Beiträge von Dostoevskij

    Moin, Moin!


    Zitat von "giesbert"

    Und in der Schule fand ich "Unterm Rad" einfach blöde anbiedernd. Aber Schullektüre ist ja auch so ein Thema für sich.


    Eine Möglichkeit, es mit Hesse nochmals zu versuchen, wäre, die ausgetretenen Pfade zu verlassen. Wenn es um Hesse geht, werden meist "nur" "Unterm Rad", "Steppenwolf", "Das Glasperlenspiel" und vielleicht noch der "Demian" erwähnt. Ich lese anderes von Hesse lieber: seine 3000 Rezensionen als buntes Potpourri und Anregung, Neues kennenzulernen und sich auf Altbekanntes wieder neu stoßen zu lassen. Ich lese die Erzählungen Hesses lieber als seine Romane. Gegebenenfalls könnte ich mal eine Liste für diejenigen zusammenstellen, die Hesse nochmal eine zweite Chance geben und es vermeiden wollen, gleich bei den ersten Seiten Unterm Rad zu erbrechen. Darüber hinaus hat Hesse ja unzählige Notizen, Artikel und Betrachtungen geschrieben, in die ich immer wieder hineinschaue, hineinschauen muß, weil ich nach einer bestimmten Zeit merke, daß mir etwas fehlt. Ganz abgesehen von Hesse als manischen Briefeschreiber.


    Am unverzichtbarsten ist mir aber der Bibliomane Hesse! Sein Verhältnis zu Büchern, das ihn glücklicherweise nicht wortlos machte, kann man in sehr vielen Artikeln nachvollziehen. Die Anthologie <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3518369156/">Die Welt der Bücher</a> ist sozusagen der Angelpunkt; aber auch an anderen Stellen wird man betreffs Bücherliebe durchaus fündig. Deswegen habe ich meine <a href="http://www.bibliomaniac.de/hesse/">Hesse-Webseite</a> urspünglich auch begonnen.

    Moin, Moin!


    Zitat von "Nightfever"

    Warum lest ihr Klassiker? Und bitte dazu eine Mini-Definition, was ihr jewiwils unter "Klassiker" versteht.


    Weil die "Reinfall-Quote" sehr niedrig ist. Ein Klassiker ist ein bewährtes Buch, das SEHR viele, sehr unterschiedliche Menschen in diesen Status gebracht haben. Daß ich dann mit ihm nichts anzufangen weiß, diese Gefahr ist relativ gering. Da die Lebenszeit deprimierend begrenzt ist, kann ich mir Reinfälle nicht oft leisten.


    Den Klassikerbegriff mache ich nicht wie die meisten an der 70-Jahre-Hürde (oder gar 100) fest. Ich betrachte Autor, Werk und Wirkung und entscheide dann individuell, ob ich hier von einem Klassiker ausgehen kann oder nicht. Beispielsweise kann in meinen Augen ein bestehender Kultstatus auch ein jüngeres Buch zum Klassiker machen.

    Moin, Moin!


    In 5 Stunden werden Joachim Ringelnatz' Werke in Deutschland urheberrechtsfrei. Es gibt auf der <a href="http://www.ringelnatz.net/">neuen Webseite</a> - eine Aktion des lobenswerten <a href="http://www.vorleser.net/">Vorleser.net</a> - eine <a href="http://www.ringelnatz.net/html/joachim_ringelnatz_hoerbuch.html">Multimedia-CD</a> für EUR 9,95 mit zahlreichen Texten von R. und zirka 2,5 Stunden Hörbuch.

    Moin, Moin!


    Zitat von "Dostoevskij"

    Aus dem Aufbau-Verlag gibt es noch eine andere, 6 bändige, kleinformatigere, die, so wie ich es mir ergooglet habe, 300 Novellen enthält und in den 80ern erschien.


    Jetzt zitiere ich mich schon selbst. :rollen:


    Ich habe mir in mühseliger Kleinarbeit die bibliografischen Daten dieser vollständige Ausgabe (ISBN 3-351-00616-0, Herausgegeben von Christel Gersch) <a href="http://www.wikiservice.at/buecher/wiki.cgi?GuyDeMaupassant/Bibliografie">zusammengesucht</a>.


    Maupassant, Guy de: Novellen. Band 1. 1875-1881. Berlin; Weimar: 1982/84. 469 S.
    Maupassant, Guy de: Novellen. Band 2. 1982. Berlin; Weimar: 1984. 463 S.
    Maupassant, Guy de: Novellen. Band 3. 1983. Berlin; Weimar: 1984. 615 S.
    Maupassant, Guy de: Novellen. Band 4. 1884. Berlin; Weimar: 1986. 639 S.
    Maupassant, Guy de: Novellen. Band 5. 1885-1886. Berlin; Weimar: 1988. 500 S.
    Maupassant, Guy de: Novellen. Band 6. 1887-1891. Berlin; Weimar: 1990. 565 S.

    Moin, Moin!


    Zitat von "sandhofer"

    Wir sind, glaube ich, in diesem Forum schon vier oder fünf


    Um so besser!


    BTW, noch zu den Pepys-Tagebüchern. Es gibt am 1. September einen Büchermarkt zu ihnen, den man noch via Audio one Demand des DeutschlandRadios <a href="http://www.dradio.de/aod/player/index.html">anhören</a> kann, wie auch alle andere Büchermärkte der letzten Monate. Einfach per Kalender den 1.9. / 16.10 Uhr auswählen.

    Hallo Zola and all!


    Zitat von "Zola"

    Von Maupassant sind mir nur die dreibändige Ausgabe aus dem Aufbau-Verlag und die jeweils zweibändigen aus dem Manesse- und dem Winkler-Verlag bekannt. Ich schätze mal, dass jede dieser Ausgaben etwa 100 Novellen enthält (bei Manesse ist es sogar aufgrund des Titels sicher: "50 Novellen" und "weitere 50 Novellen"


    Ich kenne die 3-bändige Ausgabe, weil sie hier im Regal steht. Aus dem Aufbau-Verlag gibt es noch eine andere, 6 bändige, kleinformatigere, die, so wie ich es mir ergooglet habe, 300 Novellen enthält und in den 80ern erschien. "Die Texte erscheinen in einer zeitlichen Folge, nach Daten der erstmaliger Veröffentlichung zwischen 1875 und 1891".

    Moin, Moin!


    Zitat von "Zola"

    Das Problem ist ja, dass es von den großen Erzählungen- und Novellenschreibern (z.B. Maupassant, Schnitzler) keine vollständige Ausgaben auf Deutsch gibt.


    Maupassant hat, wenn ich mich recht erinnere, zirka 300 Novellen geschrieben. Das muß doch zu schaffen = zu editieren sein! Es gab doch früher ziemlich viele, dicke Bände mit seinen Novellen (chronologisch geordnet), wahrscheinlich in einem DDR-Verlag herausgegeben.


    Und von Schnitzler erschien in den 60ern die vollständigste Ausgabe, wie ich durch Nachfrage an den Verlag informiert worden bin: "Die reichhaltigste (nahezu vollständige) und schönste Ausgabe erschien 1961/62 (und in späteren Auflagen) im S.Fischer Verlag in Dünndruckbänden: "Gesammelte Werke. Die Erzählenden Schriften" (2 Bde) und "Gesammelte Werke. Die Dramatischen Werke" (2 Bde) Es gab eine Leder- und eine Leinenausstattung. Diese Bände sind im Antiquariatshandel noch zu finden (ZVAB oder Abebooks z.B.). Damit hätten Sie das erzählerische und das dramatische Werk Schnitzlers so vollständig, wie man es gedruckt haben kann.)"

    Moin, Moin!


    Zitat von "Zola"

    Also seit 1993 könnte ich jetzt nachzählen, wieviele Bücher ich seitdem gelesen habe.


    Für mich ganz außerordentlich wichtig, weil ich manchmal direkt erstaunt bin, daß ich dieses und jenes Buch bereits gelesen habe. :zwinker:


    Aber auch notwendig, weil ich mich sonst z.B. bei Erzählreihen hoffnungslos verheddern würde. Meine <a href="http://www.bibliomaniac.de/leli/">Listen gelesener Bücher</a> führe ich seit 1989. Momentan bin ich beim 1560. Buch.

    Moin, Moin!


    Zitat von "Zola"

    Ich schreibe nur in der Lesreihenfolge Name und Titel auf, mittlerweile sollte ich eigentlich die ISBN dazuschreiben, wenn ich "Erzählungen" von Tschechow gelesen habe, weiß ich 5 Jahre später natürlich nicht mehr welcher Band das war und welche Erzählungen er enthielt.


    Das Problem entsteht dann, wenn man den Anspruch auf Vollständigkeit hat. Insofern man mit der richtigen Reihe begonnen hat, z.B. Cechovs erzählerisches Werke in den detebe-Ausgaben, muß man ihrer nur noch habhaft werden. Aber was, wenn man wie der Ochse vor besagtem neue Tor steht? Viele Reihen sind nicht mehr komplett lieferbar. Je mehr von einem Autor man liest, desto häufiger stellt sich einem die Frage: was hast du schon, was fehlt noch, und vor allem: woher bekommst du es, worin steht es? Ich gehe dieses Problem an, indem ich Listen erstelle, d.h. ich bibliografiere existierende Erzählbände und versuche möglichst herauszubekommen, was sie enthalten, um endlich herauszubekommen, was ich später kaufen und lesen werde. Mit dieser Popelarbeit habe ich erst <a href="http://www.prowiki2.org/user/Dostoevskij/wiki.cgi?OrdnerAutoren">begonnen</a>, es ist also eine ziemlich beanspruchende Aufgabe.

    Moin, Moin!


    Zitat von "siodmack"

    in den letzten Tagen hatte ich einen lieben Bekannten zu Besuch und er fragte mich ob ich all die Bücher schon gelesen hätte die im Bücherschrank des Wohnzimmers stehen.


    Der Klassiker unter den Fragen.


    Zitat von "siodmack"

    wenn man etwas älter wird kehrt einer wohl immer öfter zu ihm lieb gewordenen Werken zurück und soviel neues kommt nicht mehr hinzu. Man wird sehr, sehr wählerisch und steht oft als bibliomaner Sonderling in der Welt.


    Klasse! Einer, der wie ich fühlt! Ich habe vorgestern die gelesenen Bücher eines Jahres ins Regal einsortiert, was ein schweißtreibendes Hin- und Her-Geschiebe von Hunderten von Büchern einschloß. Dabei ist man seinen Büchern naturgemäß sehr nahe, hält sie in den Händen, tätschelt sie liebevoll, weil sie durchgehalten haben und immer noch da sind. Bei vielen fragt man sich: Wann wird du es nochmal lesen? Am liebsten sofort! Und gleich fällt einem die begrenzte Lebens/Lesezeit ein; und man hat Mühe, ob des Schocks nicht von der Leiter zu stürzen.

    Moin, Moin!


    Zitat von "rezk"

    ich bin auf der suche nach russischen literaturtipps,


    Für gänzlich Unbeleckte gibt es eine 6-bändige Anthologie russischer Literatur, die sich als einführende Lektüre wohl gut eignet: <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3596161703/">Russland lesen</a>, zusammengestellt von Swetlana Geier. Mehr dazu <a href="http://www.perlentaucher.de/buch/17299.html">beim Perlentaucher</a>.

    Moin, Moin!


    Zitat von "sandhofer"

    Aber das jedesmal als Leser zu rekonstruieren - ich weiss nicht ...


    Das kann ich doch mit meiner anderen Sucht, Listen anzufertigen, prima verbinden. :zwinker: Denkbar ist auch, nur Bücher von Autoren zu lesen, die derselben Berufsgruppe angehören die unter denselben Krankheiten litten.


    Ich lese übrigens gerade <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3257210930/">ein Buch</a>, in dem über Künstler und deren Bewältigung von Krankheiten geht. Hochspannend! Wie viele außer Kafka litten doch damals noch unter Tuberkulose, oft Jahrzehnte lang! Oder Asthmatiker... Heine lag 8 Jahre flach usw. Diese Seite schöpferischer Menschen wird zu selten betrachtet; um so faszinierender die Lektüre des Buches.

    Moin, Moin!


    Zitat von "Mecki"

    Platz 3 für Sonny Terry & Brownie McGhee in Osnabrück. Ich glaube, es war 1977.


    Oh, wird mir warm ums Herz, ein Blues-Hörer! Was gäbe ich darum, diese Urgesteines des Blues live erlebt zu haben. War zu jung und im falschen Land. Obwohl, 15 bis 20 Jahre eher geboren, hätte ich sicher die Folk Blues Festivals, die 1964 und 1966 auch in der DDR stattfanden und die den Blues in Deutschland etablierten, mitmachen können. Live erlebt an alten Bluesern habe ich nur Champion Jack Dupree und Lousiana Red. Ich bin nicht so der Konzert-Hai und habe mir gar John Mayall entgehen lassen. Aber zu Sonny Terry & Brownie McGhee - sie gehören zu meinen absoluten Lieblingen. In einige Lieder kann man kurz <a href="http://www.mp3.com/Sonny-Terry-&-Brownie-McGhee/artists/431/summary.html">reinhören</a>.

    Moin, Moin!


    In einem heutigen Feuilleton gefunden. Die <a href="http://www.wikiservice.at/buecher/wiki.cgi?BrüderGoncourt">Brüder Goncourt</a> lästern über Flaubert:


    "Heute sehen wir es ganz klar, es gibt Grenzen zwischen uns und Flaubert. Im Grunde ist er ein Provinzler und Wichtigtuer. Man spürt irgendwie, daß er alle diese großen Reisen auch ein wenig gemacht hat, um die Leute aus Rouen zu verblüffen. Sein Geist ist behäbig und dick wie sein Körper. Feinere Dinge scheinen ihn nicht zu berühren. Er ist vor allem empfänglich für Phrasendrescherei. Im Gespräch bringt er wenig neue Gedanken, und er trägt sie laut und feierlich vor. Sein Geist ist wie seine Stimme: deklamatorisch. Die Geschichten, die Gestalten, die er entwirft, riechen nach Fossilien aus der Unterpräfektur. Er trägt weiße Westen von vor zehn Jahren. Auf die Académie und den Papst hat er noch jene wilde Empörung, von der man wie de Maistre über den Unglauben sagen könnte: "Das ist pöbelhaft!" Er ist plump, übertrieben und in allem ohne Leichtigkeit, im Scherz, im Witz, in der Imitation der Imitationen. Seiner Ochsenfröhlichkeit fehlt es an jedem Charme." <a href="http://www.welt.de/data/2004/11/06/355954.html">(Quelle)</a>

    Moin, Moin!


    Zitat von "JMaria"

    also nie vergessen ein Buch für unterwegs mitnehmen!


    WENN es mal passiert, selten zwar, aber DANN ist der Ärger groß. Nichts ist so ärgerlich, wie irgendwo im Wissen dazustehen oder zu sitzen, man KÖNNTE jetzt lesen, WENN man denn ein Bücherlei bei sich hätte. Oh, glücklich diejenigen, die des Autogenen Trainings mächtig sind.