Beiträge von klassikfreund


    Hallo!


    Jetzt weiß ich auch endlich wo Thomas Bernhard diese Masche geklaut hat! :


    "Es ist mir zu Ohren gekommen, o glücklicher König, daß der Schneider dem Kaiser von China erzählte, daß der junge Mann den Anwesenden berichtete, wie er zu dem Friseur sagte:"


    Interessant! War mir gar nicht so aufgefallen, aber klar - gut gesehen.


    Schöne Grüße,
    Thomas


    z.B. als Madame Cottard gern einmal telefonieren möchte, aber keinen eigenen Apparat besitzen, denn "wenn das erste Vergnügen vorbei ist, wird das Gebimmel wahrscheinlich bald zur Qual."


    Das ist doch wirklich herrlich. Die großen Werke der Literatur nehmen die Zukunft vorweg.


    Schöne Grüße, Thomas


    Dass man Klassiker nicht lesen muss, stimmt schon, aber ich habe mich auch lange nicht rangewagt. Und daher kann ich es sehr gut verstehen, dass man sie zwar lesen möchte, aber sich einfach nicht ranwagt, weil man Angst hat sie nicht zu verstehen.


    Klar. Fang mit etwas einfachem an: Herman Bang: Am Weg (ganz kurz) oder Thomas Mann: Buddenbrooks (wenn es länger sein darf). Es muss ja nicht gleich Joyce oder Musil sein.


    Gruß, Thomas


    Ich glaube, Du suchst Kindlers Literatur Lexikon ;-)


    Die Zusammenfassungen bei GetAbstract sind aber (für den Nicht-Germanisten) besser gemacht als die Artikel im Kindler. Sie sind deutlich verständlicher und klarer formuliert. Meines Erachtens hätte man noch einige Seiten mit Originalpassagen hinzufügen sollen, um den Stil zu charakterisieren. Ist vermutlich ein Copyright-Problem. Auch wird mehr Hintergrund-Information zur Epoche gegeben. Die Qualität der kostenlos beziehbare Zusammenfassung vom Werther bei GetAbstract würde ich mir in Buchform mit den wichtigsten Klassikern durchaus wünschen.


    Schöne Grüße,
    Thomas

    Da kaufe ich mir doch lieber die Bücher für das Geld.


    Die Zeit, um sie zu lesen, kannst du halt so günstig nicht mitkaufen. Das sind ja Hunderte von Stunden Verdienstausfall, da kommen Tausende von Euro zusammen.


    Gruß, Thomas

    Hallo,


    das kostenlose Beispiel Abstact "Die Leiden des jungen Werther" ist ganz gut gemacht und kann auf den Inhalt neugierig machen. Aber 199 EUR Jahresgebühr zielt eindeutig auf gutverdienende Manager.


    Schöne Grüße,
    Thomas

    Andererseits kenne ich sehr viele, die sich nicht an die Klassiker wagen weil sie ihnen zu dick sind oder zu umständlich geschrieben. Also ist es ja vielleicht möglich, dass jemand durch diese Lektüre auf den Geschmack kommt und dann das Original liest. Eben weil er weiß, dass es nicht so erschreckend ist.


    Soll er halt was anderes lesen. Es gibt genügend kurze Klassiker. Niemand muss "Krieg und Frieden" lesen. Und auch beim vollständigen Buch hat man die Möglichkeit, Seiten zu überblättern.


    Gruß, Thomas

    Mal wieder eine (nicht neue) Idee, um im Buchmarkt ein wenig Geld zu verdienen. Vereinfachte Versionen für Kinder gibt es ja schon länger von vielen Klassikern. Jetzt spricht mal wohl v.a. Schüler und Studenten an, der gemeine Leser liest Anna Karenina ohnehin nicht (die wenigen ernsthaften Leser werden natürlich weiter das Original bemühen). Offensichtlich verspricht man sich davon relevante Auflagen, die Texte selber sind ja größtenteils rechtefrei. Die Investition hält sich also in Grenzen.


    Auf jeden Fall kein Grund, um über den Untergang der Kultur zu jammern.


    Schöne Grüße,
    Thomas


    So fiel mir das Lesen der Seiten mit Norpois viel schwerer als danach die Begegnung mit Bergotte. Die Sätze empfand ich als komplizierter und gezierter, während mir die Bergotte-Szene flüssiger und leichter erschien. Norpois ist ja nun auch nicht gerade auf Marcels Seite, Bergotte dagegen wird sehr positiv, fast väterlich geschildert.


    Es erging mir ähnlich. Es gab immer wieder Szenen mit denen ich nicht so gut zurecht kam. Bin mir nicht sicher, ob hier ein Stilbruch vorliegt, hätte es gefühlsmäßig (habe das nicht untersucht) eher meinen unterschiedlichen Interessen und vorhandenen Kenntnissen zugeschrieben.


    Gruß, Thomas


    Schön waren auch die Gedanken zu der Nachwirkung von Genies. Als er schrieb, dass wahrhaft große Geister erst von der Nachwelt tatsächlich gewürdigt werden: dachte Proust da wohl auch ein bisschen an sich selbst?


    Ganz sicher dachte er da auch an sich. In der Lebensbeschreibung seiner Haushälterin gibt es auch einen entsprechenden Beleg, wo er ihr sagt, dass er mal berühmt sein werde.


    Gruß, Thomas


    Leider reichen meine Französischkenntnisse nicht aus es im Original zu lesen.
    Aber indem wir das Buch lesen wird es wieder lebendig (vielleicht intensiver als das gelebte Leben), wir nehmen teil und damit sind weder der Autor noch die Personen wirklich vergangen.


    Sehr schöne Sätze. Auch ich verspüre das Bedürfnis Proust im Original näherzukommen, aber auch mein Französisch ist sehr schlecht. Indem wir das Buch lesen, wird der Autor wieder lebendig! Einen der großartigsten Sätze, die ich hier im Forum je gelesen habe. Ich empfinde das ebenfalls sehr intensiv, und dieses Gefühl ist stärker als bei allen anderen Autoren. Und das liegt m.E. an seiner Sprache, aber auch an den gewählten Themen. Über die Vergänglichkeit wird auf kunstvolle Weise reflektiert.


    Aber zugegeben: Auch bei Proust gibt es einige Stellen, die mich eher langweilen.


    Schöne Grüße,
    Thomas


    Der Erzähler müßte nun 16 oder 17 Jahre alt sein, oder? Vielleicht wirkte diese Szene deswegen auf mich kindlich.


    Das ist eine interessante Beobachtung. Da könnte man in anderen Szenen auch nochmal darauf achten.


    Wenn ich es mir recht überlege, wirken sogar alle sieben Bände hinsichtlich des Erzählers "kindlich" oder zumindest "nicht erwachsen". Könnte vielleicht daran liegen, dass Proust als Autor das harte Leben, in dem er sein eigenes Geld verdienen musste, nie erlebt hat. Bis zum Tod seiner Mutter war er auch sehr mit ihr verbunden. Heute lösen sich Jugendliche wohl eher und in stärkerem Maße von ihren Eltern. Ich denke, man spürt diese enge Mutterbindung in der Lektüre.


    Gruß, Thomas


    Den Theaterbesuch fand ich sehr typisch für den Erzähler. Er scheint nicht fähig, etwas zu genießen (oder auch nicht), er muss immer analysieren, mit seinen Vorstellungen vergleichen, die Vorstellungen anpassen... ich stelle mir das sehr anstrengend vor.


    Diese Stelle hat auf mich anders gewirkt. Der Erzähler ist enttäuscht vom realen Erleben im Vergleich zu seiner Phantasie/Vorstellung, die er vor dem Theaterbesuch hatte. Das finde ich eine ganz großartige Szene aus dem 2. Band.


    Vieles stellt man sich in der Phantasie doch viel schöner/intensiver vor als es dann ist. Die Vorfreude ist doch immer die schönste Freude, an diesem Spruch ist viel dran - finde ich. Ich denke da zum Beispiel an Weihnachten oder auch an lang geplante Familienfeiern, wie schnell sind die paar Stunden dann in der Wirklichkeit rum, man hat aber tagelang geplant und vorbereitet und es bleibt ein etwas schales Gefühl nach der Feier zurück. Und genau das wird hier beschrieben und erst im Schreibprozess analysiert. M.E. muss er nicht "immer analysieren", er macht sich halt Gedanken, warum es diesen Unterschied zwischen Vorstellung und Wirklichkeit gibt. Das ist doch eine interessante Fragestellung.


    Schöne Grüße,
    Thomas


    mann mann mann - was für ein Hörtip! Im Dialog gelesen? Ein interessanter Aspekt. Berichte bitte.



    Hallo,


    es handelt sich um eine Aufnahme einer Live-Lesung in einer Kölner Buchhandlung. Im Hintergrund sind ab und zu auch mal Zuschauer zu hören, Lachen oder auch Husten (da weiß man gleich, welche Teile im Winter gelesen wurden). Die Live-Atmosphäre stört im großen und ganzen nicht weiter, die Tonqualität ist dennoch gut. Das Lachen lockert eher auf, Husten stört an wenigen Stellen. Da man live gelesen hat und wohl keine größeren Lesepausen machen wollte, haben sich die beiden Sprecher abgewechselt. Also es gibt Stellen, in denen jeder mal 10 Minuten am Stück liest. Dann gibt es aber die Stellen, in denen wirklich im Dialog gelesen wird. Einschübe Prousts werden vom anderen Sprecher gelesen oder die Worte Albertines werden dann jeweils vom Gegenpart wahrgenommen. Das macht die Lesung sehr lebendig und man kann der Lesung auch während einer Autofahrt über weite Teile gut folgen (ich kenne aber bereits den grundsätzlichen Inhalt). Die Sprecher finde ich qualitativ nicht ganz gleichwertig (Bernt Hahn und Peter Lieck). Der eine Sprecher (welcher?) hat eine dunkle sonore Stimme, der andere eine eher helle etwas piepsige Stimme (natürlich nur von der Tendenz her, Matic klingt ja auch manchmal piepsig). Man muss sich an die unterschiedlichen Stimmbilder erst ein wenig gewöhnen. Die franzöischen Namen und Ausrufe (im 5. Band gibt es davon einige) klingen - wie man es erwarten sollte - wie von einem Franzosen gesprochen.


    Ein weiterer Vorteil dieser Lesung ist die verwendete Übersetzung, es wird die von Luzius Keller revidierte Übersetzung gelesen, die stellenweise doch etwas eleganter ist als die von Eva Rechel-Mertens.


    Schöne Grüße,
    Thomas


    Wie gefiel dir Peter Matic als Sprecher des Hörbuchs?


    Hallo,


    seine Stimme finde ich schon gewöhnungsbedürftig. Sie klingt doch manchmal nicht richtig hochdeutsch. Dennoch hat man bei 21 CDs hinreichend Zeit, sich an seinen Vortrag zu gewöhnen, und am Ende will man gar keine andere Stimme mehr hören.


    Deutlich besser gelesen finde ich die von der Lengfeldschen Buchhandlung in Köln herausgegebene Lesung, siehe http://www.lengfeldsche.de/hoerbuchtipp.htm, die von Bernt Hahn und Peter Lieck im Dialog gelesen wird. Leider sind die Hörbücher sehr teuer. Der erste Teil des fünften Bandes wurde gerade herausgegeben (ist noch nicht auf der Web-Seite vermerkt). Da ich diesen Band immer wieder mal hören möchte, habe ich mir diesen Teil mal gegönnt.


    Schöne Grüße,
    Thomas

    Hallo,


    gerne verfolge ich Eure Leserunde. Ich habe den zweiten Band vor kurzem als komplett gelesenes Hörbuch gehört (nachdem ich ihn schon einmal gelesen habe) und zusammen mit dem 5. Band gehört er zu meinen Lieblingsbänden.


    Freue mich auf Eure Eindrücke.


    Gruß, Thomas