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Nicht kanonisch, modern, Generelles / Re: Was lest ihr gerade?
« Letzter Beitrag von finsbury am Heute um 10:24 »
Ich finde, dass "Frühlings Erwachen" trotz der zopfigen Moralvorstellungen immer noch ein großartiges und zeitloses Werk ist, weil es den klassischen Konflikt der Pubertät gnadenlos schonungslos darstellt: Das sich Reiben an - im Falle der damaligen Zeit, aber teilweise auch heute noch - sinnlosen moralischen Gesetzen und schulischen Anforderungen, der Umgang mit der Hormonexplosion und die Darstellung der heuchlerischen Bemühtheit der Erwachsenenwelt.
Aber schwierig zu lesen ist es mit seinen ganzen Fremdwörtern. Ich erinnere mich gut an
den "agglutinierenden Wohlapük" :breitgrins:. Hoffe, ich schreibe ihn aus der Erinnerung richtig.

Im Moment komme ich leider sehr wenig zum Lesen, habe nach dem Powell wieder die Lektüre von Lundbergs "Eis" aufgenommen, das mich aber auch nicht so richtig fesselt. Das liegt aber wohl weniger am Roman als an meinen persönlichen Vorlieben und der enttäuschten Erwartungshaltung.
Es geht hier (bisher) mehr um eine Familiengeschichte, mit vielen liebevollen Details erzählt, aber für mich eben nicht so richtig antörnend. Vielleicht bahnt sich im zweiten Teil etwas an, was die ganze Idylle mehr in Frage stellt. Was  Lundberg allerdings kann und toll zu lesen ist, sind die Schilderungen der einfrierenden, vereisten und auftauenden Ostsee. Da merkt man, wie gut sie schreiben kann.
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Nicht kanonisch, modern, Generelles / Re: Was lest ihr gerade?
« Letzter Beitrag von JHNewman am Gestern um 19:06 »
Ich habe gestern mit Frühlings Erwachen von Wedekind angefangen. Gerade habe ich auch den Trailer zur Verfilmung von  Nuran David Çalış angeschaut, der die Geschichte ins Heute verlegt. Zuerst bleibe ich beim Lesen selbst, auch, wenn ich bislang noch nicht recht weiß, was ich davon halten soll.  :rollen: Hintergrundlektüre ist danach auf jeden Fall erforderlich.

Ah, das war bei uns seinerzeit sogar Schullektüre.  :winken:
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Nicht kanonisch, modern, Generelles / Re: Was lest ihr gerade?
« Letzter Beitrag von Monolith am Gestern um 15:58 »
Ich habe gestern mit Frühlings Erwachen von Wedekind angefangen. Gerade habe ich auch den Trailer zur Verfilmung von  Nuran David Çalış angeschaut, der die Geschichte ins Heute verlegt. Zuerst bleibe ich beim Lesen selbst, auch, wenn ich bislang noch nicht recht weiß, was ich davon halten soll.  :rollen: Hintergrundlektüre ist danach auf jeden Fall erforderlich.
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Klassische Autoren und Werke / Re: Lew Tolstoi - Anna Karenina
« Letzter Beitrag von Jaqui am Gestern um 13:02 »
Dieser ironische Ton ist mir auch aufgefallen. Viel liebe hab ich zwischen den beiden nicht gespürt. Eher Gewohnheit.

Ich lese heute abend beim 3. Kapitel im 2. Abschnitt weiter. Gar so weit hinten bin ich gar nicht.  :winken:
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Klassische Autoren und Werke / Re: Balzac: Die menschliche Komödie
« Letzter Beitrag von thopas am Gestern um 12:53 »
Danke für deine Gedanken zu diesem Buch, JHNewman. Ich hatte ja auch schon überlegt, Balzac in meine Frankreich-Liste aufzunehmen, anstelle von Victor Hugo. Mal sehen, was draus wird, wenn es soweit ist. Vielleicht ändere ich ja kurzfristig was  :smile:. Ansonsten gibt es 2018 hoffentlich wieder einen Wettbewerb...
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Ich werde 10 klassische Bücher lesen, je fünf nach Herkunft und fünf nach Epoche:

Epochen der dt. Literatur:
1. Mittelalter
2. Klassik
3. Romantik
4. Realismus
5. Moderne

Nationalliteraturen:
1. England
2. Skandinavien (DK, N, S)
3. Frankreich -- Honoré de Balzac: Vater Goriot, Rezension: https://klassikerforum.de/index.php?topic=2080.msg60087#msg60087
4. Polen
5. Russland
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Klassische Autoren und Werke / Re: Balzac: Die menschliche Komödie
« Letzter Beitrag von JHNewman am Gestern um 12:04 »
Hier nun meine Eindrücke zu Balzacs "Vater Goriot"

Dies war mein erster Roman von Balzac, die französische Literatur ist nicht unbedingt eines meiner 'Sammelgebiete'.

Ich habe das Buch gern gelesen, es hat mir Spaß gemacht. Zunächst verwendet Balzac recht viel Zeit auf die genaue Schilderung des Milieus, der Pension von Mad. Vauquer und ihrer Gäste. Ich habe ein wenig Zeit gebraucht, um in das Buch hineingezogen zu werden, denn angesichts der Detailfülle der Beschreibung dauerte es etwas, bis sich die Hauptfiguren des Romans herauskristallisierten und auch die Haupthandlung erkennbar war.

Die Hauptfiguren sind der titelgebende Vater Goriot und ein junger Student namens Eugène de Rastignac. Beide leben in der eher ärmlichen Pension und lernen sich dort kennen. Vater Goriot ist ein ehemaliger Nudelfabrikant, der durch seine Arbeit zu Geld gekommen ist, mit dem er seine beiden Töchter Delphine und Anastasie reich verheiratet hat. Delphine mit einem Bankier, Anastasie mit einem Adligen. Beide verkehren in der höheren Pariser Gesellschaft, wobei Delphine wegen ihres Ehemanns weniger gesellschaftlich angesehen ist als ihre Schwester. Vater Goriot hatte gehofft, den Anschluss an die Familien seiner Töchter zu erhalten, doch im Laufe der Handlung wird immer stärker deutlich, dass sie sich von ihm distanzieren, ihn finanziell zwar ausnutzen, jedoch ansonsten verleugnen und meiden.

Eugène sucht als junger adliger Student Zugang zu den höchsten Kreisen. Er beginnt eine Beziehung zu Delphine, verschafft ihr durch seine Verbindung Zugang zu den adligen Salons. Zugleich erkennt er, wie schäbig Delphine und ihre Schwester ihren Vater behandeln. Am Schluss stirbt Goriot einsam, verachtet und ohne familiären Beistand. Eugène steht ihm bei und begleitet ihn buchstäblich bis zum Grab. Als unwissender Held hat er im Laufe der Romanhandlung die Mechanismen der Gesellschaft durchschaut und beginnt, auf ihrer Klaviatur zu spielen, Vorteile zu nutzen, ohne dabei ganz sein Herz zu verleugnen.

Balzacs Roman strotzt von Leben, von interessanten Charakteren, einer lebendigen, mitunter hanebüchenen Handlung und feinen gesellschaftlichen Analysen. Er ist ein lebendiges Zeit- und Sittengemälde, man lernt viel über das Leben der Zeit und des Milieus in dem er spielt. Balzac vermeidet dabei einseitige Personenschilderungen - seine Charaktere haben meist sowohl angenehme wie auch abstoßende Züge. Die mitunter recht sentimentale Schilderung von Gefühlswallungen wird wettgemacht durch einen feinen Humor, der immer wieder zum Lachen anregt. Bis zum Schluss schafft es der Autor, durch ironische Wendungen die Erwartung des Lesers immer wieder zu durchkreuzen oder wach zu halten.

Ein schöner Roman!
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Klassische Autoren und Werke / Re: Lew Tolstoi - Anna Karenina
« Letzter Beitrag von JMaria am Gestern um 11:16 »
Man erfährt irgendwie nicht soviel über Annas Ehe. Die beiden scheinen eher nebeneinander her zu leben. Vielleicht deshalb auch nur ein Kind? Quasi so als Alibi?

Im Gegensatz zu Dolly, die wohl jedes Jahr ihrer Ehe ein Kind bekommen hat. Das wird dann schon recht stressig.


ja, solche Überlegungen hatte ich auch schon. Anna und Karenin haben in ihrer Ehe einen ironischen Tonfall und jetzt wo es darauf ankommt miteinander zu reden, können sie es nicht! Fatal!

Stepan, Dollys Mann, ist bei Lewin, er verbindet Geschäft (Verkauf des Waldes) mit dem Vergnügen (Schnepfenjagd). Eine schöne Erklärung gibt Lewin, wie sich der Adel selbst verarmt !

Lewin und Kitty:
oha, die Wunde der Zurückweisung schmerzt Lewin sehr und er fühlt sich als der wahre Adelige, den man abgewiesen hat (Kittys Mutter). Ob da eine Spur "Stolz und Vorurteil" in Zukunft mitspielen wird?

bei mir geht's im 2. Teil Kapitel 20 weiter. Diese Woche bin ich kaum zum lesen/hören gekommen.


Gruß,
Maria
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Klassische Autoren und Werke / Re: Lew Tolstoi - Anna Karenina
« Letzter Beitrag von thopas am Gestern um 10:31 »
Im Buch kommt ja immer mal wieder das Thema Ehe auf und es wird diskutiert, ob Liebesheirat besser ist als eine arrangierte Ehe. Zu Anna und Karenin wird da nichts gesagt, es kommt aber so rüber, als wäre es eine arrangierte Ehe. Vielleicht ist sie bei Wronski wirklich zum ersten Mal richtig verliebt und sieht ihren Ehemann dadurch ganz anders. Warum der Sohn da auch negativ gesehen wird, weiß ich nicht...

Man erfährt irgendwie nicht soviel über Annas Ehe. Die beiden scheinen eher nebeneinander her zu leben. Vielleicht deshalb auch nur ein Kind? Quasi so als Alibi?

Im Gegensatz zu Dolly, die wohl jedes Jahr ihrer Ehe ein Kind bekommen hat. Das wird dann schon recht stressig.
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Klassische Autoren und Werke / Re: Lew Tolstoi - Anna Karenina
« Letzter Beitrag von Jaqui am Gestern um 09:13 »
Danke für das Interview. Sehr interessant wie Übersetzer da ran gehen.

Ich habe nun übrigens den ersten Abschnitt beendet und leide gerade mit Kitty. Es soll auf reisen gehen. Mal sehen wohin.

Schockiert hat mich Anna bei ihrer Rückkehr. Dass sie ihren Mann nach der Geschichte mit Wronski idealisiert und nun enttäuscht ist dass er nicht verändert ist, verstehe ich ja.
aber dass sie das gleiche bei ihrem Sohn machr. Für mich vollkommen unverständlich.
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