Beiträge von Leseigel

    Nachtrag:

    Auch den Leseigel vermisse ich. Den habe ich auf die Sekundärliteratur im Projekt Gutenberg gelockt und er mich zu Gustav Schwab. Bis dahin hatte ich nur bei Harnack ein wenig reingelesen.

    :)Vielen Dank, was mich betrifft, Volker. Ich habe mich hier nicht angemeldet, weil ich das Stück selber nicht gelesen habe. Das habe ich vor vielen Jahren gemacht, als ich noch jung war und damals war ich etwas entäuscht denn da habe ich gerade den idealisierten Helden gesucht. Wie finsbury so gut zeigt, ist es gerade eine der positiven Eigenschaften des Stückes, das es auf diesen Helden verzichtet:

    "Es gibt hier keinen richtigen Helden im Sinne einer nahezu idealen Person (vielleicht bis auf Max Piccolomini), Politik, Kriegsgeschehen und Intrigen bestimmen die Handlung, der historische Hintergrund ist komplex, das Personal sehr groß. Schwierig, daraus einen Knaller für die Bühne zu formen. Aber Schiller schafft das." Für die damaligen Zeiten, war das Stück wohl schon sehr modern.


    Was dem Schwab betrifft, der war für mich bisher auch ein Synonym für griechische Mythologie. Ich war erstaunt, als ich ihn in der Schillerbibliographie entdeckte, bin aber an das Buch selber noch nicht rangekommen.


    Vielen Dank an alle, die hier mitgewirkt haben und entschuldigt, dass ich mich nicht formal als Zaungast angemeldet habe.

    Ich habe noch nichts von der Toni Morrison gelesen. Ich hatte eigentlich mir "Sehr blaue Augen" verschafft, aber da dir das "Teerbaby" so gefallen hat, und ich es auch gefunden habe, fange ich damit an.


    Zuerst muss ich aber noch "Die jungen Rebellen" von Sandor Marai beenden. Es geht da um vier Jugendliche, die sich von der Schule kennen und sich "Die Clique" nennen. Sie wachsen in einer kleinen ungarischen Stadt auf, wo alle gesunden Männer in den ersten Weltkrieg ziehen mussten. Sie selber stehen an der Schwelle des Erwachsenentums und ihre Zukunftsaussicht ist... die Kaserne. Gegen diese drohende Zukunft erfindet die "Clique" ihre eigene, oft merkwürdige, Formen des Wiederstands.


    Der Roman ist sehr gut geschrieben, besonders was die psychologische Einstellung der Figuren betrifft. Einige Szenen sind besonders beeindrucken, zum Beispiel, wie die jungen sich ihres Erwachsentums bewusst werden und rauchend die Stadt beobachten, die sie so genau kennen.


    Für mich ist es aber zur Zeit nicht leicht, diesen Roman zu lesen. Ich tue mich schwer mit seiner Hoffnungslosigkeit. Eine wertvolle Lektüre, aber nicht unbedingt für schwere Zeiten.












    Lucie, genannt "Lux", ist die Protagonistin der Rahmenhandlung von Gottfried Kellers Novellenzyklus "Das Sinngedicht". (Der Zyklus übrigens eine unbedingte Leseempfehlung!)

    Danke, sandhofer, ich erinnere mich nicht, ob ich das "Sinngedicht" früher mal gelesen habe. Frau Huch hat es aber bestimmt gelesen, denn sie hat eine Bio von Keller geschrieben.

    Ich habe das Büchlein über Wonnebald mal als Jugendliche gelesen und erinnere mich an eine Passage mit "gefälschten Maulwurfsschwänzchen", kann das sein?

    Herr Zefira hatte früher einen Onkel, der Wunibald hieß; ich vermute, das ist eine andere Form des gleichen Namens.


    Edit, habe ihn eben nochmal gefragt. Es war kein Onkel, sondern ein Urgroßvater.

    Ja, das mit den"gefälschten Maulwurfsschwänzchen" stimmt, wird später sogar als gerichtlicher Beweis angeboten^^. Frau Huch zieht da natürlich die Leute von der Stadt durch die Schokolade.

    Das mit dem Namen Wunibald ist interessant, ich kannte bisher nur Willibald. Dann gab es früher wahrscheinlich auch die Form Wonnebald.

    Von Asturias habe ich bis heute nichts geschaft, ich werde mal versuchen wenigsten Die Maismenschen zu lesen.


    Als letztes las ich gerade:

    Lebenslauf des heiligen Wonnebald Pück(1905) von Ricarda Huch


    Die Erzählung wurde erstmals zusammen mit zwei anderen unter dem Sammeltitel Seifenblasen Drei scherzhafte Erzählungen, veröffentlicht.


    Was mir zuerst aufgefallen ist, an der parodistisch nachgebildeten fast mittelalterlichen Atmosphäre der Erzählung, sind die Namen einiger Figuren, besonders die Vornamen. Sind die nun altmodisch, regional oder beides? Der Name Wonnebald ist natürlich erfunden, aber den weiblichen Vornamen "Lux" habe ich in dieser Form auf deutsch noch nie gesehen. Auch die Männernamen "Brun" und "Lando" sind mir unbekannt. Lisutt ist mir in dieser Form auch noch nicht begegnet , ist aber erkennbar als eine Variante von "Liese" oder "Lisette".


    Sei wie es sei die Erzählung von Frau Huch wirft einen scharfen Blick hinter die Klostermauern. Eigentlich nicht so was Neues, aber die ganze Geschichte wird mit viel Witz in der Art eines Schelmenromans erzählt. Die Figuren sind gut aufeinander abgestimmt. Auch ist die Erzählung spannend, da sie immer neue, für die Leser unerwartete Wendungen nimmt.


    Sie empfielt sich somit für die Leser als gute Unterhaltung besonders in den jetzigen Zeiten, wo man gern mal zum Lachen gebracht wird. Die Ausnahme bilden strenge Katholiken, die sich über den alzu irreverenten Umgang mit ihren Institutionen ärgern könnten.

    Ich war heute zufällig in Wiesbaden und habe in einem Antiquariat diese wunderbare Ausgabe von Huck Finn gefunden - ein dickes gebundenes Buch mit ausführlichem Vorwort, einer Übersetzung von F. Rathjen und einer Fülle von erklärenden Anmerkungen, dazu eine Menge Illustrationen, u.a. die Originalillustrationen von E.W. Kemble.


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    Und auch dieses konnte ich nicht stehen lassen: "Der schwarze Steuermann" von Joseph Conrad, es erscheint leider hier nicht als Thumbnail, zu sehen hier: Der schwarze Steuermann

    Ebenfalls eine Ausgabe mit schönen Illustrationen. So schöne Bücher, ich freu mich sehr. :saint:

    Da wünsche ich dir schöne Lesestunden! Hucleberry Finn ist eins meiner Lieblingsbücher.

    Der unstete Jakob Michael Reinhold Lenz, der Goethe zu dieser Zeit in allem nachahmte und dessen Geliebte ebenfalls nachträglich heimsuchte, die Friederike Brion oder die regierende Herzogin Anna Amalia, worauf er 1776 aus Weimar ausgewiesen wurde und für immer ins Baltikum und nach Russland zog, wandte sich ebenfalls dem Bernhard-Stoff zu und gleichfalls vergeblich

    Wie heisst bitte dieses Werk von Lenz Karamzin? Ich habe ein bisschen nachgesehen, bin aber nicht klargekommen. Etwas, was ich noch nicht wusste,ist mir aufgefallen, während ich bei Lenz nach dem Werk suchte: in Russland war er, in seinen wohl letzten Jahren, mit N. Karamzine befreundet, vielleicht sein letzter literarischer Umgang.

    Wie gefällt es Euch, dass auf der Seite des Buchpreises nur Hörproben zu finden sind? Mir persönlcih sind Leseproben lieber. Bei einigen der Hörproben mag ich die Stimme und die Art zu lesen überhaupt nicht - zumal es noch nicht einmal die Autoren bzw. Autorinnen selbst sind, die lesen.

    Ich habe noch keine von diesen Hörproben ausprobiert. Ich dachte auch die Bücher würden von den Autoren selber vorgelesen, sonst wäre eine Leseprobe ja viel besser.

    Für mich ist das eine sehr wertvolle Diskussion. Es ist sehr sehr lange her, dass ich den Wallenstein gelesen habe, aber mit so vielen anschaulichen Hintergrundinformationen fühlt man sich direkt in die Zeit zurückversetzt. Man ist im Theater mit dabei und sieht sich die Urauführung an (und darf sich sogar den Platz aussuchen) oder man sieht den Schiller in der Schenke sitzen und sich ein Gläschen leisten.


    Auch die Korrepondenz zwischen Form und Inhalt finde ich sehr interessant, besonders hier, ich zitiere finsbury:

    "Dieser Teil der Dramentrilogie ist im Knittelvers verfasst, einem freien Versmaß, dessen Vers-Enden sich nur im Paarreim reimen müssen, was aber bei Schiller auch nicht immer zutrifft. Schiller benutzt den Knittel-Vers in diesem ersten Teil, um die rauen Stimmen der Söldner und anderen Fußvolks auch in der Versform zu unterstützen. Zudem ist der Knittelvers das beliebteste Versmaß der Jahrhunderte vor und während des Dreißigjährigen Krieges. In den beiden anderen Teilen wechselt der Autor dann zu jambischen Versen, um die Tragik des Dargestellten zu betonen. Man könnte also fast sagen, dass das "Lager" der Buffo-Teil der Trilogie ist, wozu auch die farbigen Typen passen, die hier zur Darstellung kommen. Dass die Bauern die größten Opfer im Dreißigjährigen Krieg darbringen mussten, ist bekannt. Zusätzlich zu dem, was Karamzin oben ausführt, kommt noch, dass vielen der geschädigten Bauern gar nichts anderes übrig blieb, als sich selbst für die Heere anwerben zu lassen. So wird es wohl zu engen Verquickungen zwischen Landbevölkerung und Söldnern gekommen sein: Diejenigen, deren Heimat und Broterwerb zerstört worden war, verwüsteten an anderer Stelle die Lebensgrundlage ihrer Standesgenossen." Dadurch wird doppelt angezeigt, welchen Splatz und welche Rolle den verschiedenen Ständen im Spiel eingeräumt wird.


    Und nicht zuletzt die angeregte Diskussion über die Sprichwörter. Ich wusste nicht, dass die bei Schiller so häufig waren.


    Vielen Dank an euch!

    Nachdem "Erzengel Gabriele" der religiösen und moralischen Starre von Daniels Kirche mit ihren moderneren Ansichten und ihrer Musik die Stirne bietet und anschliessend zurückweisst, setzt der Schnnesturm ein, der alles Alte zerstört, vor allem auch den baufälligen Schuppen, der den alten Pfarrer und seine altmodische viereckige Ordnung darstellt. Ich denke, Johannes kommt durch seiner Beziehung zu Gabriele zu der Erkenntnis, dass die Einstellung seines Vaters zur Religion nicht die einzig Mögliche ist und dass er dazu berufen sein könnte eine neue, wohl flexiblere, Kirche einzuführen.