Was lest ihr gerade?

  • Ich habe mit "Der Herrlichkeit des Lebens" von Michael Kumpfmüller begonnen, gefällt mir bisher sehr gut.

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Uiuiuiuiui. Habe mich gerade mit Ransmayrs letzter Welt auf die Spuren Ovids begeben. Der ist aber wahrscheinlich inzwischen fort. Erinnert stilistisch beinahe etwas an Tellkamp. Sprachlich für mich bisher auf jeden Fall überzeugend.

    "Es gibt andere Geschichten auf einem andern Blatt Papier, doch jede ist mit der ersten verwandt" * Keimzeit

    Einmal editiert, zuletzt von meier ()

  • Ransmayrs "Atlas eines ängstlichen Mannes" habe ich vor einiger Zeit gern gelesen, "Die letzte Welt" werde ich mir sicher auch noch vornehmen.


    Die letzten Tage habe ich schon mal das erste Kapitel von Jean Pauls "Hesperus" probegelesen, aber es hinterließ mich vollkommen wirr im Kopf, was hoffentlich an der Hitze lag. :P


    Also griff ich lieber nach "Nocturnes - Five Stories of Music and Nightfall" von Kazuo Ishiguro, das mir im Moment leichter vonstatten geht.


    :winken:

  • Das eingeschobene Tagebuch im Hesparus verrät ja doch Einiges; Frau HaNSEN ;)

    "Es gibt andere Geschichten auf einem andern Blatt Papier, doch jede ist mit der ersten verwandt" * Keimzeit

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  • Püüüh ... ich habe festgestellt, dass ich mich bei der Hitze gar nicht lange auf einen Text konzentrieren kann, weshalb Zola nur sehr langsam durch Rom streift und ich immer mal wieder "Minutennovellen" von István Örkény lese: witzige, manchmal auch tragische, meist völlig absurde Novellen, zwischen einer halben und maximal 5 Seiten lang - die gehen immer! :smile:


    Gruß, Gina :eis:



    Klingt interessant.

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • Klingt interessant.


    Ja, die "Minutennovellen" sind wirklich klasse! Ich dachte eigentlich daran, nur immer mal wieder ein paar Seiten darin zu lesen, aber dann konnte ich nicht mehr aufhören. Ganz besondere "Textkonzentrate", absolut lesenswert - man muss natürlich das Absurd-Groteske, teilweise Bitterböse mögen. Auflachen, verblüfft (und grinsend) den Kopf schütteln, Betroffen sein ... (Ich hab das Büchlein vor ein paar Jahren bei Suhrkamp gewonnen, nichts ahnend, was mich da erwartet. :zwinker:)


    Gruß, Gina

  • Hallo Gina,


    ich habe die beiden Romane von Edith Wharton in guter Erinnerung, wenn es auch schon länger her ist, als ich sie las.


    Ich komme gerade kaum zum lesen. Springe von Buch zu Buch, davon fesselt mich gerade am meisten Geraldine Brooks " Insel zweier Welten".


    zwei meiner Lieblingsautoren sind in den letzten Wochen gestorben, James Salter und E. L. Doctorow :sauer:


    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


  • ich habe die beiden Romane von Edith Wharton in guter Erinnerung, wenn es auch schon länger her ist, als ich sie las.


    Hallo Maria,


    das kann ich gut nachvollziehen. Beide Romane sind sehr eindringlich und realistisch erzählt. Ich habe "Sommer" gestern beendet und auf den letzten Seiten war ein Satz, der sich wie eine Zusammenfassung liest: "Einen Augenblick überkam sie (Charity, die Hauptfigur) der alte Wunsch wegzulaufen; aber es war nur das Flattern eines gebrochenen Flügels." ... In seiner Tragik sehr schön.



    Ich komme gerade kaum zum lesen. Springe von Buch zu Buch, davon fesselt mich gerade am meisten Geraldine Brooks " Insel zweier Welten".


    zwei meiner Lieblingsautoren sind in den letzten Wochen gestorben, James Salter und E. L. Doctorow :sauer:


    Bei mir ist es das genaue Gegenteil: Ich komme im Moment so viel zum Lesen wie seit x Jahren nicht mehr und kann mich auf das jeweilige Buch auch gut konzentrieren. Ich hoffe, das hält noch eine Weile an ...


    Geraldine Brooks kenne ich wie auch die verstorbenen Salter und Doctorow nur dem Namen nach. - Es ist immer traurig, wenn ein Lieblingsautor stirbt, der einem viele schöne Lesestunden geschenkt hat ...


    Gruß, Gina



  • Geraldine Brooks kenne ich wie auch die verstorbenen Salter und Doctorow nur dem Namen nach. - Es ist immer traurig, wenn ein Lieblingsautor stirbt, der einem viele schöne Lesestunden geschenkt hat ...


    Gruß, Gina


    das stimmt !
    und wieder ein Autor der von uns gegangen ist. Wer Mittelhochdeutsche Literatur und ungewöhnliche Biographien liebte, der kam an Dieter Kühn nicht vorbei. Nun ist er 80jährig verstorben


    RIP


    http://www.faz.net/aktuell/feu…n-gestorben-13720832.html

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • und wieder ein Autor der von uns gegangen ist. Wer Mittelhochdeutsche Literatur und ungewöhnliche Biographien liebte, der kam an Dieter Kühn nicht vorbei. Nun ist er 80jährig verstorben


    RIP


    http://www.faz.net/aktuell/feu…n-gestorben-13720832.html


    Danke, dass du darauf aufmerksam machst. Er hat mir die mittelalterliche Literatur, insbesondere Oswald von Wolkenstein, aber auch Neidhart und Gottfried nahegebracht. Ein wunderbarer Anverwandler, ohne übermäßig zu modernisieren oder historisierend zu verkitschen. Ein großer Verlust für die deutsche Literatur und -geschichte!

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Danke, dass du darauf aufmerksam machst. Er hat mir die mittelalterliche Literatur, insbesondere Oswald von Wolkenstein, aber auch Neidhart und Gottfried nahegebracht. Ein wunderbarer Anverwandler, ohne übermäßig zu modernisieren oder historisierend zu verkitschen. Ein großer Verlust für die deutsche Literatur und -geschichte!


    Ja! Sein wundervolles Buch über Gottfried von Straßburg und seine Übertragung des Parzival haben sich dazu beigetragen, dass ich dann später die mittelalterliche deutsche Literatur im Studium der neuen vorgezogen habe...


    Allerdings: Seine eigene Prosa habe ich nie gelesen. Das Erinnerungsbuch 'Das magische Auge' steht zwar bei mir bereit, aber seine Romane haben sich scheinbar nie so durchgesetzt wie seine Bücher zur Literatur. Habt Ihr Leseerfahrungen mit Dieter Kühns Romanen?

  • Anlässlich des Todes des Autors (und da ich Fan von Oswald bin): "Ich Wolkenstein: Die Biographie" von Dieter Kühn.


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    "Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)


  • Anlässlich des Todes des Autors (und da ich Fan von Oswald bin): "Ich Wolkenstein: Die Biographie" von Dieter Kühn.


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    Gute Wahl! Habe ich auch schon zweimal gelesen. Kühn schafft es, Oswald in all seinen Facetten wiederzubeleben!

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Mit Horst Bienek und dem ersten Band der vierteiligen Oberschlesischen Chronik (Die erste Polka) habe ich mich literarisch nach Schlesien, genauer nach Gleiwitz begeben. Das ist sehr interessant zu lesen, historisch ausgesprochen informativ und literarisch überzeugend gestaltet. Der erste Roman erzählt die Geschichte eines Tages, der mit dem von den Deutschen fingierten Überfall auf den Sender Gleiwitz den Startpunkt für den Überfall auf Polen bildet. Die nächsten Bände werden folgen.


    Zuvor aber jetzt noch für eine Leserunde eine erneute Lektüre des Malte Laurids Brigge von Rilke. Dieses Buch habe ich bereits einigemale gelesen, es ist für mich ein wirklicher Meilenstein. Schon jetzt bin ich wieder hingerissen von Maltes Wahrnehmungen, von seinen Empfindungen, der unglaublich intensiven Verbindung von Sinnenwahrnehmung, Innenleben und ästhetisch-sprachlicher Gestaltung. Ein echter Triumph.


    Im Auto gab es nebenher eine Bearbeitung von Stendhals 'Rot und Schwarz' - was für ein Früchtchen, dieser Julien Sorel ... und nun auch ganz schlesisch Eichendorffs 'Taugenichts'.