Beiträge von klassikfreund

    ich fand diesen Band sehr erfrischend. Wo findet man in der Literatur schon so eine ausführliche Beschreibung der heranreifenden Jugend!


    Kann ich nachvollziehen. Bände 3 und 4 sind dann etwas anstrengender. Erst in Band 5 gibt es wieder etwas mehr Abwechslung und mit Albertine geht es so richtig weiter.


    Schöne Grüße,
    Thomas


    Wer kennt sich schon in Weltliteratur aus? Es gibt ja auch nur wenige, die sich bei den westlichen Werken auskennen (einige wenige mögen in diesem Forum sein, die kann man aber an einer Hand abzählen).


    Alle solche Listen, selbst das Nobelkommitee hat mal eine zusammengestellt, sind auf westliche Literatur konzentriert. Dass man dennoch das Label "Weltliteratur" dranklebt, ist sicher etwas vermessen, aber so ist es halt.


    Gruß, Thomas


    Diese detailgetreue Beschreibung der Kindheit ist ja wohl nur mit Tagebuchaufzeichnungen möglich, oder? Gibt es Aufzeichnungen von Proust?


    Meines Wissens hat Proust kein Tagebuch geschrieben. Aus seiner Kindheit sind ein paar Aufsätze für Schülerzeitungen erhalten geblieben.


    Gruß, Thomas

    Was Jung ebenso wie Löffler beiseite schieben, gar nicht erst erwähnen, sind die wirklich ungelesenen Klassiker, die z.T. grundlegend sind für unsere literarische Kultur: die alten Griechen (vielleicht mit Ausnahme von Homer), die alten Lateiner (wer hat Vergils Aeneis von A bis Z gelesen? - Ich nicht.), die Spätantike und die frühe Neuzeit ...


    Ja, richtig beobachtet. Diese Werke stehen bei mir noch nicht mal im Regal. :redface:


    Gruß, Thomas

    sandhofer: Mich überzeugen Deine Argumente letztlich nicht, da Proust eben auch ohne diesen Teppich gelesen werden kann. Gerken beispielsweise fand den 5. Band im Gegensatz zum abgebrochenen 1. Band äußerst spannend zu lesen. Nachdem sie diesen Band gelesen hatte, war sie in der Sprache Prousts drin und fand nun plötzlich auch den 1. Band toll. Ich halte sie jedoch nicht für eine Ausnahmeleserin. Ich kann ihre


    Es mag einem das ein oder andere entgehen, die Figuren leben aber - auch wenn man nicht jeden Bezug versteht - auch innerhalb eines Bandes. Und welcher Durchschnittsleser versteht schon jede Anspielung. Erst jetzt, wo ich Gerken lese, sehe ich wie viel mir beim Lesen entgangen ist. Bei Beginn in Band 2 kann man durchaus Spaß an dem Buch haben. Mir hat Proust (obwohl viel unentdeckt) schon bei der ersten Lektüre so viel gegeben, dass ich es für eine meiner besten Leseerlebnisse halte.


    Schöne Grüße,
    Thomas




    Schöne Grüße,
    Thomas


    Ich sehe ehrlich gesagt nicht, warum man das erste Buch von A la recherche du temps perdu weglassen sollte.


    Es geht nicht um Weglassen, es geht darum, dass es für manchen Leser laut Gerken sogar sinnvoller ist, mit einem anderen Band als Nr. 1 zu beginnen. Die Bände sind ja nun nicht so aufgebaut, dass man diese dann gar nicht verstehen könnte.


    Und um auf die Frage des Ursprungs-Postings zurückzukommen: Warum sollte man sich nicht von der Leserunde hier anstecken lassen und zunächst zu Band 2 greifen? Gerade der Auftenthalt in Balbec lässt sich auch unabhängig von Band 1 lesen. Und wenn man dann erst mal "angesteckt" ist, wird man ohnehin wissen wollen, was in Band 1 steht... Ich halte das gerade bei Proust für möglich.


    Gruß, Thomas


    Hallo Ihr Proust Leser!
    Ihr habt doch so viel Erfahrung. Kann man auch mit " Im Schatten junger Mädchenblüte" die Lektüre von Proust beginnen - oder macht das keinen Sinn?
    Traeumerle


    Hallo,


    ich lese gerade Gerken: Proust für Eilige. Eine recht ausführliche Inhaltsbeschreibung (zu jedem Band ca. 25 gut verständliche Seiten, die auch Zusammenhänge nicht unbeleuchtet lassen). Liest man diese Zusammenfassungen kann man auch mit anderen Bänden beginnen (nur zur Info: ich habe bereits alle 7 Bände gelesen).


    Interessant finde ich auch den dort vorgeschlagenen Leseplan: Nach Gerken kann man ruhig mit jedem der Bände 1-6 anfangen (die Autorin kam mit dem 1. Band seinerzeit nicht zu Recht und fing mit dem 5. Band an und war von da an Feuer und Flamme für Proust).


    Mit dieser Lesehilfe ist der Start bei einem anderen Band noch einfacher möglich.


    Schöne Grüße,
    Thomas


    Hallo!



    Ich weiß nicht. Zur Geschmacksbildung trägt doch maßgeblich auch Kritik bei:


    Schon. Aber bei Kritikern, die ich persönlich schätze, greife ich eher mal zum empfohlenen Buch. Dass muss dann nicht immer messerscharf begründet werden. Daher halte ich beide Formen für wichtig.


    Schöne Grüße,
    Thomas


    Ich glaube, sie liebt die Bücher.


    Ja, das ist der Grund, ihre Sendung zu schauen. Leider empfiehlt sie häufig schlechte Literatur (z.B. Der Schatten des Windes). Lediglich die eine Sendung, die Klassiker im Fokus hatte, fand ich richtig gut.


    Das Sendekonzept finde ich schon in Ordnung, nur wünschte ich mir einen anderen Moderator.


    Schöne Grüße,
    Thomas

    Stimmt das eigentlich, mit MRR und dass ein Roman nicht mehr als 300 Seiten haben soll?


    Hallo,


    ich habe seinerzeit das (von ihm mehrfach wiederholte) Original-Statement im literarischen Quartett gesehen. MRR hat gesagt, das es keinen zeitgenössischen (!) guten Roman mit mehr als 500 Seiten Länge gäbe. Also nicht 300 Seiten und nicht auf alle Romane bezogen. Man findet wohl auch hier schnell Gegenbeispiele (z.B. Jahrestage).


    Schöne Grüße,
    Thomas

    Bei einem Précis wird ein vorliegender Text um ziemlich genau 30% gekürzt. Wir haben uns damals Abschnitt für Abschnitt vornehmen müssen, Wörter zählen und dann den Abschnitt so umbauen (unwichtige Adjektive weglassen etc) bis zwei Drittel übrig blieben.


    Ich bezweifle, dass das so gemacht wird. Das wäre viel zu aufwendig. Man streicht vielmehr ganze Absätze und Seiten, die für die Handlung i.e.S. nicht relevant sind.


    Schöne Grüße,
    Thomas


    Denn mit der Kurzfassung entgeht ihnen das alles Entscheidende


    Ich stimme da vollkommen mit Dir überein. Wobei man aber deutlich zwischen GetAbstract und den um 40% gekürzten Versionen unterscheiden muss. Auf der anderen Seite sollte man jedem selbst überlassen, was er entscheidend findet.


    Ich wundere mich nur, dass jedes Mal, wenn diese Geschäftsidee wieder hochkommt, gleich Umfragen gestartet werden (DLF) und schlaue Kommentare verfasst werden. Es erscheinen jeden Tag so viele schlechter Bücher. Und sie werden gekauft und gelesen. Da sind mir gekürzte Klassiker lieber.


    Gruß, Thomas


    Ich muss mich auch Giesbert anschließen: Ich halte diese Leute für keine Leser.


    Solche Aussagen klingen in dieser Allgemeinheit schnell abwertend. Unter Umständen liest derjenige auch noch komplette Bücher, will sich aber dennoch über bestimmte Inhalte informieren.


    Ich frage mich, welcher Leser seinen Kopf mehr anstrengt: Derjenige, der den um 40% gekürzten Klassiker liest oder derjenige, der gleich zu etwas Trivialerem greift.


    Ein bißchen wirkt die Verteidigung der vollständigen Länge der Klassiker in den Diskussionen danach, dass gleich der Untergang des Abendlandes befürchtet wird. Mir scheint, dass dies v.a. von den ernsthaften Klassik-Lesern (zu denen ich mich auch zähle) vorgetragen wird. Warum eigentlich? Welche "Gefahr" geht von solchen Büchern aus? Schummelnde Literatur-Studenten? Protzende Manager? Na und. Ich sehe da nicht viel.


    Schöne Grüße,
    Thomas


    Hallo!


    Jetzt weiß ich auch endlich wo Thomas Bernhard diese Masche geklaut hat! :


    "Es ist mir zu Ohren gekommen, o glücklicher König, daß der Schneider dem Kaiser von China erzählte, daß der junge Mann den Anwesenden berichtete, wie er zu dem Friseur sagte:"


    Interessant! War mir gar nicht so aufgefallen, aber klar - gut gesehen.


    Schöne Grüße,
    Thomas


    z.B. als Madame Cottard gern einmal telefonieren möchte, aber keinen eigenen Apparat besitzen, denn "wenn das erste Vergnügen vorbei ist, wird das Gebimmel wahrscheinlich bald zur Qual."


    Das ist doch wirklich herrlich. Die großen Werke der Literatur nehmen die Zukunft vorweg.


    Schöne Grüße, Thomas