Tadìé:
... so sind es doch die Beethoven-Quartette, besonders die letzten, die Proust sich unablässig anhört, bis es ihm gelungen sein wird, ihre Substanz in Sprache zu verwandeln: dafür wird er noch drei Jahre brauchen (in deren Verlauf er das Capet- und das Poulet-Streichquartett zu sich nach Hause einlädt)....
Hallo Maria,
dazu passend, fand ich eine Fußnote Luzius Kellers im dritten Band der "Recherche ..." (Guermantes). Dort heißt es, Proust habe das Spätwerk eines Künstlers eindeutig dessen frühen Erzeugnissen vorgezogen. Als Beispiele werden die zitierten letzten Beethoven-Streichquartette sowie die späten Hugo-Gedichte genannt (z.B. Legend des sieclès). Ich kann ihn verstehen, denn sein eigenes Spätwerk, die genannte "A la Recherche du temps perdu", ziehe ich den frühen Schriften (soweit sie mir bekannt sind, wie "Les plaisirs et les jours") vor. Mit ein wenig Anstrengung ließen sich sicher weitere Belege für die "überlegene Reife" des Spätwerks finden (Dostojewski, T. Mann, Kafka, ...).
@ Thomas: Sagt Deine Proust-Enzyklopädie mehr zu dieser Thematik?
Viele Grüße
Tom