Was lest ihr gerade?

  • Ich lese grade "Die Elenden" von Victor Hugo - gefällt mir so sehr!!!

    Das habe ich auch vor einigen Jahrzehnten gelesen und genauso wie Zefira sind mir einige Szenen - z.B. die in der Kanalisation . unvergesslich. Das Buch ist ein Meisterwerk und zugleich auch mit vielen Kolportage-Elementen ausgestattet, aber das gehört dazu: ganz großes Kino für den Kopf! Und geprägt von leidenschaftlicher Menschenliebe dazu.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Das habe ich auch vor einigen Jahrzehnten gelesen und genauso wie Zefira sind mir einige Szenen - z.B. die in der Kanalisation . unvergesslich. Das Buch ist ein Meisterwerk und zugleich auch mit vielen Kolportage-Elementen ausgestattet, aber das gehört dazu: ganz großes Kino für den Kopf! Und geprägt von leidenschaftlicher Menschenliebe dazu.

    oh, ich habe darüber noch nicht gelesen )

  • Die Szene, die mir immer als erstes in den Sinn kommt, ist die, als sich Jean Valjean und Cosette das erste Mal begegnen - wie Cosette, ein ganz kleines Kind, allein im Dunkeln einen schweren Wassereimer trägt und plötzlich die Hand eines Fremden aus dem Dunkel auftaucht und ihr den Tragehenkel aus der Hand nimmt.

    Eine Sternstunde der Literatur ist das. In dem schönen Film mit Liam Neeson übrigens leider unterschlagen, dafür war in diesem Film aber die nachfolgende Wirtshausszene, als Valjean die Kleine "kauft", sehr gut umgesetzt.

  • Die "Meerfahrt mit Don Quichote" von Thomas Mann habe ich nun ein zweites Mal mitgemacht. Die lockeren Tagebucheinträge von Mann, in denen er Reiseeindrücke der Atlantiküberquerung mit politischen und gesellschaftlichen Überlegungen und Leseeindrücken vom Don Quichote mischt, lässt sich leicht lesen, unterhält, macht betroffen, wenn man so im Nebensatz von den jüdischen Auswanderern in der Holzklasse hört und auch ärgerlich, weil Thomas Mann es einem der MItreisenden in der Luxusklasse ankreidet, dass dieser nicht bei ihnen oben bleibe, sondern sich unter die Auswanderer mische:

    Zitat



    Wo war er? Wieder bei den jüdischen Auswanderern in der Touring Class? Ein beunruhigender Mensch. Er reist erster Klasse und nimmt im Smoking an unsern Mahlzeiten teil; aber unsern geistigen Unterhaltungen entzieht er sich auf eine kränkende Weise und begibt sich in fremde, feindselige Atmosphäre. Man sollte wissen, wohin man gehört. Man sollte zusammenhalten.-

    Humpff! Das bleibt mir schon sehr in der Kehle stecken. Was hat Thomas Mann denn da geritten? Dass er elitär war, wissen wir, aber solche Bemerkungen über die jüdischen Auswanderer 1934, da hätte er es doch schon besser wissen können … .

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • thopas

    Wie schön :) . Michael Ende kann man in jedem Alter lesen und in jedem Alter liest man ihn anders. Ich hab die meisten Ende-Bücher als Kind oder Jugendliche gelesen, später dann sehr viele davon meinen Kindern vorgelesen und war begeistert und erstaunt wieviel er mir auch als Erwachsene noch gibt. Man entdeckt immer wieder neue Gedanken und Aspekte. Besonders "Momo" ist aktueller denn je.

    "Lesen stärkt die Seele" (Voltaire)

  • Die Szene, die mir immer als erstes in den Sinn kommt, ist die, als sich Jean Valjean und Cosette das erste Mal begegnen - wie Cosette, ein ganz kleines Kind, allein im Dunkeln einen schweren Wassereimer trägt und plötzlich die Hand eines Fremden aus dem Dunkel auftaucht und ihr den Tragehenkel aus der Hand nimmt.

    Eine Sternstunde der Literatur ist das. In dem schönen Film mit Liam Neeson übrigens leider unterschlagen, dafür war in diesem Film aber die nachfolgende Wirtshausszene, als Valjean die Kleine "kauft", sehr gut umgesetzt.

    Oh ja, diese Szene ist danz besonders. Wirklich Sternstunde der Literatur. Nach dem Lesen plane ich den Film auch anschauen;) Es gibt noch einen neueren Film. Mir gefällt auch die Szene, wenn Marius sich in Cosette verliebt...

  • Ich erinnere mich noch sehr gut an die Kontroverse zu der Verfilmung. Es gab sogar ein Taschenbuch mit einer Dokumentation dazu, in dem eine Stellungnahme Michael Endes abgedruckt war. Er war so bitter enttäuscht und verärgert, dass ich überzeugt war, er würde niemals seine Zustimmung zu einer Momo-Verfilmung geben - aber soweit ich mich erinnere, hat er an diesem Film dann selbst aktiv mitgearbeitet. Ich habe den Film zur "Unendlichen Geschichte" im Kino gesehen und konnte Herrn Endes Verbitterung sehr gut verstehen.

    Übrigens stammt meine Ausgabe der "Unendlichen Geschichte" aus der allerersten Auflage.

  • Zefira

    Die Verfilmung war auch nicht gut, daß Ende da enttäuscht war, glaub ich aufs Wort. Aber damals mochte ich sie, obwohl ich das Buch kannte und auch ein wenig enttäuscht war weil so viel gefehlt hatte, aber es war so toll wenigstens manche der Szenen auf Leinwand zu sehen. An irgendwelche Kontroversen kann ich mich nicht erinnern, um sowas wahrzunehmen war ich noch zu jung. Die Momo-Verfilmung dagegen ist wirklich gelungen, die mag ich bis heute, eigentlich auch die unendliche Geschichte, aber nicht als besonders guten Film, mehr aus nostalgischen Gründen.

    Ich hab grad mal nachgesehen, könnte sein daß ich auch die Erstauflage hab, jedenfalls steht keine Auflagennummer drin, 1979 - es ist das schöne Buch in zwei Farben grün und rot gedruckt.


    thopas

    Lustig, da war ich auch mit der Schule, ich bin mir nicht mehr ganz sicher ob es ein Bild mit mir und Fuchur gab? Ich glaub ich muß da mal suchen gehen. Zeitgleich war auch "Das Boot" ausgestellt, das Buch von Buchheim dazu hab ich viel später auch gelesen.



    Um ein bisschen "on topic" zu bleiben:

    "Drei Männer im Schnee" von Erich Kästner hab ich durch, war mal wieder nett, allerdings seh ich beim Lesen immer die Filmbilder von dem alten SW-Film vor dem inneren Auge, ich könnte genausogut den Film anschaun ;) . Jetzt hab ich mit "A long way down" von Nick Hornby begonnen, man hat mir vor Jahren geraten das Buch zum Jahresende hin zu lesen, so wie es aussieht gelingt es mir dieses Jahr.

    "Lesen stärkt die Seele" (Voltaire)

  • Zefira   Firiath : An die Verfilmung kann ich mich kaum erinnern, auch an keine Kontroverse. Das hätte ich damals wohl aber nicht mitbekommen, ich war noch in der Grundschule. Zur Bavaria-Film-Stadt: ja, man konnte auf Fuchur reiten! Das war toll. Das Boot habe ich dann auch später gelesen und gesehen.


    Die "Drei Männer im Schnee" habe ich letztes Jahr im Winter gelesen, es hat mir gut gefallen. "A long way down" habe ich vor vielen Jahren mal geschenkt bekommen und habe es nie fertig gelesen. Ich bin auf deine Eindrücke gespannt; dann kann ich überlegen, ob ich es nochmal probiere...

  • Zur Zeit Ismail Kadare "Die Dämmerung der Steppengötter"

    Über seine Erfahrungen am Maxim Gorki Literaturinstitut in Moskau Ende der fünfziger Jahre, Ende der Tauwetterperiode und neuerlicher Beginn der Angst vor Bespitzelung.


    Gruß, Lauterbach

  • Auch Philip Blom: Die Welt aus den Angeln

    Eine Geschichte der kleinen Eiszeit von 1570 bis 1700. Die Lektüre schließt an mein letztes Fachbuch an: Wolfgang Behringer: Kulturgeschichte des Klimas

    Die Aspekte, welchen Einfluss das Klima auf die Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur hat, ist faszinierend und angesichts des jetzigen Klimawandels höchst aktuell. Blom schreibt durchaus spannend, wenn ich auch bisher die Vorgängerlektüre noch besser, genauer dokumentiert und schlüssiger finde.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)