Ein Klassikerforumswettbewerb für 2020

  • Ich habe die Islandglocke abgeschlossen und bin sehr, sehr angetan von diesem perfekt komponierten und mit großer Stilsicherheit geschriebenen Roman. Eine echte Bereicherung!

    Der war auch für mich ein großes und nachhaltiges Leseerlebnis, an das die anderen Laxness-Romane trotz vieler Stärken nicht heranreichten.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Ich habe gestaunt über diese unauffällige und nichtsdestotrotz so straffe Personenführung, die über den Zeitraum eines ganzen Menschenlebens die drei Hauptpersonen in immer neuen Situationen zusammenbringt, die Karten neu mischt, die Charaktere nachhaltig aufbaut (in einer Kritik irgendwo im Netz habe ich gelesen, die "Frau mit dem Elfenleib" Snaefridur sei charakterlich undurchsichtig und unausgewogen, aber dieser Einschätzung kann ich nicht folgen). Und auch der Dialogstil ist hervorzuheben, die große Sicherheit in der Milieuzeichnung durch die Sprechweise der Personen. Speziell Arnas und Snaefridur sprechen ähnlich wie Figuren bei Jane Austen, mit immer gleicher Sicherheit und Höflichkeit, und wissen trotzdem bei jeder Gelegenheit geschliffene Spitzen anzubringen, das ist eine reine Lesefreude.