Beiträge von JMaria

    Hallo Ikarus


    du schriebst:

    Zitat


    Du scheinst vom Joseph auch nicht loszukommen Ich habe auch noch etwas Probleme damit, meinen Kopf davon frei zu bekommen. War doch ein sehr intensives Leseerlebnis. Ich habe bis jetzt etwas über 100 Seiten "Don Quijote" gelesen, aber irgendwie werde ich mit dem Buch nicht richtig warm. Obwohl es mir sehr gut gefällt. Komisch. Vielleicht wird´s ja noch.


    du hast recht, ich habe auch noch nicht den Kopf frei für Don Quijote, wie er es bestimmt verdient. Thomas Mann fordert den ganzen Menschen beim Lesen. Du wirst es nicht glauben, aber ich bin um die ungelesenen T.M's die ich noch im SUB habe, getigert.
    In die Hand genommen, geblättert, aber dann schnell wieder weggelegt, sonst komm ich nie rein in den Cervantes :roll:


    Aber es ist schon eine große Umstellung. So ging es mir auch damals bei Alexander Dumas, ich glaube, da haben wir zuvor 'Die Schachnovelle' von Zweig gelesen. Obwohl dies nur eine kleine Novelle war, hab ich die Umstellung sehr bemerkt.


    Aber ich bin auch erst beim Vorwort vom Stiefvater des Don Quijote. Es gefällt mir wie der Berater dem Stiefvater den Tipp gibt, nur nicht zuviel Gewicht auf das Vorwort, das Nachwort und Querverweisen zu legen, oder gar Verse/Weisheiten anderer Dichter einzufügen, nur damit das Buch intelligenter wirkt. Sondern so erzählen wie es ist, und nicht anders.


    Das hat mir gut gefallen.


    Gerade sind Gewitterwolken in Anmarsch, ideales Wetter um weiterzulesen.


    Gruß Maria

    Hallo Ikarus


    Jokers ist ein Ableger vom Weltbildverlag der vergünstigt Bücher anbietet.


    http://www.jokers.de


    im neuesten Katalog werden z. B. Romantiker in 7 Bänden für 4,90 € angeboten:


    Jean Paul: Dr. Katzenbergers Badereise
    Ludwig Tieck: Märchen und Erzählungen
    Novalis: Gedichte, Erzählungen, Lieder
    E.T.A Hoffmann: Lebensansichten des Katers Murr
    Clemens Bretano: Gedichte, Novellen, Märchen
    Joseph von Eichendorff: Erzählende Dichtungen
    Eduard Mörike: Maler Nolten



    oder:


    Komödien von Carlo Goldoni für 6,95 € (726 Seiten, gebunden)


    Hermann Hesse: Robert Aghion, Suhrkamp 2,50 €


    Gottfried Keller: Pankraz der Schmoller/ Romeo und Julia auf dem Dorfe - 4,90 €



    Christian Morgenstern: Gedichte Verse Sprüche, Geb. 626 S. 3,- €


    auch viele historische Romane und Krimis werden angeboten.


    Ich könnte auf solchen Seiten dauernd stöbern *seufz*


    Gruß Maria

    Hallo Ikarus


    nochmals zu Thamar. Ich habe gerade bei Jokers gesehen, daß die Geschichte Thamar aus der Tetralogie herausgefischt wurde und als alleiniger Roman angeboten wird. Finde ich interessant :-)


    Thomas Mann schrieb dazu an seine Tochter:

    Vielleicht das Sonderbarste und Besterzählte, was ich gemacht habe.


    Damit hat er nicht übertrieben :D


    Gruß Maria

    Hallo zusammen
    wußtet ihr, daß Hermann Hesse auch gemalt hat? Mir war das neu. Liegt vermutlich auch daran, daß ich erst kürzlich mein erstes Buch von ihm (Siddharta, danach: Der Steppenwolf) gelesen habe.


    http://www.poster.de
    (einfach unter Suche: Hesse eingeben.


    hier eins seiner Bilder
    http://www.poster.de/Hesse-Her…nn-Certenago-2101255.html


    Mir gefallen die Bilder sehr gut. So wie ich das sehe, porträtiert er seine Wahlheimat Tessin. Er schreibt dazu:


    Die Tessiner Landschaft, die ich im Jahre 1907 zum erstenmal gründlicher kennenlernte, hat ich stets wie eine vorbestimmte Heimat oder doch wie ein ersehntes Asyl angezogen und empfangen. ..Sie ist mir zur Heimat geworden. Und auch die Tessiner liebe ich sehr, nicht nur ihre Landschaft und ihr Klima... - aus DANK ANS TESSIN


    Gruß Maria

    Hallo Roberto


    ich habe Don Quijote noch nicht gelesen, habe aber mit dem Vorwort heute begonnen und mir ist folgende Aussage aufgefallen und das, ich vermute mal, war auch das Bestreben des Autors für das Buch:


    ...sondern Ihr habt nur darum bemüht zu sein, daß in schlichter Weise, mit bezeichnenden, anständigen und wohlgefügten Worten, Euer Stil und Satzbau klangvoll und anmutig dahinschreite; indem Ihr in allem, was Ihr erreichen könnt und was Euch möglich ist, Euern Endzweck getreulich darstellt und Eure Gedanken zum Verständnis bringt, ohne sie zu verwickeln und zu verdunkeln. Strebet auch danach, daß beim Lesen Eurer Geschcihte der Schwermütige zum Lachen erregt werde, der Lachlustige noch stärker auflache, der Mann von einfachem Verstande nicht Überdruß empfinde, der Einsichtsvolle die Erfindung bewundere, der sinnig Ernste sie nicht mißachte und der KEnner nicht umhinkönne, sie zu loben....


    Vielleicht war diese Einstellung zur Schriftstellerei damals erfrischend anders und ist deswegen heute auch noch aktuell.


    Da du dich auch der Schriftstellerei widmest, müßte das Vorwort dir evtl. zugesagt haben. Trotz Humor steckt doch auch sehr viel Ernst dahinter und die Hinweise, daß der Erzähler sich Gedanken um ein Vorwort und Nachwort macht, oder auch um Einbauen von Versen berühmter Dichter, damit das eigene Werk, gebildeter wirkt und aber in Endeffekt ist das nicht das wichtigste, fand ich sehr interessant.


    Mal sehen, wie mir das ganze Buch gefällt :)


    Gruß Maria

    Hallo
    ich glaube Ikarus hat mal erwähnt, daß Thomas Mann auch kein sehr gutes Verhältnis zur Schule bzw. Lehrer hatte und in den Buddenbrooks kommt das Schulwesen auch nicht gut weg.


    Fevvers hat 'Törleß' letztens gelesen, da ging es auch um dieses Thema.


    Gruß Maria

    Hallo Davor


    ich habe den Teil mit Fontane aus deinem Posting (Schülerpflichtlektüre) mal rausgenommen und poste es hier rein :-)


    Zitat

    "Effi Briest" von Fontane - Das einzige Buch, dass ich schon während des ersten lesens verflucht habe. Ich bin immer noch der Überzeugung noch nie ein so langweiliges Buch gelesen zu haben. Gut, es ist eine Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau am Ende des letzten Jahrhunderts, aber abgesehen davon, dass auch das für mich nicht gerade von Intresse ist, ist die ganze Handlung auch noch vollkommen vorhersehbar und ohne jede Art von Spannung.
    So habe ich es jedenfalls empfunden. Da ich schon mitbekommen habe, dass es hier in diesem Foum auch Fontane-Fans zu geben scheint, können die ja gerne mal ihre Meinung posten.


    Ich habe zum größten Teil Fontanes Reiseberichte gelesen, Effi Briest ebenfalls in der Schule und das ist schon ein ganzes Stück lang her, Mathilde Möhring, also noch nicht sehr viel.


    Aber ich denke, daß Fontane mehr Beobachter war und es auch so niederschrieb in seinen Geschichten, das mag vielleicht etwas langweilig wirken. Aber wie gesagt, sehr viel habe ich auch noch nicht gelesen, aber das möchte ich auch noch ändern ;-)


    Mich spricht die ruhige, humorvolle Art Fontanes, ohne einen erhobenen Zeigefinger sehr an. In seinen Briefen und Reiseberichten kann man aber auch einen dickköpfigen und ernsten Fontane erleben.


    Gruß Maria

    Hallo Ikarus


    da hast du wirklich eine schöne Quelle aufgetan und es wundert mich überhaupt nicht, daß T.M. auch in Joseph reelle Personen verarbeitet, das konnte er bekanntlich (siehe Zauberberg und Buddenbrooks) besonders gut. Wenn er jemanden nicht leiden konnte, dann war es die perfekte Rache ;-)


    Ich habs mir ausgedruckt und in meinen letzten Band der Joseph-Tetralogie gelegt :-)


    Vielen Dank.


    Gruß Maria

    Hallo Ikarus


    Religiöer Fanatismus könnte es auch gewesen sein, das Thamar antrieb, obwohl mir dieser Gedanke garnicht in den Sinn kam, auch vom Gefühl her hätte ich eher auf Macht getippt.


    Es gibt doch einiges zu überlegen, wenn man gemeinsam ein Buch liest.


    Ich weiß noch im Band 1 Die Geschichten Jaakobs, da hatte ich mit den Dialogen zwischen Jakob und Joseph etwas Probleme, sie schienen mir so gestellt, nun aber, finde ich die Gespräche besonders in diesem abschließenden Band bewundernswert ausgefeilt.


    So ging es mir auch beim 'Zauberberg'. Je näher ich dem Ende kam, desto faszinierender fand ich das Buch. Anscheinend zaubert T. M. tatsächtlich ;-)


    zurück zum Buch:
    Astarte ist die kanaanitische Kriegs- und Liebesgöttin, gleichzusetzten mit der babylonischen Ischtar, der griechischen Aphrodite und der römischen Venus.


    Ich bin im Kapitel 'Geld in den Säcken'. Mai-Sachmet und Joseph sind ja hinterlistig *ggg*.


    Nochwas:
    In diesem Kapitel sagt Joseph zu seinen Brüdern, die ihn ja nicht erkannten:


    Ja, eine Garbe tauber Ähren seid ihr und wollt mich bestechen mit eurem Beugen und Neigen. Dolmetsch, wiederhole ihnen das, was ich gesagt habe, was sie seien, ---


    Das war ganz schön riskant von Joseph, dies zu sagen. Sie hätten sich ja an seinen Traum erinnern können, den er ihnen damals erzählte, daß die Brüder Garben waren und sich vor der Garbe in ihrer Mitte tief verbeugten.
    Aber sie haben es nicht verstanden.


    Die Brüder sind nun zurück zu Jakob und der hat gleich gesehen, daß 1 Sohn fehlt.


    Bis dann
    Maria

    Hallo Nimue
    wollte dir sagen, daß mir der Aufbau der Klassiker HP gut gefällt. Es ist sehr übersichtlich und man kann bereits ersehen, was du noch alles hinzufügen möchtest. Respekt. Eine Menge Arbeit steht dir noch bevor.
    An dieser Stelle, wollte ich dir mal sagen, wie sehr ich deine HP und das Forum schätze :-)
    Gruß Maria

    Hallo Ikarus


    Also ich fand das Kapitel Thamar imponierend. Was für eine Frau, die auf ihr Recht auf Schwagerehe bestand. Mich hat ihre Entschlossenheit in die Reihe der Stammmütter eingereiht zu werden nicht abgestossen.
    Was hatte sie, als Außenseiterin denn für Möglichkeiten? Sie erkannte, daß mit Jakob ein mächtiger Gott war, Jakob erzählte ihr, daß aus Abrahams Same ein Retter 'Schilo' kommen würde. Ich glaube, das war zu dem Zeitpunkt nicht mal Juda so richtig klar. Da entschloss sie sich zu dieser Vorfahrenliste des Schilos (Jesus) gehören. Zielstrebig, aber natürlich in der Ausführung auch skrupellos.


    Deshalb taten mir die Juda und seine Söhne auch leid ;-)
    Ich stellte es mir so bildlich vor, wie sie den nächsten Sohn forderte und beim jüngsten hat sich Juda wie eine Löwin davor gestellt und sie ein Vampirin genannt. Juda war ganz schön gefordert.


    Zu der Entschlossenheit kam dann auch noch jahrelange Geduld. Sie vergaß ihren Vorsatz nicht und wenn ihre Handlungsweise Gott zuwider
    gewesen wäre, dann hätte er doch Onan nicht zu Tode gebracht.


    Ihre Idee, Judas Astarte-Schwäche zu benutzen, war raffiniert und zum Schluß wurde sie gesegnet mit Zwillingen :-)


    Ich fand das Kapitel ganz toll.


    --------


    Ist dir aufgefallen, den Unterschied zwischen Juda und Joseph?


    im 5. Hauptstück wird über Juda gesagt:
    Aber was hilfts? Nur wer am Leibe krank, ist vom Leben entschuldigt. Ist man nur krank im Gemüt - das hat keine Gültigkeit, niemand verstehts und man muß teilnehmen am Leben und mit den anderen die Zeit halten.


    über Joseph wird im 6. Hauptstück gesagt:


    Und wirklich war etwas Witziges in seinem Geschäftssystem von Ausnutzung und Fürsorge, so daß er denn auch in dieser Zeit trotz großer Arbeitsbürde immer sehr heiter war und daheim zu Asnath, seiner Gemahlin, der Sonnentochter, wiederholt die Äußerung tat: Mädchen, ich lebe gern.


    Was für ein Unterschied.


    Ich bin nun im 6. Hauptstück: Kapitel : das Verhör


    Bist du schon durch?


    Gruß Maria

    Hallo Ikarus


    da heute das absolute Lesewetter bei uns war, habe ich das 4. Hauptstück mit Genuß gelesen und muß dir recht geben, es geht nun Schlag auf Schlag und Joseph mit seiner rechnerischen Begabung ist am richtigen Platze.


    Wie bereits oben erwähnt wäre mir garnicht aufgefallen, daß Joseph auch als Zauberer bezeichnet wurde, wenn du es nicht erwähnt hättest. Ist doch gut, daß du weiter bist als ich, so kann ich sozusagen in deinem Windschatten lesen :lol:


    zu erwähnen wäre noch T. M. Erklärung warum sich Joseph und Potiphars Frau sehr wahrscheinlich überhaupt nicht mehr trafen. Der alte Pharao war tot und die Minister und Wesire wechselten vermutlich mit dem neuen Pharao. Kann ich mir gut vorstellen.


    Aber T. M. konnte es als Geschichtenerzähler nicht lassen, wie die Geschichte evtl. auf Orientalische Art hätte sein können. Darüber mußte ich so Lachen. Leider ist es zu lange um hier aufzuschreiben, aber vielleicht erinnerst du dich?


    Am Ende des Gesponnenen schreibt T.M. :

    Das alles ist Moschus und persisches Rosenwasser. Mit den Fakten hat es nicht das geringste zu tun. Erstens starb Potiphar nicht so bald. Warum hätte der Mann vorzeitig sterben sollen.......ebenso gewiß ist, daß sie keine Bußhütte bezog und sich nicht öffentlich der Schamlosigkeit anklagte... Kapitel: Der versunkene Schatz


    Die Zeit vergeht nun wirklich wie im Flug im Buch. Die Heirat (mehr ein aufgesetztes Spektakel von seiten der Eltern des Mädchens), die Kinder.
    Joseph nur Söhne, Pharao nur Töchter...


    und auch mir erging es so, daß ich das Gefühl hatte schneller zu lesen, als ob T.M. nun zum besonderen, zum wichtigen Teil der Sage kommen möchte, nämlich Joseph Bestimmung als Ernährer...


    Der Titel 'Der Ernährer' ist sehr passend, nicht nur Ägypten ist er ein Ernährer, sondern der ganzen damaligen anliegenden Länder und insbesondere seines Volkes.


    Denn wie gegen Ende des 4. Hauptstückes mehrmals erwähnt wird, hat Joseph nichts von seiner Erziehung, von seiner Herkunft vergessen. Auch seine Söhne bekommen hebräische Namen.


    Nun bin ich im 5. Hauptstück, Kapitel Thamar.


    Gruß Maria

    Hallo Ikarus
    danke für den Link, ich habs mir auch ausgedruckt und heute nachmittag durchgelesen.
    Werkstattgespräche zwischen den beiden wären bestimmt hoch interessant gewesen, schade, daß es kaum dazu kam. Der Aspekt des gemeinsamen Exils (freiwillig oder nicht freiwillig) hat die beiden wohl näher gebracht, als es im Normalfall gewesen wäre.
    Ich muß mal in meiner Bibliothek nachschauen, ob ich das Buch dort finde :-)


    Gruß Maria

    Hallo zusammen


    im März nächsten Jahres kommt die unten aufgeführte TB-Ausgabe heraus. Da ich T. Mann sehr gern lese und H. Hesse schätze, wenn auch nicht immer verstehe, werd ich mir die Ausgabe wohl kaufen :)


    Hesse, Hermann; Mann, Thomas: Briefwechsel.
    Hrsg. v. Anni Carlsson u. Volker Michels. Fischer Taschenbücher Bd.15672. 2003. 378 S. m. 22 Abb.. Kartoniert.
    ISBN: 3-596-15672-6, KNO-NR: 10 64 39 90
    -FISCHER (TB.), FRANKFURT-


    14.90 EUR - 26.80 sFr
    Noch nicht erschienen. Erscheint laut Verlag März 2003


    Wäre aber trotzdem schön, wenn bereits jemand mehr über den Briefwechsel weiß und ein bißchen berichten könnte.


    Gruß Maria

    Hallo Ikarus


    Ich komme nun zum 4. Hauptstück:


    toll, daß dir das mit dem Katarakt aufgefallen ist, wäre mir entgangen und du hast recht. Thomas Mann beherrscht mal wieder seine Sprache und seinen Humor :)


    Die Aussage T. Ms in diesem Artikel fand ich auch interessant. Einen Schmöker nannte er das Buch *g*.


    Auch dieser Satz kann nur von Thomas Mann stammen:


    Es mag sein, es ist möglich und nicht ganz von der Hand zu weisen, man muß damit rechnen.....


    ich glaube wenn ich nur diesen Anfang von diesem Satz sehen würde, könnte ich es gleich T.M. zuordnen. Gigantisch ;-)

    Geschickt führt sich Joseph mit Geschichten von seinen Vorfahren ein, die den Pharao zum Lachen bringt und stimmt ihn so günstig für ihn.


    Joseph spricht ja zum Teil indirekt zu Pharao und Pharao ist zwar ein Träumer aber nicht dumm, dem gefällt das sehr, das Joseph spricht und doch nicht spricht, da er Gedanken ausspricht....
    Instinktiv merkt Echnation, daß Joseph einen Hochmut in sich hat, den aber Joseph nun im reifen Alter gut zu unterdrücken weiß. Die Jahre im Gefängnis haben bestimmt dazu beigetragen.


    Pharao: An dir, mein Freund, spüre ich leider, bei übrigens gefälligen Sitten, eine Art Hochmut, - ich sage: eine Art, denn ich kenne deinen Hochmut nicht.....


    Ich glaube jetzt kann meinem Geschreibsel nur jemand folgen, der das Buch auch liest :lol:


    Teje hat Joseph durchschaut, daß er nicht mehr in Gefängnis zurück möchte, aber ich glaube sie heißt es gut, daß Joseph um Echnation ist, denn Joseph ist absolut ehrlich zu Echnaton. Das zeigte die Begebenheit als er Pharao nicht recht gab und erzählte, daß auch sein Ur-Vater Abraham sich gerüstet hat um Krieg zu führen um Lot, seinen Neffen zu befreien. Das war bestimmt nicht ungefährlich, so zu einer Majestät zu sprechen, da Echnaton überhaupt nichts mit Krieg am Hut hatte.


    Teje sagt einen Spruch, den die Religionen lange Zeit ebenfalls so praktizierte:


    Pharao ist zu loben, wenn er Glaubens-Staatsklugheit übt und die Einfalt der Zahlreichen schont....Auch ist Schonung und Wissen kein Widerspruch, und nicht braucht Lehrertum das Wissen zu dämpfen. Nie haben Priester die Menge alles gelehrt, was sei wußten...


    Kommt einem bekannt vor ;-)


    so wurde nun Joseph Pharaos Oberster Mund. Gut gemacht Joseph! 8)


    Gruß Maria

    Hallo Ikarus


    Joseph steht gerade vor Pharao und sie unterhalten sich sich und sogar die Königinmutter Teje nickt anerkennend bei den Worten Joseph (Kapitel: Kind der Höhle)


    Dein Vergleich mit König Ludwig ist doch passend, ich finde den Gedanken toll, beide sind Visionäre, aber unverstanden von der Gesellschaft, zugleich aber Träumer und für ihr Amt eigentlich nicht geeignet.
    Echnation war ja alles andere als ein Krieger, wie sein Vater, vermutlich war ihm deswegen der Gott Amun zu dominant, daß er sich einem anderen zuwandte. Er hat auch die Regierungsgeschäfte am liebsten anderen überlassen.


    Auch, daß T. M. sich selbst in Joseph einbringt, würde zu dem Schriftsteller sehr gut passen. Auf die Gespräche zwischen Joseph und Echnaton bin ich weiter sehr gespannt. Deine Gedanken war für mich sehr interessant und wären mir mit Sicherheit entgangen.


    Manchmal verzettele ich mich mit Nachforschen, weil mich Gedanken nicht loslassen, das bremst natürlich mein Lesen. So hat es mich keine Ruhe gelassen mit Echnaton und wann er ungefähr gelebt hat.


    Folgendes habe ich herausgefunden:


    das genaue Geburtsjahr ist nicht bekannt, man siedelt aber seine Regierungszeit zwischen 1353-1336 v. Chr. ein. Aber da kann theoretisch Joseph nicht gelebt haben, weil der Auszug der Israeliten aus Ägypten ca. um 1540 v. Chr. stattfand und Joseph lebte ja nochmals ein paar Hundert Jahre vorher *grübel*.


    Auf der anderen Seite ist interessant, daß Echnation eine Aton-Hymne schrieb die die Wisschenschaft anlehnt an den Psalm 104. Den hat widerum König David geschrieben der ca. 1000 v. Chr. regierte.


    Verwirrend, nicht wahr? Aber nicht ganz so wichtig, wie ich finde
    schließlich gibt es auch schriftstellerische Freiheiten und da das genaue Geburtsjahr Echnatons nicht bekannt ist, kann man T. M. keinen Vorwurf machen.


    Ich vermute, daß T.M. der monotheistische Gedanke gefallen hat und deswegen Joseph und Echnaton miteinander verband.


    Wenigstens habe ich meine Gedanken nun wieder geordnet :roll:


    Nochmals zurück als Joseph zum 1. Mal Echnaton und Familie im Garten vorgestellt wird. Da wird von einem Künstler gesprochen der ein Bild von einer essenden Prinzessin machen soll. Ich hab tatsächlich ein Bild gefunden das dieser Szene entspricht:


    http://www.vonbastet.de/echnaton.htm


    Noch einen humorvollen Auszug, der mir viel Spaß gemacht hat zu lesen:


    Weißt du dich zu benehmen?, fragte er, während sie rechtshin die Halle verließen und einen Blumenhof betrten, in dessen verzierten Estrich vier Wasserbecken eingelassen waren.


    Allenfalls und im Notfall, antwortete Joseph lächelnd.


    Nun, der Notfall wäre denn wohl gekommen, erwiderte der Mann.
    Du weißt also wenigstens für den Anfang den Gott zu begrüßen?


    Ich wollte, ich wüßte es nicht, versetzte Joseph, denn allerliebst müßte es sein, es von dir zu lernen.


    Der Beamte blieb ernst vorderhand, lachte dann plötzlich, war man garnicht für möglich gehalten hätte....


    :)


    Irritiert hat mich der Beamte als er zu Joseph sagte: Merci, mein Freund.


    Konnten die Französisch :?: *gg*


    Viele Grüße
    Maria

    Hallo Angelique


    Ikarus und ich lesen gerade den letzten Band der Joseph-Sage und würden, evtl. danach einsteigen in den Don Quixote, wenn ihr noch nicht zu weit seit, das sehen wir ja dann. Aber ich denke, ich brauche schon noch 1 Woche (mindestens, wenn nicht 2) bis ich durch bin.


    Liebe Grüße
    Maria

    Hallo Nimue


    ich lese auch 2-gleisig.


    Morgens und abends ein paar Zeilen aus einem Krimiklassiker von Arthur Upfield: Bony wird verhaftet....


    Mein erster Krimi des australischen Schriftstellers und ist für zwischendurch sehr geeignet.


    Außerdem natürlich 'Joseph der Ernährer' und komme zum 3. Hauptstück.
    Ikarus hat bereits das 3. Hauptstück. Sieben sind es insgesamt, kann also noch etwas dauern, bis ich fertig bin. Lass dich aber nicht aufhalten mit Don Quixote, denn vielleicht schiebe ich doch eher einen Fontane rein.


    Die Diskussion letztens (siehe den Beitrag 'Der Lokus im Levkojen') hat mich so richtig in Fontane-Stimmung gebracht.


    Gruß Maria

    Hallo Nimue


    ich habs zwar nicht selbst angehört, aber sehr viele positive Stimmen über das Hörbuch 'Die Buddenbrooks' gehört.


    Persönlich würde ich eher dieses Werk von Thomas Mann anhören, als 'der Zauberberg'. Den sollte man eher lesen, oder beides. Das Werk ist m. E. zu komplex um es nur anzuhören.


    Frag doch mal im RB-Forum Jürgen, der hat die Buddenbrooks angehört.


    Gruß Maria