Johann Gottfried Seume - Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802

  • von Amazon: Das Tagebuch Spaziergang nach Syrakus von Johann Gottfried Seume ist nach Goethes Buch Italienische Reise (1816/17) der populärste Reisebericht aus dem Idealland der Deutschen. Das Buch machte den Dichter über Nacht berühmt.

    Entstehung: Seume interessierte sich vor allem für die Orte, an denen die antiken Schriftsteller gelebt und ihre Werke verfasst hatten. Syrakus auf Sizilien war sein Ziel, weil es die Heimatstadt des Idyllendichters Theokrit (um 310–um 250 v. Chr.) war. Auf Drängen der Freunde stellte Seume den Bericht nach der Rückkehr in vier Monaten aus Briefen und Tagebuchnotizen zusammen.

    Inhalt: Zu Beginn seines Spaziergangs, bei dem er in 250 Tagen 800 Meilen – eine Meile in Sachsen entsprach etwa 7,5 Kilometern – zurücklegen sollte, begleiteten ihn noch Freunde zum Abschied. Von Dresden gelangten die Reisenden nach Prag und nach Wien. Mit leichtem Ingrimm schildert Seume die Untersuchungen, die er hier an einer Grenzstation über sich ergehen lassen muss. Über Graz und Triest erreichte Seume schließlich Italien. Zum ersten Mal fühlt er sich den Klassikern nahe, als er auf dem Wege nach Venedig die Felslandschaften entdeckte, die Vergil in seiner Dichtung beschrieben hatte. In Udine feiert er am 29. Januar seinen 39. Geburtstag.

    In Seumes Bericht über Venedig werden viele Leser sicher überschwängliche Schilderungen der Schönheit und der Kunstschätze vermissen. Weder die Schönheit der Bauwerke noch der Landschaften reißen ihn jemals hin. »Magisch« ist das extremste Wort, das er für Landschaften findet, das zu seiner Zeit soviel wie »zauberhaft« bedeutete. Mit bewegenden Worten widmet sich Seume hingegen der Armut, die er in Venedig antrifft.

    In Rom trifft Seume auf dort lebende Literaten, und auch hier wird der Leser durch ironische Bemerkungen über die Begegnungen erheitert. Über Neapel führt der Weg weiter über Palermo nach Syrakus, dem Ziel seiner Reise. Von diesem kulturell bedeutenden Ort geht es schließlich wieder über Siena, Mailand, Luzern, Dijon, Paris, Straßburg, Frankfurt/Main und Erfurt zurück nach Leipzig.

    Wirkung: Seume ist kein empfindsamer Reisender, der von Kunst und Landschaft der Regionen schwärmt. Er schreibt nüchtern und oft spöttisch. Wenn er zu Beginn seiner Wanderung noch unpolitisch scheint, so führen seine Erfahrungen während der Reise zu einer politischen Reaktion. Er registriert die Atmosphäre der Unterdrückung in Wien, die chaotischen Verhältnisse in Italien, die offensichtliche Folgen der Restauration waren, und die elende Lage der Bevölkerung in Sizilien.

    Seine Sprache ist zupackend und deftig, was ihm seine Zeitgenossen ankreideten. Die Intellektuellen seiner Zeit hatten wenig Verständnis für Seumes Sicht der Dinge. Der Grund für den Erfolg des Buchs liegt in der Tatsache begründet, dass Seume nicht schwärmerisch und sentimental, sondern lebendig und temperamentvoll geschrieben hat und sich an der sozialen Realität seiner Zeit orientiert.


    Interesse bekundet haben:

    finsbury

    thpoas

    jaqui

    Weitere Mitleser sind gerne willkommen


    Ich wünsche uns allen viel Spaß.

  • Für die Leserunde lese ich die dtv-Ausgabe, die einen ausführlichen Anhang enthält: u.a. Nachwort, Zeittafel, Anmerkungen zum Text und eine Karte mit der Reiseroute.


    En bisschen habe ich schon gelesen, kann aber noch nicht viel dazu sagen. Auf jeden Fall ist es eine enorme Leistung, diese Reise zum größten Teil zu Fuß zu machen. Da ist so ein bisschen Jakobsweg-Wandern eher nichts dagegen :).


    Vor Jahren habe ich Goethes Italienische Reise gelesen, kann mich aber leider kaum an Einzelheiten erinnern. Vielleicht sollte ich die auch mal wieder in Angriff nehmen...

  • Jaqui , danke für die Eröffnung der Leserunde und des Materialienthreads.

    Ich begann gestern Abend frohen Mutes mit der Lektüre des Textes in meiner einbändigen Seume-Ausgabe von 1837, habe dann aber gleich gemerkt, dass ich mir diese Lektüreform abschminken kann und bin aufs Ebook umgestiegen. Warum? DIe alte Seume-Ausgabe ist "nackt", klein gedruckt in Spalten und der Text enthält soviele Fremdwörter, man braucht, wie du thopas , in deiner Ausgabe wohl hast, eine Reisekarte und am besten noch ein geschichtliches Übersichtswerk, um die ganzen Anspielungen zu verstehen. Da komme ich mit meinem Kindle besser klar, kann, wenn ich wegen Unverständnis innehalten muss, direkt im Netz recherchieren.

    Das Vorwort fand ich ein bisschen dröge: Anscheinend fand sich Seume bemüßigt, für seine recht kritische Haltung gegenüber gekrönten Häuptern und Institutionen, die er uns Lesern verspricht, eine Rechtfertigung auszusprechen.

    Er hat ja einen sehr interessanten farbigen Lebenslauf und - wie er selber sagt - musste, weil man ihn mehrfach in den Militärdienst presste, auf der Seite der Unterdrückung gegen Freiheitsbewegungen kämpfen: einmal als hessischer Söldner im amerikanischen Unabhägigkeitskrieg und dann nochmal auf Seiten der Russen gegen den polnischen Aufstand. Vielleicht denkt er nun, dass man ihn eher auf der Seite der Restauration vermutet und will daher von vorneherein klarstellen, dass seine Reisebeschreibung eben nicht von diesem Standpunkt aus geschrieben ist.

    Sobald er dann anfängt, die Reise selbst zu beschreiben, wird es interessant und unterhaltsam. Allerdings empfinde ich es schon als literaturtechnischen Mangel, dass er die Briefform wählt, ohne überhaupt den Adressaten vorzustellen oder zu benennen. Ich habe nun den Abschnitt über Prag abgeschlossen und bin in Seumes Gefolge auf dem Weg nach Wien.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Das Vorwort fand ich ein bisschen dröge: Anscheinend fand sich Seume bemüßigt, für seine recht kritische Haltung gegenüber gekrönten Häuptern und Institutionen, die er uns Lesern verspricht, eine Rechtfertigung auszusprechen.


    Sobald er dann anfängt, die Reise selbst zu beschreiben, wird es interessant und unterhaltsam. Allerdings empfinde ich es schon als literaturtechnischen Mangel, dass er die Briefform wählt, ohne überhaupt den Adressaten vorzustellen oder zu benennen. Ich habe nun den Abschnitt über Prag abgeschlossen und bin in Seumes Gefolge auf dem Weg nach Wien.


    Ich bin nun auch mit Seume unterwegs.


    Das Vorwort habe ich überflogen, ich habe es vor einigen Jahren schon einmal gelesen und hab es mir diesmal erspart.


    Mich würde auch interessieren an wen die Briefe gerichtet sind. Wahrscheinlich an einen engen Freund, immerhin kennt er die Mitreisenden.


    Ich hätte eigentlich erwartet, dass Seume über die einzelnen Städte mehr erzählt und nicht so durchrast. Aber interessant welche Schwierigkeiten man damals beim Reisen hatte.

    Das Kapitel über Wien fand ich jetzt ja nicht so schmeichelhaft für uns Österreicher. Scheint als wären die Behörden damals schon eher grantig gewesen, mit einem Hauch Freundlichkeit dabei.


    Ich wandere jetzt weiter in die Steiermark und begebe mich nach Mürzhofen.

  • Bin gerade mit Wien fertig geworden. Interessant ist, dass Seume, obwohl seine Interessen nicht im künstlerischen Bereich liegen, dennoch jede Gelegenheit nutzt, ins Theater zu gehen. Das muss doch in einer viel größeren Breite genutzt worden sein als heute, schließlich gab es kein Kino und Fernsehen. Das ist mir theoretisch durchaus klar, aber immer wieder wird mir bei solcher Lektüre bewusst, auch wie anders die Freizeitgestaltung damals war, für diejenigen, die überhaupt über solche verfügten. Auch hier wird Seume schon ein bisschen ätzend gegenüber den Reichen und Schönen, indem er die Künste des (über die Jahrhunderte hinweg berühmten) Theaters an der Wien von Schikaneder mit denen des Hofburgtheaters kontrastiert.
    Die Passschwierigkeiten finden wir angesichts der EU momentan vielleicht ganz niedlich belächelnswert, aber warten wir nur auf den Brexit und wie's dann wird … .
    Ich fand nicht, Jaqui , dass er mit euch Österreichern bisher besonders kritisch ins Gericht gegangen ist, es zielt bisher immer gegen die Obrigkeit, die bestimmte Missstände zulässt.

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    2 Mal editiert, zuletzt von finsbury ()

  • Mir ist auch aufgefallen, dass Seume eher wenig über die Orte berichtet, in denen er Station macht. Er beschreibt eher die Gasthöfe, die Reiseorganisation, die Suche nach Essensgelegenheiten etc. Da bleiben dann wenig Eindrücke hängen, außer „Italien üß gruhß“ :).


    Ich muss mir auch immer wieder im Historischen Atlas die Karten der damaligen Zeit anschauen, um die damaligen Grenzen zu sehen, die ja doch anders sind als heute. Und sich auch bald wieder geändert haben.

  • Es geht ein wenig mühselig, für Seume, weil er nun in die steiermärkischen Berge musste und für mich, da ich auch unterwegs bin und wenig Zeit zum Lesen und Schreiben habe.


    Interessant waren die Ausführungen zu Gerechtigkeit und Biligkeit. Ich habe es so verstanden, dass Billigkeit bedeutet , dass man sich jenseits von Gesetzen mit Personen oder Umständen praktisch arrangiert, während Gerechtigkeit nichts Subjektives haben darf. In dem Zusammenhang ist auch der Begriff der Gnade interessant, den Seume nicht religiös meint, sondern als die Willkür von Fürsten und anderen Obrigkeiten, die sich damit über das Gesetz stellen und ihre Untertanen dadurch einer durchsetzbaren Sicherheit berauben.


    In Graz war ich auch mal. Auch heute noch eine sehr schöne Stadt, die ich zudem noch im Glanz des Sommers erlebt habe.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Ich finde es beachtlich, dass er im Winter diese Reise beginnt. Ich hätte ja eher überlegt, im Herbst in Deutschland loszugehen und dann den Winter über in Italien/Süditalien zu sein. Aber er wird schon seine Gründe gehabt haben. Wer weiß, wie damals die Straßen so waren...


    Die Lektüre geht bei mir momentan noch gut voran, auch wenn ich nicht immer weiß, was ich dazu schreiben soll. Ich lese in der S-Bahn, bin aber dann abends nicht mehr konzentriert genug, um etwas sinnvolles zu schreiben.

  • Ich bin noch immer nicht weiter gewandert. In Österreich hatten wir gerade Ferienwoche und da kam ich gar nicht zum lesen.

    Am Montag geht der Alltag wieder los und ich werde mit Freuden mit Seume weiter wandern.

  • Ich hatte jetzt ein paar Minuten Zeit und bin bis Graz gekommen.


    Witzig finde ich dass er die Sprache erwähnt. Dass die Grazer verständlicher sprechen als die Wiener.


    Das mit Billigkeit und Gerechtigkeit fand ich auch sehr interessant. Bin gespannt ob Seume noch öfter solche Überlegungen anstellt.

  • Als nächstes mache ich Station in Triest, Österreich habe ich nun verlassen. Ich fand es schön Orte zu bereisen, die ich kenne und wo ich schon war mal.


    Ich bin gespannt ob Seume auf seiner Reise noch einmal Orte betritt die ich selbst schon gesehen habe und wo ich ein Bild vor Augen habe.

  • Inzwischen bin ich bis Bologna gekommen. Es macht Spaß, hält aber ziemlich auf, dass man soviel nachschlagen muss, wenn man nur die Basisausgabe hat. Interessant ist, wie die Slowenen von Seume gesehen wurden. Teil der KuK-Monarchie, dennoch Slawen und ein bisschen fremd. Die "Krainer" nennt er sie. Ob das wohl der gleiche Wortstamm ist wie in "Ukraine"?

    Triest lässt Seume kalt, weil es eine Kaufmannsstadt ist und er nicht "merkantil" sei. Aber auch Venedig und Padua erledigt er schnell und lässt immer wieder merken, dass es ihm nicht um Kultur im engeren Sinne geht: Am interessantesten findet er noch die Theateraufführungen.

    Nun schreibt er kurz bevor er nach Bologna aufbricht, er wolle an der Adria-Küste bis zum Stiefelabsatz reisen und von dort zum Ätna übersetzen. Wie er da dann Rom dazwischenklemmen will, das finde ich - rein geografisch gesehen - interessant.

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  • Interessant ist, wie die Slowenen von Seume gesehen wurden. Teil der KuK-Monarchie, dennoch Slawen und ein bisschen fremd. Die "Krainer" nennt er sie. Ob das wohl der gleiche Wortstamm ist wie in "Ukraine"?

    Bei Krainer musste ich sofort an unsere Käsekrainer denken. Ein Standardangebot bei unseren Würstelständen.

    Und tatsächlich kommt der Ursprung von der Region Krain aus Slowenien. Wusste ich nicht.


    Venedig war schön zu lesen. Ich war mit 8 mal dort und sehe heute noch, meine damals zweijährige Schwester, wie sie am Markusplatz den Tauben nach jagt.


    Den Auszug über Livius fand ich Wiederrum sehr interessant. Ich habe vor Jahren mal seine "Ad urbe condita" Band 1 bis 5 gelesen. Aber dass so viel verloren ging , war mir nicht bewusst.


    Sehr schön fand ich die beiden Ausdrücke: "stille bange Furchtsamkeit in Wien" und "heitere kühne Wesen in Italien". Ich finde das beschreibt es sehr gut. In Österreich ist alles bürokratisch und der riesige Beamtenapparat kann schon furchteinlösend sein. Noch heute ist es so, dass alles geregelt sein muss.

    Und in Italien herrscht einfach Lebensfreude.


    Was ich mich immer wieder gefragt habe: hatten die damals keine Angst in der Nacht zu reisen? Ich denke da jetzt eher an Räuber und Plünderer. Kurz wird es angedeutet, dass sich seine Mitreisenden unwohl fühlen als sie um Mitternacht noch immer mit dem Fuhrwerk unterwegs sind. Im Schlamm zu stecken ist sicher nicht so toll bei der damaligen Straßenlage.


    Ich habe Bologna nun verlassen und komme nach Ancona.


  • Inzwischen bin ich bis Bologna gekommen. Es macht Spaß, hält aber ziemlich auf, dass man soviel nachschlagen muss, wenn man nur die Basisausgabe hat. (...)

    Triest lässt Seume kalt, weil es eine Kaufmannsstadt ist und er nicht "merkantil" sei. Aber auch Venedig und Padua erledigt er schnell und lässt immer wieder merken, dass es ihm nicht um Kultur im engeren Sinne geht: Am interessantesten findet er noch die Theateraufführungen.

    Bei meiner Ausgabe steht zwar viel in den Anmerkungen, aber da ich mich in der Antike nicht so gut auskenne, übergehe ich die meisten Anspielungen. So komme ich relativ schnell voran. Ich bin inzwischen auf Sizilien angekommen. Mir ist auch aufgefallen, dass Seume sich wenig für die Kultur interessiert. Und in Italien geht er dann auch nicht mehr so häufig ins Theater... Er beschreibt nachwievor sehr ausführlich die Lokale und Gasthäuser, die er besucht. Oder auch Menschen, die er trifft und mit denen er sich unterhält.


    Von Räubern und Plünderern spricht er auch häufiger, ich denke, dass das schon ein Problem damals war. Er geht aber davon aus, dass die Räuber ihn uninteressant finden, weil er ärmlich wirkt und kaum Sachen dabei hat. Auf Sizilien reist er sogar extra ohne Tornister, da der wohl Begehrlichkeiten weckt.


    Interessant auch, dass er meist genervt ist von den aufdringlichen "Reiseführern" o.ä., die ihn als "reichen" Touristen gerne ausnehmen möchten. Und die Abneigung gegen (jeden Tag) Makkaroni mit Öl :)


    Ich bin dann auf der "Zielgeraden" nach Syrakus.

  • Auch ich bin nun in Sizilien gelandet und verhalte vor dem Kapitel "Agrigent". Es ist ja nun wohl der Buchtitel ein wenig falsch gewählt, da noch nicht mal die Hälfte des Werks durch ist und er doch sicher bis Syrakus nicht 170 Seiten braucht. Also müsste es eigentlich "Spaziergang nach und von Syrakus zurück" heißen. Und tatsächlich weisen die Kapitel, wie ich in meiner E-Ausgabe erst jetzt im Inhaltsverzeichnis wahrnehme, wieder über Paris zurück nach Hause. Also werden wir einige Orte wohl noch einmal sehen.

    Wie dir, thopas , ist mir auch aufgefallen, wie sehr die Reisenden sich vor der Räuberei fürchten. Dabei wundert mich, dass Seume sich so sicher fühlt. Denn er muss doch reichlich Bargeld bei sich haben, wenn er immer so über die hohen Preise und Trinkgelder stöhnt oder die Unterstützung eines Mitreisenden wie des Franzosen, dem er neue Schuhe kauft. Sicherlich hat er Kreditbriefe mit, und in Palermo wird auch einmal erwähnt, dass ihn Herren, bei denen er frisches Geld tankt, vor der Alleinreise durch Sizilien warnen. Aber ansonsten habe ich Bankbesuche bisher überlesen oder er hat nicht über sie geschrieben. Und wenn er seine Kreditbriefe an Räuber verloren hätte, wäre er ja auch blank gewesen. Wie er die Reise sowieso finanziert hat, ist mir unklar. So viel hat er wohl auch vorher nicht verdient. Schließlich kommt er aus einem armen Elternhaus, ist Lektor beim Göschen-Verlag, womit man weder heute noch früher Reichtümer verdient hat, und hat nicht reich geheiratet. Ein Mirakel … . Aber vielleicht kennt sich einer rfder Mitleser mit Seume aus oder dem finanziellen Rahmen einer Italienreise zur damaligen Zeit und kann hier weiterhelfen?!


    Es entgeht mir viel, dadurch dass ich keine Anmerkungen und kaum Kenntnisse im klassischen römischen Altertum und seiner mittelalterlichen und neuzeitlichen Fortsetzung sowie seinen Mythen habe. Bei den Griechen kenne ich mich etwas besser aus, aber was es mit der bösen Königin bei Neapel und dem Ritter Hamilton zum Beispiel auf sich hat und die Szene mit dem Zyklopen, der sich in Galatea verliebte, da versagt's. Und es sind einfach zu viele solcher Anspielungen als dass man das alles ergoogeln könnte.

    Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. (Kafka)

  • Ich habe dieses Wochenende nicht weiter gelesen, wir sind also in etwa gleich auf finsbury .


    Ich kenne mich leider auch nicht aus, was Reisemodalitäten damals betraf. Von Bankbesuchen o.ä. schreibt er nichts. Einmal erwähnt er eine Begegnung mit Räubern auf Sizilien, die dann aber von ihm ablassen. Er schreibt, dass er sein Geld irgendwie seitlich in der Jacke hat, sodass man es dort nicht vermutet. Also schleppt er doch einiges an Bargeld mit sich rum.


    Nett fand ich die Geschichte mit seinem Eseltreiber, der zu viel Makkaroni gegessen hat und dann an schlimmen Bauchschmerzen leidet. Leider berichtet Seume eher wenig über das Essen in Italien. Er scheint sich von wenig mehr als Orangen zu ernähren :).

  • Vielen Dank, thopas , aber es sind einfach zu viele Stellen. Im Moment brauche ich auch eine kleine Seume-Pause, weil es doch ein wenig langweilig wird, ewig über Makkaroni, Räuber und die Angst davor sowie die italienische Misswirtschaft zu lamentieren.

    Aber ich versuche, mich Mitte bis Ende der Woche neu zu motivieren …. .


    Wie sieht's bei dir aus, Jaqui ?

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