Beiträge von thopas

    Ich habe dieses Wochenende nicht weiter gelesen, wir sind also in etwa gleich auf finsbury .


    Ich kenne mich leider auch nicht aus, was Reisemodalitäten damals betraf. Von Bankbesuchen o.ä. schreibt er nichts. Einmal erwähnt er eine Begegnung mit Räubern auf Sizilien, die dann aber von ihm ablassen. Er schreibt, dass er sein Geld irgendwie seitlich in der Jacke hat, sodass man es dort nicht vermutet. Also schleppt er doch einiges an Bargeld mit sich rum.


    Nett fand ich die Geschichte mit seinem Eseltreiber, der zu viel Makkaroni gegessen hat und dann an schlimmen Bauchschmerzen leidet. Leider berichtet Seume eher wenig über das Essen in Italien. Er scheint sich von wenig mehr als Orangen zu ernähren :).

    Inzwischen bin ich bis Bologna gekommen. Es macht Spaß, hält aber ziemlich auf, dass man soviel nachschlagen muss, wenn man nur die Basisausgabe hat. (...)

    Triest lässt Seume kalt, weil es eine Kaufmannsstadt ist und er nicht "merkantil" sei. Aber auch Venedig und Padua erledigt er schnell und lässt immer wieder merken, dass es ihm nicht um Kultur im engeren Sinne geht: Am interessantesten findet er noch die Theateraufführungen.

    Bei meiner Ausgabe steht zwar viel in den Anmerkungen, aber da ich mich in der Antike nicht so gut auskenne, übergehe ich die meisten Anspielungen. So komme ich relativ schnell voran. Ich bin inzwischen auf Sizilien angekommen. Mir ist auch aufgefallen, dass Seume sich wenig für die Kultur interessiert. Und in Italien geht er dann auch nicht mehr so häufig ins Theater... Er beschreibt nachwievor sehr ausführlich die Lokale und Gasthäuser, die er besucht. Oder auch Menschen, die er trifft und mit denen er sich unterhält.


    Von Räubern und Plünderern spricht er auch häufiger, ich denke, dass das schon ein Problem damals war. Er geht aber davon aus, dass die Räuber ihn uninteressant finden, weil er ärmlich wirkt und kaum Sachen dabei hat. Auf Sizilien reist er sogar extra ohne Tornister, da der wohl Begehrlichkeiten weckt.


    Interessant auch, dass er meist genervt ist von den aufdringlichen "Reiseführern" o.ä., die ihn als "reichen" Touristen gerne ausnehmen möchten. Und die Abneigung gegen (jeden Tag) Makkaroni mit Öl :)


    Ich bin dann auf der "Zielgeraden" nach Syrakus.

    Ich finde es beachtlich, dass er im Winter diese Reise beginnt. Ich hätte ja eher überlegt, im Herbst in Deutschland loszugehen und dann den Winter über in Italien/Süditalien zu sein. Aber er wird schon seine Gründe gehabt haben. Wer weiß, wie damals die Straßen so waren...


    Die Lektüre geht bei mir momentan noch gut voran, auch wenn ich nicht immer weiß, was ich dazu schreiben soll. Ich lese in der S-Bahn, bin aber dann abends nicht mehr konzentriert genug, um etwas sinnvolles zu schreiben.

    Mir ist auch aufgefallen, dass Seume eher wenig über die Orte berichtet, in denen er Station macht. Er beschreibt eher die Gasthöfe, die Reiseorganisation, die Suche nach Essensgelegenheiten etc. Da bleiben dann wenig Eindrücke hängen, außer „Italien üß gruhß“ :).


    Ich muss mir auch immer wieder im Historischen Atlas die Karten der damaligen Zeit anschauen, um die damaligen Grenzen zu sehen, die ja doch anders sind als heute. Und sich auch bald wieder geändert haben.

    Für die Leserunde lese ich die dtv-Ausgabe, die einen ausführlichen Anhang enthält: u.a. Nachwort, Zeittafel, Anmerkungen zum Text und eine Karte mit der Reiseroute.


    En bisschen habe ich schon gelesen, kann aber noch nicht viel dazu sagen. Auf jeden Fall ist es eine enorme Leistung, diese Reise zum größten Teil zu Fuß zu machen. Da ist so ein bisschen Jakobsweg-Wandern eher nichts dagegen :).


    Vor Jahren habe ich Goethes Italienische Reise gelesen, kann mich aber leider kaum an Einzelheiten erinnern. Vielleicht sollte ich die auch mal wieder in Angriff nehmen...

    JHNewman : Ach so. Ich bin normalerweise auch empfindlich, was Übersetzungen aus dem Englischen betrifft. Hier war es aber okay für mich. Er hat wohl übersetzt und einen Lektor dafür gehabt (siehe Danksagung).

    Wieso ist Blom denn übersetzt worden? Er ist doch Deutscher und arbeitet in Wien.

    Er hat aber auch in Oxford studiert. Aus dem Wikipedia-Artikel geht hervor, dass er auch auf Englisch schreibt. In meiner Ausgabe von „Der taumelnde Kontinent“ ist die englische Ausgabe von 2008, die deutsche Übersetzung von 2009. Ob er aber alles zuerst auf Englisch schreibt, weiß ich nicht...

    Wie verhält sich den Blom zu Illies? Das würde mich interessieren, denn Bloms Buch über die Beschleunigung fand ich recht unterhaltsam und nicht schlecht (wenn auch miserabel übersetzt), wobei ich Generation Golf von Herrn Illies seinerzeit sehr entbehrlich fand...

    Blom zu Illies ist in etwa wie mehrteilige Fernsehserie mit Themenschwerpunkten zu Fotoalbum mit buntgewürfelten Schnappschüssen. Beides ganz nett, aber Blom geht schon viel tiefer und ist ausführlicher.


    Zumindest ist das mein momentaner Eindruck. Von Illies habe ich bisher noch nichts gelesen. Welches Buch von Blom meinst du denn? Ich dachte, er übersetzt seine Bücher selbst vom Englischen ins Deutsche...

    Florian Illies "1913". Nachdem ihr alle so geschwärmt habt von dem Buch. Passt auch gut zum kürzlich abgeschlossenen Blom, da tauchen einige Personen wieder auf.

    Im Rahmen des Wettbewerbs 2019 habe ich "Breakfast at Tiffany's" gelesen. Meine Erinnerungen an den Film (obwohl ich ihn mehrmals gesehen habe) sind eher schwammig, was aber ganz gut war für die Lektüre des Buches. Denn der Film basiert nur lose auf diesem Kurzroman von Capote.


    Der namenlose Erzähler lebte früher einmal (während des Kriegs) im selben Haus wie Holly Golightly. Ein gemeinsamer Bekannter hat nun von ihr gehört, weshalb der Erzähler sich an die damalige Zeit mit ihr erinnert.


    Die noch relativ junge Society-Dame feiert gerne laute Parties, lebt eigentlich von nichts bzw. lässt sich von Männern aushalten. In ihrer Umgebung sind die meisten fasziniert von ihr. Eines Tages taucht ihr Ehemann auf, wodurch Hollys Vorgeschichte dem Erzähler bekannt wird wird. Als 14-jährige Waise hat sie den wesentlich älteren Landtierarzt Dr. Golightly geheiratet, damit sie und ihr Bruder versorgt waren. Relativ bald lief sie aber weg, zuerst nach Hollywood, danach dann nach New York. Sie war der Meinung, dass eine Heirat in diesem Alter eigentlich nur illegal gewesen sein kann. Nun schlägt sie sich in New York durch und möchte einen reichen Brasilianer heiraten.


    Die Holly Golightly im Buch wirkt auf jeden Fall anders als die Figur, die man aus dem Film kennt. Sie ist blondiert und extrem kurzsichtig, weshalb sie nur mit Sonnenbrille unterwegs ist, auch zuhause. Interssant fand ich deshalb die Information, dass Capote wohl Marily Monroe für die Filmrolle als Wunschkandidatin hatte. Diese lehnte aber auf Anraten ihres Agenten ab, da die Rolle eines "leichten Mädchens" ihrem Image schaden könnte. Audrey Hepburn sagte zu, was aber Capote nicht besonders gepasst hat.


    Der Film ist als Komödie mit Happy End ausgestattet worden, wohingegen das Buch sehr offen endet. Holly, die (unwissentlich?) einem Gangsterboss zugearbeitet hat, wird von der Polizei verfolgt und flieht nach Brasilien, wo sich dann ihre Spur verliert. Der Erzähler bekommt noch eine Postkarte aus Südamerika, dann hört er erst Jahre später, sie wäre wohl in Afrika gesehen worden. Nur für ihre Katze findet er ein echtes Zuhause.


    Capote schreibt sehr leicht und locker, das Buch ist gespickt mit umgangssprachlichen Formulierungen, die mir nicht immer was gesagt haben (amerikanisches Englisch aus den 40ern lese ich kaum). Holly selbst ist eine Figur, die für mich ein Rätsel geblieben ist, vermutlich weil sie auch für den Erzähler ein Rätsel ist. Der Schluss hat mich dann doch berührt, aber eher wegen der Katze :). Aus dem Buch wird übrigens nicht klar, warum es "Breakfast at Tiffany's" heißt. Sie geht dort einfach gerne hin, wenn es ihr schlecht geht. Die Szene aus dem Film, wo sie morgens vor dem Schaufenster frühstückt, gibt es im Buch nicht.

    „Es geht uns gut“ habe ich dieses Jahr gelesen. Ich fand es ganz ok, nicht wahnsinnstoll, aber so, dass ich es relativ schnell gelesen hatte. Sobald es die „Drachenwand“ als Taschenbuch gibt, werde ich es mir zulegen.

    Bei den Ketten gibt es solche und solche Filialen, finde ich. Zumindest bisher hatten die beiden großen Hugendubel-Filialen noch eine gute Auswahl, v.a. auch im Sachbuchbereich. Da konnte man lange stöbern und vergleichen, wenn man was gesucht hat. Bei Sachbüchern finde ich es schwierig, im Internet zu kaufen; da würde ich schon gerne vorher im Buch blättern.


    Englischsprachige Bücher muss ich sowieso meist im Internet kaufen. Früher gab es sogar mal eine Hugendubel-Filiale, die nur englischsprachige Bücher geführt hat. Das waren noch Zeiten... So ein Waterstones in München wäre da schon was ;).