Was lest ihr gerade?


  • Hallo Hubert,


    zur Zeit habe ich sehr viel Zeit, da ich Urlaub habe, deshalb lese ich so viel bei dem verregneten Sommer.


    @Hauptmann: Der Bahnwärter Thiel und zwei andere Erzählungen. Die erste daraus war gut, ähnlich von der Qualität wie der Bahnwärter, die letzte fand ich schwach. Leider finde ich das Buch im Moment nicht, kann dir deshalb auch nicht die Titel nennen.

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    Die Kreuzersonate habe ich abgebrochen, weil das meines Erachtens ein schwaches Buch ist, zu viele unvermittelte Perspektivwechsel, zu viel Musik drumherum, kurz gesagt mich hat das Buch einfach genervt.


    Ich habe mir ein Erzählband von Döblin gekauft, weil ich noch gar nichts von ihm kenne, lese die aber nicht am Stück, sondern immer mal zwischendurch eine Erzählung, zuviel expressionistische Literatur am Stück ist sehr anstrengend. So richtig habe ich mir zu seinen Erzählungen noch kein Urteil gebildet, stelle aber fest, das die Protagonisten alle sehr distanziert geschildert werden, so das man keine wie auch immer geartete Beziehung zu ihnen aufbaut. Vielleicht das Wesen der expressionistischen Literatur
    Bisher haben mich die Erzählungen "Die Segelfahrt", "Die Tänzerin und der Leib" und "Astralia" ziemlich unberührt gelassen, wobei sie aber nicht schlecht geschrieben sind. Was man im jedem Fall sagen kann, ist das jede einzelne Erzählung Diskussionsstoff bietet, denn sie sind interpretationsbedürftig. Das sind im übrigen alles sehr kurze Erzählungen, nur wenige Seiten, kann man also immer mal zwischendurch lesen.


    Nabokov erster Roman "Maschenka" ist eine Liebesgeschichte und sehr schön geschrieben, durchaus fesselnd.
    Wenn man den Kosmos von Nabokov kennenlernen will, keine schlechte Wahl. Nichtsdestotrotz noch nicht der Große Nabokov von Lolita.


    Homo faber ist wirklich ein Hammer, eines der besten Bücher das ich seit Jahren gelesen habe. Frappierend ist, wie der Autor es schafft, obwohl er vorher alles verrät, die Spannung zu halten. Auch die Sprache von Max Fritsch ist ausgezeichnet.


    Gruß, Lauterbach

  • Hallo,


    ich bewege mich immer noch im Umfeld der Bloomsbury Group;
    Lytton Strachey: Queen Victoria.


    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Lauterbach, Hauptmann und Döblin sind mir noch beide unbekannt. Ich würde mich freuen, wenn du, sobald du dir ein Urteil gebildet hast, einige Meinungen äußern könntest!


    Librerio, darf ich dich auch darum bitten, uns einen Eindruck von Keyserling zu geben? Keyserling schien im alten Literaturcafé (einem nicht mehr vorhandenen Forum) sehr beliebt gewesen zu sein, aber bis jetzt konnte mich nichts reizen, mir seine Werke zuzulegen.



    Ich lese im Moment mit allergrößter Begeisterung Gottfried Kellers "Pankraz, den Schmoller" (aus "den Leuten von Seldwyla")!




    [Oh, ich sehe soeben, dass ich mich genau heute vor 6 Jahren hier angemeldet habe. Dieses Jubiläum muss ich freilich mit weiteren Lektürestunden feiern!!]

  • Gerade beendet:


    Céline, Reise ans Ende der Nacht.
    (Natürlich die Neuübersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel.)


    Und diese Tour de Force vom Ersten Weltkrieg über die Nervenheilanstalt, den Kongo, Amerika, das Dasein als Armenarzt, bis hin ins Irrenhaus hat mich schwer beeindruckt.


    Hätte ich mir Zitate, Redewendungen, Hintergründiges notiert, wären daraus 40 Seiten geworden ...


    Mich weiter mit dem doch sehr problematischen Autor zu befassen, dafür hab ich einfach nicht die Zeit.
    Derzeit.


    ( Zumal ich auf ihn auch nur mal wieder über einen Anderen gekommen bin.
    Louis Paul Boon, Der Kapellekensweg.
    Wo Célines Roman ganz am Anfang erwähnt wird. Na, hab ich mir gedacht, das wolltest du doch schon lange mal. Am Tag danach war es bestellt.)


    Ich hab aber ein bisschen gegooglet.
    Dabei fiel mir dieser Hinweis auf. Dass es mit der ersten Übersetzung durch Isak Grünberg wohl doch etwas anders gewesen sei, als die in der Wikipedia und sonst allenthalben verbreitete Version besagt.


    Vielleicht versuche ich, mir den Akzente-Artikel zu beschaffen.


    Zum Kapellekensweg vielleicht ein andermal noch mehr.


    Den Rest des Abend lese ich mich weiter, wie schon seit längerer Zeit, durch Ralph Freedmans Rilke-Biographie. Ungemein kenntnisreich zwar, aber sehr zäh, finde ich, und der Mensch Rilke bleibt mir im Dunkeln dabei.


    Gruß, Leibgeber

    Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe; ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zu Erhaltung meines Geistes und meines Leibes bei. (G. C. Lichtenberg)

  • Moin, Moin!


    Céline, Reise ans Ende der Nacht. (...) Hätte ich mir Zitate, Redewendungen, Hintergründiges notiert, wären daraus 40 Seiten geworden ...


    Das Erfassen solcher, wie ich es nenne, "Fundstücke" (<a href="http://www.buecherlei.de/fab/index.htm">FAB</a>) ist eines meiner zentrales Anliegen. Ich freue mich über gelungene Sprache und über skurrile Einfälle usw. Manche Bücher geben viel her, manche weniger - das ist unabhängig von der literarischen Tiefe des Buches!


  • Moin, Moin!



    Das Erfassen solcher, wie ich es nenne, "Fundstücke" (<a href="http://www.buecherlei.de/fab/index.htm">FAB</a>) ist eines meiner zentrales Anliegen. Ich freue mich über gelungene Sprache und über skurrile Einfälle usw. Manche Bücher geben viel her, manche weniger - das ist unabhängig von der literarischen Tiefe des Buches!


    Würde ich mich dem widmen, hätte ich keine Zeit mehr zum Lesen.
    Ergo auch nicht für Fundstücke.


    "Die Leute sind zu Mitleid fähig für Krüppel und Blinde, man kann sagen, sie haben Liebe übrig. Das hatte ich schon früher gespürt, häufig sogar, dass sie Liebe übrig hatten. Gibt es riesig viel von. Kann keiner sagen, dass das nicht stimmt. Schade nur, dass sie immer so gemein sind, die Leute, wo sie doch eigentlich Liebe übrig haben. Sie kommt nicht raus, das ist es. Sie steckt drinnen fest, und da bleibt sie, sie ist zu nichts nütze. Die Leute verrecken innerlich vor lauter Liebe." (Seite 516)


    Scheint mir übrigens, soweit ich überhaupt zur derartigem Sortieren in der Lage bin, dass es sich um einen pikaresken Roman handelt. Aber dann wohl der garstigste, widerwärtigste, zynischste, feigste Picaro, den ich je zwischenhatte.

    Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe; ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zu Erhaltung meines Geistes und meines Leibes bei. (G. C. Lichtenberg)