Was lest ihr gerade?


  • Fange heute Hundert Jahre Einsamkeit von Marquez an



    seine Erzählungen liegen mir durchaus, seinen Roman "Liebe in Zeiten der Cholera" mußte ich (zweimal) abbrechen. Ich kam mit seinem Stil nicht klar. Vielleicht versuche ich es irgendwann mal mit einem anderen Roman von ihm.


    Dostoevskij
    manchmal ist es überraschend anregend sich mal wieder auf eine längere Geschichte einzulassen, die nicht schon nach 200 Seiten vorbei ist.


    Grüße von
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


  • Ich bin im Moment noch bei Mysterien von Knut Hamsun.
    Auf jeden Fall einer meiner Highlights in diesem Jahr. :klatschen:


    Gruß, Lauterbach


    Hallo Lauterbach,


    hat nicht kürzlich auch Sir Thomas das Buch mit Begeisterung gelesen?
    ich sollte es mir mal näher anschauen wenn es eins deiner Highlights ist/wird. Ich kenne noch nichts von Hamsun, habe auch nur ein Buch von ihm im Regal, nämlich "Das letzte Kapitel".


    Grüße von
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • seine Erzählungen liegen mir durchaus, seinen Roman "Liebe in Zeiten der Cholera" mußte ich (zweimal) abbrechen. Ich kam mit seinem Stil nicht klar. Vielleicht versuche ich es irgendwann mal mit einem anderen Roman von ihm


    Habe bisher noch nix von ihm gelesen, hatte ich jedoch schon lange mal vor und da ich das Buch letztens in nem Antiquariat gefunden habe und ich im kommenden Semester auch ein Seminar habe, bei dem unter anderem Marquez vorkommt, dachte ich mir, schieb ich ihn doch mal ein. Bin mal gespannt drauf. Scheint voll von Figuren und Zeitebenen zu sein, der Roman.

  • Moin, Moin!


    Ich kenne noch nichts von Hamsun, habe auch nur ein Buch von ihm im Regal, nämlich "Das letzte Kapitel".


    Hamsun ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Ich kann es gut verstehe, wenn jemand mit ihm nichts anfangen kann. MIR ist er allerdings lebenswichtig geworden. Ich sauge jedes Buch, welches ich wieder von ihm in die Hand nehme, wie Manna auf.

  • Hallo Maria,


    das Buch Mysterien kann ich uneingeschränkt empfehlen, ich habe mich bisher,
    und ich bin kurz vorm Ende, keine Seite lang gelangweilt, auch die längeren Monologe
    sind atemlos geschrieben.
    Das ganze ist eine Mischung aus Skurilität und Verrücktheit.


    Das ist bisher mein einziger Hamsun, aber ich hoffe das da noch solche
    Perlen zu finden sind.


    Gruß, Lauterbach

  • Moin, Moin!


    das Buch Mysterien kann ich uneingeschränkt empfehlen, ich habe mich bisher, und ich bin kurz vorm Ende, keine Seite lang gelangweilt, auch die längeren Monologe sind atemlos geschrieben. Das ganze ist eine Mischung aus Skurilität und Verrücktheit. Das ist bisher mein einziger Hamsun, aber ich hoffe das da noch solche Perlen zu finden sind.


    Sowohl Hamsun als auch z.B. Emmanuel Bove gehören zu meinen must-have-Autoren. Während ich bei Hamsun bislang keine Enttäuschung erlebte, kam ich mit dem zuletzt von Bove gelesenen Buch (Ein Mann, der wußte) überhaupt nicht zurande. Ich begriff nicht das Geringstem erkannte keine Intention, die den Autoren dazu veranlaßt haben könnte, es zu verfassen und langweilte mich unendlich.


  • Hallo thopas,


    die Schönheitslinie von Hollinghurst habe ich hier auch noch liegen, kannst du das Buch empfehlen?


    Gruß, Lauterbach


    Hallo Lauterbach,


    ja, ich kann das Buch empfehlen. Auch wenn es keines von den Büchern ist, von denen ich behaupten würde, es hat mich umgehauen, habe ich es doch ganz gerne gelesen. V.a. der zweite und dritte Teil gibt interessante Einblicke in das upper-class Leben im London der 80er und wie Nick Guest, der Protagonist, dort als Zaungast teilnimmt.


    Ein bißchen hat mich die Stimmung des Buches an Brideshead Revisited von Evelyn Waugh erinnert.


    Bin gespannt, ob es dir gefällt.


    Viele Grüße
    thopas

  • ... hat nicht kürzlich auch Sir Thomas das Buch mit Begeisterung gelesen?


    Ja, Ihr Lieben, "Mysterien" war Teil meiner Urlaubslektüre. Die absolute Begeisterung kann ich nicht mehr versprühen, aber ein psychologisch interessantes Buch ist die Geschichte des Herrn Nagel auf jeden Fall. Das Frühwerk Hamsuns (zu dem auch der erst kürzlich goutierte "Pan" zählt) liegt mir eindeutig mehr als die späteren Romane.


    Viele Grüße


    Tom

  • Kürzlich aus der Hand gelegt, aber es wirkt noch nach:


    Kaufen* bei

    Amazon
    Booklooker
    LChoice (lokal)

    * Werbe/Affiliate-Links


    Cees Nooteboom, Nachts kommen die Füchse.



    In den hier enthaltenen Erzählungen geht es um das Fortexistieren von Verstorbenen, allerdings auf eine sehr weltliche Weise. Sie hinterlassen Dinge, die zu Ende gebracht werden müssen, sie inspirieren zu schöpferischem Tun, sie hinterlassen Lücken, die unter den Lebenden auf die eine oder andere Art, seelisch und körperlich, gefüllt werden. Nur einmal, in der zweiten Hälfte der Doppelerzählung Paula/Paula II, die das Kernstück dieser Sammlung darstellt, kommt eine Verstorbene selbst, Paula, zu Wort, in einer Antwort auf den Erinnerungsmonolog des Erzählers im ersten Teil. In dieser gespiegelten Erzählebene ist es besonders anrührend, wie "Paula" ihrem Adressaten klar zu machen versucht, dass sie sich mit der Sprache, die er versteht, über ihren Nicht-Ort und über ihre Nicht-Zeit im Grunde gar nicht adäquat ausdrücken kann - ein Hinweis auf die Unmöglichkeit, den Zustand des Todes sprachlich einzufangen.


    Die Sammlung kurzer Geschichten (Kurzgeschichten wäre ein ganz falscher Begriff) zeichnet sich aus durch Gelassenheit, leise Ironie, tiefe Humanität und einen souveränen unangestrengten Stil. „Nachts kommen die Füchse“ ist als reifes Alterswerk des Autors zugleich ein kleines Kompendium abendländischer Weisheit geworden.

  • Ich lese gerade „Schlafes Bruder“ von Robert Schneider. Der Roman war ja mal in aller Munde, aber ich bin bis jetzt nicht sehr angetan von ihm. Der altertümelnde Sprachduktus klingt mir unangenehm in den Ohren und wirkt auf mich bemüht, zumal sich immer wieder moderne Ausdrücke wie z.B. „genuin“ einschleichen. An sich habe ich nichts gegen eine Kunstsprache, ich frage mich aber, ob sie für die Erzählung notwendig ist oder nur Effekt machen soll. Da schon in den ersten Kapiteln viel Schauriges geschieht, bin ich skeptisch. Aber ich will den Mut nicht verlieren. :zwinker:


    Gruß
    Anna


  • Der altertümelnde Sprachduktus klingt mir unangenehm in den Ohren und wirkt auf mich bemüht, zumal sich immer wieder moderne Ausdrücke wie z.B. „genuin“ einschleichen. An sich habe ich nichts gegen eine Kunstsprache, ich frage mich aber, ob sie für die Erzählung notwendig ist oder nur Effekt machen soll. Da schon in den ersten Kapiteln viel Schauriges geschieht, bin ich skeptisch. Aber ich will den Mut nicht verlieren. :zwinker:


    Hi ähnliches hätte ich dir zu Celinè schreiben können, besonders der Stil, aber auch die Sprache, war nicht so meins. Und Schneider empfand ich als Wohltat zu lesen, melodisch, leicht fließend, richtig angenehm schwelgend habe ich das Buch wie eine kostbare Praline genossen :breitgrins:
    Ist doch gut zu wissen für kommende LR, dass wir da nicht so sehr zu Potte kommen :zwinker:

    Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Nietzsche in "Also sprach Zarathustra"