernommen haben, aber mir leuchtet die Erklärung der Ohnmacht gegenüber den Normen mehr ein als theoretische Versuche.


    Bei mir fängt gerade die Pause an - ich warte im Foyer bei einem Prosecco :rollen:


    Gruß von Steffi

  • Hallo Ihr Lieben,

    Zitat

    Eigentümlich reagiert er ja auch auf die Todesnachricht des Kurfürsten, es scheint ihm nicht sonderlich nahe zu gehen.


    Ein klares Jein von mir. Ich glaube der angebliche Tod geht ihm schon nahe : "Könnt ich mit Blut, aus diesem treuen Herzen,
    Das seinige zurück ins Dasein rufen! "(II,6); dann will er den Tod rächen, aber Du hast recht merkwürdig ist seine Reaktion insgamt schon. Ich vermute, daß er irgendwie seine Chance wittert. Es ist schon komisch, wie er die trauernde Natalie belagert- ist nicht wirklich der richtige Moment für einen Antrag. Natalie reißt sich von ihm los- soll das die Verlobung sein??? :grmpf: Ich weiß ja nicht.


    Ob das wahre Liebe ist...?????


    Liebe Grüße

  • hallo, ich hoffe, es ist noch nicht zu spät, sich der homburg-sache ganz spontan anzuschließen :smile:


    eigentlich wollte ich nur anmerken, dass ich es schon augenfällig finde, dass es zu der spontanen verlobungsszene in dem augenblick kommt, als natalie und der prinz den fürsten für tot halten. der prinz schlüpft auffällig schnell in die rolle des fürsten, er ist der "vollstrecker des kurfürstlichen willens" (v. 581ff.). nachdem klar wird, dass die todesnachricht revidiert werden muss, kommentiert der prinz das sehr ambivalent: " dein wort fällt schwer wie gold in meine brust!" (v.637). es scheint also zwischen dem prinzen und dem fürsten eine gewisse rivalität zu bestehen, auch - aber nicht nur- um natalie. diese szene zeigt also ganz unverhüllt den ehrgeiz, ruhmsucht und ganz allgemein die superbia, die der prinz an den tag legt. gerade deshalb verhält sich natalie so passiv ( er küsst sie, nicht andersrum), weil superbia ( übermut) eben nicht gerade das ideal im preußischen staat war. natalie erscheint in dieser szene aber als ziemlich angepasst an die gesellschaft und das frauenbild der damaligen zeit: sie lässt sich küssen, und flüchtet sich zur fürstin, ein art mutterfigur für sie.
    beide figuren erscheinen also als nicht übereinstimmend in dieser szene, und deshalb reagiert natalie so abweisend. ( meiner meinung nach ):smile:
    liebe grüße silvia

  • Zitat von "Lana"

    hallo, ich hoffe, es ist noch nicht zu spät, sich der homburg-sache ganz spontan anzuschließen :smile:


    NEIN :zwinker:


    Hallo Silvia,


    zunächst herzlich willkommen hier bei uns im Klassikerforum :blume::blume: und insbesondere bei unserer Kleistleserunde. Auch spontane Mitleser sind bei uns immer gerne gesehen. Wie hast Du den zu uns gefunden?


    Deine Beobachtung, dass der Prinz nicht nur der Trauernde ist, sondern sehr schnell auch die Rolle des Fürsten übernehmen will, sehe ich auch so. Das hängt aber m.M.n. vor allem mit der Konstellation eines klassischen Dramas zusammen, wo es einen Helden (den Prinzen) und einen Gegenspieler (den Fürsten) geben muss. Bei Deiner Beurteilung der „Verlobungsszene“ kann ich aber bei Natalie die passive Haltung, die wie Du richtig sagst, dem Frauenbild entspräche, nicht erkennen. Vielmehr ist sie (wie ja auch im richtigen Leben fast immer) der aktivere Teil. Während nämlich der Prinz ihr nur seinen Schutz anbietet: „Schlingt Eure Zweige hier um diese Brust“ (602) sagt Natalie: "Wenn ich ins innere Mark ihr wachsen darf?“, was eine eindeutige Liebeserklärung ist und (Sie legt sich an seine Brust) Da hat der Prinz ja keine andere Wahl mehr, als sie zu küssen, oder?


    Liebe Grüße von Hubert

  • Zitat von "Jacky"

    Ich denke, dass die Liebe eine große Rolle in dem Stück spielt- zumindest für Friedrich von Homburg. Der Traum am Anfang zeigt, dass er offensichtlich Natalie liebt. Diese scheint für ihn aber unerreichbar.


    Hallo Jacky,
    hallo zusammen,


    Die Liebe, denke ich, spielt in den meisten Stücken von Kleist (und nicht nur dort) eine große Rolle.


    Wie Du richtig schreibst, zeigt der Traum, dass der Prinz die Prinzessin liebt und diese für ihn unerreichbar scheint. Und genau diesen letzten Halbsatz habe ich nicht verstanden. Warum soll für den Prinz von Homburg die Prinzessin von Oranien unerreichbar sein? M.M.n hätte Kleist das zumindest erklären können.


    Liebe Grüße von Hubert

  • Zitat von "Steffi"

    Hallo !


    Danke, Hubert, für den Hinweis auf Egmont. Ich kenne das Stück leider nicht, gibt es auch bezüglich der Handlung Parallelen zu Kleist ? Die Anknüpfung ist ja wirklich verblüffend.


    Hallo Steffi,
    hallo zusammen,


    in der Handlung gibt es vor allem zu Goethes "Tasso" Parallelen, vor allem in einzelnen Motiven, die Kleist aber dann neu gestaltet. Beispiel:
    Bei Goethe wird Tasso durch das Erscheinen Antonios aus einem schönen Traum aufgeweckt. Tasso erläutert darauf seine innere Befindlichkeit. Als der Graf Heinrich von Hohenzollern unseren Prinzen aus dessen Träumen aufweckt, fällt der um (Beginn 4. Auftritt im 1. Akt). Katharina Mommsen in ihrem "Kleists Kampf mit Goethe" zu dieser Stelle: "Die Szene wirkt wie die Umsetzung des bei Goethe mehr seelischen Vorgangs in einen höchst eindrucksvoll theatralischen." Kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen, wie seht ihr das?


    Liebe Grüße von Hubert

  • Zitat von "Berch"

    Hallo zusammen,


    habe mich auch in den Pausenraum gesetzt und werde mir jetzt erstmal eine Rauchen, um die Wartezeit zu überbrücken^^


    Gruß
    Berch


    Hallo zusammen,


    nach dem dritten Akt wollten wir uns ja zu einem Pausenresümee treffen. Steffi und Berch sind soweit, ich habe gestern den zweiten Akt gelesen und werde heute sicher noch den dritten Akt schaffen. Wie weit seit ihr, Maria, Jacky und Silvia?


    Maria :
    Schön, dass Du den Kleist auf deinen PDA geladen hast. Ich glaube ich muss auch mal über einen PDA nachdenken.


    Jana , Ivy und Paul
    Seid ihr bei der Runde dabei?


    @An die im Pausenraum Wartenden
    Damit die Wartezeit nicht langweilig wird: Irgend jemand hat in unserer Kleistdiskussion mal gefragt, ob man Kleist überhaupt verstehen kann, ohne seinen Aufsatz "Über das Marionettentheather" und da dieser Aufsatz ungefähr zeitgleich mit dem "Prinzen" entstand, könnte man das ja mal überprüfen.


    Gruß von Hubert

  • Hallo,


    ja ich bin dabei, tut mir leid, dass ich mich kurzzeitig hier nicht gemeldet hab, jetzt hab ich aber mehr Zeit.


    J.-paul

    Die Zeit ist Euer! Sie wird sein, was ihr aus ihr macht! (Generalmajor von Clausewitz)

  • Ich habe auch fertig ( dritter Akt)! Ich warte ... :zwinker:


    Zitat

    Irgend jemand hat in unserer Kleistdiskussion mal gefragt, ob man Kleist überhaupt verstehen kann, ohne seinen Aufsatz "Über das Marionettentheather"


    Warst DU das nicht Hubert???? :breitgrins:


    Liebe Grüße Jacky


  • Hallo zusammen,
    ich bin mitten im 3. Akt und beende ihn heute noch.


    Jacky , danke für deine Gedanken. Mich verwirrt dieser Prinz in seinen Äußerungen sehr. Zuanfangs erwähnt er nicht einmal, dass der Handschuh von Natalie stammen können. Er und Hohenzollern zählen alle möglichen Damen auf. Verliebt er sich erst in Natalie als er sich bewußt wird, dass es ihr Handschuh ist?


    Hubert:Wie Du richtig schreibst, zeigt der Traum, dass der Prinz die Prinzessin liebt und diese für ihn unerreichbar scheint. Und genau diesen letzten Halbsatz habe ich nicht verstanden. Warum soll für den Prinz von Homburg die Prinzessin von Oranien unerreichbar sein? M.M.n hätte Kleist das zumindest erklären können.


    mmh - ich muß den Traum mir nochmals durchlesen. Da muß mir etwas entgangen sein.


    seine Träumereien und seine hitziges Temperament scheinen mir keine guten Eigenschaften für eine Führungsperson zu sein. Hart ausgedrückt: er ist seiner Pflicht nicht nachgekommen. Er hat den Befehl nicht mal richtig notiert und wie Jacky oben erwähnt, hat er bereits zwei Einsätze versaut, und so einem vertraut man Menschen an? :entsetzt:


    Steffi : Somnambulismus ist mir durch meine Balzac-Leserunde mit Frank nicht mehr so fremd. Balzac bringt es allerdings mit Magnetismus in Verbindung. Heute hat der Begriff soviel ich noch weiß mit Schlafwandeln zu tun.


    Dass sich Kleist mit Wahnsinn befaßt hat finde ich hochinteressant, wieviel davon erkennt man in dem Stück "Der Prinz von Homburg"?


    @Silvia
    auch ein Willkommen von mir, wie ich lese, bist du aus der gleichen Stadt wie Hubert? (Ortenau)


    Hubert , danke für die Links die du in der "Chronik des gemeinsamen Lesens" gesammelt hast. Hilft mir sehr weiter.


    Jacky:Sein Traum vom Sieg, steht auch erst einmal in deutlicher Diskrepanz zur Realität.


    genau deswegen bin ich auf die Entwicklung des Prinzen gespannt. Das Stück beginnt im Traum und endet..... ? Aber soweit sind wir noch nicht.


    Liebe Grüße
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Frohe sonntägliche Grüße an Alle! :urlaub:


    @ Maria - vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag.


    Zitat

    Warum soll für den Prinz von Homburg die Prinzessin von Oranien unerreichbar sein? M.M.n hätte Kleist das zumindest erklären können.


    Die Frage habe ich mir auch schon gestellt. Er muß sie schon heimlich lieben, wie es in der "Traumszene" gezeigt wird. Er kann sích ja auch an den Traum erinnern, er traut es sich nur nicht laut auszusprechen (so scheint es mir). Die vierte Szene im ersten Akt mit dem Hohenzollern ist schon fast komisch, oder (Hubert, du bist gefragt :zwinker: )? In I,5 erkennt der Prinz, daß der Handschuh Natalie gehört. Genau in dem Moment glaubt er an die Erfüllung seines Traumes:

    Zitat


    Der Prinz von Homburg (steht einen Augenblick, wie vom Blitz getroffen da; dann wendet er sich mit triumphierenden Schritten wieder in den Kreis der Offiziere zurück).
    Dann wird er die Fanfare blasen lassen!
    (Er tut, als ob er schriebe.)


    Meiner Meinung nach glaubt er sich am Ziel seiner Träume. Er sieht sich schon als Sieger, dadurch glaubt er, daß er alles tun kann was er will.


    Ich glaube, daß Natalie unerreichbar ist, weil sie politisch verheiratet werden soll.



    Maria , Du hast geschrieben:


    Zitat

    Dass sich Kleist mit Wahnsinn befaßt hat finde ich hochinteressant, wieviel davon erkennt man in dem Stück "Der Prinz von Homburg"?


    Ich glaube der Prinz ist nahe gebaut am Wahnsinn, er wankelt zwischen Glaube, Vernunft, Pflicht, Gefühl ...er rauft sich die Haare etc.
    Aber den Prinzen läßt Kleist nicht wahnsinnig werden. Wahnsinn und Liebe wird von Kleist in Penthesilea ausführlich behandelt.


    Wie deutet Ihr folgende Äusserungen des Kurfürsten:



    (II,9)


    Dem Kurfürsten wurde berichtet, daß der Prinz beiom Angriff nicht dabei war- da verletzt. Hat er es eigentlich dem Prinzen zugetraut?? Oder lautet sein Urteilsspruch hier auf Tad, da er sicher ist, daß es nicht der Prinz gewesen sein kann????


    Liebe Grüße Jacky

  • Zitat von "Papst"

    Hallo,


    ja ich bin dabei, tut mir leid, dass ich mich kurzzeitig hier nicht gemeldet hab, jetzt hab ich aber mehr Zeit.


    J.-paul


    Hallo Paul,


    schön, dass Du dabei bist, es hätte mich sonst auch schwer enttäuscht, nachdem wir ja mit dieser Leserunde Deinen Vorschlag aufgegriffen haben. Gibt es zu unseren bisherigen Beiträgen aus Deiner Sicht etwas zu ergänzen oder anzumerken?


    Und wie lautet Dein Zwischenresümee nach dem 3. Akt?


    Gruß von Hubert

  • Zitat von "Jacky"

    Habe noch eine Frage:
    Gab es Frauen in führenden Positionen, Chef des Dragonerregiments?
    Liebe Grüße


    Hallo Jacky,


    gute Frage, hab' ich auch schon drangedacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Soldaten in einer Schlacht damals von einer Frau Befehle entgegengenommen hätten und in der Schlacht war sie ja auch nicht dabei. Das kann höchstens so eine Art "Ehrenchef" gewesen sein, für Friedenszeiten. ?


    Liebe sonntägliche Grüße


    Hubert

  • Zitat von "JMaria"

    Somnambulismus ist mir durch meine Balzac-Leserunde mit Frank nicht mehr so fremd. Balzac bringt es allerdings mit Magnetismus in Verbindung. Heute hat der Begriff soviel ich noch weiß mit Schlafwandeln zu tun.


    Meines Wissens hat sich Kleist, wie Balzac auch, viel mit Magnetismus und Messmerismus beschäftigt. Unter Somnambulismus versteht man m.W’s die Macht die jemand über eine Person hat welche schlafwandelt oder unter Hypnose steht.



    Zitat

    @Silvia
    auch ein Willkommen von mir, wie ich lese, bist du aus der gleichen Stadt wie Hubert? (Ortenau)


    Hallo Maria,


    Die Ortenau ist keine Stadt, sondern ein Landkreis im mittleren Schwarzwald, Städte gibt’s da nicht viel, eher Städtchen, aber vor allem viele kleine Dörfer und viel Wald.
    Übrigens sind Silvia und ich nicht die einzigen im Klassikerforum, die aus der Ortenau kommen.




    Jacky hat gepostet:
    Ich glaube, daß Natalie unerreichbar ist, weil sie politisch verheiratet werden soll.


    Dass Natalie unerreichbar ist, ist ja der Eindruck des 1. Aktes, danach kommt die „Verlobung“ und erst nach dem Sieg kommt ja die politische Komponente mit der schwedischen Heirat ins Spiel. Rätsel?


    Liebe Grüße Hubert