Thomas Bernhard


  • Hallo Tom


    gut zu wissen. Ich bin ja noch ein Thomas-Bernhard-Entdecker :-)
    Frost" reizt mich sehr.


    Grüße von
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


  • gut zu wissen. Ich bin ja noch ein Thomas-Bernhard-Entdecker :-)
    Frost" reizt mich sehr.


    *unterschreib* :blume:
    Ich habe gerade Holzfällen gelesen und bin nun wieder versöhnt, nachdem ich von den Dramoletten in Der deutsche Mittagstisch teilweise etwas enttäuscht war - was wiederum damit zusammenhängen könnte, dass meine Erwartungen nach der Autobiographie und einigen Erzählungen utopisch hoch geschraubt waren ... :breitgrins:

    "Date a girl who reads. Date a girl who spends her money on books instead of clothes. She has problems with closet space because she has too many books. Date a girl who has a list of books she wants to read, who has had a library card since she was twelve."

  • Hallo


    Habe mir vor kurzem "Heldenplatz" bestellt, es war mein Einstieg in Bernhards Werk und ich musste es einfach gleich zu Beginn lesen, weil in Österreich damals ein enormer Aufruhr darum gemacht wurde. Ich wollte wissen, warum :breitgrins:
    Vom Schreibstil her wars einerseits sehr gut (erster Akt, das dauernde aus dem Fenster schauen der beiden Frauen bringt einen ziemlich befremdlichen und teils geisteskranken Unterton rein), andererseits auch etwas öde (die dauernde Rederei von Prof. Robert über Oxford bspw.) und das völlige Fehlen jeglicher Satzzeichen fand ich auch sehr gut, anfangs gewöhnungsbedürftig, durchaus, aber das trug bei mir zu einem schnelleren Lesen bei.
    Vielleicht aufgrund dessen habe ich das Stück innerhalb von zwei Tagen gelesen, was schon länger nicht mehr vorkam.
    Im Großen und Ganzen verstehe ich die Aufregung nur bedingt, alles was er über Österreich sagt, ist wahr. :breitgrins:


    Sehr gut gefiel mir folgendes Zitat:


    "Kann schon sein daß Sie sich ein paarmal im Jahr
    in dieser Stadt wohl fühlen
    wenn Sie über den Kohlmarkt gehen
    oder über den Graben
    oder die Singerstraße hinunter in der Frühlingsluft
    wenn Sie es sich einmal mit größter Selbstverleugnung verbieten
    an die absolute Lächerlichkeit dieses Staates zu denken
    an seine Unzurechnungsfähigkeit
    Sie fallen ja immer wieder auf Österreich herein
    aber weil Sie einmal in einem Gasthaus gut essen
    oder in einem Kaffeehaus einen guten Kaffee trinken
    dürfen Sie doch nicht vergessen
    daß Sie sich in dem gemeingefährlichsten aller europäischen Staaten befinden
    wo die Schweinerei oberstes Gebot ist
    und wo die Menschenrechte mit Füßen getreten werden"


    Es war mit Sicherheit nicht mein letztes Buch von ihm.


  • Ich lese derzeit den ersten Roman "Frost" ...


    Mittlerweile bin ich fertig.


    “Frost” ist das verstörende Psychogramm eines gesellschaftlichen Außenseiters, eines Menschen, der seine Existenz fristet in einer Welt, die ihm fremd geblieben ist, die er ablehnt und die ihn ihrerseits auch nicht sonderlich schätzt. Die Radikalität seines Denkens, die sich in langen Monologen entlädt, ließ mich zuerst an Nietzsches Zarathustra denken. Es ist aber wohl doch mehr Sören Kierkegaards theologisch angehauchte Philosophie, insbesondere deren Betonung der Existenz des Einzelnen, die durch die Figur des Malers hindurchscheint.


    Als Kontrast zu dem inneren Vulkan des an der Existenz leidenden Menschen herrschen in dem Roman ständig schneidende Kälte und bitterer Frost. Die Bewohner des Bergdorfs, in dem die Handlung spielt, werden zudem als eiskalt berechnende, stets auf ihren Vorteil bedachte mitleidlose Egoisten und stumpfe Herdentiere beschrieben – von ländlicher Idylle kann also keine Rede sein.


    An “Frost” hat man ordentlich zu knabbern und zu kauen – auch nach beendeter Lektüre. Aber das ist sicher nicht die schlechteste Empfehlung für einen Roman.


    LG


    Tom

  • Moin, Moin!


    Thomas Bernhard: Goethe schtirbt

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    Ich stelle meine derzeitige Lektüre mal in den Bernhard-Thread, weil es immerhin sein kann, daß es Leute gibt wie mich. die um diese 4 posthum erschienenen Erzählungen nicht wußten. Sind die dann eigentlich in der WA enthalten?


  • Thomas Bernhard: Goethe schtirbt

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    Ich stelle meine derzeitige Lektüre mal in den Bernhard-Thread, weil es immerhin sein kann, daß es Leute gibt wie mich. die um diese 4 posthum erschienenen Erzählungen nicht wußten.


    Vielen Dank für den Hinweis! Von Bernhard möchte ich noch das eine oder andere lesen - evtl. auch diese posthum veröffentlichte Sammlung.


    LG


    Tom

  • Ich habe "Goethe schtirbt" vor ziemlich genau einem Jahr gelesen und war [url=http://www.literaturschock.de/literaturforum/index.php/topic,22607.msg548999.html#msg548999]recht angetan[/url]. :smile:

    "Date a girl who reads. Date a girl who spends her money on books instead of clothes. She has problems with closet space because she has too many books. Date a girl who has a list of books she wants to read, who has had a library card since she was twelve."


  • Moin, Moin!


    Thomas Bernhard: Goethe schtirbt
    Ich stelle meine derzeitige Lektüre mal in den Bernhard-Thread, weil es immerhin sein kann, daß es Leute gibt wie mich. die um diese 4 posthum erschienenen Erzählungen nicht wußten. Sind die dann eigentlich in der WA enthalten?


    Man wird sehen, inwieweit das noch in die Werkausgabe eingearbeitet wird. Der Band "Der öffentliche Bernhard" steht ja noch aus. Außerdem könnte es auch noch einen Ergänzungsband geben.


    Gruß, Thomas

  • Habe gerade "Heldenplatz" ausgelesen. Seit vielen Jahren habe ich keinen Bernhard gelesen und damals auch "nur" "Holzfällen" und kleinere Stücke.


    Also er schrieb sich seinen Unmut ja so richtig und kraftvoll vom Leibe... War die Hassliebe auf Östereich, die ich in beiden Büchern herauslas, eine allgemeine Eigenschaft von Thomas Bernhard?


    Also wirklich, wie kann man nur so gegen und über "sein geliebtes Heimatland" schreiben? :breitgrins:

    Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig. - Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10

  • Zitat

    Also wirklich, wie kann man nur so gegen und über "sein geliebtes Heimatland" schreiben? :breitgrins:


    hmm... Ich finde, dass er in "Die Ursache-Eine Andeutung" fast noch liebevoller von seiner Heimatstadt Salzburg berichtet.


    gruß
    Meier

    "Es gibt andere Geschichten auf einem andern Blatt Papier, doch jede ist mit der ersten verwandt" * Keimzeit