Beiträge von Lost


    Interessant, aber das wäre dann am Ende vielleicht doch nur so eine Art von Fleischhauerthread, nix für mich, denn irgendwo muss auch einmal schluss sein.


    Liebe Grüße


    Peter


    Es wäre auch nur für Leser sinnvoll, bei denen die Romane von Grass noch eine Chance hätten. Die hier geführte Debatte darf aber auch nicht dazu führen, dass eine Grass-Leserunde in diesem Forum nicht mehr erlaubt sein darf.


    In Anbetracht des möglichen Abbaus des Aufbaus könnte ich auch "Ein weites Feld" vorschlagen. Da müsste ich jedoch noch Mal die Fontane-Biografie lesen, und das ist mir gegenwärtig zu viel.


    Hallo zusammen!


    Um nochmal aufs Thema zurückzukommen ... Es wäre bestimmt interessant, Grass mal ganz konkret und am Objekt gemeinsam zu besprechen, denke ich. Leserin hat sich ja schon negativ, Josmar positiv zu dem Vorschlag geäußert. Würde noch jemand mitmachen? Und mit welchem Werk? - Ich wollte nicht einfach irgendwas vorschlagen, ohne hier nochmal nachzufragen, wie die Interessenlage ist. :zwinker:


    Wie wäre es mit "Katz und Maus" ?

    Es ist ein reich porträtiertes Zeugnis der Fahrt nach Afghanistan 1939, die Annemarie Schwarzenbach und Ella Maillarts unternahm und die von Nicolas Bouviers und Thierry Vernets 1953 nochmals durchgeführt wurde. Der Bildband ist zweisprachig; französisch - deutsch.


    Die Reiseberichte Ella Maillarts sollte man auch nicht links liegen lassen. Durch das Jubiläum und Schwarzenbachs literarische Qualitäten wird E.M. in dieser Angelegenheit ungerechtfertigt in den Hintergrund gerückt. Sie hatte einige Sorgen mit ihrer Begleiterin. Ella Maillarts Bericht über ihr Leben in Indien "Geliebte Seidenpfote" kann ich ebenfalls empfehlen.

    Leserin:


    Dein Beitrag kommt in meinen Zettelkasten. Ihn anzufangen mit dem Hinweis, dir bleibt nichts mehr zu sagen, um dann doch das "letzte" Wort zu haben ist so stereotypisch weiblich und köstlich. Das wird sich schon noch ausbeuten lassen! :breitgrins:

    Kurze Texte lese ich nicht sehr häufig, doch möchte ich hier auf W.S. Maugham hinweisen, von dem ich begeistert bin.


    Hallo,



    Das einzige was ich wirklich an Grass hassen könnte wäre - das dieser mit so hässlich durchgekauten und arg beschmatterten Pfeiflein durch die Gegenden rennt, denn er hätte doch eigentlich die ästhetischen Voraussetzungen (von den Euronischen ganz zu Schweigen), das er dann...
    Vielleicht noch eine Frage an die Grassfreunde in diesem Forum: Trotz nun schon vieler Jahre andauernder Tiefenrecherchen gelang es mir nicht heraus zu finden, welchen Pfeifentabak er nun raucht, der Grass. Weiß das zufällig vielleicht...


    Grass war ursprünglich Zigarrettenraucher, hat aber wegen eines Raucherbeins auf Pfeife umgestellt. Wir richtigen Sozis rauchen ausschließlich kubanischen Tabak, der in geheimen Stollen unterhalb von Guantanamo gezüchtet wird. Grass ist allerdings so eigensinnig, dass er seinen Tabak selbst, aus Bahndammsorten von Danzig, mischt (nehme ich an).


    Peace for or time, und nur tote Indianer sind gute Indianer :zwinker:



    Und dabei wird wieder etwas übersehen, daß auch Siegfried Lenz mal wieder ein einfühlsames Buch veröffentlicht hat! Betrachte ich diesen Schriftsteller, so kann ich die Kritik an dem Medienmenschen Grass verstehen!


    Die Deutschstunde von S. Lenz, insbesondere die Fernsehspielfassung möchte ich auch nicht missen !



    In meinen Bemerkungen habe ich keineswegs Grass neben klassischen Autoren gestellt. Wir wissen nur wenige darüber wie sich einige dieser Senatoren und Politiker im Senat, gegenüber dem Volk und ihren Sklaven verhalten haben und von wem sie geliebt oder gehasst wurden abseits ihren Griffelstube.
    Wenn wir uns mit literarischen Erzeugnissen ein Bild über vergangene Epochen machen und uns nicht nur auf den literaturtheoretischen Scheiß konzentireren, dann ist das immer unvollkommen und auch kontrovers. Die Neuzeit bietet den Vorteil, dass schriftlich Zeugnisse besser vielfältiger erhalten sind und keine nur zufällige Auswahl mehr gestattet. Selbst die Bücher, die von mehr oder weniger ehrenwerden Gesellschaften wie der katholischen Kirche oder den Nazis ins Feuer geworfen wurden, überleben. Eine Frage ist, welche Bedeutung sie in welcher Zeit behalten. Da können wir in unserer Gegenwart sehen, dass wir wieder Schrieften ausgraben, die in der Zwischenzeit längst nahezu vergessen waren und fast nichts ist mehr entgültig.
    Die Themen von Grass sind aus seiner Zeit und die Blechtrommel und "Ein weites Feld" sind engagierte Zeitzeugnisse, die auch von Menschen gelesen und gewertet werden können, die nicht über das Rüstzeug verfügen, dass erst ein mehrjähriges Studium im besten Fall vermittelt. Wir lesen doch Fontane auch als Zeitzeugen und mögen so billige Gartenlaubgeschichten wie "Irrungen,Wirrungen" wegen dem Gefühl das wir für Fontanes Zeit bekommen, ohne dass wir uns seinem chauvinistiscvhen Preußentum anschließen müssen.
    Wir können die Zukunft nicht vorhersagen. Grass wird aber gerade wegen seiner Eigensinnigkeit und auch klaren Positionen Bestand haben.


    Ich glaube von Lec stammt die Bemerkung: Schont die Sockel, wenn ihr die Denkmäler stürzt. Ich bin mir nicht zu schade Grass auf einen Sockel zu stellen, den ich vorher abgeräumt habe.


    Solange man noch die Geschichte Mitteleuropas und seine drei Kriege und Nachkriegszeiten im 20. Jahrhundert wahrnehmen wird, wird Günter Grass für die Literatur in zwei dieser Epochen stehen. Ich bin sicher, die Chinesen und Inder werden in 50 Jahren Grass und einige andere die du genannt hast lesen, um ein Gefühl für unsere Zeit zu bekommen, so wie wir heute die griechischen und römischen Autoren der Antike lesen. Aber wir können dann ja noch Mal darüber reden ;-) Schimpf einfach solange weiter.


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    Grass würde ich nicht gerade als Intellektuellen bezeichnen ;) ... Jelinek schon eher.


    Ein totaler Intelektueller hätte z.B. einen Lehrstuhl für theoretische Philosophie inne ... :breitgrins:


    Ich bezog mich mit dem Begriff "Totaler Intellektueller" da eher auf Bourdieu und die anderen Einmischer, weniger auf die akademische Selbstbefriedigung ;-)


    Ein Spezialist für den Umgang mit symbolischen Gütern ist Grass doch ganz bestimmt, auch wenn er noch sklavisch (und mir verständlich) an seiner alten Schreibmaschine hängt!


    Es gibt viele Intellektuelle, die die Welt in
    Frage stellen, es gibt wenige, die die
    intellektuelle Welt in Frage stellen.
    Pierre Bourdieu: Ein soziologischer Selbstversuch


    [
    Kritik ja, sie ist wichtig, sie ist unverzichtbar, aber auf diese, jeden Wertmaßstab der menschlichen Würde hinwegfegenden und damit sehr zweifelhafter Wortklingler und Tumultessayisten (in diesem Fall dann Klaus Bittermann), kann ich dann liebend gerne verzichten.


    Mir scheint es, dass Intellektuelle totale Intellektuelle wie es Grass und Jelinek sind, häufig entweder nur lieben oder nur hassen können. Diskutieren lässt sich dann eben kaum. Allerdings ist es ein großer Unterschied ob man dem Werk eines Autors die Bedeutung abspricht, wie es m.E. Giesbert bei Grass tut, oder ob man die Existenzberechtigung eines Werks verneint und dem Autor nahe legt aus seinem Umfeld zu verduften, wie es Madeleine bei Elfriede Jelinek so blumig angedeutet hat.

    Ich würde da "Evolutionsbiologie" und "Streitpunkt Evolution: Darwinismus und Intelligentes Desgin" von Ulrich Kutschera und "Das ist Evolution" von Ernst Mayr empfehlen.


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    Well BigBen. Kutschera und Mayr habe ich für die Zweitlektüre schon zum Darwin dazu gelegt.
    Darwins Bilder: Ansichten der Evolutionstheorie 1837-1874 (Broschiert) ist m.E. ein Muss, weil darin viel von der Arbeitsweise und den Möglichkeiten Darwins und seinem Umfeld beschrieben wird.

    Mein Interesse für eine Leserunde ist auch geweckt. Es wird jedoch parallel auch einige weitere Literatur zur Evolutionstheorie zu lesen sein, da sie seit Darwin schon heftig mutiert ist ;-)
    Ich würde allerdings eine deutsche Übersetzung lesen.
    Der Herbst ist mir für den Start recht.

    Die Prosaübersetzung von Ghristoph Martin (Eichborn Verlag) beginnt mit:


    Erzähle, Muse, vom weltgewandten Mann, der weit reiste und viel herumkam, nachdem er das berühmte Troja zerstört hatte. Viele Länder und Städte sah er, lernte deren Sitte und Gebräuche kennen; auf See geriet er in Not, versuchte sein Leben zu retten und seine Männer nach Hause zu bringen; doch was er auch tat, seinen Gefährten konnte er nicht helfen: Sie gingen durch eigene Dummheit zugrunde, denn sie frevelten und aßen von den Rindern des Helios. Deshalb verhinderte der Gott, daß sie den Tag der Heimkehr erlebten. Erzähle auch uns davon, Göttin, Tochter des Zeus, und fang einfach irgendwo an...
    -----


    Es gibt auch eine Versübersetzung von Friedrich Georg Jünger, dem älteren Bruder von Ernst (Klett-Cotta):


    Nenne mir, Muse, den Mann, der vieles erfahren und weithin
    Irrte vom Wege ab nach der heiligen Troja Zerstörung.
    Vieler Menschen Städte sah er mit kundigem Sinne
    Und erduldete viel auf dem Meer mit traurigem Herzen,
    Als um sein Leben er rang und die Heimkehr seiner Gefährten.
    Aber er rette keinen der Freunde, so sehr er sich mühte,
    Denn sie starben dahin durch ihren eigenen Frevel
    Und ihre Torheit, weil sie des hohen Helios Rinder
    Sich zum Mahle geschlachtet. Der Gott verwehrte die Heimkehr.
    Davon o Göttin, Tochter des Zeus, berichte auch du uns.
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    Nur, wenn ein User hier die Worte der - virtuellen Bücherverbrennung - in das Feld der Diskussion führt, ein Wort dann, das an die perversesten Machenschaften einer ebenso verbrecherischen wie geistfeindlichen Clique von Massenmördern erinnert, und vielleicht auch erinnern soll, dann sind für mich eindeutig die Grenzen einer auf Humanität und einer gewissen Ethik beruhenden Diskussion weit überschritten.


    Warum soll man die, zugegeben etwas kryptische, Bemerkung von Madeleine nicht mit dem metaphorischen Gedanken: ...soll in Rauch aufgehen... umschreiben ? Ich halte das für treffend!