Beiträge von Erika

    Hallo, Ihr Lieben,


    vor langer Zeit habe ich hier schon einmal mitgelesen. Dann habe ich eine lange Auszeit genommen.
    Als ich nun mal wieder im Forum war, stieß ich auf diese neue Leserunde. Kurz entschlossen habe ich
    mir am Samstag die dtv-Ausgabe bestellt und heute Nachmittag aus meiner Buchhandlung geholt.


    Ich hoffe, dass ich euch noch einhole.


    Genug für heute.


    Nächtliche Grüße


    Erika


    :blume:

    Hallo,
    ich bin auch im 3. Kapitel angelangt. Die Frau Kommerzienrätin wirkt auf mich sehr herablassend. Das wurde mir am ersten Kapitel deutlich, in dem sie Corinna einladt.


    Leider habe ich eine Ausgabe ohne Anmerkungen erwischt. So verstehe ich manche Äußerungen nur halb.
    Hat jemand eine Ausgabe mit Anmerkungen?


    Erika
    :blume:

    Hallo
    ich habe mir heute das Buch in meiner Buchhandlung bestellt. Morgen kann ich
    es abholen. Da ich im Moment etwas mehr Luft habe, fange ich schon an zu lesen.
    Gegen Ende des Monats wird es bei mir berufsbedingt etwas stressiger.


    Gruß


    Erika



    :blume:

    Hallo,
    ich bin mittlerweile bei Kapitel 10 angelangt. Das Gespräch zwischen den beiden Schwestern zeigt ihre unterschiedlichen Lebenseinstellungen. Während Stine schwärmerisch und empfindsam ist, tritt Pauline eher als nüchtern und realistisch.


    Stine:
    Wenn er mir so gegenübersitzt, ist es mir oft, als ob wir die Rollen vertauscht hätten, und als ob ich eine Prinzessin wär´
    und könnt íhn glüclich machen.


    Pauline:
    Sieh, Kind [!], es sind mir so viele Mannsleute zu Gesichte gekommen, und wenn ich welche sehe, na, so kenn´
    ich sie gleich durch un durch un kann sie aussuchen wie Handschuh nach ihrer Nummer, un weiß gleich, was los is. Un mit dem jungen Grafen is nich viel los. Er is man schwächlich, un die Schwächlichen sind immer so un richten mehr Schaden an als die Dollen.


    Mir fällt auf, dass die realistische Einstellung von Pauline durch ihren berliner Dialekt unterstrichen wird.


    Erika


    :blume:

    Hallo,
    in meiner Ausgabe steht in den Anmerkungen:


    "Borsig und Schwarzkoppen seine: die bereits erwähnten Arbeiter der Maschinenbaufabriken; seit 1837 produzierte Borsig vor dem Oranienburger Tor (Chausseestraße; L Schwarzkopff Fabrikgelände grenzte an die invalidenstraße." Es fehlt das T, so dass Schwarzkoppen die Dialektvariante von Schwarzkopffen sein könnte.


    Erika
    :blume:

    Hallo,
    nachdem sich "die üblichen Verdächtigen" einer Fontane-Leserunde versammelt haben; ;)
    möchte ich mich auch zu Wort melden. Ich habe heute die ersten drei Kapitel gelesen. Es geht ohne lange
    Vorrede gleich ins Geschehen hinein. Man hat gleich das Gefühl, in der Invalidenstraße zu stehen und der
    alten Lierschen über die Schulter zu blicken.


    Ich lese diesmal nach der Ausgabe von dtv, die zum Glück mit Anmerkungen versehen ist.


    Jaqui :
    Ich habe einen Reclamband "Literaturwissen. Theodor Fontane". Leider steht auch hier nichts
    über "Stine" drin.


    Erika


    :blume:

    Hallo Klaus,
    im Nachwort meiner Ausgabe heißt es, dass die Neuausgabe von L´Adultera (Erstausgabe 1882) bei Fontanes Sohn Friedrich
    den Untertitel Roman trug. Fontane hatte bei der Erstausgabe den Untertitel "Novelle" gewählt. Die Änderung ging auf Fontanes
    Sohn Friedrich zurück.


    Erika

    Hallo zusammen,
    nun habe ich L´Adultera auch vollends gelesen. Gestern abend waren die letzten Kapitel
    gelesen. je länger ich diesen Roman von Fontane gelesen habe, umso mehr hat er mich in
    seinen Bann gezogen. Anfangs hatte ich etwas Mühe hineinzukommen. Gestern abend habe
    ich die 2. Hälfte des Buches in einem Rutsch gelesen. Mich hat das wachsende Selbstvertrauen#
    von Melanie beeindruckt. Sie nimmt ihr Leben immer mehr selbst in die Hand, übernimmt
    Verantwortung für sich selbst. Das unterscheidet sie deutlich von Effie Briest.


    "Ich will fort, nicht aus Schuld, sondern aus Stolz, und will fort, um mich vor mir selber wieder
    herzustellen. Ich kann das kleine Gefühl nicht länger ertragen, das an aller Lüge haftet:
    ich will wie der klare Verhältnisse sehen und will wieder die Augen aufschlagen können. " (16. Kapitel)


    Wie sehr sich Melanie Rubehn verändert hat, wird deutlich, als sie sogar anfängt durch Französisch-Unterricht
    zum Familienunterhalt beizutragen.




    "Und dann sagte sie, was es sei." (Abschluss des 13. Kapitels)


    Meisterhaft unspektakulär, wie Fontane hier eine für die damalige Gesellschaft ungeheuere
    Nachricht übermittelt. Eine Ehefrau bekommt ein Kind von einem anderen Mann. Schlechtere
    Schriftsteller hätten diese Szene dramatisch aufgebaut. Nicht so Fontane. Nüchtern, eher
    verhalten verläuft die lebensverändernde Beichte.


    Ich freue mich auf die Lektüre von "Stine", werde mir aber diesmal eine Ausgabe kaufen, die
    mit Anmerkungen versehen ist.


    Bis bald!
    Erika

    Hallo, liebe Mitleser,
    van der Stratens Gegenspieler Rubehn ist ihm da an Weltläufigkeit überlegen. Die stößt aber auch auf Kritik.
    In Kapitel 10 kommt es zu einen vertraulichen Gespräch zwischen van der Straaten und Riekchen. Dort heißt
    es über Rubehn: "Er hat etwas amerikanisch Sicheres. Und so sicher er ist, so kalt ist er auch."


    Am Ende des Kapitels kommt es immer mehr zur Entscheidung. "... in Melanies Herzen erklang es immer lauter:
    Wohin treiben wir?"


    Nachdenklich stimmte mich im 11. Kapitel die Szene, als van der Straaten zur Sommervilla kommt und seinen
    Töchtern Pralinen von Sarotti (!) mitbringt. Die älteste Tochter, die das Herannahen des Unheils spürt, lehnt
    die Süßigkeiten als Kinderei ab. Rubehn und wohl auch Melanie merken, dass Lydia sie durchschaut. Nur der Vater
    begreift nichts und tadelt seine Älteste: "Lydia spielt schon die Casparoux."


    Gruß
    Erika
    :blume: