Beiträge von giesbert

    Zu

    Zitat

    Tom got up hungry, and sauntered hungry away, but with his thoughts busy with the shadowy splendors of his night's dreams.

    hab ich noch ne Variante (Gesammelte Werke, Bd. 7 (Hanser 1977), dt. von Lore Krüger):

    Zitat

    Hungrig erhob sich Tom, und hungrig sprang er davon, seine Gedanken aber waren vom schattenhaften Glanz seiner nächtlichen Träume erfüllt.

    Wobe mich keine Übersetzung überzeugt: "sauntered" ist "schlenderte" – und das ist ja wohl etwas anderes als "sprang" oder "machte sich davon". Und wo der "Bettelknabe" herkommt (den auch Krüger hat), ist mir auch etwas schleierhaft ("Pauper" ist einfach: "Bettler")


    Bei Mobileread gibt's eine dt. Version von 1905 ("Prinz und Bettler" - na also, geht doch ;-)), bei der es allerdings "Frei nach dem Amerikanischen des Mark Twain von Rudolf Brunner" heißt. Immerhin, hier schlendert er. Dafür wird der Satz zerteilt:

    Zitat

    Tom erhob sich hungernd und hungrig schlenderte er hinweg. Seine Gedanken beschäftigten sich immer noch mit dem goldenen Zauber seines nächtlichen Traumes.

    Und spaßeshalber hab ich auch mal Deepl gefragt:

    Zitat

    Tom stand hungrig auf und schlenderte hungrig davon, aber mit seinen Gedanken mit der schattenhaften Pracht seiner nächtlichen Träume beschäftigt.

    Ich hab meine Wolf-Haas-Bestände aufgestockt:

    Bei meiner Buchhandlung umme Ecke:
    * Wackelkontakt (das war der Auslöser)

    * Eigentum


    via Booklooker (ich wollte die geb. Ausgaben, die es anscheinend nicht mehr im Buchhandel gibt):

    * Müll

    * Junger Mann

    * Die Verteidigung der Missionarsstellung


    („Eigentlich“ lese ich ja gerade „Die Projektoren“, aber da brauche ich ne Pause und hab erstmal „Eigentum“ begonnen)

    Die waren Lizenz des Bärmeier und Nikel Verlags, und allesamt zusammengekürzt und verhunzt.

    Das ist noch harmlos formuliert - die Bände waren um mindestens 50% gekürzt und wurden zudem in ein sagenwirmal flottes Deutsch gebracht ("übersetzt" kann man das wirklich nicht mehr nennen)

    Durch Arno Schmidt, glaub ich

    Ne, Schmidt nahm sich nur die Diogenes-Übersetzung der "Reise zum Mittelpunkt der Erde" vor, und auch das wurde - iirc - erst postum veröffentlicht. Aber Bärmeier & Nikel hat seinerzeit mit Schmidt geworben. Und in die Bearbeitung der "Propellerinsel" hat der Bearbeiter Wondratschek eine Schmidt-Anspielung untergebracht (ein Denmkal, dem beim Untergang der Insel die Schreibhand abfällt).

    Hat er: „Also, auf die Gefahr hin, daß wir wegen ‹Geschäftsschädigung› von irgendeinem Tollbrägen von Verleger verklagt werden – : die, meiner Ansicht nach, mit Abstand beste deutsche Übersetzung, ist die von Gustav Meyrink; die 1909–14 in 16 Bänden bei Langen in München erschien. Sie ist fast vollkommen …“ (BA, II, 2, S. 379)


    https://www.arno-schmidt-stiftung.de/eba/search/1?q=Meyrink

    Kein Klassiker: Clemens Meyer, Die Projektoren. Ich komme aus persönlichen Gründen nur langsam voran, bin aber nach 200 Seiten beeindruckt. Ohne sagen zu können, warum überhaupt ;-).

    Ich lese "aus Gründen" derzeit zwar vor allem Arno Schmidt, aber das hindert mich nicht daran, neue Bücher zu kaufen, die ich irgendwann mal lesen werde. Neu hinzugekommen sind:


    Shakespeare, Mabeth, in der Übersetzung von Frank Günther. Taschenbuch. Zweisprachige Ausgabe mit umfangreichen Anhang & Kommentar. Schöne Ausgabe.


    Frank Günter (Hg), Shakespeares Wortschätze. Zitatensammlung, thematisch geordnet, mit einem Nachwort von Frank Günther. dtv, aber robuster Einband, dafür ziemlich dickes Papier. Handliches Format.


    Harry G. Frankfurt, Bullshit. Kein Klassiker, aber das musste jetzt endlich mal sein ;-).Schmaler Essay


    Gabriele Tergit, Käsebier erobert den Kurfürstendamm. Schöffling & Co, Lesebändchen, hübsche Ausgabe. Stand seit der Lektüre der "Effingers" auf dem Programm (und wird auch demnächst gelesen). Anstoß zum Kauf gab das Hörspiel, das kürzlich lief.

    Gerade abgebrochen ;-): Dath, ›Cordula killt dich, oder: Wir sind doch nicht die Nemesis von jedem Pfeifenheini. Roman der Auferstehung‹. Dabei ist das so ein wundervoller Titel, da war ich sehr neugierig. Aber dafür hab ich derzeit keinen Kopf. Mal sehen, was ich als nächstes probiere. Vermutlich werd ich wieder zu Arno Schmidt greifen.