Was lest ihr gerade?

  • Nach dem Hundertjährigen der aus dem Fenster stieg und blablabla habe ich beschlossen, nie wieder einen Bestseller zu lesen.


    Gruß
    Meier

    "Es gibt andere Geschichten auf einem andern Blatt Papier, doch jede ist mit der ersten verwandt" * Keimzeit

    Einmal editiert, zuletzt von meier ()

  • Karl Ove Knausgards 'Sterben' habe ich nun beendet. Das Buch ist zwar als literarisches Werk von mittlerem Rang, aber als menschliches Dokument durchaus beeindruckend. Deshalb wandern die weiteren Bände von 'Mein Kampf' auf meine Leseliste (als nächstes steht 'Lieben' an).


    Jetzt aber habe ich begonnen mit Stephan Thomes neuem Roman 'Gegenspiel'. Das Buch erzählt die Geschichte einer Hauptfigur aus dem Vorgängerbuch 'Fliehkräfte' aus deren eigener Perspektive. Das Eingangskapitel - die Schilderung einer Autofahrt von Marburg nach Biedenkopf - erzeugt daher ein spannendes déjà-vu. Als Modell finde ich das reizvoll, nun will ich mal sehen, was der Autor daraus macht.

  • Ich lese gerade Finn's Hotel von James Joyce


    er ist ein Sprachvirtuose! Das Werk soll eine Brücke zu Finnegans Wake sein, wie es im Vorwort heißt.
    Die kurzen Geschichten gefallen mir gut.


    für kurze Zeit kann man auch auf RBB Kulturradio die Lesung mit Burkhart Klaußner nachhören. Toll gelesen.


    http://mediathek.rbb-online.de…ort=radio&bcastId=9839150

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


  • "Bedenke Phlebas" von Iain Banks. Nachdem sandhofer mit Banks die Enttäuschung des Jahres erlebte, ich aber von anderer Seite viel Gutes gehört habe, wollte ich mir ein eigenes Bild machen. Außerdem begehe ich nicht den Fehler wie sandhofer und beginne den Zyklus irgendwo in der Mitte. "Bedenke Phlebas" ist der erste Band des Zyklus.


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    Das steht auch auf meiner liste. Bin schon gespannt wie es dir gefällt.


    Ich fürchte, sandhofer hatte Recht. Das Buch ist mindestens ein Drittel zu lang, streckenweise wird der Leser mit unnötigen Details gelangweilt. Ab und zu hat Banks mal eine gute Idee. Das reicht aber nicht für einen ganzen Roman. Teile davon würden eventuell brauchbare Kurzgeschichten abgeben.
    Und ich würde mir wünschen, das SciFi Autoren sorgfältiger mit den Zahlen umgehen. Wenn Länge und Zeit gegeben sind, kann man ganz einfach die Geschwindigkeit ausrechnen und sehen, dass das selbst in einer zukünftigen Welt nicht funktioniert (Physik ist unabhängig von Ort und Zeitpunkt).
    Banks wird in meiner zukünftigen Lektüre nicht mehr auftauchen.

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)

  • Nachdem ich "Die See" von John Banville gelesen habe, mein erstes Lesehighlight dieses Jahr,lese ich nun "Fliehender Stern" von Le Clezio, und schon nach 50 Seiten zeichnet sich ab, das das mein zweites Lesehighlight dieses Jahr wird.


    Gruß, Lauterbach

  • [Blockierte Grafik: http://s3-eu-west-1.amazonaws.com/cover.allsize.lovelybooks.de/der_sinn_des_kampfes-9783499231711_xxl.jpg]


    Gefällt mir bisher gar nicht. Zumindest was die deutschsprachige Übersetzung betrifft. Leider komme ich vor lauter Landbestellerei überhaupt nicht dazu, endlich die Landessprache zu lernen.


    Gruß
    Meier

    "Es gibt andere Geschichten auf einem andern Blatt Papier, doch jede ist mit der ersten verwandt" * Keimzeit


  • Nachdem ich "Die See" von John Banville gelesen habe, mein erstes Lesehighlight dieses Jahr,lese ich nun "Fliehender Stern" von Le Clezio, und schon nach 50 Seiten zeichnet sich ab, das das mein zweites Lesehighlight dieses Jahr wird.


    Gruß, Lauterbach


    Hallo Lauterbach,


    schön, dass "Die See" für Dich auch ein Lesehighlight war. :smile:
    "Fliehender Stern" von Le Clézio kenne ich noch nicht, bei mir steht noch "Wüste" von ihm an.


    Gruß, Gina

  • Ich kenne bisher auch nur "Onitsha", das mich sehr fasziniert hat.
    Fliehender Stern (ich hab eben die Inhaltsangabe gelesen) hört sich auch interessant an.


    Gruß, Gina


    ja, Onitsha" und wie auch "Der Afrikaner" haben mich fasziniert. Auch "Der Goldsucher" habe ich noch sehr gut in Erinnerung. Ich habe noch das Zitat daraus im Kopf "Im Krieg gewinnen nur die Läuse".


    Ich könnte mal wieder was von ihm lesen.


    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Ich habe Stephan Thomes wieder sehr meisterlichen Roman 'Gegenspiel' beendet. Das Buch ist von einer erstaunlichen Reife und virtuos geschrieben. Die Sicherheit der Dialoge und die allgemeine psychologische Analyse sind beeindurckend. Besonderen Reiz erhält das Buch dadurch, dass hier im Grunde die gleiche Geschichte erzählt wird wie im Vorgängerroman 'Fliehkräfte', diesmal jedoch aus der Perspektive der Frau. Einige Szenen sind identisch, natürlich mit den gleichen Dialogen - und doch wiederum ganz anders.


    Jetzt hoffe ich für den Autor, dass der Roman auf die Auswahlliste des Leipziger Buchpreises kommt. Verdient hätte er es.


    Kleine Fußnote: Vorgestern fuhr ich durch Biedenkopf (ein Teil des Romans spielt dort, der Autor wuchs dort auf) und kam durch die Hainbachstraße. Da wurde mir auch klar, woher der Autor den Namen seiner Hauptfigur hat.


  • Danke für die Eindrücke,
    Stephan Thome war bisher für mich, bis auf den Namen, ein unbeschriebenes Blatt.


    Gruß, Lauterbach


    Ich kann den Autor sehr empfehlen. Er stand sowohl mit seinem Erstling 'Grenzgang' wie auch mit dem Roman 'Fliehkräfte' auf der Shortlist zum Dt. Buchpreis. Bemerkenswert ist aus meiner Sicht, dass diese starke Stimme der dt. Gegenwartsliteratur komplett ohne jeglichen Firlefanz auskommt. Er schreibt über klassische Themen wie Heimat und Paarbeziehungen, und das in einem sehr klassischen Stil. Somit auch für Leserinnen und Leser klassischer Literatur durchaus zumutbar. Der einzige literarische Kunstgriff, den er sich erlaubt, ist das Erzählen des gleichen Stoffes aus der Perspektive einer anderen Figur.

  • Ich bewege mich weiterhin ausserhalb des hier üblichen...
    ich lese von Michael Moorcock "The Wispering Swarm", eine laut Autor experimentelle Mischung aus Autobiographie und Fantasy.


    Ich bin in etwa durch das erste Drittel und finde das Buch faszinierend. Der Autor/Protagonist ist 1940 mitten in London geboren und da aufgewachsen, die Familie bestand grösstenteils aus Schaustellern und Roma. Er war wohl ein intelligentes und sehr phantasievolles Kind. Er hat mit 15 die Schule geschmissen, sein Geld mit Pulp Fiction, Journalismus für Sensationsblätter und diversen Jobs in der Branche verdient und daneben Musik gemacht. Mit Anfang 20 hat er es geschafft auch hochwertigere Science Fiction zu schreiben und zu verkaufen, mit seiner Band erfolgreich zu sein und seinen Platz in der lokalen Boheme zu finden. Irgendwo dazwischen hat er geheiratet und 2 Kinder bekommen, die Ehe ist glücklich aber nevenaufreibend, seine Frau stammt aus einer verbohrten Mittelklasse-Familie und hat nach dem Krieg und zu frühem Tod ihres Vaters ihr eigenes Päckchen zu tragen. Gerade als das alles anfängt, ihm ein bischen zu viel zu werden, gerät er durch ein geheimnisvolles Tor und einen ebensolchen Kontaktmann in eine geheimnisvolle Fantasiewelt... in der alles einfacher und trotzdem irgendwie kompliziert ist. Genau da bin ich jetzt.


    Bis jetzt finde ich es toll, aber ich denke das Buch ist ein Geschenk Michael Moorcocks an seine Fans, die wenigstens einige seiner anderen Bücher gelesen haben und sich für seine Person interessieren. Ich gehöre da definitv dazu. Man kann auch jetzt schon sagen dass es von Stiel und Inhalt her definitiv zu seine guten Büchern gehört. Also, wer ihn kennt und Englisch kann: Empfehlung!


    Als Zeitdokument ist es meiner Meinung nach letztlich zu wenig ausführlich und Fantasy und Realität auseinanderzupflücken ist auch teils schwierig, was aber im Kontext in Ordnung ist.


    Und wie so oft mit Michael Moorkocks Büchern, finde ich mich in einigem wieder, anderes ist so fremd dass es mich wirklich zum Nachdenken bringt und das geht ganz schön unter die Haut. Ob ich das jetzt gerade haben mag bin ich mir nicht so sicher aber ich kann nicht aufhören zu lesen. Er liegt mir einfach.