Was lest ihr gerade?

  • Gelesen:
    * David Safier: "Mieses Karma" – Nichts dolles, aber ganz unterhaltsam zwischendurch
    * Wolf Haas "Der Brenner und der liebe Gott" – hat mir so auf Anhieb nicht so gut gefallen wie die anderen Brenner-Bücher, aber das ist wohl ungerecht, das Buch ist formal doch vertrackter als die andere.


    Aktuell lese ich:


    * Wilhelm Raabe "Fabian und Sebastian" – ich muss meine Raabe-Kenntnisse mal wieder auffrischen. "Fabian & Sebastian" habe ich zuletzt im Studium gelesen und nur noch dunkle Erinnerungen. Wie immer: sehr doppelbödig, der Künstler als Zuckerbäcker, der Kindsmord in Zuckerwatte.

  • Ein kurzes Update zu meiner Infinite Jest Lektüre: Ich bin leider nicht wirklich weiter gekommen, vor allem auf Grund Zeitmangels. Mein Eindruck ist bisher, dass das einfach ein Buch ist, das man am Stück und täglich lesen muss, um "drinnen" zu bleiben sozusagen. Aber sprachlich und stilistisch ist das weiterhin mit das Umwerfendste, was ich in all den Jahren gelesen habe. Großes Theater.


    Hier in Paris hat gerade aber ein Freund Foster Wallace's Kurzgeschichtensammlung Brief Interviews with Hideous Men dabei, die ich jedem zum Einstieg eher mehr empfehlen kann, nachdem ich heute nen längeren Blick rein geworfen hatte. Durch das Kurzgeschichtenformat gewinnt der gute Mann definitiv an Lesbarkeit. Und auch der Humor kommt deutlich besser. Alleine schon "Forever Overlooked", ein Stück über einen 13jährigen Pubertierenden im Schwimmbad, das in jedem Satz nur so "Hier grüßt Freud" schreit (auf eine leicht ironische Art und Weise, die gar nicht stört :-)) macht das Ding lesenswert, aber auch der Rest ist richtig gut.


  • Hier in Paris hat gerade aber ein Freund Foster Wallace's Kurzgeschichtensammlung Brief Interviews with Hideous Men dabei, die ich jedem zum Einstieg eher mehr empfehlen kann, nachdem ich heute nen längeren Blick rein geworfen hatte.


    Wallace's "Unendlicher Spaß" hat mich nie gereizt, weil ich, voreingenommen wie ich bin, denke, dass schaffe ich nicht. Seine short stories sind uneingeschränkt absolut lesenswert, weil sie sprachlich und inhaltlich neues zu bieten haben. Für mich war das anno dazumal eine wunderbare Entdeckung. ("Kurze Interviews mit fiesen Männern" und "Kleines Mädchen mit komischen Haaren").


    Zum Jahresausklang lese ich Franz Kafka: Ein Bericht für eine Akademie


    Liebe Grüße
    mombour

  • Bei Infinite Jest handle ich (noch) nach dem guten Sir Francis Bacon: "Some books are to be tasted, others to be swallowed, and some few to be chewed and digested: that is, some books are to be read only in parts, others to be read, but not curiously, and some few to be read wholly, and with diligence and attention." In der Hoffnung, dass es sich um letzteres handelt dabei und es das Lesen wert ist ;-).

  • Hallo und frohes neues Jahr,


    vorgestern gelang es mir noch, Le Clézios "Goldsucher" im alten Jahr zu beenden. Wie ich unten bereits schrieb, liegt mir der Roman trotz seiner unbestrittenen literarischen Qualitäten nicht. Ich kann dich, mombour , durchaus verstehen, wenn du schreibst, du mögest dieses Buch besonders. Es kommt einfach darauf an, was man gerne liest. Le Clézio bevorzugt - zumindest in diesem Roman - das Stilelement der Schilderung, ob nun von Landschaften, Seefahrten oder Gefühlen, ja selbst der Weltkriegsschlachten, und das muss man mögen.
    Mir liegt es mehr, wenn sich in den Büchern die Dialoge und Schilderungen die Waage halten. Außerdem schätze ich das tropische Inselmilieu weniger.
    Wenn man Joseph Conrads Novellen, die im Indischen Ozean spielen, schätzt, wird man sicher auch am "Goldsucher" Gefallen finden. Mich aber hat der Roman nicht unbedingt dazu angeregt, mich weiter mit Le Clézio zu beschäftigen.
    Momentan vertreibe ich mir die Zeit mit einem britischen Krimi, bis die Thomas Mann-Leserunde beginnt. Außerdem nehme ich jeden Tag ein wenig klassische chinesische Lyrik zu mir und habe beruflicherseits einiges an Sachliteratur aufzuarbeiten.


    finsbury

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

    Einmal editiert, zuletzt von finsbury ()

  • Hallo und frohes neues Jahr auch von mir!


    Den Briefwechsel Hanff-Doel (Helene Hanff - 84, Charing Cross Road) habe ich beendet. Er war interessant und die Verfilmung ist die fast wortwörtliche Wiedergabe des Buches.


    Liebe Grüße
    wanderer

  • Gelesen im Dezember:


    # Thomas Bernhard / Siegfried Unseld: Briefwechsel (Suhrkamp)
    # John Gray: Black Mass. Apocalyptic Religion and the Death of Utopia (Penguin)
    # Thomas Bernhard: Beton (Suhrkamp)
    # Wilhelm Raabe: Horacker (insel taschenbuch)
    # Nathaniel Hawthorne: Der scharlachrote Buchstabe (Aufbau Bibliothek)
    # Robert Greenberg: Beethoven’s Piano Sonatas (TTC Audio Lectures, 18h)
    # Michelangelo: Lebensberichte, Briefe, Gespräche, Gedichte (Manesse)

  • Wittgenstein seine Werke :zwinker: (gehe jetzt in die Uni meine Bücher holen. Dort sagte man mir: Wittgenstein wird nicht gebraucht/gelesen... :grmpf: Gut für mich! :zwinker: Schlechtes Zeugnis für unsere Bildung! :grmpf:

  • Beginne jetzt mit Tolstojs "Auferstehung", das von der Sozialkritik her eine Menge mit Sues "Geheimnissen" verbindet, aber - dem Lesergott sei dank - in einer ganz anderen Liga spielt. Ich freue mich richtig darauf, da ich schon mehr als fünfzehn Jahre nichts mehr aus der russischen Literatur gelesen habe, obwohl ich sie ganz besonders schätze!


    finsbury

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Hallo troll,



    Schade. Gerade bei Tolstoi, den ich durch "Anna Karenina" und die "Kreutzersonate" schätzen und lieben gelernt habe, hätte ich gerne einer gemeinsamen Leserunde beigewohnt. Leider habe ich infolge verschiedener Gründe nicht die Möglichkeit, mir kurzfristig ein Exemplar von "Auferstehung" zu verschaffen, hoffe jedoch inständig, die Lektüre bei Gelegenheit nachholen zu können. "


    Falls du willst und nicht nur eine Buchausgabe liest, kannst du dir den deutschen Text hier gratis beschaffen. WIr können uns dann gerne in einer Mini-Leserunde austauschen.


    finsbury

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Hallo troll,


    das müsste dann aber schnell gehen, denn ich habe ja schon längst angefangen und will jetzt auch nicht eine Lesepause einlegen, weil ich bis zum 7. Februar, dem Beginn der Thomas-Mann-Leserunde noch ein bisschen mehr lesen will. Also wenn du jetzt starten kannst, freu ich mich. Dann können alle, die vielleicht Interesse haben :winken:, auch noch dazustoßen.


    finsbury

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Im Januar angekommen und einiges davon schon "angelesen":


    Virginia Woolf: Die Fahrt zum Leuchtturm.


    Hawtorne: Der Garten des Bösen, Erzählungen


    Tschechow: Die Insel Sachalin.


    M. Pagnol: Eine Kindheit in der Provence


    Flann O'Brien: Schwimmen zwei Vögel.


    Queiroz: Die Reliquie


    Also geht es dann im Januar schon - in die Vollen. Wieder einmal.


    Grüße,
    Peter


  • Hallo Lost,


    wenn ich mein derzeitges Buch (Insel Sachalin) gelesen habe, geht es an und in den Leuchtturm. Ich schreibe dann, wie es mir gefiel. Sofort!


    Grüße,
    Peter


    Ich danke dir Vult.


    Die Zeit ist kein Problem. Ein schmaler Band, der schon ewig im Regal steht. Ich glaube meine Ausgabe ist noch auf Papyrus geschrieben :zwinker:
    Irgendwie ist da eine Hürde und Schwellenangst in mir.