Christoph Martin Wieland


  • Hallo zusammen,


    Jan Philipp Reemtsma, ein großer Literaturförderer, wirbt schon seit Jahren für eine Wiederentdeckung Christoph Martin Wielands. Im Oktober 08 kommt neu heraus:


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    Gruß
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


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    Hallo JMaria!


    Du tust meinem Portemonnaie gar nicht gut, nein ... :grmpf: :breitgrins:


    [hr]


    Edit: Und überhaupt ... ich habe Wieland nun einen eigenen Thread gegönnt ... :zwinker:

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

    Einmal editiert, zuletzt von sandhofer ()


  • Man kann Wielands Sämmtliche Werke (Leipzig 1853-1858) in der Arno-Schmidt-Referenzbibliothek als PDF bekommen:
    http://www.gasl.org/as/referenz/alles.php#Wieland__00_Inhalt


    Danke für den Hinweis!


    Schade nur, dass seine Korrespondenzen mit anderen Autoren darin nicht vorhanden sind.


    Aber im Inhaltsverzeichnis sind einige interessante Titel, wie:


    "Bonifaz Schleichers Jugendgeschichte, oder kann man ein Heuchler seyn, ohne es selbst zu wissen." (27)



    Gruß

  • tja, wer zu spät kommt, den bestrafen die Antiquare ;-). Die Ausgabe war seinerzeit spottbillig (wie billig, weiß ich jetzt nicht mehr, aber so billig, dass ich sie mir als Student ohne langes Nachdenken gekauft habe).


    Ich überlege gerade, es könnten auch noch 100 DM gewesen sein. Egal, jedenfalls habe ich selten diese Summe so gut investiert :zwinker:


    CK

  • Ich überlege gerade, es könnten auch noch 100 DM gewesen sein. Egal, jedenfalls habe ich selten diese Summe so gut investiert :zwinker:


    ich habe mal rasch beim ZVAB nachgeschlagen, der erste Anbieter, auf den ich stieß, wollte sogar 200 Euro für die Ausgabe. Das ist schon eine rechte Frechheit, die kostete seinerzeit deutlich unter 100 DM (irgendwie spukt mir das 48 DM im Kopf herum, aber das will nichts heißen).

  • Ich kämpfe mich im Augenblick durch: "Das große Lesebuch" von Christoph Martin Wieland (Fischer Klassiker)

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    Das ist das erste Mal, das ich was von Wieland lese und ich kann mir absolut keinen Reim darauf machen. Manche Sachen sind locker, leicht und mit großem Vergnügen zu lesen (Abderiten, Teile des Agathon, Essays über die Philosophen und über die Vernunft). Andere Sachen sind dunkel und trübe (Agathodämon, Aristipp, die meisten der Essays). Manchmal ist seine Sprache präzise und gut zu lesen. Oft wird er aber geschwätzig und pappt dem Leser ellenlange nichtaufdröselbare Schachtelsätze an die Backe. Ich habe noch nicht ganz herausfinden können, ob sich die jeweilige Stile auf die jeweiligen Epochen seines Werkes beziehen, oder ob er einfach so hin und her gesprungen ist. Ich schwanke, ob ich Wieland großartig oder grauenhaft finden soll. Und ich fürchte, die letzten paar Seiten des Lesebuchs werden mir da auch nicht wirklich weiterhelfen. :sauer:

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)

  • So, ich bin mit dem Lesebuch durch. Und ich habe für mich entschieden, daß Wieland (vorerst) nichts für mich ist. Der schreibt nicht in meiner Gewichtsklasse. Offenbar fehlt mir zuviel antikes Wissen, um ihn zu verstehen.

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)

  • Hallo BigBen!


    So, ich bin mit dem Lesebuch durch. Und ich habe für mich entschieden, daß Wieland (vorerst) nichts für mich ist. Der schreibt nicht in meiner Gewichtsklasse. Offenbar fehlt mir zuviel antikes Wissen, um ihn zu verstehen.


    das ist aber schade!
    Seinerzeit habe ich den Agathon gelesen: Das war etwas langwierig, da zum Teil langatmig und wie du schriebst, stark antik durchsetzt, für mich auch zu viel schöne Seele (im weiteren, nicht nur goetheschen Sinne), aber ...


    "Der Sieg der Natur über die Schwärmerey oder Die Abenteuer des Don Sylvio von Rosalva" ist ein so komisches und nett erzähltes Buch, ein kleiner feiner deutscher Don Quichote, das solltest du nicht vollständig von deiner LkLm (= LIste kommender Lesemöglichkeiten) streichen!

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    Außerdem scheinen mir die "Abderiten", die ich allerdings noch nicht gelesen habe, etwas ähnlich Schönes zu sein. Und ein antik-mythologisches Wörterbuch hast du doch zur besseren Verständlichkeit sicher zur Hand?!


    Wieland gefällt mir auch als Mensch, soweit ich seine Biografie kenne, sehr gut. Zum Beispiel seine tolerante Haltung gegenüber dem jungen Goethe, nachdem dieser seine Dramenfarce - Götter, Helden und Wieland - veröffentlicht hat, finde ich menschlich sehr groß.
    Nachdem ich letztes Jahr zum zweiten Mal sein Gut bei Weimar besuchte und mir dort einmal wieder die schöne und gut strukturierte Ausstellung ansah, ist er wieder näher in meinen Focus gerückt, allerdings ohne dass ich dem bisher neuere Lesetaten folgen ließ :redface:!


    HG
    finsbury

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Ein kleiner Lesetipp - ein Büchlein, das mir nicht wenig Spass gemacht hat: Hans-Jürgen Perrey - Die große Wut des Christoph Martin Wieland: Novelle.

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    :klatschen:

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Wieland hat hier offenbar sehr viele Verteidiger. Naja, ich habe ihn ja auch nicht ganz aus meiner zukünftigen Lektüre verbannt, nur weit nach hinten verschoben. Vielleicht, wenn ich älter und reifer bin, habe ich einen besseren Zugang zu ihm.



    Und ein antik-mythologisches Wörterbuch hast du doch zur besseren Verständlichkeit sicher zur Hand?!


    Daran fehlt es nicht. Ich sammle Enzyklopädien und Lexika. :zwinker: Aber, Lesen ist für mich ein Großteil Unterhaltung. Da möchte ich nicht ständig nachschlagen müssen.


    @sanhofer: Danke für den Tip. Ich bin gestern schon über den Leserundenvorschlag gestolpert. Vielleicht mache ich sogar mit.

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)

  • Wieland gefällt mir auch als Mensch, soweit ich seine Biografie kenne, sehr gut. Zum Beispiel seine tolerante Haltung gegenüber dem jungen Goethe, nachdem dieser seine Dramenfarce - Götter, Helden und Wieland - veröffentlicht hat, finde ich menschlich sehr groß.


    Nicht nur das. Auch seine verständnisvolle Reaktion auf den Göttinger Hainbund, der bei einem Treffen (zum Geburtstag Klopstocks) Wielands Bücher und Bildnis ins Feuer geworfen hat...!

  • Schade um jeden Tag, um den man Wieland zurückstellt. Ein Einstieg mit den Abderiten oder mit dem Don Sylvio dürfte eigentlich nicht abschrecken.


    Mir als eigentlich eingefleischtem Prosaleser hat Wieland noch eine ganz andere Erfahrung verschafft: die Volkommenheit einer Versdichtung. In dem Mosaik der "Grazien" drehen sich die Verspassagen wie galante Rokkokkofiguren aus Meißner Porzellan vor dem Leser. "Musarion" ist mein persönlicher Favorit - so schön kann Lebensweisheit sein. Auch wenn gerade kein Stammbaum der antiken Götter- und Heldenwelt zur Hand ist, kann man das einfach genießen.


    Gronauer

  • Besser als "Musarion" fand ich das Epos "Oberon". "Oberon" lässt sich sehr gut lesen. Es sind jambische Verse, wobei die Anzahl der Hebungen ständig variiert wird. Nach der Lektüre hatte ich den Rhythmus immer noch eine Weile im Kopf. Die Musenanrufung ist dort besonders schön, ich glaube, sie ist die schönste, die ich kenne.


    Inhaltlich bin ich allerdings mit Wieland nicht so sehr auf einer Stufe und empfinde eher so wie du, BigBen. Bisher bin ich ihm also ein wenig abgeneigt. Dem Gefühl nach nehme ich gerne Partei für den Göttinger Hainbund, nur dass sich bei mir die stille Abneigung nicht in Hasstiraden ausdrückt. Ich glaube, Wieland war für den Göttinger Hainbund zu bodenständig. Wieland kommt mir sehr - weltmännisch vor, er ist auch häufig erotisch und humorvoll, das hat dem Hainbund offenbar gestört. Don Sylvio v. Rosalva, Agathon, Abderiten und Aristipp will ich trotzdem noch unbedingt lesen.


    Gruß


  • Inhaltlich bin ich allerdings mit Wieland nicht so sehr auf einer Stufe und empfinde eher so wie du, BigBen.


    Wobei meine Abneigung eher durch die Form als den Inhalt begründet ist. Was Wieland zum Thema Aufklärung und Gebrauch des Verstandes geschrieben hat, ist ganz auf meiner Wellenlänge.

    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)

  • Hallo zusammen,


    gerade das "Weltmännische", was du Knabe, als störend empfindest, gefällt mir so an Wieland. Etwas mehr davon hätte die deutsche Literatur gut vertragen können.
    Wobei ich allerdings auch deinen Einwand verstehe BigBen: Das Weltmännisch-Tolerante kommt gerade in seinen ernsteren Werken, wie dem Agathon, etwas arg zopfig und manches Mal sehr professorenhaft daher.


    HG
    finsbury

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)