Eine ganz neue Walser-Leseerfahrung ist für mich der Aphoristiker Walser, der mich mit seinem Buch Meßmers Reisen schon fast wieder versöhnt hat... So konzentriertes Werk habe ich von ihm noch nie gelesen...
Grüße, FA
Eine ganz neue Walser-Leseerfahrung ist für mich der Aphoristiker Walser, der mich mit seinem Buch Meßmers Reisen schon fast wieder versöhnt hat... So konzentriertes Werk habe ich von ihm noch nie gelesen...
Grüße, FA
Peinlich ist die Sexszene auf Seite 249/250. Dort zeigt sich die Erbärmlichkeit, wie Martin Walser damit überhaupt nicht zurechtkommt. Peinlich nicht wegen der Szenerie, sondern, weil Walser banal und sehr unerotisch schreibt; das könnte jeder Gymnasiast.
Widerspruch. Das könnte nicht jeder Gymnasiast, unter anderem deshalb nicht, weil hier genau das beschrieben wird, mit was der Protagonist, vermutlich auch Walser selbst und wir alle, schwer zurecht kommen: Mit dem Alter, auch und gerade unter dieser Perspektive.
Ansonsten finde ich zwar gerade die Darstellung der überall greifbaren Ersatzreligion-Geld gelungen, die Angstblüte insgesamt aber einer der schwächeren Walser Romane.
Ich bin keine Kennerin des kompletten Walsers, aber vieler seiner Romane und es ist mir einfach nicht nachvollziehbar, weshalb er mit der Antisemitismuskeule (da möchte ich auch diesen Ausdruck verwenden) geprügelt wird (im "Augenblick der Liebe" versucht er wohl so eine Art Erklärung). Nicht nachvollziehbar, obgleich ich aus (auch) persönlichen Gründen auf diesem Ohr überaus gut höre und ständig die bedauerliche (eigentlich dramatische) Erfahrung mache, daß man bei einer erschreckenden Menge Menschen nur sehr wenig zu kratzen braucht und drunter ist es Braun.
Hallo!
Alles bisher von Walser Gelesene oder Begonnene hat mich gelangweilt, dort wo er amüsant ist, spürt man alsbald seine Selbstverliebtheit, die Unmöglichkeit, sich einer vermeintlich witzigen Formulierung zu entschlagen. Meine letzte Walser-Lektüre liegt schon weiter zurück (Schwanenhaus, Einhorn), aber das war der Typus von Roman, bei dem ich mir ständig die Frage stellte, warum ich das lesen solle bzw. weshalb der Autor mir das erzählt.
Ohne die konkrete Szene zu kennen hatte ich oft ähnliche Assoziationen bezüglich Gymnasialliteratur wie mombour - naja, vielleicht eher: Aufgeschlossener Akademiker erzählt in leicht angetrunkenem Zustand von seinen sexuellen Anfechtungen. In solchen Situationen wünsch ich mir immer eine Großpackung Ohropax.
Grüße
s.
Moin, Moin!
Der Literaturkritiker Helmuth Böttiger <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2007/05/16/dlf_200705162342.mp3">schätzt</a> Martin Walser in Zusammenhang mit dem ein, was seit der berüchtigten Rede in der Frankfurter Paulskirche auch unter dem Namen "Walser-Debatte" firmiert; nur weiß ich den Zusammenhang nicht. Was war gestern und worauf bezieht er sich?
Vielleicht hilft Dir diese Pressemeldung von gestern Abend weiter:
Frankfurt/Main (AP) Führende Repräsentanten von Staat und Religion haben dazu ermahnt, das Erbe von Ignatz Bubis als Verpflichtung zum Eintreten für Toleranz und Menschlichkeit zu wahren. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, sprachen am Mittwochabend bei der Eröffnungsfeier zu einer Ausstellung über Bubis in der Frankfurter Paulskirche. Der ursprünglich angekündigte Schriftsteller Martin Walser blieb dagegen der Veranstaltung fern.
Bubis und Walser hatten wenige Monate vor dem Tod des Zentralratspräsidenten eine heftige Auseinandersetzung miteinander gehabt. Sie hatte sich an den von Walser ebenfalls in der Paulskirche benutzten Begriff «Moralkeule» für Auschwitz entzündet. An diesen heftigen Streit, der Bubis an der Redlichkeit der Intellektuellen in Deutschland zweifeln liess, erinnerten mehrere Redner der Feierstunde am Mittwoch. Es wird erwartet, dass Walser nunmehr am Donnerstag die Ausstellung über Bubis besuchen wird. Zu ihr gehört auch ein Interview, in dem der Schriftsteller bedauert, nicht auf Versöhnungssignale von Bubis reagiert zu haben.
Innenminister Schäuble sagte, er habe aus seinen mannigfaltigen Begegnungen mit Bubis viel gelernt. Dieser sei als moralische Instanz geschätzt, zugleich aber auch kritisch beäugt worden. Bubis habe die Juden in Deutschland gelehrt, dass sie ihre Anliegen offensiv vorbringen müssten. Im Gegensatz zu seiner eigenen Einschätzung kurz vor dem Tod habe Bubis viel bewegt. «Wir müssen dafür sorgen, dass es nicht vergeblich war», sagte Schäuble.
Bubis' Nachfolgerin Knobloch nannte ihn «zugleich entschlossen und dennoch verwundbar». Bubis habe dem Vergessen und Verdrängen die Stirn geboten. Er sei ein Kämpfer für Toleranz und Menschlichkeit gewesen. Die Ausstellung solle mit dafür sorgen, dass seine Botschaft des Friedens weiter transportiert werde. «Und sie verpflichtet uns aufzustehen, wenn Neonazis ihre Parolen grölen», fügte Knobloch hinzu.
Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Salomon Korn, erinnerte an die Enttäuschung von Bubis über das Verhalten der Intellektuellen «nach der Sonntagsrede an dieser Stelle». Die «Feigheit» dieser Eliten habe zum Wandel in der zuvor positiven Einschätzung von Bubis beigetragen. Er sei auf dem Weg zur Normalität, was die Juden in Deutschland angehe, ein gutes Stück voran gekommen. Erreicht werde diese Normalität «aber erst, wenn niemand mehr davon spricht», sagte Korn.
Die Ausstellung «Ignatz Bubis - Ein jüdisches Leben in Deutschland» ist bis zum 11. November im Jüdischen Museum der Stadt Frankfurt am Main zu sehen.
Moin, Moin!
Ich weise schon mal auf den Goethe-Roman <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/349807363X/">Ein liebender Mann</a> Martin Walsers hin, der im März 2008 erscheinen wird und von dem ich in der <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2007/12/31/dlf_20071231_2305_414c210b.mp3">Jahresrückblicksendung</a> des Büchermarktes im DeutschlandRadio hörte.
Hallo Dostojevskij,
Ich weise schon mal auf den Goethe-Roman <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/349807363X/">Ein liebender Mann</a> Martin Walsers hin, der im März 2008 erscheinen wird und von dem ich in der <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2007/12/31/dlf_20071231_2305_414c210b.mp3">Jahresrückblicksendung</a> des Büchermarktes im DeutschlandRadio hörte.
danke für den Hinweis. Aber nach der "Angstblüte" des letzten Jahres reicht mir erstmal Walsers Behandlung des Themas Lebensangst im Zusammenhang mit Alter Mann - Junge Frau - Beziehung, auch wenn es sich um Goethe handelt.
Es mag dies wirklich für den einen und anderen ein echtes Problem sein, aber bei Walser dreht sich in den letzten Romanen zuviel darum. Schließlich werden wir alle älter, da gibt es auch noch andere Aspekte, die eine Behandlung lohnen.
HG
finsbury
Ihr Lieben,
lest nicht Martin, sondern Robert Walser, der das Gegenteil von weinerlichen Altmännerweisheiten bietet. Dazu gibt es einen schönen Ordner hier im Forum.
Es grüßt
Sir Thomas
Und wenn ihr denn den Martin Walser lesen wollt, dann haltet euch an die frühen Werke. FA
Hallo zusammen,
im CH-Literaturclub war am 18.12.2007 Martin Walser zu Gast und hat u.a. seinen neuen Tagebuchband vorgestellt und stellt sich der Kritik und reagiert recht bissig.
http://www.sf.tv/sf1/literaturclub/index.php
Viele Grüße
Maria
Literaturbeilage der NZZ 24. Feb. 2008 eine Rezension über Walsers neuen Roman „Ein liebender Mann“.
http://www-lenya.nzz.ch/nzz/on…-Buecher-Februar_2008.pdf
Zitat:
..Martin Walser hat mit „Ein liebender Mann“ einen Roman der Innigkeit geschrieben.
Viele Grüße
Maria
Wer sagt denn, daß ein beinahe 50 Jahre altes Buch angestaubt und veraltet sein muß?
Um mal wieder auf den Ausgangspunkt zurückzukommen ... Ich habe Ehen in Philippsburg nun auch gelesen und bin - v.a. nach der Gutzkow-Lektüre :breitgrins: - sehr erfreut darüber, dass politisches Schreiben eben auch anders geht. Zugegeben, ein Köppen, ein Johnson liegen meilenweit ausserhalb von Walsers Reichweite, dennoch ... amüsant, witzig, ironisch, zynisch genug ist Ehen in Philippsburg, um mich interessieren zu können. (Und die Parties der in Sachen Media Einflussreichen beschreibt Walser schon 1957 mit derselben Verve, mit der er es noch in Der Tod eines Kritikers getan hat.) Alles in allem: Keine verlorene Zeit, die Lektüre des frühen Walser.
. (Und die Parties der in Sachen Media Einflussreichen beschreibt Walser schon 1957 mit derselben Verve, mit der er es noch in Der Tod eines Kritikers getan hat.)
Ich kenne nur Smarties, jedoch keine Hobbies und Parties :zwinker:
Gruß, Thomas
Ja? Mein herzliches Beileid ... :breitgrins: :breitgrins: :breitgrins:
Hallo zusammen,
"Ehen in Philippsburg" habe ich noch ungelesen im Bücherregal stehen.
Dann möchte ich mich kurz über den "neuen" Walser äußern: "Ein liebender Mann"
Das Buch hat einen schönen Sprachstil und Wortwitz. Gefühle werden sehr zart beschrieben. Es gibt eine Ballszene die man als komödienhaft bezeichnen könnte. Wenn ich nur daran denke, muß ich breit grinsen. Die Dialoge sind spritzig. Alles nachvollziehbar. So könnte es gewesen sein. Doch im letzten Drittel flacht der Schwung ab, was ich wirklich sehr bedauert habe. Wieder zurück in Weimar geht der Abschied in Briefen und in Gedanken über zuviele Seiten und wirkt rührselig. Den letzten Satz im Buch nehm ich mit einem Augenzwinker. :breitgrins:
Eins seiner schönsten Bücher, die ich bisher von ihm gelesen habe.
Gruß
Maria
Hallo zusammen,
von Walser gibts was Neues und die FAZ kündigt bereits Leseproben an:
die FAZ stellt vor:
Martin Walsers neue Novelle „Mein Jenseits“
angekündigt sind Leseproben in 5 Folgen:
1. Leseprobe
Der Protagonist in dieser neuen Novelle, von der es auch eine Fortsetzung geben wird mit dem Titel "Mutter Sohn", heißt Augustin Feinlein. Das klingt für mich wie ein Name aus einem Werk von Jean Paul
Gruß,
Maria
von Walser gibts was Neues und die FAZ kündigt bereits Leseproben an:
die FAZ stellt vor:
Martin Walsers neue Novelle „Mein Jenseits“
Hallo zusammen,
ich habe die kleine Novelle "Mein Jenseits" nun gelesen. Daraus kann durchaus ein bedeutender Roman werden. Ich hatte das Gefühl, dass sich Walser in seinem Element fühlte. Es spielt wieder am Bodensee, zumindest die meiste Zeit, bis auf einen kleinen Ausflug nach Rom. Eine komplizierte Liebe, aber diesmal ist nichts Wehleidiges darin zu finden. Für mich eine Mischung von "Fliehendes Pferd" und eine Anreihung von Bonmots, die mich an "Meßmers Gedanken / Reisen" erinnerten.
Und die Figur des Augustin Feinlein, Reliquiensammler, finde ich interessant und ausbaufähig.
Gruß,
Maria
Hallo zusammen,
sein neuer Roman "Muttersohn" erscheint am 15.07.2011. Es gibt eine Leseprobe (gefunden bei Amazon):
http://g-ecx.images-amazon.com…eproben/9783498073787.pdf
(ca. 50 kb)
[kaufen='9783498073787'][/kaufen]
Wer hat vor, sich den Roman zu kaufen?
Grüße von
Maria
Alles anzeigen
Hallo zusammen,
sein neuer Roman "Muttersohn" erscheint am 15.07.2011.
.....
Wer hat vor, sich den Roman zu kaufen?
Grüße von
Maria
Ich!
Warum: Seit ungefähr20 Jahren kaufe ich jede Neuerscheinung (meist ungesehen) von Martin Walser, wenn möglich die Erstauflage. Natürlich gibt es Qualitätsunterschiede (die kann man imo nur vermeiden wenn man auf Konsalik-Niveau schreibt), aber bereut habe ich bisher noch keinen Kauf.
LG
Hubert
PS: Das ältere Werk von Walser habe ich natürlich nachgekauft, aber meistens nicht die Erstauflage, manches sogar nur als Taschenbuch, aber auch Taschenbücher signiert Walser, im Gegensatz zu Grass, der nur noch gebundene Bücher signiert.