Beiträge von Dostoevskij

    Moin, Moin!


    Habe ich es noch nicht verstanden oder funktioniert es nicht, einzelne Beiträge innerhalb eines Threads zu verlinken? Das müßte doch gehen, denn sicher hat jeder Eintrag eine spezifische ID? Mir geht es darum, auf spezielle, einzelne Beiträge von externen Quellen aus, z.B. meinen Weblogs, verlinken zu können. Bislang sehe ich nur die Möglichkeit, den kompletten Thread in einem Link wiederzugeben.

    Moin, Moin!


    Zitat von "Hubert"

    Hesse und homosexuell - Dümmer gehts nimmer, ich weiß jetzt zwar nicht mehr wer genau das etwas weiter oben formuliert hat, (und es entspricht nicht ganz dem Ton des Klassikerforums) - aber in der Sache, würde ich da schon zustimmen.


    Mir ist die Vermutung nie auch nur annähernd gekommen. Auch daß es in seinem Werk von sich homoerotisch gerierenden Menschen wimmle, kann ich nicht so sehen. Was ich vermute: Hesse suchte und beschrieb immer wieder das richtige Vehältnis von Nähe und Distanz. Dabei war ihm das Geschlecht des Betreffenden wurschtegal. Freundschaft und Verbundenheit im Geist sind wohl große Ideen für ihn und auch für mich. Der Sexus spielt nach meinem Empfinden eine Rolle, aber sie ist stets beigeordnet.

    Moin, Moin!


    FYI: Ich bin dabei, die Cechov-Ausgaben weiter zu sichten und zu ordnen. Dazu habe ich von meiner <a href="http://www.wikiservice.at/buecherlei/wiki.cgi?AntonCechov">Wiki-Cechov-Seite</a> eine eigene für die <a href="http://www.wikiservice.at/buecherlei/wiki.cgi?AntonCechov/Bibliografie">Bibliografie</a> abgetrennt.

    Zitat von "Roquairol"

    Wie ich gerade einem anderen Thread entnehmen konnte, liest alpha Marcel Proust im französischen Original. Aber er kann mit Homosexuellen nichts anfangen


    Dabei schrieb doch Nicholson Baker: "Die meisten guten Romanciers sind seit jeher Frauen oder Homosexuelle."


    Stimmt zwar SO nicht, klingt aber erstmal nicht übel. :smile:

    Moin, Moin!


    Nie hätte ich gedacht, daß sich außer mir und vielleicht noch einer Heerschar leidgeplagter Gymnasiasten, die ein Referat vor sich sehen, jemand für Hesse erwärmen kann, auch ältere Semester. :zwinker:


    Was mich an Hesse immer wieder fasziniert, ist neben der Bücherliebe der Trotz. Sich von nichts und niemand vereinnehmen zu lassen, dieser Drang nach Unabhängigkeit und Freiheit. Und das, was er selbst als Eigensinn definierte. Der Wunsch, seinen eigenen Weg zu gehen. Dabei aber nicht zu versauern, sondern in Kontakt zu bleiben: Hesse, der große Briefeschreiber, der Vermittler von Literatur.

    Moin, Moin!


    An sich behagt es mir, im Fahren zu lesen, also auch in der Straßenbahn, in der ich täglich 50 Minuten sitze. Furchtbarerweise wird die Lektüre immer wieder und, wie mir scheint, in zunehmendem Maß gestört: randalierende Jugendliche, lauthals erzählende Betrunkene und sonstwie auffällige Personen. Meist hilft auch ein Umsteigen in einen anderen Waggon nicht, weil dort ein anderes Übel wartet. Schon doof, weil ich mich, WENN denn Ruhe herrscht, beim Schaukeln einer fahrenden Bahn wunderbar konzentrieren kann.

    Zitat

    Dennoch fände ich es erhellend, könnte uns alpha erläutern, welche Spuren der Homosexualität er so deutlich im Werk Hesses bemerkt zu haben wähnt.


    Wenn man Narziß und Goldmund NICHT als Manifestationen eines eigentlich einzigen Wesens auffaßt, könnte man schon auf den Gedanken kommen. Die Dualität zwischen Geist und Körper, geistlichem und materiellem Leben ist in der Tat ein zentraler Punkt im Denken Hesses. Er hat ihn immer wieder aufgegriffen und modifiziert.

    Moin, Moin!


    Erst vor kurzem stieß ich auf das Gedicht "Skizzenblatt", das ich nicht kannte. Hesse selbst hat es vorgelesen. Multimediale Ressourcen zu Hesse - es sind nicht viele - habe ich auf meiner Hesse-Webseite <a href="http://www.bibliomaniac.de/hesse/allg/web.htm#Multi">verlinkt</a>. Ich zitiere Michael Limberg, der mir im <a href="http://www.hhesse.de/phpBB2/viewtopic.php?t=1038">Hesse-Forum</a> weitere Informationen gab: "Das Gedicht "Skizzenblatt", von Hesse gelesen, stammt von der kürzlich erschienenen Doppel-CD "Wie eine vorbestimmt Heimat. Hermann Hesse im Tessin", die die Fondazione Hermann Hesse Montagnola zusammen mit der RTSI Radiotelevisione svizzera di lingua italiana herausgegeben hat. Sie enthält allerdings hauptsächlich Texte in italienischer Sprache, zum Teil von Hesse selbst gesprochen, z.B. die italienische Ansprache Hesses 1962 anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerschaft von Montagnola."

    Moin, Moin!


    Jean Paul. Ein fruchtbare Quelle, wenn es um <a href="http://www.bibliomaniac.de/zitate/index.htm">bibliomanische Zitate</a> geht.

    Zitat von "Hubert"

    Geärgert hatte ich mich nur, dass von denen, die diesen zusätzlichen Leseaufwand nicht mehr erbringen wollen, was ich durchaus nachvollziehen kann, "guter Wille" eingefordert wurde. Diesen Ärger wollte ich zum Ausdruck bringen.


    Was für ein zusätzlicher Leseaufwand? Ich halte das nach wie vor für die Spiegelfechtereien eines intellektuellen Konservatismus. Tip- und Orthografiefehler, die ein gewisses Quantum übersteigen, und formale Dinge wie Anordnung des Textes usw. verzögern ihn IMHO merkbar. Es ist sehr löblich, wenn ihr euch zu einem Minderheitenschutz herablaßt. Mit "guter Wille" war eben jene Toleranz gegenüber einer Gruppe gemeint, die niemandem etwas Schlimmes tut. Ich übe ebenso Toleranz gegen jene, die meinen, daß man "daß"mit "ss" schreiben müßte, obwohl ich dadurch Brechreiz bekomme. In diesem Fall könnte es sogar so sein, daß die Mehrheit für meine Variante gewesen wäre, wäre sie denn gefragt worden. Aber bei der Groß/Kleinschreibung mit der Demokratie zu fuchteln, ist schon starker Tobak.

    Moin, Moin!


    Eben in der Frankfurter Rundschau <a href="http://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/feuilleton/?sid=318bd20b02c7998309f2d5cf2f664fc0&cnt=378061">gefunden</a>, daß die Echtheit des Buches nie bestritten worden ist, sondern was negativ auffiel, waren die mangelnde Informationen zur Editionsgeschichte: "Was die Kritiker umtreibt, ist die Edition, also die Art und Weise, wie die authentischen Aufzeichnungen in der renommierten Anderen Bibliothek dargeboten werden: nämlich ohne exakte Auskunft über die Textgenese zu geben, also darüber, wie aus zwei in der Not der Situation bekritzelten Heften und einer Kladde ein 121-seitiges Typoskript und dann eine Buchfassung von dreihundert Seiten Umfang wurde. Gerade weil es sich nicht um Literatur handelt, sondern um ein historisches Dokument (mit literarischen Qualitäten), sind die Kritiker so insistent."

    Moin, Moin!


    Auch wenn Eigenwerbung immer etwas Häßliches hat, möchte ich doch auf meine <a href="http://www.bibliomaniac.de/abc/ak/cnb.htm">Rubrik</a> innerhalb des Bücherlei hinweisen, in der ich solche kuriosen und erstaunlichen Meldungen rund um Bücher und Literatur sammle.

    Zitat von "JMaria"

    Hat es sonst noch jemand angehört?


    Leider konnte ich hier in Leipzig kein SWR2 empfangen; ich hätte mich ins Knie beißen können.


    Zitat von "JMaria"

    Hab ich das richtig verstanden, es gibt Briefe von Hesse an seine 3.Frau Ninon die bis 2008 gesperrt sind? Weiß jemand etwas darüber, warum das so ist?


    Das ist mir nicht mehr erinnerlich, es gibt aber, und ich möchte explizit darauf hinweisen, ein dickes Buch zu den beiden: <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3518378848/">Zwischen Welt und Zaubergarten</a>. Ninon und Hermann Hesse - ein Leben im Dialog.


    Zitat von "JMaria"

    Diese Ninon hat Hesse bis zum Ableben des Dichters über 1400 Bücher vorgelesen.


    Durch seine Augenkrankheit mußte er in seinen späten Jahren die Augen sehr schonen, das Vorlesen wurde somit zu einem der ganz, ganz festen Rituale in ihrem Leben. Aber nicht nur Bücher, auch die ganzen Briefe mußten gelesen und sortiert werden...

    Moin, Moin!


    Walter Kempowski, damit beauftragt, diesen Fall zu prüfen, kam zu dem Ergebnis, das Buch sei authentisch. Die Netzzeitung <a href="http://www.netzeitung.de/voiceofgermany/kulturnews/269567.html">berichtete</a>.

    Zitat von "sandhofer"

    Warum lese ich ein Buch mehrere Male? Eine lange Geschichte...


    ... und eine schöne Geschichte, die mir übrigens wieder klar macht, daß ich bei Wiederlektüren einfach noch zu halbherzig bin, denn ich gebe ehrlich zu, zu sehr noch ungelesenen auf den Leim zu gehen und die "rereads" gern aufzuschieben. Auch bei dicken Büchern geht mir das so. Ich muß mich quasi zwingen. Aber hinterher verstehe ich nicht mehr, was mich vorher zögern ließ.


    Auf den Trichter, den Bücherbestand zu veredeln, indem man z.B. Hardcover für alte oder verschlissene Taschenbücher erwirbt, steht mir zwar noch bevor. Ich bemerke aber schon die Tendenz beim eigentlichen Bücherkauf bei mir UND ich lechze förmlich nach Werkausgaben, die den mühsamen Nachkauf immer neuer Werke eine betreffenden Autors überflüssig machen und man in seinem Falle endlich "Ruhe hat". Wenn man's mal durchrechnet, sind Werkausgaben finanziell und qualitativ fast immer die bessere Wahl.

    Moin, Moin!


    E-Books werden oft höhnisch als der großer Versager deklariert. In Deutschland konnten sich proprietäre Lesegeräte bisher nicht durchsetzen. Viele E-Book-Abieter haben aufgegeben. Trotzdem sehe ich optimistisch in die Zukunft, weil ich selbst glaube, daß uns die eigentliche Revolution erst bevorsteht. Ich denke, daß E-Paper den Durchbruch bringen wird, allerdings wird unter Umständen eine längere Zeit vergehen, in der die Akzeptanz erst wachsen wird. Künftige Generationen werden sich den Vorteilen, die ein elektronisches Lesemedium bietet, wohl kaum verschließen.


    Außerdem gehöre ich zu der Minderheit derjenigen, die durchaus Bücher am Bildschirm liest. Ich empfinde es als angenehm. Ich kopiere den Text in einen Texteditor und stelle mir die Schrift groß und fett, so daß ich mich bequem in den Sessel legen und lesen kann.

    Zitat von "sandhofer"

    Allerdings sind m.W. ungefähr 9 Bände zu diesem Herrn erschienen, muss in den 30ern des letzten Jahrhunderts gewesen sein.


    Ich bekenne, ein Fan von Pelham Grenville Wodehouse zu sein. Zu den paar Autoren, die ich zur Auflockerung zwischen schwerere Kost einschiebe, gehören u.a. Kishon, Simenon und eben jener Wodehouse, dessen Bücher höchst IMHO amüsant sind. Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/P._G._Wodehouse">Wikipedia-Artikel</a> listet schon 14 Jeeves-Bücher auf. Insgesamt hat W. über 100 Bücher geschrieben.

    Moin, Moin!


    Obzwar es wissenschaftlicherseits wohl eine meßbare Verzögerung im Lesefluss gibt, halte ich ein Insistieren auf der Großschreibung im Internet doch für Krümelkackerei. Ein bißchen guter Wille, und das Problem ist keines mehr. Ich selbst habe 8 Jahre lang nur klein geschrieben und mich 1997 durch die permanente Schelte im Usenet wieder umstimmen lassen, einfach um meine Ruhe zu haben. Aber warum sollten nun alle den Schwanz einziehen?

    Zitat von "Freiherr81"

    Klassiker die niemand mehr liest: Ludwig Tieck


    Zumindest ich lese ihn noch. Ich nehme doch stark an, nicht der einzige zu sein. Nach dem Roman "Vittoria Accorombona" las ich zuletzt im November "Der Hexensabbat". Mir ist durch die Lektüre kein Schaden entstanden. SCNR