Beiträge von finsbury

    Danke für die Rückmeldung, Lauterbach. Das klingt schon recht interessant. Im Moment lese ich ja noch Zuckmayers Autobiografie "Als wär's ein Stück von mir" und die ist sehr interessant und auch unterhaltsam geschrieben. Das macht Lust auf mehr autobiografische Werke, und Walser schließt zeitlich ja recht gut daran an.

    Ich habe gestern mit "Ein springender Brunnen" von Martin Walser begonnen, ein sehr dicht geschriebener Text. Da beschreibt er seine Kinder- und Jugendlichenzeit in Wasserburg am Bodensee.

    Vielen Dank, Lauterbach, für diese Erinnerung. Ich mache dieses Jahr ein paar Tage Urlaub in Wasserburg und hatte mir schon überlegt, einen ungelesenen Walser mitzunehmen. Den genannten habe ich nicht, aber der passt ja wie die Faust aufs Auge: wird besorgt! Wie ist er denn so, abgesehen von "dicht geschrieben"?

    Ich sehe die digitale Sicherung auch nicht als so obsolet an wie der Autor des interessanten Artikels - vielen Dank für den Link, giesbert. Es bleibt nur zu hoffen, dass die jeweiligen Interessengesellschaften der klassischen Autoren sich dafür engagieren, dass die großen Ausgaben in digitaler Form seriös gesichert werden.

    Das größere Problem ist, wie sandhofer erwähnt und auch im Artikel steht, dass klassische Literatur keine große Lobby in unserem Lande hat und wir uns nicht in der Breite auf unsere Autoren zurückbeziehen. Mir fällt das immer besonders im Vergleich zu den Briten auf, die sich in ihren Filmen, Serien, in ihrer Musik, allen möglichen anderen kulturellen Äußerungen und natürlich besonders auch der zeitgenössischen Belletristik auch der leichteren Art, immer wieder auf ihre Größen beziehen. Da erschließen sich viele kulturelle Äußerungen erst, wenn man selbst ein bisschen Ahnung von der britischen Literatur hat, und ich merke immer, wieviel mir doch entgeht, weil ich nicht so intensiv dort verortet bin.

    Bei uns passiert das viel seltener, vermutlich, weil die Kulturschaffenden davon ausgehen, dass die wenigsten Leute die Anspielungen verstehen. Ein Teufelskreislauf, der dazu führt, dass auch nicht die Neugier darauf geweckt wird, in die Klassiker zu gucken.


    Was im Moment an den Unis in den Germanistik-Seminaren so getrieben wird, weiß ich leider nicht, aber Kanonpflege wird zumindest nicht in so breit sichtbarer Form betrieben, das sich ein größerer medialer Niederschlag dazu ereignet. Schade!

    Sehr schön,

    danke für die herrlichen Zitate. Ich war in Kindheit und früher Jugend auch ein großer Fan und habe mehr als die Hälfte seiner Bücher gelesen.

    Ich habe heute mit "Mit Blick aufs Meer" von Elizabeth Strout angefangen. Sie hat 2009 dafür den Pulitzerpreis bekommen.

    Mal schauen ob das Buch hält, was der Preis verspricht.


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    Das habe ich vor Jahren gelesen, fand ich ganz nett, gut zu lesen, hat mich aber nicht nachhaltig beeindruckt. War wahrscheinlich einfach auch nicht mein Genre.

    Es fällt auf, dass Seume auf der einen Seite bescheiden scheint (das Schreiben sei seine Sache nicht), auf der anderen Seite wohl außergewöhnlich begabt war und damit dann doch nicht hinter dem Berg hält.

    Vielen Dank für deine ausführliche Stellungnahme. Das klingt lohnend. Was du im hier Zitierten geschrieben hast, ist mir auchsehr stark im "Spaziergang" aufgefallen.

    Bei mir hat sich die Liebe zur Musik und eben auch zur klassischen Musik seit der frühen Jugend entwickelt. Zu vielen klassischen Stücken bin ich über Filme gekommen.

    Den ersten Satz kann ich nur bestätigen: Mein Vater war ein großer Klassik-Liebhaber und hat viele tausend Meter Tonband klassischer Musik aus dem Radio aufgenommen. So lief bei uns eigentlich immer in fast jedem Zimmer Klassik. In meiner frühen Erwachsenenzeit musste ich dann erstmal ein bisschen U-Musik nachholen, bin aber schon seit vielen Jahrzehnten wieder bei der Klassik verankert.
    Wobei ich mich epochal eher zurück entwickele: Filmmusik spielt bei mir selten eine Rolle, dagegen liegen meine Hörschwerpunkte inzwischen vorwiegend bei Barock und Frühklassik, einfach weil es da durch viele WIederentdeckung und Ersteinspielungen eine Menge Schönes zu entdecken gibt, zuletzt zum Beispiel die Flötenkonzerte von August Eberhard Müller, einem Zeitgenossen Goethes.

    Ich möchte an @sandhofers Post anschließen und allen Weimarer Besuchern, die vielleicht auch Wieland mögen, den Besuch des Wielandgutes im nahe gelegenen Oßmannstedt ans Herz legen, eine wunderschöne schlossartige Anlage mit historischer Inneneinrichtung, Parkanlage und Wielands Grabstätte an der Ilm.
    Für mich ein wunderbarer, wie aus der Zeit gefallener Ort, der ganz zu dem Charme von Wielands Romanen passt.

    Über den Sonntagmorgen haben uns zunächst einige Concerti grossi von Händel und zuletzt Streichquartette von Haydn begleitet. 2006 waren wir in Schloss Esterhazy in Eisenstadt und haben im gleichen Saal, in dem einige von diesen uraufgeführt wurden, das Haydn-Quartett gehört, mit den Einspielungen, die ich heute Morgen gehört habe. Neben der schönen Musik an sich eine sehr angenehme Erinnerung!

    Ich habe eine uralte Seume-Ausgabe aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, darin ist auch "Mein Leben" enthalten: Wie ist das denn?

    Den "Spaziergang" fand ich sehr interessant, weil es doch ganz anders ist, von einem Zeitgenossen berichtet zu bekommen, wie er Politik, Wirtschaft und Kultur in den von ihm bereisten Ländern erlebte als das Ganze durch Historiker dargestellt zu bekommen, obwohl ich auch sehr gerne solche Bücher und Artikel lese. Bei Seume kommt noch hinzu, dass er aufgrund seiner Herkunft und Biografie einen ganz anderen Blick hat als zum Beispiel Goethe oder die ganzen vor allem kulturbeflissenen Italienreisenden.

    Und ich lese eine Persiflage auf den viktorianischen Schauerroman von Joyce Carol Oates:

    Die Schwestern von Bloodsmoor

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    Ganz amüsant, aber zum Teil etwas nervig. Kann noch nicht sagen, ob es mir gefällt.

    Da gebe ich dir Recht, Zefira. Ich fand es ganz interessant, vor allem auch wegen des Blicks auf die Mormonen, aber mir sind die Charaktere unverständlich geblieben, insbesondere Steinar selbst, seine Tochter, die auf der Überfahrt schon wieder zum Opfer wird, wobei ich mich frage, wie dieser Männertausch zustande kommen konnte, ohne dass sie das gemerkt hat. Und auch das Verhalten der Näherin kann ich keineswegs nachvollziehen. Die letzten Romane, die ich von Laxness gelesen habe, dieser sowie Weltlicht und das Frühwerk Der große Weber von Kaschmir sind nicht zu vergleichen mit der Islandglocke, der Seelsorge, Atomstation usw.