• Hallo zusammen!


    Nun habe ich gerade Pan von Knut Hamsun beendet und vor ein paar Wochen schon ein paar seiner kürzeren Werke gelesen. Ich gestehe, dass mich die Werke Hamsuns etwas ratlos zurücklassen. Einerseits versteht es der Autor, mit Hilfe seiner Naturschilderungen eine sehr schöne und sehr dichte Atmosphäre für seine Erzählungen zu kreiieren. Andererseits sind die Charaktere derart abstrus, dass ich nur kopfschüttelnd davor stehe. Die Handlungen und Reaktionen z.B. des Leutnants in Pan sind m.M.n. eigentlich völlig irr, ohne dass der Leutnant aber den Eindruck eines Irren hinterlässt. Ein 25Jähriger mit dem Charakter eines 10Jährigen - so würde ich ihn beschreiben.


    Von Hamsuns Rolle im nationalsozialistisch besetzten Norwegen will ich jetzt gar nicht reden. Aber: Was habt Ihr für Erfahrungen mit Hamsun und wie würdet Ihr ihn einschätzen?


    Grüsse


    sandhofer

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Hallo sandhofer,


    mit Hamsun habe ich einige Schwierigkeiten. Die politische Dimension dieses Autors unberücksicht lassend, habe ich zwei Versuche unternommen, mich ihm vorurteilsfrei zu nähern. Zunächst mit "Segen der Erde", was ich sehr ermüdend fand aufgrund der simplen Blut-und-Boden-Thematik. Immerhin: Hamsuns Sprache und seine Landschaftsbeschreibungen fand sind sehr schön.


    Es folgte die Lektüre "Das letzte Kapitel", ein Sanatoriumsroman. Vielleicht habe ich so etwas wie einen zweiten "Zauberberg" erwartet und deshalb aus Enttäuschung das Buch nach 100 Seiten ins Regal zurück befördert.


    Großartig soll "Hunger" sein, ein Frühwerk Hamsuns. Im Augenblick habe ich jedoch keine Lust, einen dritten Versuch zu unternehmen.


    Mein persönliches Fazit: Hamsun wird ein wenig überschätzt, der Nobelpreis (1920 oder so) ist aus heutiger Sicht nicht nachzuvollziehen.


    Es grüßt


    Sir Thomas

  • mit Hamsun habe ich einige Schwierigkeiten. Die politische Dimension dieses Autors unberücksicht lassend, habe ich zwei Versuche unternommen, mich ihm vorurteilsfrei zu nähern. [...] Immerhin: Hamsuns Sprache und seine Landschaftsbeschreibungen fand sind sehr schön.


    Dann sind wir ungefähr in derselben Lage, Hamsun gegenüber, schätze ich. (Nobelpreise für Literatur wurden eh nie für literarische Qualiät vergeben. Aber das ist ein anderes Thema.)

    Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus

  • Hallo !


    Auch ich habe ähnliche Erfahrungen mit Hamsun - in "Segen der Erde" ist die Landschaft als Synonym für Heimat sehr kraftvoll beschrieben, die Charaktere kamen mir allerdings nicht nahe. Ich glaube, mir war die Thematik einfach ein wenig zu offensichtlich dargestellt und dafür das Buch auch zu lang. "Hunger" dagegen hat einen sehr intensiv dargestellten Protagonisten, die Verzweiflung und die Ambivalenz zwischen Geist = Hunger nach literarischem Erfolg und Körper = Hunger als Überlebensgrundlage und damit auch das Ineinanderverschwimmen dieser Bedürfnisse fand ich schon sehr gut und ergreifend dargestellt.


    "Viktoria" hatte ich dann noch angefangen, ich kann mich allerdings nicht mehr erinnern, ob ich das Buch auch wirklich zu Ende gelesen habe :rollen: Ich meine, ich habe auch einen der August-Romane gelesen, den mittleren glaube ich - ebenfalls etwas abstruse Charaktere.


    Ich glaube, mir fehlt bei Hamsun ein wenig Poesie oder Eleganz.


    Gruß von Steffi

  • Moin, Moin!


    Oha. Gehöre ich etwas zu einer Minderheit? Hamsun ist für mich Top 5! Ich verschlinge jedes seiner Bücher; und das sind jetzt mittlerweile schon dreizehn nebst der Zweitlektüre von "Hunger". Stilistisch höchst eigenwillig. Ich verstehe, daß seine Figuren so gar nichts mit dem zu tun haben, was uns so begegnet. Für mich gehören sie in eine literarische Welt, die Hamsun geschaffen hat und mit einem sperrigen Humor am Leben erhält. Gerade "Das letzte Kapitel" hat mich nicht enttäuscht, auch nicht im Vergleich mit Manns "Zauberberg". Und im Gegensatz zu Steffi ist Hamsuns Sprache durchaus poetisch, jedoch von so eigener Sprödigkeit, daß mich die glattgebügelte Prosa so manch anderen Autors eher kalt läßt. So verschieden können literarische Erfahrungen und Geschmäcker sein, was wir ja wußten und was uns indes nur im Fall einer so deutlichen Divergenz erstaunt. Vielleicht findet sich neben mir wenigstens noch einer im KF, der Hamsun so zu seinem Kanon zählt wie ich.

  • Hallo,


    ich habe im letztem Jahr wieder einiges von Hamsun gelesen. Mein absolutes Highlight ist "Das letzte Kapitel". Die philosophische Ausarbeitung über den Tod ist einzigartig und gipfelt in herrlichen Zitaten. Auch die Darstellung der Charaktere halte ich für außerordentlich gekonnt.


    Den "Segen der Erde" verschlang ich mit Hingabe. Das im Nebenstrang geschilderte Problem der Kindstötung ist in damaliger Zeit sicher einzigartig.


    Natürlich hat Hamsun oft seltsame Charaktere, Außenseiter usw. Auf mich hat Hamsun eine immense bildhafte Wirkung. Ich sehe immer noch seine Figuren vor mir und stimme gerne Dostojewskis Meinung uneingeschränkt zu.


    Auch ich werde noch Hamsun-Romane lesen. Seine politischen Ansichten in der Zeit des Nationalsozialismus müssen rigoros von seinem literarischen Werk getrennt werden (das ist meine feste Überzeugung).


    Liebe Grüße
    mombour


  • Seine politischen Ansichten in der Zeit des Nationalsozialismus müssen rigoros von seinem literarischen Werk getrennt werden (das ist meine feste Überzeugung).


    Das haben wir bislang alle brav und redlich getan, mombour.



    Mein absolutes Highlight ist "Das letzte Kapitel". Die philosophische Ausarbeitung über den Tod ist einzigartig und gipfelt in herrlichen Zitaten. Auch die Darstellung der Charaktere halte ich für außerordentlich gekonnt.


    Das macht mich nun doch nachdenklich. Vielleicht habe ich dieses Werk zum falschen Zeitpunkt gelesen. Bei Gelegenheit werde ich ihm eine zweite Chance geben.


    Es grüßt


    Sir Thomas

  • Das haben wir bislang alle brav und redlich getan, mombour.


    Ich weiß, und das schätze ich auch sehr. Ich wollte es nur mal so festhalten. In einem anderen Forum z.B. wurde fast nicht auf Hamsun-Rezensionen eingegangen, sondern nur wegen seiner politischen Meinungen gelästert. Gott sei Dank ist das nicht hier so. :winken:


    Liebe Grüße
    mombour

  • Hallo zusammen,


    auch ich habe im letzten Halbjahr ein paar kleinere Sachen von Hamsun gelesen, unter anderem "Pan" sowie zwei weitere Erzählungen, die z.T. auf das Personal von "Pan" zurückgreifen.


    Nun habe ich gerade Pan von Knut Hamsun beendet und vor ein paar Wochen schon ein paar seiner kürzeren Werke gelesen. Ich gestehe, dass mich die Werke Hamsuns etwas ratlos zurücklassen. Einerseits versteht es der Autor, mit Hilfe seiner Naturschilderungen eine sehr schöne und sehr dichte Atmosphäre für seine Erzählungen zu kreiieren. Andererseits sind die Charaktere derart abstrus, dass ich nur kopfschüttelnd davor stehe. Die Handlungen und Reaktionen z.B. des Leutnants in Pan sind m.M.n. eigentlich völlig irr, ohne dass der Leutnant aber den Eindruck eines Irren hinterlässt. Ein 25Jähriger mit dem Charakter eines 10Jährigen - so würde ich ihn beschreiben.


    Das kann ich nur unterschreiben: Auch ich wusste mit diesem Leutnant wenig anzufangen. Solche ein wenig vom Irrsinn gestreiften Verliebten kommen auch in den oben erwähnten Erzählungen vor.


    Dennoch, da muss ich sandhofer und den anderen Forumsteilnehmern zustimmen, seine fast lyrischen Naturbeschreibungen sind sogar in der Übersetzung sehr schön und eindrucksvoll, übrigens nicht nur die von Norwegen, sondern auch die der amerikanischen Großen Ebenen, die in der Erzählung "Vagabundentage" den Hintergrund bilden.


    HG
    finsbury

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)


  • "Das letzte Kapitel" hat mich nicht enttäuscht, auch nicht im Vergleich mit Manns "Zauberberg".


    Hallo zusammen,


    ich habe mir "Das letzte Kapitel" besorgt. Ihr habt mich mit euren Beiträgen neugierig gemacht.


    Viele Grüße
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


  • Nun habe ich gerade Pan von Knut Hamsun beendet und vor ein paar Wochen schon ein paar seiner kürzeren Werke gelesen. Ich gestehe, dass mich die Werke Hamsuns etwas ratlos zurücklassen. Einerseits versteht es der Autor, mit Hilfe seiner Naturschilderungen eine sehr schöne und sehr dichte Atmosphäre für seine Erzählungen zu kreiieren. Andererseits sind die Charaktere derart abstrus, dass ich nur kopfschüttelnd davor stehe. Die Handlungen und Reaktionen z.B. des Leutnants in Pan sind m.M.n. eigentlich völlig irr, ohne dass der Leutnant aber den Eindruck eines Irren hinterlässt. Ein 25Jähriger mit dem Charakter eines 10Jährigen - so würde ich ihn beschreiben.


    "Pan" ist die dritte Chance, die ich Hamsum gebe - und derzeit komme ich mit dem Buch gut zurecht. Ich teile Deine Eindrücke, sandhofer. Hamsun geht es mMn. nicht darum, einen nachvollziehbaren und vernünftig handelnden Charakter zu erschaffen, sondern einen unstrukturierten Kindskopf. Ich ahne bereits die Katastrophe, auf die der Leutnant Glahn zusteuert ...


    Wenn Hamsun das bisherige Niveau hält, bin ich jedenfalls mit ihm versöhnt und gebe evtl. anderen Werken eine zweite Chance.


    LG


    Tom

  • Zitat

    Ganz subjektiv bin ich hier wieder über ein Thema gestolpert, welches mich innerlich nicht so ergreift wie es vielleicht sollte. Ich kann diese Aussichtslosigkeit, und diese für mich übertriebene Machtlosigkeit nicht recht nachvollziehen, und deshalb bleibe ich bei einer solchen Handlung immer etwas ratlos zurück.


    Das waren meine letzten Worte zu Pan, deckt sich irgendwie :breitgrins:


    LG
    Anita

    Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Nietzsche in "Also sprach Zarathustra"

  • Ich habe jetzt mit einiger Begeisterung "Pan" beendet - ein schön tragische Lovestory mit wunderbaren Naturbeschreibungen und exzellenten, wenn auch ziemlich spröden Dialogen (die eigentlich nur die Unfähigkeit der Menschen, miteinander zu reden, betonen). Das Buch stammt aus den Jahr 1894, liest sich aber streckenweise wie ein postmodernes Werk von Hemingway, Faulkner oder Samuel Beckett. Mein Fazit: Empfehlenswert.


    Hamsun kehrt damit zurück auf meine Liste der lesenswerten Autoren ... :smile:


    LG


    Tom

  • Hamsun kehrt damit zurück auf meine Liste der lesenswerten Autoren ... :smile


    Das ist brav! Hamsuns Figuren sind wirklich meist verschrobene, einzelgängerische und oft sehr unreif wirkende Menschen, die im Leben nicht richtig klar kommen, wie zum Beispiel August aus der "Landstreicher"-Trilogie oder Johan Nils Nagel, der Protagonist des Romans "Mysterien". Mich fesselt in erster Linie die Stimmung, die Hamsun durch die lyrischen Naturschilderungen und die Beschreibung der unbewussten inneren Vorgänge im Menschen, seiner rätselhaften Empfindungen, seiner Tagträumereien in seinen Romanen erzeugt. In den „Landstreicher“-Romanen gefällt mir außerdem der unterschwellige, oft ein bisschen kindliche Humor Hamsuns.


    Gruß
    Anna :winken:


  • Ich habe jetzt mit einiger Begeisterung "Pan" beendet - ein schön tragische Lovestory mit wunderbaren Naturbeschreibungen


    Ja, von Pan war ich auch begeistert, von den rauschhaften Naturbeschreibungen und von Glahn, diesem Vertreter des europäischen Fin de siècle - norwegischer Ausprägung.
    Ein Buch - schön, fremd, wild, eigenartig!

  • Hallo zusammen,


    ich lese gerade meinen ersten Knut Hamsun und zwar "Victoria. Eine Liebesgeschichte"
    Mich hat diese schmucklose Sprache überrascht; etwas ungewohnt. Doch andererseits würde ohne diese Lakonie die Geschichte zu kitschig wirken.


    Grüße von
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)

  • "Auf überwachsenen Pfaden" heisst das letzte Werk Hamsuns. Es ist eine Art Tagebuch seiner Internierung nach dem Ende des 2. Weltkriegs und ein Dokument erschreckender Gleichgültigkeit gegenüber dem Grauen, dass die deutschen Besatzer, mit denen Hamsum offen sympathisierte, über Norwegen brachten. Keine Zeile der Reue, kein Moment des Nachdenkens, stattdessen reihen sich belang- und emotionslose Schilderungen aneinander. Nun gut, Hamsum war hoch betagt, als er dieses Dokument verfasste. Trotzdem: Hier spricht der "Herrenmensch", der nichts verstanden hat oder jede Art des Verstehens verweigert. Das ist mehr als ernüchternd für den Nobelpreisträger des Jahres 1920.


    LG


    Tom

  • Hallo zusammen,


    eine Buchbesprechung der neuen Hamsun-Biographie die im Feb. 2011 herauskam:


    Der halbe Hamsun


    Knut Hamsun: Schwärmer und Eroberer [Gebundene Ausgabe]
    Ingar Sletten Kolloen

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    Gruß,
    Maria

    In der Jugend ist die Hoffnung ein Regenbogen und in den grauen Jahren nur ein Nebenregenbogen des ersten. (Jean Paul F. Richter)


  • Dieses Buch habe ich gerade gelesen. Die Kürzungen sind schon auffällig, Gedanken-, Themensprünge, Einzelheiten erscheinen als gegeben, die in einem früheren Zusammenhang schon aufgetaucht sein müssen. Die Entwicklung von Hamsuns zweiter Ehe wurde mir dadurch nicht verständlich. Dagegen fand ich Hamsuns Rolle während der Besatzungs- und Nachkriegszeit noch ausreichend dargestellt.
    Aus meiner Sicht ist diese Bearbeitung und Übersetzung schlampig gemacht, allerdings noch so faktenreich, dass man, mit Einschränkungen, ein Komplettbild des Dichters bekommt. Besonders die Widersprüche zwischen Person und Werk werden deutlich gemacht.
    Eigentlich ein Buch zum ausleihen. Dem deutschen Verlag sollte man keinen Cent dafür spendieren.

  • So, jetzt muss ich mir doch hier weitere Meinungen einholen.


    Ich habe drüben im großen Bücherforum erwähnt, dass ich überlege, mir "Mysterien" zuzulegen, und wurde gleich darauf hingewiesen, dass Knut Hamsun ein Nazi-Sympathisant war. Das war eine Überraschung für mich, weil mich einfach nur das Buch als solches interessiert und ich über den Autor komplett uninformiert war (ich wusste nichts über ihn, außer dass er Norweger war und einmal den Nobelpreis bekommen hat).


    Einige lesen deshalb aus Prinzip nichts von ihm. Ich schwimme noch etwas unentschlossen dahin - da in "Mysterien" angeblich nichts von rechtsradikaler Ideologie zu merken ist und Hamsun außerdem schon tot ist, spricht für mich auf den ersten Blick nichts dagegen, das Buch für sich stehen zu lassen und es einfach mal unvoreingenommen zu lesen.


    Manche sehen das aber ganz anders. Ich kann mich noch erinnern, als Sandhofer Doderer aus denselben Gründen verweigert hat, und er hat sich im anderen Forum auch schon zu Hamsun geäußert. Hier scheinen ja schon mehrere von euch Erfahrungen mit dem Autor gesammelt zu haben, und er kommt offenbar auch nicht übel weg - trotzdem nochmal konkret gefragt:


    Macht sich die Nähe zum Nationalsozialismus in seinen Werken irgendwie bemerkbar ("Blut-und-Boden-Thematik", Zitat Sir Thomas, klingt schon irgendwie dubios...)? Und wenn nein - versteht ihr, dass jemand Hamsun trotzdem nicht liest, eben wegen seiner überlieferten Gesinnung? Mein Argument war ja, dass er tot ist und man ihn somit nicht mehr unterstützt, wenn man ihn liest. Außerdem trägt man auch nicht zur Verbreitung rechten Gedankenguts bei, sofern davon tatsächlich nichts in seinen Büchern steckt - also gibt es für mich (aufgrund meines derzeitigen Informationsstandes) eigentlich nichts, was objektiv dagegen spricht, "Mysterien" zu kaufen und zu lesen.


    Oder gibts irgendwas, das ich vergessen habe zu bedenken? :confused:
    Kommentare?

    "Date a girl who reads. Date a girl who spends her money on books instead of clothes. She has problems with closet space because she has too many books. Date a girl who has a list of books she wants to read, who has had a library card since she was twelve."