Beiträge von Vult

    Guter Sandhofer,


    ich meinte eigentlich mehr, das hier auch junge Menschen schreiben, lesen und sich und ihrer Meinung (zu dem Gelesenen) dann auch Ausdruck verschaffen möchten. Vielleicht noch Suchende, vielleicht auch noch sich erst selbst findende Menschen, die auch und natürlich viele Fragen haben. Fragen zu Büchern und zum Leben überhaupt. Das da manchmal ein wenig gelabert wird, das liegt in der Natur der Sache, nicht zuletzt auch der Bücher. Sollte wir "altgedienten" Bibliomanen ihnen da nicht ein wenig zur Seite stehen?


    Das Klassikforum ist kein 0815 - Forum, war es niemals und wird es auch niemals werden, dazu ist diese, unsere "geliebte Materie" zu unalltäglich.
    Hier kommen Menschen her, die Bücher zu ihren, oft einzigen, Freunden machen, die Bücher zu ihren unverzichtbaren Lebensbegleitern erklären, Menschen dann, die (gute und schöne) Literatur oft auch zu ihrer einzigen, weil für sie überlebenswichtigen, Passion erklärten. Und das ist schön, gerade in geistig doch etwas flachen Zeiten wie diesen.
    Stoßen wir diesen Menschen nicht vor den Kopf, helfen wir ihnen, helfen wir ihnen auch, Fragen zu beantworten, auf die wir oft selbst keine Antwort wussten, oder je wissen werden. Auch dazu sollte dieses Forum dienen. Auch dazu.
    Das Klassikforum muss weiterleben, auch und gerade wegen dieser Suchenen, wegen dieser fragenden Geister, die noch so vieles vor sich haben, darum auch Fragen haben und darum manchmal auch gern ein wenig - labern!


    :smile:


    In diesem Sinne und nichts für ungut, Sandhofer, ich dachte beim "Verfassen" meiner Beiträge nur ein wenig an mich selbst, wie alles begann, damals, das mit den Büchern und nicht zuletzt auch den vielen, so unendlich vielen Fragen an das Leben...


    Grüße,
    Peter

    Ob das Forum unter Frühjahrsmüdigkeit leidet, oder wieder leiden wird, oder ob es überhaupt leidet, das wusste ich bis jetzt nicht zu sagen.


    Man darf und sollte als Administrator auch Ordner schließen, natürlich, erst recht wenn: " nur sinnlos gelabert wird". Selbstverständlich, denn Ordnung muss sein und wo leben wir schließlich und vor allem - wo kommen wir denn hin, wenn jeder dahergekommene Literaturanarchist seinen individualistisch prosaisch angebrüteten Sempft in das Forum hinein scribentiert. Das ist ja schon ein wild romantisches Chaos, das ist ja bald schon demokratisch, nein, schlimmer, das ist ja fast schon zu verdächtig liberal.


    Warum lesen wir eigentlich..., dieser Ordner wurde nun geschlossen. Woran leiden wir, das dieser Totalitarismus gerechtgertigt ist? Gegen welches Foren - Dogma verstießen die User dieses Forums, das dieses Autodafe rechtfertigt?


    Die Sprachlosigkeit und Agonie vieler Literaturforen, wird das hier in Kauf genommen, wissentlich und vorsätzlich, nur um des "Gelabers" willen? Wobei doch eigentlich auch viele Menschen in das Forum kommen, um auch einmal über persönliches, allzu persönliches zu reden. Über Kummer, Sorgen, Probleme und Leid im privaten Bereich. Oder genauer, im geistigen Bereich, denn auch da sind die Probleme wohl Legion.
    Ist das nun wirklich alles nur - Gelaber?


    Der bewohnte Mensch, nun denn, hier darf es das wohl nicht mehr sein.


    Grüße,
    Peter

    Hallo Lost,


    wenn ich mein derzeitges Buch (Insel Sachalin) gelesen habe, geht es an und in den Leuchtturm. Ich schreibe dann, wie es mir gefiel. Sofort!


    Grüße,
    Peter

    Im Januar angekommen und einiges davon schon "angelesen":


    Virginia Woolf: Die Fahrt zum Leuchtturm.


    Hawtorne: Der Garten des Bösen, Erzählungen


    Tschechow: Die Insel Sachalin.


    M. Pagnol: Eine Kindheit in der Provence


    Flann O'Brien: Schwimmen zwei Vögel.


    Queiroz: Die Reliquie


    Also geht es dann im Januar schon - in die Vollen. Wieder einmal.


    Grüße,
    Peter

    Zitat

    Wie war dein Leben und Sterben so sanft und meerstille, du vergnügtes Schulmeisterlein Wutz! Der stille laue Himmel eines Nachsommers ging nicht mit Gewölk, sondern mit Duft um dein Leben herum: deine Epochen waren die Schwankungen und dein Sterben war das Umlegen einer Lilie, deren Blätter auf stehende Blumen flattern - und schon außer dem Grabe schliefest du sanft!


    Schulmeisterlein Wutz.


    Und:


    Zitat

    Habe nun, ach! Philosophie,
    Juristerei und Medizin,
    Und leider auch Theologie
    Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
    Da steh ich nun, ich armer Tor!
    Und bin so klug als wie zuvor;


    Faust. Aber eigentlich und wirklich beginnt ja der Faust mit der Zueignung und dann müsst folgerichtig folgendes hier stehen:



    Grüße,
    Peter

    Das ist nicht das Problem, troll. Ich fürchte eher, dass eine Nietzsche-Lektüre eine bestimmte "Klientel" zu weltanschaulichen und religiösen Scharmützeln einladen wird. Und das brauche ich wirklich nicht.


    Viele Grüße


    Tom


    Genau aus diesem Grunde werde ich mich von dieser Leserunde fernhalten, guter Tom, denn der gute alte Schnauzbart lädt zu diesen Scharmützeln geradezu ein. Und ich, also ich, finde das gut, so.
    Außerdem, guter Tom, als "Klientel" würde ich Menschen nicht bezeichnen, die sich in Zeiten wie diesen eine Weltanschauung leisten, denn diese, eine Weltanschauung, wurde oft geboren aus Zweifeln und Schmerzen, in der Sinnsuche nach dem was ist, und oft auch nach dem, was vielleicht nicht ist.
    Wenn du dann, irgendwann vielleicht und ich wünsche es dir eigentlich nicht, mit dem klerikalen Faschismus hautnahen Kontak hattest, vielleicht formulierst du dann das, also das mit der "Klientel", ein wenig anders...


    Grüße,
    Vult

    Vielleicht noch ein kleiner Nachsatz.


    Es geht mir hier um die, ja, nun, äh - "zeitgenössische" Literatur.
    (Genössisch..., leichtes Schaudern im Nebenhirn...)


    Also, wenn Albert Vigoleis Thelens Buch - Die Insel des zweiten Gesichts, zu den "Zeitgenössischen" zählt, dann habe ich, dank dieses Forums, ein einzigartiges Werk kennen lernen dürfen. Oder "Jakob der Lügner", auch ein bleibendes Buch, oder einiges von Aitmatov, oder Lampedusas - Der Leopard, auch ein wundervolles Büchlein, das ich dank dieses Forums lesen und erlesen durfte.


    Aber, aber sind die Obengenannten nun zu den zeitgenössischen Autoren zu zählen?
    Das würde mich wirklich einmal interessieren.


    Grüße,
    Peter

    Hallo Tom,


    Beste Wiederholungslektüre:


    Benn. (Alles.)


    Hölderlin. Der lässt mich wohl nie mehr los.


    Die Bibel. (Seltsames Buch - Gutemenschenmachen und der göttlicher Hass, dazu diese unbeschreibliche Grausamkeit dieses Gottes. Nachfolgetäter - Lektüre? Wohl doch mehr eine Drohbotschaft denn eine Frohbotschaft.)


    Heinrich Heine. Immer einmal wieder.


    Jean Paul. Da hab ich wohl auch: Lebenslänglich.


    Neue Entdeckungen?
    (Leider jetzt erst!)


    Ebenso wie du: Proust.
    Seltsam, die Stimmungen beim Lesen dieses gigantischen Werkes, meinerseits, jedenfalls.


    Maxim Gorki. Das Gesamtwerk. Einige Reinfälle, bleibt bei der "Werkfülle" wohl nicht aus. Aber was für ein erzählwütiger Meister.
    (Vielleicht sollte man doch erst Bücher schreiben, wenn man das Leben so von "unten" und "ganz unten" kennen lernte.)


    Zeitgenössisches?
    Nichts, überhaupt - nichts.


    Grüße,
    Peter

    Na, dann werden sich die Ossis mal zu Wort melden.
    (Was diese Anspielung bezwecken soll, ist mir ein wenig schleierhaft.)


    Also - Roter Schnee.
    Das ist das erste Buch ein großartigen Triologie. Es folgen: Merci Kamerad und Schlussakkord.
    Authentisch, möchte ich sagen. Diese Bücher sind mehr als nur "einfache" Kriegliteratur, hier geht es oft ebenso prosaisch wie grausam zu. Wie eben ein Krieg Menschen zu Bestien machen kann, oder zu stillen Helden im Erwachen um das, wenn pervertierte Staatssysteme... Ein literarisches Zeitdokument in Form eines sehr zurückhaltenden Epos, wenn man das so sagen darf.
    Eigentlich gibt es keine Gewinner, nach einem Krieg, zumindest wird der Frieden nicht gewonnen, von keinem, siehe die Parallelen im Hier und im Heute.


    Also, auf jeden Fall lesen, alle drei Bücher.
    (Vorausgesetzt du magst "gute" Literatur über den Krieg. Aber - Im Westen nichts neues, das ist ja auch...)


    Grüße,


    Peter

    Hallo,


    im Nachwort zu Stevensons - Die falsche Kiste wurde, unter anderem, dass Thema der humorigen "Insiderbücher" angesprochen. Oder auch Bücher dieses Genres, die nur einem kleinen Leserkreis bekannt sind und trotzdem über die Zeit immer wieder ihre Liebhaber finden (wie eben auch die falsche Kiste). Hier wurde auch folgendes Buch als Geheimtipp erwähnt: Fritz von Herzmanowsky-Orlando, "Gaulschreck im Rosenkranz". Ist jemanden dieses Buch schon einmal "untergekommen"?


    (Welche Bucher des schwarzen Humors, oder des typischen englischen Humors, könnt ihr mir empfehlen?)


    Liebe Grüße,


    Peter

    Frühjahrsmüdigkeit?


    Kaum.


    Wenn ich daran denke, wie viele (ehemals namhafte) Literaturforen in letzter Zeit "dicht" gemacht haben, oder einfach in der Agonie liegen, da ist das Klassikerforum schon eine Art von "kultiger Raum für Bibliomane aller Gewichtsstufen".
    (Oder so.)
    Vielleicht traut sich manch Neuling auch nicht so recht, wegen der, oder seiner (noch) literarischen Unbelesenheit ...


    Liebe Grüße,


    Peter

    Hallo FUU!


    Immer noch beim "Knabbern am Nietzsche"?


    Lies doch einfach mal - Die falsche Kiste. Bringt dich bestimmt auf gute Gedanken.
    Und ein herzliches Willkommen hier im Forum. Ich nahm hier schon jede Menge wertvoller Büchertips mit und entdeckte (durch die Hinweise mir hier lieb gewordener Bibliomaninnen und Manen) wunderschöne Bücher. Viele User haben hier auch sehr gute "Bloggs", es lohnt sich da hin und wieder einmal zu "Schnüffeln".
    Auf eine gute Zeit, hier bei den "Klassikern", FUU.


    Liebe Grüße,


    Peter

    Goethe: West - Östlicher Divan. Wieder einmal.


    Cechov: Briefe.
    (Irgendwann schaffe ich sie mir doch noch an, die Suhrkamp - Ausgabe seiner sämtlichen Briefe.)


    Bestellt:


    Thelen: Die Insel des zweiten Gesichts. Neugierig geworden durch die vielen positiven Besprechungen hier im Forum, bestellte ich mir dieses Buch nun doch!


    Eine Gesamtausgabe der Gedichte von Brecht. (Irgendwann muss es einmal sein.)



    Liebe Grüße,


    Peter


    Hallo Peter,


    ich habe Joyce noch nicht gelesen, daher kann ich hier keinen Vergleich ziehen.


    Hallo Zola,


    wenn du Ulysses noch nicht gelesen hast, so lasse dich auf das Abenteuer ein. Es lohnt, auch wenn es nicht einfach wird. Aber wenn du schon Döblin "geschafft" hast!


    :smile:


    Liebe Grüße,


    Peter


    Interessant ist, dass er (wohl wie Heinrich Mann) versucht hat fast jeden seiner Romane in einem anderen Stil zu schreiben,


    Du meinst also, dass was Joyce in einem Roman schaffte, verteilt sich bei diesen Schriftstellern über ihr "Romanwerk"?


    Liebe Grüße,


    Peter